Das Jahr 1990 schreibt in vielerlei Hinsicht Geschichte. Es ist das Jahr der Wiedervereinigung Deutschlands, der Geburt des „World Wide Web“, der Beginn des „Internetzeitalters“ und der Beginn der „Dritten Globalisierungsphase“ auch bekannt als „Turbokapitalismus“.
Dank dem „www“ eröffneten sich für IT-Dienstleister neue Vermarktungsmöglichkeiten. Dies ist vor allem in einer Zeit, in der die Dienstleistungsindustrie einer der führenden Wirtschaftsbereiche ist, besonders wichtig. Ohne diese Innovation wäre Outsourcing und speziell Cloud-Computing nicht denkbar gewesen. Kernbestandteil von Cloud-Computing ist das „www“. Das „www“ ist lediglich die Antwort auf die immer mehr zunehmende Verflechtung.
Mit der neuesten Outsourcing-Technologie, und zwar dem Cloud-Computing, erfuhr die Wirtschaft einen weiteren Internationalisierungsschub. Dies führt vor allem im Steuerrecht zu Besteuerungsproblemen, da sich die Outsourcing- Industrie die letzten Jahre deutlich weiterentwickelt hat und sich das nationale und internationale Steuerrecht im e-Commerce Bereich kaum weiterentwickelt hat. Diesen Zustand nutzen Unternehmen, um sich Wettbewerbsvorteile zu sichern. Einige sprechen sogar von einer digitalen Steueroase.
Wirft man einen Blick ins Gesetz, stellt man fest, dass eine Besteuerung nur dann möglich ist, wenn der Steuerpflichtige entweder unbeschränkt (§ 1 I EStG, § 1 I KStG), erweitert unbeschränkt (§ 1 II EStG), auf Antrag unbeschränkt (§ 1 III , § 1a EStG), beschränkt (§ 1 IV i.V.m. § 49 I EStG, § 2, 8 I 1 KStG i.V.m. § 49 I EStG) erweitert beschränkt (§ 2 bis § 5 AStG) steuerpflichtig ist.
Inländische Steuerpflicht liegt vor, wenn inländische Einkünfte nach § 49 I EStG vorliegen. Von der Art der Einkunft hängt der Inlandsbezug ab. Weil diese Problematik aus internationaler Sicht analysiert wird, ist das OECD-MA von der OECD noch mit ins Boot zu holen. Bei der steuerrechtliche Betrachtung wird vornehmlich auf das OECD-MA-2008 bezug genommen.
Es wird zwischen nationalem und internationalem Steuerrecht unterscheiden. In dieser Arbeit wird hauptsächlich auf das Verhältnis zwischen Deutschland und Drittstaaten mit DBA eingegangen.
Einige OECD-MA Normen sind mit dem EStG nicht identisch. Es kann deshalb sein, dass auf nationaler Ebene ein Besteuerungsanspruch vorliegen könnte, aber auf internationaler Ebene nicht. Dadurch entgehen der dt. Finanzverwaltung Unsummen an Steuereinnahmen.
Inhaltsverzeichnis
INTRODUCTION
A. Cloud-Computing
B. International Taxlaw
C. Obstacles
CLOUD-COMPUTING VS. INTERNATIONAL TAX LAW - A COMPETITION
A. Cloud-Computing
I. Technology
1. History
2. Definition vs. Typologie
3. Server and Network
4. Outsourcing-Models
II. Business
1. General Concept
a. Provider
b. Customer
2. Marketplace and Service
a. Services
3. Businessmodels and Cloud-Models
a. Businessmodels
i. IaaS
ii. PaaS
iii. SaaS
b. Cloud-models
i. Private
ii. Public
iii. Hybrid
4. Payment
B. International Taxing
I. General
1. Structure
2. Responsibility
3. Cause of double taxing
4. Prevention of double Taxing
a. Measures
b. Methods
5. Outbound and Inbound
6. Process
II. Cloud-Computing - Taxing
1. Income qualification conflicts
a. Reason
b. Analysis
i. Possible income
ii. Assessment
1) Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
2) Sonstige Einkünfte
3) Preview
2. Assessment - Commercial unit
a. General
i. National vs. International - Commercial unit definition
ii. Erosion of the German and international commercial unit principle
1) Germany
2) International
3) Deduction
b. Income and Federal Tax
i. Inbound
1) Commercial unit
2) Server - Germany
a) National assessment
i) Requirements
ii) Geschäftseinrichtung oder Anlage
iii) Dauerhaftigkeit der Nutzung
iv) Verfügungsmacht
v) Deduction
b) International assessment
c) Deduction
3) Server - Abroad
a) National assessment
b) International assessment
c) Deduction
4) Deduction
ii. Outbound
c. Purchase Tax
3. Qualification conflicts
a. Causes - Examples
i. International Theorie vs. National Theorie
1) International Theorie
2) National Theorie
3) Deduction
ii. Transparenzprinzip vs. Intransparenzprinzip
iii. Others
b. Problems - Examples
i. White Income
ii. Double-dip-leasing
c. Prevention of Qualification conflicts - Examples
i. Subject-to-tax-Klauseln or Switch-over-Klauseln
ii. Qualifikationsverkettung
iii. Communication
iv. Others
CONCLUSION
A. Cloud-Computing
B. International Taxlaw
C. Obstacles
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die steuerrechtlichen Herausforderungen, die sich aus der rasanten Entwicklung des Cloud-Computings für das internationale Steuerrecht ergeben, mit einem Fokus auf das Besteuerungsverhältnis zwischen Deutschland und Drittstaaten bei Vorliegen eines Doppelbesteuerungsabkommens (DBA).
- Grundlagen und Geschäftsmodelle des Cloud-Computings
- Strukturen des internationalen Steuerrechts und Mechanismen zur Vermeidung von Doppelbesteuerung
- Problematik der Betriebsstättenbegründung durch Serveranlagen
- Qualifikationskonflikte zwischen nationalem und internationalem Steuerrecht
- Steuerrechtliche Einordnung von Cloud-Leistungen und Umsatzsteueraspekte
Auszug aus dem Buch
1. History
Die Outsourcing-Technologie erfuhr eine Weiterentwicklung im Jahr 2000. Mit dem neuen Geschäftsmodell ASP befand sich die IT-Infrastruktur erstmals komplett im Besitz des Providers. Jedoch konnte ASP keinen Hype im Dienstleistungssektor der IT hervorrufen.
Erst im Jahre 2008 kam der sehnsüchtig erwartete Hype im Dienstleistungssektor der IT-Industrie, jedoch mit einem anderen Geschäftskonzept, und zwar dem Cloud-Computing Amazon war weltweit der erste Cloud-Computing Provider. Bis dato war die IT-Technologie nicht reif genug, sodass Unternehmen kaum Interesse gezeigt hatten.
All dies begann mit einer Vision aus den 60er Jahre. Schon damals sehnte man sich nach „[…]einer allgegenwärtigen Verfügbarkeit von IT[…]“. IT sollte wie Wasser und Strom zugänglich sein.
Mit der Einführung des Internets im Jahre 1990 war es nur noch eine Frage der Zeit, bis sich die Vision in Realität umwandeln würde. Bevor es zum Clud Computing Hype ab dem Jahre 2008 kam, gab es Technologien, die dem Cloud Computing ähneln und auf diese Fußt. Cloud-Computing ist somit eher als Geschäftskonzept zu betrachten. Hierunter zählen Grid-Computing, ASP und Utility-Computing. Grid-Computing gab es ab 1998, ASP ab dem Jahre 2000 und Utility-Computing ab dem Jahre 2004.
All diese Technologien schafften den Einzug in der Wirtschaft nicht. Fehlendes Geschäftsmodell, fehlende Nachfrage und die unreife Netzwerktechnik verlangsamten den Siegeszug dieser Technologien.
Mit Cloud-Computing änderte sich die Art und Weise wie Service entwickelt, angeboten, erreicht, aufrechterhalten und bezahlt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
INTRODUCTION: Einführung in die historische Entwicklung des Internets und Cloud-Computings sowie deren Bedeutung für das Steuerrecht.
CLOUD-COMPUTING VS. INTERNATIONAL TAX LAW - A COMPETITION: Analyse der technischen und geschäftlichen Grundlagen des Cloud-Computings und der komplexen steuerrechtlichen Fragestellungen bei grenzüberschreitenden Cloud-Dienstleistungen.
CONCLUSION: Fazit zur Notwendigkeit einer steuerrechtlichen Anpassung an die Entwicklungen des Cloud-Computings und Ausblick auf die bestehenden Hindernisse.
Schlüsselwörter
Cloud-Computing, Internationales Steuerrecht, Betriebsstätte, Doppelbesteuerung, Outsourcing, Server, Steuerpflicht, OECD-MA, Gewerbebetrieb, Einkommenssteuer, Umsatzsteuer, Qualifikationskonflikte, E-Commerce, Steuerplanung, Besteuerung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die steuerrechtlichen Anforderungen und Herausforderungen, die durch Cloud-Computing-Modelle im internationalen Kontext entstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind die technologische Basis des Cloud-Computings, die Strukturen der internationalen Besteuerung, die Begründung von Betriebsstätten sowie die Entstehung und Vermeidung von Qualifikationskonflikten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, zu klären, wie Einnahmen aus Cloud-Computing steuerlich zu qualifizieren sind und ob ausländische Cloud-Provider eine inländische Betriebsstätte begründen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine juristische Analyse auf Basis bestehender Gesetze (EStG, AO), internationaler Abkommen (OECD-MA) und einer Auswertung von Literatur und Rechtsprechung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition von Cloud-Modellen, der steuerlichen Einordnung von Einkünften, der Betriebsstättenproblematik (insb. bei Serverstandorten) sowie mit spezifischen Qualifikationskonflikten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Cloud-Computing, Internationales Steuerrecht, Betriebsstätte, Doppelbesteuerung, Outsourcing und Qualifikationskonflikte charakterisiert.
Welche Rolle spielen Serverstandorte für die steuerliche Betriebsstätte?
Serverstandorte sind entscheidend, da sie nach nationalem Recht und IStR als feste Geschäftseinrichtung für die Begründung einer Betriebsstätte herangezogen werden können, was wiederum die Besteuerungsrechte des Inlands beeinflusst.
Wie unterscheidet sich die "Dreistufentechnik" in der steuerlichen Prüfung?
Die Dreistufentechnik dient dazu, erst nach nationalem Steuerrecht, dann nach internationalem Recht und schließlich nach der tatsächlichen Form der Steuererhebung zu prüfen, ob ein Besteuerungszugriff Deutschlands möglich ist.
Was ist das "Satellitenurteil" in diesem Kontext?
Es dient als Referenzpunkt für die steuerliche Einordnung von Leistungen, bei denen der Erfolg der Leistungserbringung im Vordergrund steht und nicht die bloße Vermietung von Gegenständen.
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- Anonym (Author), 2014, Cloud Computing als Steueroase?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/311485