In dieser Hausarbeit zur Studieneinheit „Forschungsmethoden und Statistik“ soll untersucht werden, ob und inwiefern sich Lob als Verstärker positiv auf Mitarbeiter auswirkt. Im speziellen wird die Auswirkung von Lob auf Krankheitsmeldungen und Vertragsabschlüsse untersucht.
Die Untersuchung bezieht sich auf ein nicht bekanntes Unternehmen. In diesem ist der Sales-Bereich Gegenstand der Untersuchung. In der Vergangenheit haben sich die Beschwerden der Kunden gehäuft. Diese bemängeln die überdurchschnittlich lange Wartezeit in der Servicehotline bis ein freier Berater den Anruf entgegennimmt.
Um einen möglichen Effekt von Lob auf die Krankmeldungen und die Anzahl der Vertragsabschlüsse empirisch aufzuzeigen, wurden eine Test-gruppe und eine Kontrollgruppe festgelegt. Beide Gruppen bestehen aus 16 Mitarbeitern. Die Vorgesetzten der Versuchsgruppe (Bereich Nord (1)/Gruppe B) wurden angehalten ihre Mitarbeiter zu loben, wenn diese die Kundenanrufe zeitnahe entgegennehmen. In der Kontrollgruppe (Bereich Süd (0), Gruppe A) wurden keine Anweisungen an die Vorgesetzten erteilt. Nach Ablauf der festgelegten Testphase, von einem Monat, wurden die aktuelle Anzahl der Vertragsabschlüsse und der Krankmeldungen der Versuchsgruppe (Bereich Nord (1)) mit den Werten von der Kontrollgruppe (Bereich Süd (0)) verglichen. Die Daten wurden ausgewertet und graphisch dargestellt.
Aus den vorliegenden Ergebnissen geht hervor, dass es einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Anwendung von „Lob“ als positiver Verstärker bzw. Belohnung gegenüber Mitarbeitern und den sinkenden Krankmeldungen und der Verteilung der Vertragsabschlüsse gibt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung und Hypothesen
2 Methoden
3 Ergebnisse
4 Diskussionen und Ergebnisse
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht empirisch, ob der gezielte Einsatz von Lob als positiver Verstärker durch Vorgesetzte einen messbaren Einfluss auf die Arbeitsleistung und das Wohlbefinden von Mitarbeitern im Sales-Bereich eines Unternehmens hat.
- Wirkungsweise von Lob als positiver Verstärker im beruflichen Kontext
- Analyse der Auswirkung auf die Anzahl der Vertragsabschlüsse
- Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Anerkennung und Krankmeldungsraten
- Anwendung statistischer Verfahren wie dem Mann-Whitney-U-Test und Chi-Quadrat-Test
- Psychologische Grundlagen der operanten Konditionierung nach Skinner
Auszug aus dem Buch
1 Einführung und Hypothesen
Klassische Konditionierung – Form des Lernens, bei der ein Organismus zwei oder mehr Reize miteinander assoziiert und Ergebnisse vorwegnimmt (vgl. Myers, 2013, S. 292).
Iwan Pawlow war der Überzeugung, dass Verhalten auf Reflexen beruhen kann und prägte die klassische Konditionierung. Am bekanntesten ist der so genannte Pawlowsche Hund. Bei diesen Studien stellte Pawlow fest, dass die Speichelsekretion eines Hundes nicht erst mit dem Fressvorgang beginnt, sondern bereits beim Anblick der Nahrung. (vgl. Richard J. Gerrig, Philip G. Zimbardo, Psychologie, 2008, S. 195). Dies ist vereinfacht mit dem Sprichwort „Da läuft einem das Wasser im Mund zusammen“ zu erklären. Wenn jemand weiß, dass das Essen sehr gut schmecken wird, dann muss er dies nicht erst probieren, alleine der Gedanke an das Essen regt den Appetit und die Vorfreude darauf an.
Der Psychologe John B. Watson nahm die Forschungsergebnisse seines Kollegen Iwan Pawlow als Grundlage zur psychologischen Erforschung der Organismen und wie diese auf Reize ihrer Umwelt reagieren. Seine Aussage „Das Ziel der Theorie ist die Vorhersage und Kontrolle des Verhaltens“ beschreibt seine Forschungsarbeiten (vgl Myers, 2013, S. 292).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung und Hypothesen: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der operanten Konditionierung und die Bedeutung von Lob als Belohnungsmechanismus zur Mitarbeitermotivation.
2 Methoden: Hier wird das Untersuchungsdesign (Between-subjekts-design) sowie die Datenerhebung der beiden Vergleichsgruppen in den Bereichen Nord und Süd dargelegt.
3 Ergebnisse: Dieser Abschnitt präsentiert die statistische Auswertung der Daten mittels deskriptiver Statistik, dem Mann-Whitney-U-Test und dem Chi-Quadrat-Test.
4 Diskussionen und Ergebnisse: Das Kapitel reflektiert die erhobenen Daten kritisch, diskutiert die Validität der Ergebnisse und ordnet die Erkenntnisse in den Kontext weiterführender arbeitspsychologischer Studien ein.
Schlüsselwörter
Lob, positiver Verstärker, Mitarbeitermotivation, operante Konditionierung, Vertragsabschlüsse, Krankmeldungen, Sales-Bereich, Arbeitszufriedenheit, Mann-Whitney-U-Test, Chi-Quadrat-Test, Behaviorismus, Personalmanagement, Leistungssteigerung, Anerkennung, Führungskraft
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht den Einfluss von Lob als positivem Verstärker auf die Leistung und Gesundheit von Mitarbeitern in einem Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die psychologische Verhaltenssteuerung durch Lob, die Auswirkungen auf die Vertriebsleistung (Vertragsabschlüsse) sowie die Reduktion krankheitsbedingter Ausfälle.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es empirisch zu prüfen, ob der Einsatz von Lob durch Vorgesetzte zu einer Steigerung der Vertragsabschlüsse und einer Senkung der Krankmeldungsrate bei Mitarbeitern führt.
Welche wissenschaftliche Methode wird für die Analyse verwendet?
Es werden Methoden der Statistik angewandt, insbesondere deskriptive Analysen, der Mann-Whitney-U-Test für Vertragsabschlüsse und der Chi-Quadrat-Test zur Prüfung der Unabhängigkeit bei Krankmeldungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil erfolgt die Durchführung des Forschungsexperiments, die Datenerhebung in zwei Vergleichsgruppen sowie die rechnerische Auswertung und graphische Darstellung der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Mitarbeitermotivation, Lob als Verstärker, operative Konditionierung und statistische Signifikanz beschreiben.
Warum wurden gerade die Bereiche Nord und Süd für das Experiment gewählt?
Diese beiden Regionalgesellschaften wiesen eine vergleichbare Mitarbeiteranzahl und Umsatzstruktur auf, was eine wissenschaftlich fundierte Vergleichsbasis ermöglichte.
Wie wird in der Arbeit sichergestellt, dass das Lob auch „richtig“ eingesetzt wurde?
Die Führungskräfte wurden instruiert, Lob mündlich, persönlich und nicht vergleichend einzusetzen, um eine tatsächliche Wertschätzung beim Mitarbeiter zu erzeugen.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Repräsentativität?
Die Autorin weist kritisch darauf hin, dass die Studie mit einer Dauer von einem Monat und insgesamt 32 Probanden nicht repräsentativ für die Gesamtpopulation ist.
Welche Rolle spielt die Bedürfnispyramide nach Maslow in dieser Untersuchung?
Sie dient als theoretischer Unterbau, um zu erklären, warum die Anerkennung durch Mitmenschen (Individualbedürfnisse) maßgeblich zum Wohlbefinden und zur Leistungsbereitschaft beiträgt.
- Quote paper
- Julia Klaudy-Janak (Author), 2015, Einsatz von Lob als Verstärker im Unternehmen. Einfluss auf Krankmeldungen und Vertragsabschlüsse, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/310212