Der Anspruch an das körperliche Erscheinungsbild wird immer höher. Um den Schönheitsidealen der Film- und Musikwelt zu entsprechen werden Frauen wie Männer nicht selten krank. Durch diverse Diäten, extreme Fastenkuren oder übertriebene tägliche Sporteinheiten verlieren einige Menschen die Verbindung zu ihrem eigenen Körper. „Körperpraktiken der Diät und des Bodybuilding, der ästhetisch- plastischen Chirurgie und der „body modification“ (Tattooing, Piercing, Scarfications wie Branding oder Cutting), aber auch Technologien und elektronische Medien, die den Körper und seine Sensomotorik in „inaktiver“ Weise einbinden [..], eröffnen ein hochdifferenziertes Feld individueller und sozialer Körperlichkeit“ (Antoni-Komar, 2001). Durch die fast „perfekten“ Körperbilder, die täglich über den Bildschirm flimmern oder in Zeitschriften abgebildet sind, lassen sich viele Frauen und Männer blenden.
Aber wo bleibt der gesundheitliche Aspekt? Was tun diverse Menschen um ihrem Schönheitsideal näher zu kommen, welche Risiken nehmen Sie auf sich? Und genau diese Relation von Körperstilisierung bzw. Körpermodellierung und gesundem Menschenverstand soll in dieser Hausarbeit näher erläutert werden.
Nach einer Definition des Begriffs „Diät“ wird ich zunächst ihre allgemeine, historische Entwicklung dargestellt. Daraus werden im Zusammenhang von Schönheitsidealen und Körpernormen die verschiedenen Techniken zur Körperumformung dargestellt, durch welche die Wandlung der Normalität ersichtlich wird. Mit einem Fazit, in dem nochmals alle wichtigen Kernpunkte zwischen dem gesunden Menschenverstand und der aktuellen Körperlichkeit mit einem Ausblick in die Zukunft dargelegt werden, schließt diese Arbeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition des Begriffs Diät
2.1. Die Geschichte der Diät
2.2. Sinnverschiebung & Kulturverfall der Diät
3. Körperlichkeit
3.1. Schönheitsideal & Körpernormen
3.2. Diät als Körpermodifikation
4. Verschiedene Diätkonzepte und Ausführungen
4.1. Exkurs: Die Minnesota Studie
4.2. Diäten allgemein
4.3. Sport
4.4. Medizin - Chirurgie
4.5. Hormone - Technik
5. Wandlung der Normalität
5.1. Exkurs: Definition Norm & Abweichung
5.2. Normalität & Körper
6. Der gesunde Menschenverstand
6.1. Definition
6.2. Gesunder Menschenverstand & Diätenwahn
7. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen der modernen Körpermodellierung durch diverse Diäten und dem gesunden Menschenverstand. Dabei wird analysiert, wie sich der Begriff „Diät“ historisch gewandelt hat und welche soziologischen sowie gesundheitlichen Auswirkungen der gesellschaftliche Druck zur Erreichung von Schönheitsidealen mit sich bringt.
- Historische Entwicklung und Bedeutungswandel des Diätbegriffs.
- Einfluss von Schönheitsidealen und Körpernormen auf das Individuum.
- Körpermodifikation durch Diäten, Sport und medizinische Eingriffe.
- Psychologische und physiologische Folgen extremer Gewichtsreduktion.
- Rolle des gesunden Menschenverstandes in Bezug auf radikale Diät-Praktiken.
Auszug aus dem Buch
3.1. Schönheitsideal & Körpernormen
Was ist Schönheit eigentlich? Schönheit kann man nicht einfach so definieren, weil sich die Schönheitsideale immer wieder und häufiger ändern. Schön ist etwas in dem Sinne, wenn es den gesellschaftlichen Wertvorstellungen entspricht. Eigentlich könnte man schon fast, aber vorsichtig sagen, dass Schönheit etwas von der Gesellschaft definiertes ist.
In seinem Werk „Die Geschichte der Schönheit“ zeigt Umberto Eco, dass sich Schönheit je nach Zeit und Kultur unterscheidet und auch weiterentwickelt. Sie ist nicht greifbar, aber veränderbar. Er dokumentiert die Geschichte der Schönheit anhand verschiedener Bilder aus der Kunst, weil seiner Meinung nach nur Künstler, Dichter und Schriftsteller „das Schöne“ beschrieben und gemalt oder gezeichnet haben. Sie haben Beispiele an den Menschen getragen, welche Gegenstände, welche Figuren - ob männlich oder weiblich, welche Naturphänomene „schön“ sind. Würde ich jetzt an dieser Stelle, das Buch von Umberto Eco mit all der Entwicklungsgeschichte des Schönen reinkopieren, würden wir sicherlich anhand der Bilder „sehen“, wie sich mit dem Wandel der Zeit auch die Körpernormen ständig bewegen bzw. ändern. (Aber Geschmäcker sind ja auch bekanntlich - und das ist auch gut so - verschieden.)
Es gibt Männer, welche schlanke Frauen begehren, schlanke Frauen wie einst das Topmodel „Twiggy“ (1960) war. Und dann gibt es noch die Männer, die Frauen wie Jennifer Lopez attraktiv finden, wohlgeformt an den „richtigen“ Stellen, die die weiblichen Rundungen extra betonen. Das wiederum zeigt, wie paradox das Verständnis von Schönem ist und trotzdem gibt es die sogenannten Körpernormen, wie Schönheitsnormen. War es in der Steinzeit noch die Venus Willendorf mit ihrer üppigen Figur, die als Idealfrau galt, so gelten heute für die Idealfrau Attribute wie jugendlich, sportlich, schlank. Und da Frauen sowieso als das schönere Geschlecht beschrieben werden: „Die gesellschaftlich-kulturell genormte Gleichsetzung von Schönheit und Weiblichkeit brachte ein ambivalentes Gefühl der Frauen gegenüber ihrem eigenen Aussehen hervor, denn von der Zuweisung der Frauen zum schönen Geschlecht, bis zu der Forderung, dass sie auch schön zu sein haben, ist es noch ein kleiner Schritt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Druck auf das körperliche Erscheinungsbild und führt die zentrale Fragestellung zur Relation zwischen Körperstilisierung und gesundem Menschenverstand ein.
2. Definition des Begriffs Diät: Dieses Kapitel erläutert die historische Entwicklung des Diätbegriffs von der antiken Gesundheitslehre hin zur heutigen modernen Form der Gewichtsreduktion.
3. Körperlichkeit: Hier wird der Körper als soziologisches Konstrukt und Projekt analysiert, wobei der Fokus auf Schönheitsidealen und Diäten als Form der Körpermodifikation liegt.
4. Verschiedene Diätkonzepte und Ausführungen: Das Kapitel stellt diverse Methoden der Gewichtsabnahme vor, von Diät-Programmen über Sport bis hin zu medizinischen Eingriffen und Hormonbehandlungen, und beleuchtet deren Risiken.
5. Wandlung der Normalität: Die Analyse konzentriert sich auf die soziologische Definition von Normen und zeigt auf, wie das Verständnis von Normalität in Bezug auf den menschlichen Körper durch mediale Einflüsse verschoben wird.
6. Der gesunde Menschenverstand: Dieses Kapitel untersucht die Rolle des gesunden Menschenverstandes als Alltagsverstand und dessen mangelnde Eignung, die komplexen Gefahren radikaler Diät-Praktiken kritisch zu reflektieren.
7. Ausblick: Der Ausblick diskutiert, ob der gesunde Menschenverstand in Bezug auf den Diätenwahn versagt und welche zukünftigen politischen oder gesellschaftlichen Entwicklungen zur Normierung möglich wären.
Schlüsselwörter
Diätenwahn, Körperlichkeit, Schönheitsideal, Körpernormen, Diätetik, Körpermodifikation, Soziologie, Normalität, gesunder Menschenverstand, Gewichtsreduktion, Essstörungen, Körperkult, Gesundheit, Medieneinfluss, Selbstwahrnehmung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der gesellschaftlichen Fixierung auf Körperideale und den damit verbundenen riskanten Methoden der Gewichtsreduktion, auch „Diätenwahn“ genannt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die historische Wandlung der Diät, die soziologische Betrachtung des Körpers als Kapital, Schönheitsnormen sowie die kritische Auseinandersetzung mit dem gesunden Menschenverstand.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Relation zwischen Körperstilisierung bzw. Körpermodellierung und dem gesunden Menschenverstand in Bezug auf die gesundheitlichen Risiken moderner Diätpraktiken zu erläutern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse soziologischer und medizinischer Konzepte sowie auf der Auswertung bestehender Studien und Literatur zum Thema Körperlichkeit und Diäten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil deckt die Definition des Diätbegriffs, verschiedene Konzepte zur Körperumformung (Diäten, Sport, Chirurgie, Hormone), die Wandlung von Normalitätsvorstellungen sowie eine ausführliche Analyse des gesunden Menschenverstandes ab.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Diätenwahn, Schönheitsideal, Körpermodifikation, Soziologie, Normalität und gesunder Menschenverstand charakterisieren.
Warum wird die „Minnesota Studie“ in der Arbeit aufgeführt?
Die Studie dient als Exkurs, um die schwerwiegenden psychischen und physiologischen Folgen von massiver Nahrungsrestriktion aufzuzeigen, die auch bei essgestörten Personen auftreten.
Welchen Bezug sieht die Autorin zwischen dem gesunden Menschenverstand und radikalen Diäten?
Die Autorin argumentiert, dass der gesunde Menschenverstand zu kurzfristigem Nutzen (Ergebnisorientierung) neigt und zur Reflexion über komplexe gesundheitliche Gefahren oder wissenschaftliche Zusammenhänge ungeeignet ist.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2009, Diätenwahn. Zum Verhältnis von Körperstilisierung und gesundem Menschenverstand, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/309972