Auf dem Areal des alten Osthafens in Frankfurt am Main befinden sich Flächen, die bereits in ihrer bisherigen Funktion – zuvor als Gewerbeflächen ausgewiesen – in eine neue umgewandelt wurden: Konversionsflächen. Auch aktuell gibt es Planungen für Umnutzungen (Konversion) im Osthafen. Als Konversionsfläche wurde nach dem offiziellen Ende des Kalten Krieges (1991) das ausgediente Militärgelände bezeichnet, für dessen brachliegende oder noch genutzte Fläche eine neue Nutzung zustande kommen soll. Im Laufe der Zeit hat sich die Definition von „Konversionsflächen“ auf die Umwandlung von Brachflächen sowie noch genutzter Flächen – nicht-militärisch genutzter Bereiche – erweitert; wie zum Beispiel Gewerbeflächen. Die Innentwicklung durch Konversionsflächen kommt dem Nachhaltigkeitsgebot im Raumordnungsgesetz nach, was ebenfalls im Baugesetzbuch („Mit Grund und Boden soll sparsam und schonend umgegangen werden (…)“) festgehalten ist (vgl. § 1A II BAUGB; KOCH 2012, S. 12).
Konversionsflächen haben einen großen Nutzen für die Stadt Frankfurt: Bei der Änderung der Nutzung einer Fläche verfügt die Stadt über eine Reihe von Möglichkeiten für eine anderweitige Nutzung dieser (vgl. BEHÖRDE FÜR STADTENTWICKLUNG UND UMWELT 2005, S. 2). Wirtschaftlich aufstrebende Städte, wie Frankfurt am Main, haben keine Schwierigkeit eine Nachnutzungsmöglichkeit zu finden, die sich positiv auf den Standort und ihre Umgebung auswirkt (vgl. KOCH 2012, S. 2). Der positive Effekt kann dadurch verstärkt werden, dass der Osthafen zentrumsnah liegt und die Verkehrsinfrastruktur auf die Bedürfnisse des Osthafens ausgelegt ist (...).
Ein wichtiger Aspekt der vorliegenden Arbeit liegt in der kritischen Auseinandersetzung der Stadtentwicklung des Frankfurter Osthafens.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Osthafen
3 Analyse der Entwicklungsmöglichkeiten durch Konversionsflächen im Osthafen
3.1 Wohnen
3.2 Gewerbe, Industrie und Dienstleistung
4 Bebauung von Konversionsflächen
4.1 Hanauer Landstraße – westlich Launhardtstraße/Osthafenplatz
4.2 Honsellstraße
5 Bewertung und Kritik
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Konversionsflächen als Impulsgeber für die Stadtentwicklung am Beispiel des Osthafens in Frankfurt am Main. Dabei wird analysiert, wie Umnutzungsprozesse dazu beitragen können, Flächen für Wohnen, Gewerbe und Dienstleistungen unter Berücksichtigung von Nachhaltigkeitszielen und wirtschaftlichen Anforderungen neu zu strukturieren und zu bewerten.
- Bedeutung von Konversionsflächen für die Frankfurter Stadtentwicklung
- Struktureller Wandel des Osthafens vom Logistikstandort zum gemischt genutzten Quartier
- Planungsrechtliche Rahmenbedingungen und Zielkonflikte bei der Umnutzung
- Herausforderungen durch Immissionsschutz und räumliche Restriktionen
- Evaluierung der Auswirkungen auf Infrastruktur, Wohnqualität und Wirtschaftsstruktur
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Der Osthafen liegt zum größten Teil im Frankfurter Stadtteil Ostend, welcher sich im Osten der Stadt befindet. Auf dem Areal des alten Osthafens befinden sich Flächen, die bereits in ihrer bisherigen Funktion – zuvor als Gewerbeflächen ausgewiesen – in eine neue umgewandelt wurden: Konversionsflächen. Auch aktuell gibt es Planungen für Umnutzungen (Konversion) im Osthafen. Als Konversionsfläche wurde nach dem offiziellen Ende des Kalten Krieges (1991) das ausgediente Militärgelände bezeichnet, für deren brachliegende oder noch genutzte Fläche eine neue Nutzung zustande kommen soll.
Im Laufe der Zeit hat sich die Definition von „Konversionsflächen“ auf die Umwandlung von Brachflächen sowie noch genutzter Flächen – nicht-militärisch genutzter Bereiche – erweitert; wie zum Beispiel Gewerbeflächen (vgl. BEHÖRDE FÜR STADTENTWICKLUNG UND UMWELT 2005, S. 2). Die Innentwicklung durch Konversionsflächen kommt dem Nachhaltigkeitsgebot im Raumordnungsgesetz nach, was ebenfalls im Baugesetzbuch („Mit Grund und Boden soll sparsam und schonend umgegangen werden (…)“) festgehalten ist (vgl. § 1A II BAUGB; KOCH 2012, S. 12).
Konversionsflächen haben einen großen Nutzen für die Stadt Frankfurt: Bei der Änderung der Nutzung einer Fläche verfügt die Stadt über eine Reihe von Möglichkeiten für eine anderweitige Nutzung dieser (vgl. BEHÖRDE FÜR STADTENTWICKLUNG UND UMWELT 2005, S. 2). Wirtschaftlich aufstrebende Städte, wie Frankfurt am Main, haben keine Schwierigkeit eine Nachnutzungsmöglichkeit zu finden, die sich positiv auf den Standort und ihre Umgebung auswirkt (vgl. KOCH 2012, S. 2). Der positive Effekt kann dadurch verstärkt werden, dass der Osthafen zentrumsnah liegt und die Verkehrsinfrastruktur auf die Bedürfnisse des Osthafens ausgelegt ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert den Begriff der Konversionsflächen, erläutert deren Bedeutung für die Frankfurter Stadtentwicklung und stellt das Nachhaltigkeitsgebot als zentralen planerischen Aspekt dar.
2 Osthafen: Dieses Kapitel beschreibt die historische Entwicklung des Osthafens als logistisches Drehkreuz und analysiert dessen Bedeutung für den Warentransport im Zusammenspiel von Hafen, Schiene und Straße.
3 Analyse der Entwicklungsmöglichkeiten durch Konversionsflächen im Osthafen: Hier wird der städtebauliche Wandel des Ostends und des Osthafens thematisiert, wobei insbesondere die Potenziale und Hemmnisse für eine Mischnutzung aus Wohnen, Gewerbe und Dienstleistung beleuchtet werden.
3.1 Wohnen: Dieser Unterpunkt untersucht die stadtplanerischen Vorgaben und Potenziale für neue Wohngebiete, insbesondere vor dem Hintergrund der Nachfrage nach Bauland und der Umnutzung vorhandener Flächen.
3.2 Gewerbe, Industrie und Dienstleistung: Dieser Abschnitt erörtert die Bedeutung der Stärkung des sekundären und tertiären Sektors und die Herausforderungen, die sich durch den wirtschaftlichen Strukturwandel für den Hafenstandort ergeben.
4 Bebauung von Konversionsflächen: Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den Prozess der baulichen Umsetzung und die Notwendigkeit der Koordination zwischen öffentlichen und privaten Akteuren bei komplexen Projekten.
4.1 Hanauer Landstraße – westlich Launhardtstraße/Osthafenplatz: Der Unterpunkt beleuchtet ein spezifisches Bebauungsplanverfahren, welches darauf abzielt, durch Umnutzung gemischte Quartiere inklusive Wohn- und Büroflächen zu schaffen.
4.2 Honsellstraße: Dieser Abschnitt analysiert das Bebauungsplanverfahren rund um das Honsell-Dreieck und die daraus resultierende Entwicklung eines Wohnquartiers sowie die Rolle von Freizeitflächen wie dem Hafenpark.
5 Bewertung und Kritik: Das Kapitel reflektiert kritisch, ob die aktuelle Strategie der Konversionsflächen im Osthafen langfristig zielführend ist und welche Risiken für die Logistikwirtschaft sowie die soziale Ausgewogenheit bestehen.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Notwendigkeit einer flexiblen, nachhaltigen Planung, die sowohl die wirtschaftlichen Interessen als auch die städtebaulichen Anforderungen in Einklang bringt.
Schlüsselwörter
Konversionsflächen, Osthafen, Stadtentwicklung, Frankfurt am Main, Umnutzung, Wohnbaulandentwicklung, Logistikzentrum, Strukturwandel, Bauleitplanung, Flächennutzungsplan, gewerbliche Entwicklung, Immobilienwirtschaft, Innenentwicklung, Nachhaltigkeit, Infrastruktur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die städtebaulichen Entwicklungen und Umnutzungsprozesse von Konversionsflächen im Frankfurter Osthafen unter Berücksichtigung verschiedener Zielvorgaben für Wohnen, Gewerbe und Logistik.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die städtebauliche Transformation, der wirtschaftliche Strukturwandel, die baurechtlichen Rahmenbedingungen sowie die Abwägung zwischen verschiedenen Nutzungsinteressen am Hafenstandort.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit Konversionsflächen im Osthafen als Motor der Stadtentwicklung fungieren können und mit welchen Herausforderungen oder Zielkonflikten dieser Prozess einhergeht.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche, der Analyse stadtplanerischer Konzepte, Berichte und Bebauungspläne sowie einer kritischen Bewertung aktueller und geplanter Entwicklungsvorhaben.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme des Osthafens, die Analyse von Entwicklungspotenzialen für verschiedene Nutzungsarten, die Darstellung spezifischer Bebauungsprojekte sowie eine kritische Bewertung der Entwicklungsstrategien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den prägenden Schlüsselwörtern zählen Konversionsflächen, Osthafen, Stadtentwicklung, Frankfurt am Main, Strukturwandel, Bauleitplanung und Mischnutzung.
Welche Bedeutung hat das Projekt "Hafen 2000+" für den Standort?
Das Konzept legte 1997 die Grundlage für die Sicherung und Optimierung des Osthafens als regionales Logistikzentrum, indem es die gezielte Umnutzung nicht rentabler Flächen ermöglichte.
Warum ist das Thema "Lärmschutz" bei der Konversion im Osthafen kritisch?
Da Wohngebiete in unmittelbare Nähe zu gewerblich genutzten Hafenflächen rücken, entstehen Konflikte durch Lärmimmissionen, die im Planungsprozess durch bauliche oder konzeptionelle Maßnahmen abgewogen und reduziert werden müssen.
- Arbeit zitieren
- C. Ralfs (Autor:in), 2015, Innerstädtische Konversionsflächen als Motor der Stadtentwicklung. Frankfurt/Main Osthafen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/309769