Der Autor der vorliegenden Arbeit entwirft eine konzise Darstellung der Traditionslinie des Call & Response Prinzips als musikalische Praxis.
Fokussiert wird ein Überblick zur allgegenwärtig in der populären Musik musikalisch angewandten Technik des Call & Response. Dabei soll die Untersuchung bei dem Umstand ansetzen, dass auf dem territorialen Gebiet der heutigen USA drei große verschiedene Kulturkreise – 1) die indigene beziehungsweise indianische; 2) die einst aus Afrika verschleppte und versklavte; und 3) die einst aus Europa ausgesiedelte Bevölkerung – beheimatet sind. Innerhalb dieser Kulturkreise soll die historische Entwicklungslinie der uns heute gegenwärtigen Technik in der Musikpraxis herausgearbeitet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Evolutionärer Vollzug und kulturelle Wirkung der populären Antiphoniepraxis
2.1. Ethnologische Vorbedingung
2.2. Kulturelle Assimilation des musikalischen Prinzips
2.3. Herkunft
2.4. Begriffsbedeutung
3. Fazit
4. Musikbeispiele
5. Anhang
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die historische Entwicklung und die kulturelle Bedeutung der Call & Response Technik in der populären Musik, ausgehend von den drei prägenden Kulturkreisen auf dem Gebiet der heutigen USA.
- Historische Genese der Call & Response Technik
- Ethnologische und kulturelle Hintergründe in Afrika und den USA
- Assimilation afroamerikanischer musikalischer Traditionen in die westliche Popkultur
- Soziologische und kommunikative Aspekte der Antiphonie
- Analyse von Fallbeispielen in der modernen Musikpraxis
Auszug aus dem Buch
2.3. Herkunft
Der geografische Ursprung der Technik des Call & Response ist in Afrika, in der südlichen Sahara verortet. Dort war sie strukturelle Vorrichtung, welche sich über die integrale Beziehung zweier musikalischer Figuren definierte. Innerhalb der jeweiligen Stammeskulturen strukturierte die musikalische die Handlungspraxis des Individuums / der Gemeinschaft in sämtlichen Bereichen des Lebensalltags: „Among the peoples of Africa, music was integrated into daily life, as a group activity, rather than as a performance before a passive audience. Music accompanied all kinds of group work, regulating the pace of work and lessening the monotony. Even individuals working alone often sang about their work. Festivities were accompanied by music and dancing. Derisive singing, even in reference to the king, was accepted as a means of expressing sentiments that were unacceptable as speech. All these aspects of African culture were easily adapted to life in the New World“9. Als charakteristisch kam Musik die Funktion zu, als „Gemütssynchronisator“10 zu fungieren. Das bedeutet, dass sie „eine Gruppe von Individuen auf einer emotionalen, nonverbalen Erfahrungsebene“11 kurzzuschließen vermochte, was laut Ben Sidran „heute in den amerikanischen Ghettos nicht anders“12 sei.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über die Anwendung der Call & Response Technik in der populären Musik und skizziert die kulturellen Einflüsse auf dem Gebiet der USA.
2. Evolutionärer Vollzug und kulturelle Wirkung der populären Antiphoniepraxis: Dieses Kapitel untersucht die ethnologischen Grundlagen, die Assimilation in die christliche Kirchenmusik sowie die afrikanische Herkunft und die begriffliche Definition des Wechselgesangs.
3. Fazit: Die Schlussbetrachtung stellt fest, dass Call & Response als transkulturelles Prinzip weiterhin hochaktuell bleibt und schlägt weitere Forschungsansätze aus soziologischer und psychologischer Sicht vor.
4. Musikbeispiele: Anhand von Titeln wie "(I can't get no) Satisfaction" und "Should I stay or should I go" wird die praktische Anwendung der Technik konkret veranschaulicht.
5. Anhang: Der Anhang bietet eine Übersicht der verwendeten Notenbeispiele sowie ein Literaturverzeichnis.
Schlüsselwörter
Call & Response, Antiphonie, Popmusik, Afroamerikanische Musik, Kulturgeschichte, Oral Culture, Musikethnologie, Rhythmus, Soziologie, Musikpraxis, Globalisierung, Wechselgesang, Musikanalyse, Schwarze Kultur, Musikentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der musikalischen Technik des "Call & Response" und deren Bedeutung in der populären Musik unter Berücksichtigung kultureller Entwicklungslinien in den USA.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die historische Herkunft aus afrikanischen Traditionen, die Assimilation in amerikanische Musikstile sowie die soziokulturelle Funktion als Kommunikations- und Integrationsmittel.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Entwicklungslinie der Antiphoniepraxis nachzuzeichnen und aufzuzeigen, wie dieses Prinzip aus der oralen Kultur heraus in die moderne westliche Popkultur integriert wurde.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine musikwissenschaftliche und kulturtheoretische Analyse, die historische Fakten und soziologische Beobachtungen miteinander verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der ethnologischen Vorbedingung, der kulturellen Assimilation des Prinzips, der Herkunft in der Sahara-Region sowie der begrifflichen Einordnung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Call & Response, Antiphonie, Afroamerikanische Musik, Oral Culture und die Verbindung von Tradition und moderner Popmusik.
Inwiefern hat die Sklaverei die Entwicklung von Call & Response in den USA beeinflusst?
Die Sklaverei fungierte als Katalysator, da die Musik in den Kirchen und auf den Plantagen als Ausdrucksmittel und Identitätsanker diente, um die kulturelle Identität in einer unterdrückten Lebensrealität zu bewahren.
Welche Rolle spielt die "oral culture" im Kontext dieser Arbeit?
Die "oral culture" wird als entscheidendes Fundament betrachtet, da die musikalische Technik des Wechselgesangs maßgeblich dazu beitrug, kulturelles Gedächtnis ohne schriftliche Fixierung an folgende Generationen weiterzugeben.
- Arbeit zitieren
- Oliver Schupke (Autor:in), 2008, Call and Response. Evolutionärer Vollzug und kulturelle Wirkung der populären Antiphoniepraxis, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/309741