Damit ein Unternehmer bzw. die Geschäftsleitung eines Unternehmens Rückschlüsse auf die Rentabilität des Betriebes schließen kann, ist es notwendig Erlöse und damit einhergehende Kosten gegenüber zu stellen um schlussendlich den Gewinn oder das sogenannte Betriebsergebnis zu ermitteln.
Die Kosten- und Leistungsrechnung beschäftigt sich intensiv mit dieser Gegenüberstellung und bildet somit im gesamten Komplex der Betriebswirtschaftslehre eine wichtige Komponente zur Realisierung des obersten Zieles einer jeden marktorientierten Unternehmung: Der Gewinnmaximierung.
Je nach Größe der Unternehmung kann diese Gegenüberstellung unterschiedlich komplex ausfallen, sodass unterschiedliche Kostenstellen, Kostenarten und Kostenträger ihre Berücksichtigung finden.
Bei der Untersuchung dieses komplexen Teilgebietes des Rechnungswesens soll ein fiktiver Handwerksbetrieb sein, bei dessen Unternehmensgegenstand es sich um die Aufstellung von Gerüsten handeln soll.
Dabei soll die Kosten- und Leistungsrechnung zunächst in das betriebliche Rechnungswesen eingeordnet werden. Weiterhin sollen verschiedene Arten der Kostenrechnung gegenüberstellend betrachtet werden.
Anschließend soll erörtert werden, welche Möglichkeiten der Kostenverrechnung bestehen.
Letztendlich sollen diese theoretischen Grundlagen auf ein praktisches Beispiel in Form eines kleinen Handwerksbetriebes übertragen werden um somit eine aussagekräftige Stundensatzkalkulation zu erstellen und diese in eine realistische Angebotskalkulation zu übertragen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2.Einordnung der Kosten- und Leistungsrechnung
2.1. Die Finanzbuchhaltung
2.2. Die Betriebsbuchhaltung
2.3. Die Planungsrechnung
2.4. Die Statistik
3.Unterteilungen der Kostenrechnung
3.1. Arbeitsschritte
3.1.1.Kostenartenrechnung
3.1.2.Kostenstellenrechnung
3.1.3.Kostenträgerrechnung
3.2. Vor- und Nachkalkulation
4.Berücksichtigung in der Buchhaltung
4.1. Der Betriebsabrechnungsbogen
4.2. Berücksichtigung in der EDV
5.Die Stundensatzkalkulation
5.1. Daten zum Beispiel-Betrieb
5.2. Der Arbeitnehmer-Lohn
5.3. Der Unternehmer-Lohn
5.4. Der Stundensatz
5.4.1.Die Lohnkosten
5.4.2.Die Gemeinkosten
5.4.3.Die Arbeitsstunden
5.4.4.Zusammenführung
6.Die Angebotskalkulation
7.Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, die theoretischen Grundlagen der Kosten- und Leistungsrechnung in das betriebliche Rechnungswesen einzuordnen und diese beispielhaft auf einen fiktiven Handwerksbetrieb zu übertragen, um eine fundierte Stundensatzkalkulation zu entwickeln, die als Basis für realistische Angebotskalkulationen dient.
- Grundlagen des betrieblichen Rechnungswesens
- Struktur der Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung
- Methoden der Vorkalkulation und Nachkalkulation
- Einsatz des Betriebsabrechnungsbogens (BAB) und digitaler Buchhaltungssysteme
- Berechnung eines kalkulatorischen Stundensatzes für Handwerksbetriebe
Auszug aus dem Buch
5.1. Daten zum Beispiel-Betrieb
Grundlage für die Stundenkalkulation soll ein kleiner Handwerksbetrieb sein. Unternehmensgegenstand des Betriebes soll eine Zimmerei sein. Es soll angenommen werden, das in dem Betrieb der Unternehmer als Meister arbeitet. Als Angestellte sollen vier Gesellen vorhanden sein. Die Gesellen sollen mit einem fiktiven Stundenlohn von 17,50 € beschäftigt sein und im Monat 170 Stunden arbeiten. Beides ist durch einen amtlichen Tarifvertrag festgelegt. Des Weiteren wird angenommen, dass alle Beteiligten effektiv zu 80 % auf den Baustellen tätig werden. Die übrigen 20 % der Arbeitszeit verbringen die Angestellten mit allgemeinen Arbeiten wie dem Warten der Maschinen und dem Abarbeiten von Bürotätigkeiten.
Da der Unternehmer noch mehr in den organisatorischen Ablauf seines Betriebes eingebunden ist als seine Angestellten, ergibt sich für ihn nur eine produktive Arbeitszeit von 60 %. Die übrigen 40 % resultieren daraus, dass der Unternehmer als Chef des Betriebes wesentlich mehr Zeit mit Bürotätigkeiten (z. B. der Angebotserstellung, der Rechnungsschreibung, dem Mahnwesen, der Erstellung der Finanzbuchhaltung oder dem Tätigen von Überweisungen) verbringen muss als seine Angestellten. Weiterhin ist seine Arbeitszeit nicht durch gesetzliche Regelungen nach oben begrenzt, es kann also durchaus sein, dass er wesentlich länger arbeitet als seine Angestellten. So ist eine monatliche Arbeitszeit von 200 Stunden durchaus realistisch.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Relevanz der Kosten- und Leistungsrechnung für die Gewinnmaximierung und stellt das Ziel der Arbeit vor, theoretische Erkenntnisse auf einen fiktiven Zimmerei-Betrieb anzuwenden.
2.Einordnung der Kosten- und Leistungsrechnung: Das Kapitel differenziert zwischen Finanzbuchhaltung, Betriebsbuchhaltung, Planungsrechnung und Statistik als Bestandteile des betrieblichen Rechnungswesens.
3.Unterteilungen der Kostenrechnung: Es werden die notwendigen Arbeitsschritte wie Kostenarten-, Kostenstellen- und Kostenträgerrechnung sowie die Bedeutung von Vor- und Nachkalkulation detailliert beschrieben.
4.Berücksichtigung in der Buchhaltung: Dieses Kapitel thematisiert den klassischen Betriebsabrechnungsbogen sowie die moderne Implementierung der Kostenrechnung mittels EDV-Systemen.
5.Die Stundensatzkalkulation: Hier wird anhand eines Beispiel-Betriebs detailliert berechnet, wie sich Lohnkosten, Gemeinkosten und Produktivstunden zu einem validen Stundensatz zusammensetzen.
6.Die Angebotskalkulation: Das Kapitel erklärt, wie der berechnete Stundensatz in der Praxis für die Erstellung von Angeboten und Kostenvoranschlägen im Handwerk genutzt wird.
7.Schluss: Zusammenfassend wird die Bedeutung einer präzisen Kalkulation für die Rentabilität und das Erreichen unternehmerischer Ziele unterstrichen.
Schlüsselwörter
Kosten- und Leistungsrechnung, Stundensatzkalkulation, Handwerksbetrieb, Angebotskalkulation, Betriebsergebnis, Gewinnmaximierung, Betriebsabrechnungsbogen, Kostenstellenrechnung, Kostenträgerrechnung, Vorkalkulation, Nachkalkulation, Produktivstunden, Soll-Ist-Vergleich, Zimmerei, Lohnkosten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung der Kosten- und Leistungsrechnung im Handwerk, um eine präzise Stundensatzkalkulation für die Angebotslegung zu erstellen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Einordnung der Kostenrechnung, deren Durchführungsschritte, die EDV-gestützte Umsetzung und die praktische Kalkulation von Arbeitskosten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein theoretisches Fundament zu schaffen und dieses in einer realen, nachvollziehbaren Stundensatzkalkulation für einen Zimmereibetrieb anzuwenden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der theoretischen Herleitung, kombiniert mit einer modellhaften, betriebswirtschaftlichen Fallstudie zur mathematischen Ermittlung betrieblicher Kennzahlen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der Kostenrechnungsinstrumente (BAB, Kalkulationsarten) und die konkrete Berechnung des Stundensatzes für Gesellen und den Unternehmer.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Stundensatzkalkulation, Kosten- und Leistungsrechnung, Angebotskalkulation, Soll-Ist-Vergleich und Gewinnmaximierung.
Warum ist der kalkulatorische Unternehmer-Lohn wichtig?
Da der Unternehmer kein Angestelltenverhältnis zu sich selbst hat, muss sein Arbeitseinsatz dennoch bewertet werden, um eine realistische Kalkulationsgrundlage zu erhalten.
Welche Rolle spielen die Produktivstunden bei der Kalkulation?
Da nicht jede bezahlte Arbeitsstunde direkt beim Kunden erbracht wird, müssen nur die effektiven Produktivstunden für die Verrechnung der Kosten herangezogen werden.
Warum wird im Beispiel keine saisonale Schwankung einbezogen?
Zur Vereinfachung des Modells und der besseren Vergleichbarkeit wird davon ausgegangen, dass das Personal ganzjährig beschäftigt bleibt.
Wie unterscheidet sich die Vorkalkulation von der Nachkalkulation?
Die Vorkalkulation prognostiziert Kosten vor Auftragsbeginn als Soll-Wert, während die Nachkalkulation die tatsächlich entstandenen Kosten erfasst, um einen Soll-Ist-Vergleich zu ermöglichen.
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- B.A. Andreas Bauerfeld (Author), 2011, Die Stundensatzkalkulation als Hauptmethode der Angebotsrechnung im Handwerk, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/309703