In diesem Projektbericht soll der Frage – „Wie wirken sich die Umbaumaßnahmen in der Hanauer Innenstadt auf die Quantität der Passanten und letztlich auf den Einzelhandel aus?“ – nachgegangen werden. Dabei werden zunächst anhand der selbsterhobenen Daten, mit Hilfe von SPSS und Excel, die Meinungen der Passanten und Einzelhändler zur Hanauer Innenstadt, dem Stadtumbau und dem neuen Einkaufszentrum „Forum Hanau“ analysiert und miteinander verglichen.
Weiterhin werden die erhobenen Passantenzählungen in den 1A-Lagen ausgewertet und mit den Daten der Agentur Farbenfroh.Promotion von 2012 zur Frequenzzählung in der Hanauer Innenstadt am 21./22. und 24.03.2012 verglichen, die von der Hanau Marketing GmbH in Auftrag gegeben wurden. Dabei soll darauf geachtet werden, wie und ob sich die 1A-Lagen in der Innenstadt verändert haben und zu einer eventuellen Neubewertung dieser kommen. Zu diesem Zweck werden die Meinungsbilder der Einzelhändler in den verschiedenen Lagen untersucht.
Im Zuge dessen wird im Folgenden die aktuelle Entwicklung des Einzelhandels, das Thema Lagen und die Stadtentwicklung Hanaus mit ihren Zielen erläutert. Die Methodologie gibt Aufschlüsse über die verwendeten quantitativen Methoden und erläutert, wie bei der Datenerhebung vorgegangen wurde. Anschließend folgt die Auswertung der selbsterhobenen Daten, die auch mit denen der CIMA verglichen werden. Am Ende wird ein Fazit gezogen und die Aussichten des Stadtumbaus beurteilt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theorie
2.1 Einzelhandel in Innenstädten
2.2 1A-Lage
2.3 Stadtumbau Hanau
3. Methodologie
3.1 Operationalisierung
3.2 Datenerhebung
3.2.1 Kartierung
3.2.2 Fragebogenkonstruktion
3.2.3 Pretest
3.2.4 Passantenzählung
3.2.5 Rücklaufquote Einzelhändler
3.3 Statistik
3.3.1 Grundgesamtheit
3.3.2 Stichprobe
3.3.3 Repräsentativität
3.3.4 Prüf- und Teststatistik
4. Auswertung
4.1 Repräsentativität der erhobenen Stichprobe
4.2 Meinungsbild Passanten
4.3 Meinungsbild Einzelhändler
4.4 Passantenfrequenzen
4.5 Die 1A-Lagen in Hanau
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Auswirkungen massiver städtebaulicher Umbaumaßnahmen in der Hanauer Innenstadt auf die Passantenfrequenzen und die wirtschaftliche Situation des lokalen Einzelhandels. Im Fokus steht dabei die Forschungsfrage, wie sich diese baulichen Veränderungen auf das Verhalten der Konsumenten und die Attraktivität der 1A-Lagen auswirken.
- Analyse des Einflusses von Baumaßnahmen auf die Passantenströme
- Vergleichende Untersuchung der Meinungsbilder von Passanten und Einzelhändlern
- Evaluation des Stadtumbaus und des neuen Einkaufszentrums „Forum Hanau“
- Überprüfung der 1A-Lagen-Status durch Passantenzählung und Kartierung
- Statistische Auswertung quantitativer Daten mittels Hypothesentests
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Der Einzelhandel befindet sich in einem ständigen Wandel. Er ist geprägt durch Angebot, Nachfrage und räumliche Planung, die zu einer ständigen Veränderung in der Einzelhandelslandschaft führen. Veränderungen auf der Angebotsseite führen zu einem (zyklischen) Wandel der Betriebsformen, die wiederum eine räumliche Umschichtung in der Stadt zur Folge haben. Doch nicht nur die Betriebsformen ändern sich, sondern auch die Organisationsformen. So haben Filialen im Vergleich zu Einzelbetrieben die Chance, aufgrund ihrer Kostenstruktur, bessere Standorte in der Innenstadt zu wählen (vgl. Kulke 2010: 217-231).
Das Zusammenspiel von Betriebsformwandel und Unternehmenskonzentration führt zu einem vermehrten Auftreten von Shopping Centern – wie auch gerade eines in Hanau gebaut wird. Auf der Nachfrageseite kommt es zur Kopplung von Besorgungen, was vor allem Standorte begünstigt, die ein vielfältiges Angebot aufweisen (vgl. Kulke 2010: 217-231). Dadurch steigt der Konkurrenzdruck der Städte untereinander immer weiter an.
Dies gilt auch für die Stadt Hanau. Dort wird „[die] Einzelhandelsentwicklung […] maßgeblich von der Konkurrenzsituation innerhalb Südosthessens sowie der Konkurrenz zum Oberzentrum Frankfurt am Main und zum unterfränkischen Aschaffenburg bestimmt.“ (Gortan & Mahrenholz 2010: 15). Als Reaktion auf die wachsende Konkurrenz im Rhein-Main-Gebiet und die sinkenden Umsätze des Einzelhandels (vgl. Gortan & Mahrenholz 2010: 15) hat Hanau beschlossen die Innenstadt grundlegend zu sanieren und zu modernisieren. Ziel ist dabei durch gesteigerte Attraktivität mehr Passanten und Kunden zu gewinnen. Allerdings ist der Prozess der Umgestaltung noch nicht abgeschlossen, sodass das Stadtbild weiterhin von Baustellen geprägt ist. Es stellt sich daher die Frage: Welchen Einfluss haben die Umbaumaßnahmen auf die Kunden- und Besucherfrequenzen und damit auch auf den Einzelhandel in der Hanauer Innenstadt?
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik des städtischen Einzelhandelswandels ein und leitet aus der konkreten Situation des Stadtumbaus in Hanau die zentrale Forschungsfrage ab.
2. Theorie: Hier werden theoretische Grundlagen zum Einzelhandel, zu 1A-Lagen sowie die spezifischen Rahmenbedingungen des Stadtumbaus in Hanau und die regionale Konkurrenzsituation dargelegt.
3. Methodologie: Dieser Abschnitt beschreibt die quantitative Forschungsmethodik, einschließlich der Operationalisierung, der Datenerhebung durch Kartierung und Befragungen sowie der verwendeten statistischen Testverfahren.
4. Auswertung: In diesem Kapitel werden die erhobenen Daten analysiert, die Repräsentativität der Stichproben geprüft und die Meinungsbilder von Passanten und Einzelhändlern sowie die Passantenfrequenzen ausgewertet.
5. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und bewertet die Auswirkungen des Stadtumbaus auf den Einzelhandel sowie die zukünftige Perspektive der untersuchten Standorte.
Schlüsselwörter
Einzelhandel, Stadtumbau, Hanau, 1A-Lage, Innenstadtentwicklung, Passantenfrequenz, Einzelhandelskonzentration, Forum Hanau, Konsumentenverhalten, Standortattraktivität, Quantitative Forschung, Umbaumaßnahmen, Betriebsformwandel, Kaufkraft, Einzelhändlerbefragung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der laufenden städtebaulichen Umbaumaßnahmen in der Hanauer Innenstadt auf die Passantenfrequenzen und die wirtschaftliche Situation des lokalen Einzelhandels.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die Studie befasst sich mit den Themenbereichen Einzelhandelsentwicklung, städtische Standortpolitik, Konsumentenverhalten im Kontext von Baustellen und die Bedeutung von 1A-Lagen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu beantworten, wie sich die Umbaumaßnahmen in der Hanauer Innenstadt konkret auf die Quantität der Passanten und damit auf den Erfolg des Einzelhandels auswirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden quantitative Forschungsmethoden angewandt, insbesondere Passantenzählungen, eine räumliche Kartierung der Einzelhandelsbetriebe sowie standardisierte Fragebögen für Passanten und Einzelhändler, ausgewertet mittels statistischer Verfahren wie dem Chi-Quadrat-Test.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die detaillierte Beschreibung der methodischen Vorgehensweise sowie eine umfangreiche Auswertung der Daten hinsichtlich Repräsentativität, Meinungsbildern und Frequenzanalysen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Einzelhandel, Stadtumbau, Hanau, 1A-Lage, Passantenfrequenz und Standortattraktivität beschreiben.
Wie bewerten die Passanten den Stadtumbau im Vergleich zu den Einzelhändlern?
Während Passanten den Stadtumbau insgesamt eher positiv sehen und die Zukunftsaussichten, insbesondere im Hinblick auf das neue „Forum Hanau“, befürworten, zeigen sich Einzelhändler skeptischer, da sie kurzfristig mit Umsatzrückgängen und Baustellenbelastungen zu kämpfen haben.
Welche Aussage trifft die Studie zur 1A-Lage der Hammerstraße?
Obwohl zunächst ein massiver Rückgang der Frequenz festzustellen war, revidiert die Studie die Hypothese eines dauerhaften Verlusts des 1A-Lagen-Status, da dieser Einbruch auf temporäre baustellenbedingte Hindernisse zurückzuführen ist.
- Arbeit zitieren
- Luca Hirth (Autor:in), Justyna Krupa (Autor:in), Rebecca Lohner (Autor:in), Francesco Ramón Sales Guerriero (Autor:in), 2015, Auswirkungen von Baumaßnahmen auf den Einzelhandel, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/309191