Bei diesem Text handelt es sich um die Mitschrift aus zwei Vorlesungen zu alt- und neutestamentlichen Geschichte Israels. Ausgehend von einem Versuch, was Israel ist darzustellen, befasst sich die vorliegende Bearbeitung der Mitschrift mit der heutigen und damaligen Aktualisierung geschichtlicher, sowohl literarisch als auch archäologischer Quellen, die den Schlüssel zur folgenden Frage geben sollen: nicht was, sondern WER war Israel?
Inhaltsverzeichnis
Entstehungsgeschichte des Christlichen Glaubens durch Israel
I/ Geschichte Israels: Methodische Fragen und Voraussetzungen
Literarische Quellen
Archäologische Quellen
das Land Palästina als Schauplatz der Geschichte
„Palästina, „Syrien“, „Juda“, „Israel“
Geschichtlicher Überblick
II/ die Vorgeschichte: die Erzelternüberlieferungen
Der Exodus, Ex 1-15
Die Gestalt des Moses
III / Die Sesshaftwerdung semitischer Stämme in Kanaan genannt Israel
A/ Die Landnahme durch Gewalt
IV/ Die Richterzeit: 6 Große und viele, nicht aufgelistete Richter
V/ Die Seevölker, darunter die Philister
VI/ Die Könige
A/ König Saul
B/ König David, so auch nach Stephan Heym1913-2001
C/ König Salomo
VII/ Reichsteilung: Ende der Einheit zwischen Israel und Juda
1/ Verfall des Hofes Davids
2/ Neue Assyrische Zeit
VIII/ Das persische Großreich 539-333a
Politischer Hintergrund
Zusammenfassung
Zur Anfertigung des Alten Testaments bis hin zum Neuen Testament
I/ Synchronismus
II/ Hellenistische Zeit
A/ Makedonische Kriege
B/ Nachfolge Alexanders
C/ Gräzisierung der jüdischen Kultur
D/ Syrische Zeit
E/ Bücher der Makkabäer
F/ Zeit von Qûmran und Aufstand des Judas Makkabäer
III/ Römische Zeit: Königtum nach Hyrkanus und Verwaltung Judas durch die Römer
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit rekonstruiert auf Basis der vorliegenden Mitschriften die Geschichte des antiken Israel unter Berücksichtigung methodischer, historischer und archäologischer Quellen sowie theologischer Einflüsse. Sie untersucht, wie sich die Identität des Volkes Israel in wechselnden politischen Kontexten – von der Sesshaftwerdung bis zur römischen Zeit – entwickelte und wie diese Entwicklungen Eingang in das Alte Testament fanden.
- Methodische Herausforderungen der Geschichtsschreibung Israels
- Die Vorgeschichte und der Exodus als identitätsstiftende Mythen
- Der Wandel der Staatsform und die Rolle des Königtums
- Die Bedeutung von Exil und Fremdherrschaft für die jüdische Identität
- Kulturelle Transformationen während des Hellenismus
Auszug aus dem Buch
Die Gestalt des Moses
Mose als zentrale Figur des Pentateuchs, eng verknüpft mit allen Themen, die die Entstehungszeit Israels betreffen:
- mit dem Aufenthalt in Ägypten und die Wassererfahrung im Auftrag Jahwes
- mit der Gabe des Dekaloges (Ex 19, 23-34, Numeri 10, 12: Wüste Paran)
- mit dem Beginn der Landnahme des gelobten Landes
außerhalb der Bibel = keine sichere Quelle über ihn
tritt er als Idealfigur vor?
Nach dem evangelischen Theologen Martin Noth (1902-1968): der historische Mose als Erinnerung an einen Führer einer nomadischen Bevölkerung aus dem ostjordanischen Nebo Berg
Mose = ägyptischer Name! Mosche = theophor, aber kurze Form
Beispiel von längeren Formen: Tuthmosis, Pthamosis -> wen Ptah erzeugt hat
Kurze Form, also atheophor? wen kein Gott (kein Landesgott) erzeugt hat?
oder weil Ausländer, oder noch Hinweis zur ägyptischen Annahme?
Zusammenfassung der Kapitel
I/ Geschichte Israels: Methodische Fragen und Voraussetzungen: Dieses Kapitel erörtert die Quellenlage zur Geschichte Israels und betont die Notwendigkeit, biblische Texte kritisch als historiographische Interpretation und nicht als reine Geschichtswerke zu lesen.
II/ die Vorgeschichte: die Erzelternüberlieferungen: Es wird die Bedeutung der Familiengeschichten und Sagen für die Entstehung der Identität der israelitischen Sippen sowie deren literarische Stilisierung während der Exilzeit analysiert.
III / Die Sesshaftwerdung semitischer Stämme in Kanaan genannt Israel: Das Kapitel untersucht verschiedene Hypothesen zur Landnahme, von militärischen Feldzügen bis hin zu sozio-ökonomischen Umschichtungsprozessen innerhalb Kanaans.
IV/ Die Richterzeit: 6 Große und viele, nicht aufgelistete Richter: Hier wird die Rolle der charismatischen Helden und die spätere deuteronomistische Schematisierung der Richterzeit als zyklische Heils- und Unheilsgeschichte dargestellt.
V/ Die Seevölker, darunter die Philister: Es wird der Einfluss der Seevölker auf die levantinische Region und deren Rolle als Katalysator für die politische Einigung und Stadtentwicklung der hebräischen Stämme beleuchtet.
VI/ Die Könige: Die Entwicklung des israelitischen Königtums unter Saul, David und Salomo sowie deren theologische Bewertung und die mit ihrer Herrschaft verbundenen internen Spannungen stehen im Fokus.
VII/ Reichsteilung: Ende der Einheit zwischen Israel und Juda: Das Kapitel analysiert die politischen und religiösen Ursachen der Spaltung in Nordreich und Südreich sowie die Auswirkungen der assyrischen Bedrohung.
VIII/ Das persische Großreich 539-333a: Es wird der Einfluss der persischen Herrschaft und Toleranzpolitik auf die jüdische Rückkehr sowie die Konsolidierung des religiösen Lebens nach dem babylonischen Exil beschrieben.
Schlüsselwörter
Israel, Geschichte, Altes Testament, Exil, Identität, Juda, Jahwe, Hellenismus, Landnahme, Priestertum, Monotheismus, Makkabäer, Quellenkritik, Kulturgeschichte, Judaismus
Hufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen Überblick über die Geschichte des antiken Israel, ausgehend von den Mitschriften zweier Vorlesungen aus dem Jahr 2012, und beleuchtet die Entstehung der biblischen Tradition in ihrem jeweiligen geschichtlichen Kontext.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Schwerpunkten zählen die literarische und archäologische Quellenkritik, der Wandel der israelitischen Gesellschaftsformen, die Bedeutung des Exils für die Identitätsbildung sowie der Einfluss von Fremdherrschaften (Assyrer, Perser, Griechen, Römer).
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Entstehungsgeschichte des christlichen Glaubens durch Israel nachzuzeichnen und zu untersuchen, wie historische Ereignisse in den biblischen Texten zu einer religiösen Identität verarbeitet wurden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen historisch-kritischen Ansatz, kombiniert mit soziologischen und archäologischen Erklärungsmodellen, um die biblischen Überlieferungen mit den historischen Gegebenheiten abzugleichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch von der Vorgeschichte über die Richterzeit und das Königtum bis hin zur hellenistischen und römischen Zeit, wobei jedes Kapitel die spezifischen historischen Umstände und theologischen Reflexionen analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Israel, Geschichte, Altes Testament, Exil, Identität und Hellenismus charakterisieren, die das Spannungsfeld zwischen Glaube, Politik und Geschichte abdecken.
Wie bewertet der Autor die Rolle des Mose?
Der Autor ordnet Mose als zentrale Identitätsfigur ein, weist jedoch darauf hin, dass er historisch außerhalb der biblischen Berichte kaum fassbar ist und möglicherweise als literarische Figur in Anlehnung an andere mythische Herrschergestalten fungiert.
Was bedeutet der Titel „Quod scripsi, scripsi“ im Kontext der Arbeit?
Der Titel, ein Zitat aus Johannes 9, 10, verweist auf die Dokumentation der Mitschriften und unterstreicht den Anspruch der Arbeit, die behandelten Inhalte, auch wenn sie kritisch oder historisch umstritten sein mögen, exakt in ihrer Vorlesungsform festzuhalten.
- Arbeit zitieren
- M.A. Arnaud Duminil (Autor:in), 2012, Die Geschichte Israels in Stichpunkten, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/308457