Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich im Bereich der Stadtsprachenforschung mit Dialekten. Dazu betrachtet sie zunächst den Begriff Dialekt genauer und grenzt ihn von der Standardsprache ab.
Die Auseinandersetzung mit Dialekten in dieser Arbeit beruht auf der tatsache, dass Sprache nicht in sich stabil ist, sondern sich permanent verändert. Diese Entwicklung findet vorrangig aufgrund von Sprecherfluktuation statt. Dieses Phänomen wird am Beispiel des Berlinischen betrachtet. Hierbei wird auch auf Code-Switching und Code-Mixing eingegangen.
Inhaltsverzeichnis
1. Dialekt & Standardsprache
1.1 Dialekt
1.2 Standardsprache
2. Berlinisch als Stadtsprache
3. Der Berliner Dialekt heute
4. Code-Switching & Code-Mixing
4.1 Code-Switching
4.2 Code-Switching im Berlinischen
4.3 Code-Mixing
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Dynamik des Berliner Dialekts im Kontext von Sprachwandel und Stadtsprachenforschung. Dabei wird insbesondere analysiert, wie sich die Berliner Varietät unter dem Einfluss historischer Entwicklungen sowie durch Sprachkontaktphänomene wie Code-Switching und Code-Mixing im heutigen Alltag manifestiert.
- Historische Entwicklung des Berlinischen vom Niederdeutschen zur modernen Stadtsprache.
- Die soziolinguistische Verortung und heutige Wahrnehmung des Berliner Dialekts.
- Analyse von Code-Switching-Prozessen als Ausdruck sozialer Anpassung oder Abgrenzung.
- Unterscheidung zwischen Code-Switching und Code-Mixing im Kontext sprachlicher Kompetenz.
Auszug aus dem Buch
4.2 Code- Switching im Berlinischen
Das Berlinische „hangelt“ sich laut den Sprachwissenschaftlern Dittmar und Schlobinski „[...]an einem Dialekt- Standard- Kontinuum entlang, deren Elemente eher unbewusst als bewusst wechseln.“ Laut ihnen kann bei sprachlichen Wechselprozessen „[...]dem Berlinischen als einer stark sozial affizierten Varietät […] ein hohes Bedeutungspotenzial zugeordnet werden, das von Rezipienten auch entsprechend interpretiert wird.“ Es bezieht sich weniger auf das „Was“- von Äußerungen, als mehr auf das „Wie“. Auch in der Dialektik wird daher eine rhetorisch- stilistische Fähigkeit von Sprechern vorausgesetzt. Wie schon in der Begriffsdefinition des Code- Switchings kurz erläutert, geht es auch im Berlinischen beim Sprachwechsel um Anpassung oder Abgrenzung. Wie bereits erwähnt, ist das Berlinische gerade in den westlichen Teilen Berlins bis heute nicht als besonders kompetent und gebildet angesehen. In den östlichen Teilen Berlins sowie im Umland Brandenburg ist es dagegen immer noch sehr stark vertreten. In diesen Teilen in und um Berlin kann der Berliner Dialekt dazu benutzt werden ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu erzeugen, so zum Beispiel in der Schule oder bei Arbeitskollegen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Dialekt & Standardsprache: Dieses Kapitel definiert die theoretischen Grundlagen von Dialekten als diatopische Varietäten und grenzt sie von der überregionalen Standardsprache ab.
2. Berlinisch als Stadtsprache: Hier wird der historische Wandel des Berlinischen von den mittelalterlichen Anfängen über den Einfluss des Niederdeutschen bis hin zur Industrialisierung nachgezeichnet.
3. Der Berliner Dialekt heute: Dieses Kapitel wertet aktuelle Umfragedaten aus und analysiert die heutige Akzeptanz sowie die soziale und regionale Verteilung des Dialekts im Berliner Raum.
4. Code-Switching & Code-Mixing: Dieser Hauptteil widmet sich den sprachlichen Kontaktphänomenen, wobei insbesondere die situative Verwendung des Berlinischen und die Abgrenzung zum Code-Mixing erläutert werden.
Schlüsselwörter
Berlinisch, Stadtsprache, Dialekt, Standardsprache, Sprachwandel, Code-Switching, Code-Mixing, Sprachkontakt, Soziolinguistik, Dialekt-Standard-Kontinuum, Sprachvarietät, Berlin, Sprachgeschichte, Kommunikation, Identität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Untersuchung des Berliner Dialekts und seiner Rolle als dynamische Stadtsprache innerhalb von Sprachwandelprozessen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der Berliner Mundart, ihre heutige soziolinguistische Bedeutung sowie die Analyse von Code-Switching-Phänomenen im Berliner Sprachgebrauch.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Berlinische trotz des Drucks durch die Standardsprache als lebendige Varietät fortbesteht und durch den Wechsel zwischen verschiedenen Sprachebenen soziale Funktionen erfüllt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung linguistischer Konzepte sowie der Auswertung empirischer Daten, insbesondere einer Forsa-Umfrage zur aktuellen Verbreitung des Dialekts.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Genese der Berliner Sprache, die gegenwärtige soziologische Wahrnehmung des Dialekts und eine detaillierte Analyse von Code-Switching und Code-Mixing.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind die Begriffe Berlinisch, Stadtsprache, Sprachwandel, Code-Switching und Soziolinguistik.
Wie unterscheidet sich laut dem Text das Berliner Code-Switching von Code-Mixing?
Code-Switching im Berlinischen wird als pragmatisch motivierter Wechsel innerhalb eines Dialekt-Standard-Kontinuums beschrieben, während Code-Mixing eher auf einen allgemeinen Kompetenzmangel des Sprechers bei der Vermischung verschiedener Sprachsysteme zurückzuführen ist.
Welche Bedeutung hat das "Wie" der Äußerung gegenüber dem "Was" im Berliner Dialekt?
Im Kontext des Berlinischen dient die Wahl der Varietät oft als Ausdruck sozialer Positionierung, Identität oder emotionaler Dimension, wodurch die Art und Weise der Formulierung eine stärkere soziale Signalwirkung entfaltet als der reine Inhalt.
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- Anonym (Author), 2015, Das Problem der Stabilität. Sprecherfluktuation und Sprachwandel im Berlinischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/307116