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Kafkas "Vor dem Gesetz". Eine Einführung in die literarische Hermeneutik

Title: Kafkas "Vor dem Gesetz". Eine Einführung in die literarische Hermeneutik

Presentation (Elaboration) , 2008 , 13 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Alexander Bauerkämper (Author)

Didactics for the subject German - History of Literature, Eras

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Summary Excerpt Details

Bei dieser Arbeit handelt es sich um eine umfassendere Ausarbeitung eines gleich betitelten Referates, welches ich am 8. Mai 2008, vor meinen Kommilitonen und meinem Dozenten Herrn Dr. Feger, im Seminar „Einführung in die Textanalyse“ vortrug. Sie hat also, wenn sie auch in Umfang und Vorgehensweise einer Seminararbeit gleicht, nicht den Anspruch eine solche zu sein. Im Aufbau dieser Ausarbeitung werde ich der Gliederung meines Referates folgen, wobei ich die behandelten Gegenstände in ausführlicherer Form beschreiben werde. Es soll aber darauf hingewiesen sein, dass es sich hierbei trotzdem nur um eine Einführung in die Thematik handeln kann.
Aufgrund der beträchtlichen Zahl an unterschiedlichen Bedeutungen, mit welchen die Begriffe „Hermeneutik“ und „hermeneutisch“ je nach Disziplin belegt sind, habe ich versucht mich auf die besonders für die Neuere deutsche Literaturwissenschaft relevanten Modelle zu beschränken. Dabei soll die Hermeneutik vorrangig als Lehre des Verstehens und Auslegens von mündlicher Rede und schriftlichem Text behandelt werden. Die ontologische Hermeneutik, die sich philosophisch mit dem Prinzip des Verstehens an sich befasst, kann und soll dabei nicht umgangen, jedoch auch nicht in ihrer ganzen Tiefe einbezogen werden.
Zunächst werde ich also einen Einblick in die Ursprünge und Entwicklung dieser Kunst des Verstehens eröffnen, um dann im Anschluss eine beispielhaft hermeneutisch vorgehende Analyse von Franz Kafkas "Vor dem Gesetz", durchzuführen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Einführung in die Hermeneutik

2.1 Antikes Textverständnis und mittelalterliche Bibelexegese: Vorformen einer Auslegungsmethode literarischer Texte

2.2 Die Hermeneutik der Moderne

2.3 Modelle der Hermeneutik bei Hans-Georg Gadamer

2.4 Brüche und Grenzen der Hermeneutik

3 Eine hermeneutische Modellanalyse

3.1 Kafkas „Vor dem Gesetz“

3.2 Die „Türhüter-Parabel“ im Kontext des Proceß

4 Schlussbemerkung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit widmet sich der Einführung in die literarische Hermeneutik, indem sie deren theoretische Grundlagen von der Antike bis in die Gegenwart skizziert und diese an Franz Kafkas Erzählung „Vor dem Gesetz“ praktisch erprobt. Dabei wird untersucht, wie hermeneutische Methoden zur Texterschließung beitragen und wo ihre erkenntnistheoretischen Grenzen liegen.

  • Ursprünge und historische Entwicklung der Hermeneutik
  • Differenzierung zwischen grammatischer und allegorischer Auslegung
  • Modelle des Verstehens bei Schleiermacher, Dilthey, Heidegger und Gadamer
  • Analyse von Kafkas „Vor dem Gesetz“ als hermeneutische Modellstudie
  • Reflektion über die Grenzen der Interpretationskunst bei mehrdeutigen Texten

Auszug aus dem Buch

3.1 Kafkas „Vor dem Gesetz“

In Franz Kafkas Vor dem Gesetz kommt „ein Mann vom Lande“ vor das Gesetz, zu welchem er bei einem Türhüter um Einlass bittet. Der Türhüter verwehrt ihm den Eintritt und sagt, er dürfe „jetzt“ noch nicht eintreten, erst „später“ werde es möglich sein. Daraufhin wartet der Mann vom Lande bis ans Ende seines Lebens am Tor zum Gesetz ohne Einlass zu bekommen.

Das Gesetz wird hier mit einem Gebäude verglichen, in welchem der Mann vom Lande offenbar „Geborgenheit oder Erfüllung“ (WITTE 1993: 95) zu finden hofft. Kafka entwirft ein doppeltes Paradox, welches darin besteht,

daß, obwohl der Türhüter dem Mann den Eintritt verwehrt, „das Tor zum Gesetz offensteht wie immer“, und daß, obwohl das Tor offensteht und der Türhüter beiseite tritt“, wie ausdrücklich gesagt wird, der Mann nicht hineingeht. (WITTE 1993: 96)

In den ersten Sätzen wird eine Rollenverteilung durchgeführt, die zu Beginn nicht unveränderlich festgestanden hat: Dem Türhüter werden weiter keine Attribute der Macht zugesprochen, der Mann jedoch „bückt sich [...], um durch das Tor in das Innere zu sehen“ anstatt am Türhüter vorbei hineinzugehen. Durch diese unterwürfige Geste wird der Türhüter in eine Position über der des Mannes gehoben, die es ihm erlaubt, seine Macht zu betonen. Der Leser – und der Mann vom Lande – werden über seine tatsächliche Macht jedoch nicht aufgeklärt. Seine Behauptung, im Inneren des Gesetzes seien Türhüter postiert, deren Anblick noch nicht einmal er ertragen könne, setzen voraus, dass er selbst noch nicht im Inneren war, oder, dass er lügt. In jedem Falle ist seine Macht anzuzweifeln, was der Mann jedoch nicht bemerkt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Der Verfasser erläutert den Entstehungskontext der Arbeit als erweiterte Ausarbeitung eines Referates und definiert das Ziel, eine einführende Übersicht zur Hermeneutik sowie eine beispielhafte Textanalyse zu liefern.

2 Einführung in die Hermeneutik: Dieses Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der Hermeneutik von der antiken Bibelexegese über Schleiermachers psychologische Interpretation bis hin zu Gadamers Horizontverschmelzung nach.

2.1 Antikes Textverständnis und mittelalterliche Bibelexegese: Vorformen einer Auslegungsmethode literarischer Texte: Es wird die Unterscheidung zwischen wörtlichem Sinn (sensus litteralis) und allegorischem Sinn (sensus allegoricus) sowie Luthers radikaler Bruch mit der kirchlichen Deutungshoheit behandelt.

2.2 Die Hermeneutik der Moderne: Hier werden Friedrich Schlegels Konzept des unendlichen Gesprächs sowie die Ansätze von Schleiermacher und Dilthey hinsichtlich der psychologischen und historischen Dimension des Verstehens diskutiert.

2.3 Modelle der Hermeneutik bei Hans-Georg Gadamer: Der Fokus liegt auf Gadamers Erweiterung des hermeneutischen Zirkels durch den Begriff der Horizontverschmelzung, die den Interpreten produktiv in den Verstehensprozess einbezieht.

2.4 Brüche und Grenzen der Hermeneutik: Der Autor thematisiert die Kritik an der hermeneutischen Objektivität und führt das Konzept der hermeneutischen Spirale als Alternative zum Zirkel ein.

3 Eine hermeneutische Modellanalyse: Unter dem Aspekt der notwendigen Geschlossenheit von Texten wird die Eignung von Kafkas „Vor dem Gesetz“ für eine hermeneutische Untersuchung begründet.

3.1 Kafkas „Vor dem Gesetz“: Eine detaillierte Textanalyse der Parabel, die das Scheitern des Mannes vom Lande als Folge mangelnder Selbstreflexion und falscher Autoritätsgläubigkeit interpretiert.

3.2 Die „Türhüter-Parabel“ im Kontext des Proceß: Dieser Abschnitt betrachtet die Erzählung in ihrem größeren Zusammenhang als Binnenerzählung innerhalb von Kafkas Roman.

4 Schlussbemerkung: Ein abschließender Blick auf die anhaltende Aktualität Kafkas und die produktive Faszination, die durch das Unabgeschlossene seiner Texte entsteht.

Schlüsselwörter

Hermeneutik, Textanalyse, Franz Kafka, Vor dem Gesetz, hermeneutischer Zirkel, Horizontverschmelzung, Interpretation, Auslegung, Bibelexegese, Friedrich Schleiermacher, Hans-Georg Gadamer, literarische Hermeneutik, Verstehen, Proceß, Philosophie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine Einführung in die Geschichte und Methodik der Hermeneutik und verknüpft diese theoretische Basis mit einer konkreten exemplarischen Analyse eines literarischen Textes.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die zentralen Themen umfassen die historische Evolution der Hermeneutik, die Bedeutung von Textinterpretation, das Verhältnis von Teil und Ganzem sowie die Anwendung dieser Modelle auf Kafkas Werk.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, dem Leser ein grundlegendes Verständnis für die Kunst des Verstehens und Auslegens zu vermitteln und die Leistungsfähigkeit sowie Grenzen hermeneutischer Ansätze aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der hermeneutischen Modellanalyse, wobei klassische theoretische Modelle der Geisteswissenschaften auf einen modernen literarischen Text angewendet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Darstellung der Hermeneutikgeschichte (von der Antike bis Gadamer) und eine darauf aufbauende textimmanente Analyse der Erzählung „Vor dem Gesetz“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Hermeneutik, Verstehen, Interpretation, Horizontverschmelzung und die spezifische Kafka-Analyse charakterisiert.

Warum wird gerade Kafkas „Vor dem Gesetz“ für die Analyse gewählt?

Aufgrund der Selbstständigkeit und Geschlossenheit des Textes eignet er sich hervorragend, um sowohl die Möglichkeiten als auch die Grenzen der hermeneutischen Interpretation aufzuzeigen.

Wie deutet der Autor das Verhalten des Mannes vom Lande?

Der Autor interpretiert das Warten des Mannes als ein Scheitern an einer vermeintlichen Autorität, wobei der Protagonist sein eigentliches Ziel, das Gesetz, aus den Augen verliert.

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Details

Title
Kafkas "Vor dem Gesetz". Eine Einführung in die literarische Hermeneutik
College
Free University of Berlin  (Institut für Deutsche und Niederländische Philologie)
Course
Einführung in die Textanalyse
Grade
2,0
Author
Alexander Bauerkämper (Author)
Publication Year
2008
Pages
13
Catalog Number
V306695
ISBN (eBook)
9783668053816
ISBN (Book)
9783668053823
Language
German
Tags
Textanalyse Einführung Hermeneutik Interpretation Interpretationsansätze Verstehen Auslegen Auslegung Kafka Vor dem Gesetz Franz Kafka Analyse Hans-Georg Gadamer Bibelexegese Exegese Türhüterparabel Der Prozeß
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Alexander Bauerkämper (Author), 2008, Kafkas "Vor dem Gesetz". Eine Einführung in die literarische Hermeneutik, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/306695
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