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Koloniale Stereotypen und Vorurteile bei deutschsprachigen Entwicklungshelfern und den Entsendeorganisationen in Afrika

Titel: Koloniale Stereotypen und Vorurteile bei deutschsprachigen Entwicklungshelfern und den Entsendeorganisationen in Afrika

Hausarbeit , 2015 , 23 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Christian Neumann (Autor:in)

Kulturwissenschaften - Allgemeines und Begriffe

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit folgender Forschungsfrage:
Finden sich auch heute noch koloniale Bilder, Stereotype oder Vorurteile über Afrika und die Afrikaner bei den Experten der EZ und in den Programmen der Entwicklungsorganisationen?
Mit Sicherheit, mag man sagen. Es existiert eine zum Geschäft verkommene Entwicklungspolitik, die im Bund mit „lokalen Eliten“ Geld verschiebt, ohne sich um die wirklich Bedürftigen zu kümmern. Sie deuten auch schon darauf hin, wie eng die Frage nach Denkmustern der Entwicklungshelfer mit den Organisationen und deren Programmen verbunden ist. Entwicklungshelfer bringen (möglicherweise) nicht nur Vorurteile von „zu Hause“ mit, sondern werden auch von ihren Arbeitsplätzen in Organisationen geprägt, deren Aufgabe „Entwicklungshilfe“ selbst eine Geschichte hat, die im
Kolonialismus begann. Sie sollen deshalb in dieser Arbeit auch berücksichtigt werden.

Der erste Teil der Arbeit geht kurz auf den ideengeschichtlichen Hintergrund des Entwicklungsbegriffs ein, sowie auf die praktischen Umsetzungen von Entwicklungshilfe während der Kolonialzeit und nach der Unabhängigkeit seit den 1960er Jahren bis 2000. Im Fokus des zweiten Teils stehen Aussagen eines Mitarbeiters der Kolonialverwaltung in der früheren Kolonie Deutschostafrika und von Experten der Entwicklungszusammenarbeit, die heute in Afrika arbeiten. Dafür werden sogenannte „Ego-Dokumente“ verwendet, Tagebücher, Briefe, Interviews, Tätigkeitsberichte. Der dritte Teil beschäftigt sich mit der Programmatik der deutschen Entwicklungshilfe hinsichtlich möglicher Parallelen zu kolonialen Traditionen. Räumlich ist die Arbeit im Wesentlichen auf Tansania beschränkt, personell auf deutschsprachiges Personal. Die Arbeit möchte mit Hilfe von einzelnen, sicherlich nicht repräsentativen Beispielen die Richtung zeigen, in die sich die Entwicklungsorganisationen entwickeln sollten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklung und Entwicklungshilfe

2.1.Fortschritt und Entwicklung, Idee und Realisierung im 19. Jhdt.

2.2. Entstehung des Entwicklungshilfegedankens

2.3. Entwicklung und Entwicklungshilfe im nachkolonialen Staat

3. Experten und Entwicklungshelfer

3.1. Was heißt „koloniales Denken“?

3.2. Ein Kolonialoffizier um 1900

3.3. Aussagen heutiger Entwicklungshelfer

4. Programmatik der deutschen Entwicklungshilfe

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Forschungsfrage, ob und in welcher Form koloniale Bilder, Stereotype und Vorurteile über Afrika und seine Bewohner weiterhin in der heutigen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) sowie in den Programmen von Entwicklungsorganisationen existieren. Ziel ist es, die Kontinuitäten zwischen kolonialen Traditionen und modernen Entwicklungskonzepten durch die Analyse von Ego-Dokumenten und Interviews aufzuzeigen.

  • Historische Herleitung des Entwicklungsbegriffs und der Entwicklungshilfe.
  • Analyse kolonialer Denkmuster anhand historischer Ego-Dokumente.
  • Untersuchung von Aussagen zeitgenössischer Entwicklungshelfer.
  • Kritische Reflexion der Programmatik deutscher Entwicklungshilfe.
  • Identifikation von Machtstrukturen und institutionellen Zwängen in der EZ.

Auszug aus dem Buch

3.1. Was heißt „koloniales Denken“?

Um herauszufinden, ob und wenn ja, welche ‚Reste‘ kolonialer Denkfiguren in der heutigen Entwicklungshilfe, bzw. Entwicklungszusammenarbeit und ihrer Agenten in Afrika bestehen, ist es sinnvoll erst einmal zu klären, was darunter verstanden werden soll. Osterhammel spricht von drei Grundelementen kolonialen Denkens:

„(1) Die Idee der unversöhnlichen Fremdheit, (2) der Glaube an die höheren Weihen der Kolonisation und (3) die Utopie der reinigenden Verwaltung.“

Für den hier interessierenden Bereich bedeutet die Vorstellung von unversöhnlicher Fremdheit (1), dass Unterentwicklung ihre Ursache auch in der andersartigen Natur der Afrikaner, z.B. ihrer Unfähigkeit den Anforderungen einer technisch-rationalen Zivilisation, wie der europäischen, zu genügen. Die biologische Begründung für diese Gedanken ist der Rassismus, der in Reinform in der heutigen Entwicklungshilfe wahrscheinlich nur noch selten zu finden ist. Dagegen ist die Vorstellung eines je spezifischen ‚Volkscharakters‘ auch dort weiterhin verbreitet. Daraus resultieren bekannte Verallgemeinerungen über ‚die Afrikaner‘ wie z.B. Unorganisiertheit, Faulheit, Egoismus, Familienorientierung, Kreativität, Verspieltheit, Unzuverlässigkeit, Feierfreude, usw.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, ob koloniale Denkmuster trotz inhaltlicher Umbenennungen der Entwicklungspolitik weiterhin die Arbeit von Experten und Organisationen prägen.

2. Entwicklung und Entwicklungshilfe: Dieses Kapitel behandelt den ideengeschichtlichen Hintergrund des Fortschrittsbegriffs seit dem 19. Jahrhundert sowie die Entstehung und Transformation des Entwicklungshilfegedankens von der Kolonialzeit bis in den nachkolonialen Staat.

3. Experten und Entwicklungshelfer: Hier wird die Definition kolonialen Denkens analysiert und durch historische sowie zeitgenössische Beispiele verdeutlicht, um Kontinuitäten in der Einstellung von Entwicklungshelfern aufzuzeigen.

4. Programmatik der deutschen Entwicklungshilfe: Das Kapitel untersucht, wie sich deutsche Entwicklungspolitik seit 1949 unter dem Einfluss der Modernisierungstheorie entwickelt hat und welche kolonialen Traditionen in den Programmen fortbestehen.

5. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass Entwicklungshelfer zwar oft reflektiert handeln, die strukturellen Rahmenbedingungen der Organisationen jedoch die koloniale Tradition der Wissensasymmetrie zwischen Gebern und Empfängern stützen.

Schlüsselwörter

Kolonialismus, Entwicklungshilfe, Entwicklungszusammenarbeit, koloniales Denken, Stereotype, Afrika, Tansania, Modernisierungstheorie, Ego-Dokumente, Entwicklungshelfer, institutionelle Macht, Wissensasymmetrie, Hilfe zur Selbsthilfe, Projektarbeit, Kontinuität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht die Persistenz kolonialer Denkstrukturen, Stereotype und Vorurteile gegenüber Afrika und dessen Bewohnern in der modernen Entwicklungszusammenarbeit.

Welche Themenfelder werden vorrangig behandelt?

Schwerpunkte sind die Ideengeschichte der Entwicklungshilfe, die Analyse von Ego-Dokumenten (wie Tagebüchern und Interviews) sowie die kritische Betrachtung der institutionellen Programmatik deutscher Entwicklungsorganisationen.

Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?

Die Forschungsfrage lautet: Finden sich auch heute noch koloniale Bilder, Stereotype und Vorurteile über Afrika bei den Experten der Entwicklungszusammenarbeit und in den Programmen der Entwicklungsorganisationen?

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Autorin nutzt eine qualitative Analyse von Ego-Dokumenten, darunter Tagebuchaufzeichnungen kolonialer Beamter und Interviews mit zeitgenössischen Entwicklungshelfern, um Denkmuster zu identifizieren.

Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung des Entwicklungsbegriffs, eine psychologische Betrachtung kolonialer Denkmuster anhand von Einzelschicksalen und eine institutionelle Kritik der Projektarbeit.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Wichtige Begriffe sind unter anderem kolonialer Diskurs, Entwicklungszusammenarbeit, institutionelle Kontinuität, Eurozentrismus und Wissensasymmetrie.

Inwiefern beeinflussen Organisationen die Denkweise ihrer Mitarbeiter?

Das Dokument zeigt auf, dass Organisationen durch Zwänge wie den Mittelabfluss, Zeitdruck und interne Programmvorgaben die Entwicklungshelfer in Rollen zwingen, die eine tatsächliche partnerschaftliche Zusammenarbeit oft erschweren.

Warum wird Tansania als räumlicher Fokus gewählt?

Tansania dient als Fallbeispiel, da es eine spezifische deutsche Kolonialgeschichte aufweist und sich die Kontinuitäten kolonialer Strukturen dort anhand von historischen Dokumenten und heutigen Hilfsprojekten besonders gut nachzeichnen lassen.

Wie bewertet die Autorin das Verhältnis zwischen Helfer und Bedürftigem?

Die Arbeit identifiziert eine „immanente Asymmetrie“: Der Helfer agiert als Wissender und Erzieher, während der Empfänger als Zögling in einem Abhängigkeitsverhältnis bleibt, was trotz der Umbenennung in ‚Entwicklungszusammenarbeit‘ bestehen bleibt.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Koloniale Stereotypen und Vorurteile bei deutschsprachigen Entwicklungshelfern und den Entsendeorganisationen in Afrika
Hochschule
FernUniversität Hagen  (Historisches Institut)
Note
2,0
Autor
Christian Neumann (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2015
Seiten
23
Katalognummer
V306673
ISBN (eBook)
9783668050112
ISBN (Buch)
9783668050129
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklungshilfe Entwicklungshelfer Tansania Kolonialismus Ostafrika koloniale stereotypen Hilfe zur selbsthilfe Entwicklungstheorien Stereotype Vorurteile
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christian Neumann (Autor:in), 2015, Koloniale Stereotypen und Vorurteile bei deutschsprachigen Entwicklungshelfern und den Entsendeorganisationen in Afrika, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/306673
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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