Diese Hausarbeit richtet ihren Fokus auf das 4C/ID-Modell nach Jeroen J. G. van Merriënboer und zeigt einen Schulungsentwurf (Blueprint) für einen Bildungswissenschaftler auf, der zur Aufgabe hat, Lehrende an einer FernUniversität in der Zielkompetenz „Einen Videochat zu einem Studienbrief durchführen“ zu schulen. Methodisch kann dieses Vorgehen ebenfalls auf andere Zielkompetenzen übertragen werden. Somit ist diese Arbeit als exemplarisches Beispiel zu verstehen. Da Lernkontexte jederzeit und an jedem Ort herstellbar sind, verschwindet der traditionelle Lernraum „Hörsaal“ (an einer Hochschule) aus dem Zentrum der Betrachtung eines Bildungswissenschaftlers in der Gegenwart. Die Web-Arena – und somit auch der Videochat – wird dadurch umso mehr zu einem relevanten Lernort bzw. -mittel.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Zielsetzung
1.2 4C/ID-Modell
1.3 Szenario
1.4 Überblick
2. Theoretischer Exkurs
2.1 Pfadabhängigkeit
2.2 Unterschied zwischen Didaktik und Instruktionsdesign
2.3 Bezugstheorie des 4C/ID-Modells
3. Hierarchische Kompetenzanalyse
3.1 Hierarchiefunktion
3.2 Hierarchieerstellung
3.3 (Non-)Rekurrente Fertigkeiten
4. Bildung von Aufgabenklassen
4.1 Funktion
4.2 Vereinfachende Annahmen und Aufgabenklassen
5. Entwicklung von Lernaufgaben
5.1 Lernaufgaben
5.2 Variabilität
5.3 Mediale Umsetzung
6. Prozedurale und unterstützende Informationen
6.1 Unterstützende Information
6.2 Prozedurale Information
7. Part-task practice
8. Didaktische Szenarien
8.1 Diskussion zur Umsetzung bzgl. „Fallmethode“ und „Famulatur“
8.2 Fidelity
9. Fazit
9.1 Verortung im ADDIE-Phasenmodell
9.2 Stärken-Schwächen-Abschätzung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit zielt darauf ab, mittels des 4C/ID-Modells einen strukturierten Schulungsentwurf zu entwickeln, der Lehrende an einer Fernuniversität in der komplexen Kompetenz schult, einen Videochat zu einem Studienbrief professionell durchzuführen. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie theoretische Prinzipien des Instruktionsdesigns in ein konkretes, praxistaugliches Trainingskonzept überführt werden können.
- Anwendung des 4C/ID-Modells auf ein konkretes Qualifizierungsszenario.
- Erstellung einer detaillierten hierarchischen Kompetenzanalyse.
- Differenzierung und Gestaltung von Aufgabenklassen sowie Lernaufgaben.
- Integration prozeduraler und unterstützender Informationen.
- Diskussion didaktischer Szenarien und deren Realitätsnähe (Fidelity).
Auszug aus dem Buch
1.1 Zielsetzung
Diese Hausarbeit richtet ihren Fokus auf das 4C/ID-Modell nach Jeroen J. G. van Merriënboer und zeigt einen Schulungsentwurf (Blueprint) für einen Bildungswissenschaftler auf, der zur Aufgabe hat, Lehrende an einer FernUniversität in der Zielkompetenz „Einen Videochat zu einem Studienbrief durchführen“ zu schulen. Methodisch kann dieses Vorgehen ebenfalls auf andere Zielkompetenzen übertragen werden. Somit ist diese Arbeit als exemplarisches Beispiel zu verstehen. Da Lernkontexte jederzeit und an jedem Ort herstellbar sind, verschwindet der traditionelle Lernraum „Hörsaal“ (an einer Hochschule) aus dem Zentrum der Betrachtung eines Bildungswissenschaftlers in der Gegenwart (Grünberger, 2014, S. 95). Die Web-Arena – und somit auch der Videochat – wird dadurch umso mehr zu einem relevanten Lernort bzw. -mittel. Vom Lehrenden werden dabei – wie in Abbildung 1 ersichtlich – u. a. Animationen, Wikis und Simulationen eingesetzt (Ranner & Stroß, 2014, S 524).
Folglich unterliegen Lehrende einem erheblichen Mehraufwand durch das zusätzliche Lehren im virtuellen Raum, da sie hier mit neuen Herausforderungen – wie immer kürzere Anpassungsrhythmen an neue wissenschaftliche Erkenntnisse oder technische Möglichkeiten – konfrontiert werden (Lackner & Kopp, 2014, S. 176-177). Des Weiteren herrscht ein stetiger Optimierungsdruck, um für die Lernenden „attraktive“ und hilfreiche Möglichkeiten zu schaffen, außerhalb des Hörsaales umfangreiches Wissen vermittelt zu bekommen. Solche komplexen Anforderungen machen es notwendig, die Lehrenden in der ganzheitlichen Kompetenz „Einen Videochat zu einem Studienbrief durchführen“ zu schulen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit erläutert die Zielsetzung, einen Schulungsentwurf mittels 4C/ID-Modell für Lehrende zu erstellen, und beschreibt das gewählte Szenario sowie den Aufbau der Hausarbeit.
2. Theoretischer Exkurs: Dieses Kapitel thematisiert die Pfadabhängigkeit, den Unterschied zwischen allgemeiner Didaktik und Instruktionsdesign sowie die Bedeutung der Zone der nächsten Entwicklung für das 4C/ID-Modell.
3. Hierarchische Kompetenzanalyse: Hier wird der Prozess der strukturellen Aufgliederung einer komplexen Fertigkeit in Teilfertigkeiten beschrieben, inklusive der Hierarchieerstellung und Unterscheidung von (non-)rekurrenten Fertigkeiten.
4. Bildung von Aufgabenklassen: Der Fokus liegt auf der Sequenzierung von Lernaufgaben nach steigendem Schwierigkeitsgrad, um eine Über- oder Unterforderung der Lernenden zu vermeiden.
5. Entwicklung von Lernaufgaben: Dieses Kapitel behandelt die konkrete Gestaltung der Lernaufgaben, das Sequenzierungsprinzip "Scaffolding" sowie die Aspekte der Variabilität und der medialen Umsetzung.
6. Prozedurale und unterstützende Informationen: Es wird dargelegt, wie unterstützende Informationen für nicht-wiederkehrende Aufgaben und prozedurale Informationen (Just-in-Time) für wiederkehrende Fertigkeiten zur Verfügung gestellt werden.
7. Part-task practice: Die Komponente der Part-task practice wird als Mittel zur Automatisierung routinierter Fertigkeiten durch wiederholende Übungen erläutert.
8. Didaktische Szenarien: Hier erfolgt eine Diskussion über die Eignung der Fallmethode und Famulatur sowie eine Einschätzung des Fidelity-Grades der gewählten Lernumgebungen.
9. Fazit: Das Kapitel verortet das 4C/ID-Modell im ADDIE-Phasenmodell und schließt mit einer Abschätzung der Stärken und Schwächen des Schulungsentwurfs.
Schlüsselwörter
4C/ID-Modell, Instruktionsdesign, Videochat, Studienbrief, Kompetenzanalyse, Aufgabenklassen, Lernaufgaben, Scaffolding, Didaktische Szenarien, E-Learning, Skill-Hierarchie, Fertigkeitsautomatisierung, Fernuniversität, Wissensvermittlung, Instruktionsmodell
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines didaktischen Schulungskonzepts für Lehrende an einer Fernuniversität, die lernen sollen, Videochats für Studienbriefe professionell durchzuführen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das 4C/ID-Modell nach van Merriënboer, instruktionsdesign-basierte Kompetenzentwicklung, die Analyse von Lernaufgaben und die praktische Anwendung in virtuellen Lernumgebungen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung eines Blueprints (Schulungsentwurfs), der als exemplarisches Beispiel für die Vermittlung komplexer technischer Fertigkeiten unter Einsatz des 4C/ID-Modells dient.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine instruktionsdesign-theoretische Analyse durchgeführt, die Elemente wie die hierarchische Kompetenzanalyse, die Bildung von Aufgabenklassen und die Anwendung von didaktischen Szenarien wie der Fallmethode umfasst.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil analysiert schrittweise die Komponenten des 4C/ID-Modells, angefangen bei der Fertigkeitshierarchie über die Entwicklung der Lernaufgaben bis hin zur Bereitstellung prozeduraler Informationen und der Bewertung des Realitätsgrades (Fidelity).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind 4C/ID-Modell, Instruktionsdesign, Kompetenzanalyse, Scaffolding und didaktische Szenarien.
Warum ist das 4C/ID-Modell für dieses Szenario geeignet?
Es eignet sich besonders, weil es auf komplexe kognitive Fertigkeiten ausgelegt ist und eine gute Transfermöglichkeit des Gelernten auf reale, zukünftige Arbeitssituationen bietet.
Was unterscheidet rekurrente von non-rekurrenten Fertigkeiten in diesem Kontext?
Rekurrente Fertigkeiten, wie das Bedienen der Software, lassen sich automatisieren und durch Checklisten unterstützen; non-rekurrente Fertigkeiten, wie das Beantworten individueller Fragen, erfordern situationsbezogenes Handeln.
Welche Rolle spielt die Fidelity bei der Gestaltung der Lernaufgaben?
Die Fidelity bezeichnet die Realitätsnähe der Lernumgebung; in der Arbeit wird angestrebt, durch praxisnahe Simulationen eine hohe Fidelity zu erreichen, um den Lernerfolg in der späteren Berufspraxis sicherzustellen.
- Quote paper
- Monique Geisler (Author), 2015, Einen Videochat zu einem Studienbrief durchführen. Ein Schulungsentwurf mit Hilfe von van Merriënboers 4C/ID-Modell, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/306199