Die Person Alexanders des Großen hat bereits seine Zeitgenossen fasziniert, und so zeichneten die ersten Historiker ein eher positives Bild von ihm. Möchte man jedoch einen realistischen Eindruck vom Makedonen Alexander dem Großen erhalten, so muss man sich intensiv mit denjenigen Primärquellen beschäftigen, die auch die negativen Seiten dieses Herrschers darstellen. Hierbei ist die älteste erhaltene Monographie die „Geschichte des Makedonen Alexanders des Großen“ („Historiae Alexandri Magni Macedonis“). Diese wurde vom römischen Redner und Historiker Curtius Rufus verfasst und reicht vom ersten bis zum zehnten Buch, wovon aber lediglich die Bücher drei bis zehn erhalten sind. Der Autor lebte vermutlich im1. Jahrhundert nach Christus und war kein Zeitzeuge Alexanders. Er schrieb sein Werk auf der Grundlage verschiedener Quellen, wovon Kleitarchs Werk als Urquelle gilt. Bedauerlicherweise ist die umfangreiche Literatur, die noch zu Lebzeiten Alexanders und kurz nach seinem Tode entstand, für uns nahezu vollständig verloren. Des Weiteren sprechen sich Petersdorff für eine zugrunde liegende arrianische Überlieferung und Rüegg für eine iustinische Tertiärquelle aus.
Die vorliegende Hausarbeit soll sich nun intensiv mit der folgenden Textstelle aus dem zehnten Buch des Curtius Rufus über den Tod Alexanders auseinandersetzen. Zuerst sollen eine möglichst treffende Übersetzung erstellt, daraufhin ein philologischer, sowie historischer Kommentar und anschließend eine Interpretation der Textstelle formuliert werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung:
2 Übersetzung der angegebenen Textstelle X, V, 18:
3 Erstellung eines
3.1 philologischen Kommentars:
3.2 historischen Kommentars:
4 Interpretation des Kapitels nach drei Gesichtspunkten:
5 Schlusswort:
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit setzt sich intensiv mit einer Textstelle aus dem zehnten Buch des Curtius Rufus über den Tod Alexanders des Großen auseinander. Das primäre Ziel ist es, durch eine philologische Übersetzung sowie einen historischen und inhaltlichen Kommentar ein differenziertes Bild des Makedonen zu zeichnen, das sowohl seine positiven Tugenden als auch seine kontroversen Züge und die Rolle des Schicksals beleuchtet.
- Analyse der Charaktereigenschaften Alexanders nach Curtius Rufus
- Untersuchung der Rolle der "Fortuna" im Leben des Herrschers
- Kritische Auseinandersetzung mit der Vergöttlichung Alexanders
- Historische Einordnung der Person und seiner politischen Ambitionen
- Vergleich der antiken Quellenbewertung mit modernen Interpretationen
Auszug aus dem Buch
3 Erstellung eines
3.1 philologischen Kommentars:
In diesem Textabschnitt zeigt Curtius Rufus nach dem Tod Alexanders eine gleichsam resümierende Charakteristik. Er zieht eine „Lebensbilanz“, die aber vielmehr seine Charakterzüge, als irgendwelche Leistungen an sich beinhaltet.
Mit der Bezeichnung „iuste astimantibus“ zielt Curtius Rufus darauf ab, dass nur gerechte Beurteiler einer solchen Einsicht fähig sind und nur eine ausgewählte Zahl der Beobachter die Ursachen für Alexanders Charaktereigenschaften erkennen wird. Der Autor zählt sich persönlich zu dem kleinen Kreis von gerechten und zugleich objektiven Beobachtern Alexanders.
V, 18; 26 – 27: […] bona naturae […]:
Curtius Rufus stellt hier deutlich heraus, dass Alexanders gute Eigenschaften seinem Naturell zuzuschreiben sind und ihm von Grund auf gegeben waren. Er war von seinen Vorfahren mit allem Guten und Nützlichen ausgestattet worden, und sein Wesen war durch und durch gut und als solches vorherbestimmt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die historische Bedeutung Alexanders des Großen ein und stellt das Werk des Curtius Rufus als primäre Quelle für die Analyse vor.
2 Übersetzung der angegebenen Textstelle X, V, 18: In diesem Kapitel wird die ausgewählte Passage aus dem zehnten Buch des Curtius Rufus ins Deutsche übersetzt.
3 Erstellung eines: Dieses Kapitel dient als Grundlage für die Untersuchung, wobei insbesondere die philologischen und historischen Aspekte des Quellentextes beleuchtet werden.
3.1 philologischen Kommentars: Hier werden sprachliche Nuancen und rhetorische Mittel im Text analysiert, um die Intention des Autors Curtius Rufus zu verdeutlichen.
3.2 historischen Kommentars: Dieses Kapitel bietet den historischen Hintergrund zu Alexander dem Großen, Olympias, der Fortuna und weiteren zentralen Begriffen für ein besseres Verständnis des Textes.
4 Interpretation des Kapitels nach drei Gesichtspunkten: Hier erfolgt eine tiefergehende Auslegung des Textes hinsichtlich des Alexanderbildes, der Rolle des Schicksals und der Vergöttlichung.
5 Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die Ergebnisse und reflektiert die bleibende Faszination, die Alexander auf die Geschichtsschreibung ausübt.
Schlüsselwörter
Alexander der Große, Curtius Rufus, Fortuna, Makedonien, Charakteranalyse, Antike, Herrschaft, Vergöttlichung, Philologie, historische Quellen, Olympias, Machtstreben, Tugenden, Schicksalsgöttin, Historischer Kommentar.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert eine zentrale Textstelle aus dem Werk des Curtius Rufus über das Leben und Wirken von Alexander dem Großen, wobei dessen Eigenschaften und sein politisches Handeln kritisch untersucht werden.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die Charakteristik Alexanders, die Rolle des Schicksals (Fortuna), das Motiv der Vergöttlichung und die Einordnung in den historischen Kontext der makedonischen Dynastie.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, ein differenziertes Bild des Makedonen zu zeichnen, indem die subjektiven Wertungen des Autors Curtius Rufus gegenübergestellt und historisch eingeordnet werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Kombination aus philologischer Textanalyse (Übersetzung und stilistische Untersuchung) und historischer Kontextualisierung anhand von Primär- und Sekundärliteratur angewandt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen philologischen Kommentar, einen historischen Kontextteil sowie eine detaillierte Interpretation der drei Gesichtspunkte: Alexanderbild, Schicksal und Vergöttlichung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Alexander der Große, Curtius Rufus, Fortuna, Machtstreben und historische Quellenanalyse charakterisieren.
Wie bewertet der Autor Curtius Rufus die Vergöttlichung Alexanders?
Der Autor steht der Vergöttlichung sehr ablehnend gegenüber und bezeichnet sie als frevelhaft, anmaßend und moralisch verwerflich, da sie eher zu einem Machtinstrument wurde als ein Zeichen tatsächlicher göttlicher Natur zu sein.
Welche Rolle spielt das Schicksal laut der Analyse im Text?
Das Schicksal (Fortuna) wird als eine übermenschliche Macht dargestellt, die Alexander zwar begünstigt, ihn aber gleichzeitig von der persönlichen Verantwortung für seine Fehler entlastet und sein Schaffen maßgeblich mitbestimmt.
- Arbeit zitieren
- Kerstin Köck (Autor:in), 2007, Das zehnte Buch des "Curtius Rufus". Der Tod Alexanders des Großen., München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/305905