In der folgenden Hausarbeit soll zunächst ein genereller Überblick über den aktuellen medizinischen Forschungsstand zur Behandlung von Demenzen, sowie für diese Erkrankungen charakteristischen Informationen gegeben werden. Die medizinische Seite wird hierbei zuerst betrachtet, da sie sich in der Hauptsache auf die naturwissenschaftlichen Fakten konzentriert.
Im weiteren Verlauf dieser Arbeit, steht dem medizinischen Bereich, die künstlerisch-kulturelle Praxis entgegen, die ihr Hauptaugenmerk speziell auf den dementiell erkrankten Menschen, mit seinen noch vorhandenen und gegebenenfalls neu erworbenen Fähigkeiten legt. Ein wichtiger Baustein dieser Arbeit ist hierbei der personzentrierte Ansatz nach dem britischen Sozialpsychologen und Psychogerontologen Tom Kitwood, da er sich mit der Entwicklung dieser Theorie auf die Person als solche und nicht primär auf die Demenzerkrankung konzentriert.
Der Betroffene steht als individuelle Persönlichkeit mit ihren psychosozialen Bedürfnissen, ihrer Einzigartigkeit und ihrem Erleben im Fokus. Auf dieser Grundlage soll den Fragen nachgegangen werden, ob die psychosozialen Bedürfnisse von Demenzkranken durch Aktivitäten der künstlerisch-kulturellen Praxis, sowie der Teilhabe an kulturellen Ereignissen befriedigt werden können und somit das Wohlbefinden, sowie die Lebensqualität der Betroffenen und ihrer Betreuungsperson erhalten beziehungsweise verbessert wird.
Ebenfalls soll untersucht werden, ob eine personzentrierte Betreuung durch den Ehe-oder Lebenspartner im eigenen Haus mit Angeboten an künstlerisch-kulturellen Aktivitäten, sowie die Möglichkeit der Teilhabe der Betroffenen an kulturellen Ereignissen, dem Krankheitsverlauf positiv entgegenwirken.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Demenz
2.1 Formen und Ursachen
3. Symptome
3.1 Kognitive Störungen
3.2 Psychische Symptome, Verhaltenssymptome, Störungen alltagsbezogener Fähigkeiten
3.3 Funktionelle- Motorische Störungen
3.4 Krankheitsverlauf
4. Bedürfnisse demenziell erkrankter Menschen
5. Die künstlerisch-kulturelle Praxis
6. Die Arbeit in der künstlerisch-kulturellen Praxis mit Demenzkranken
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwiefern künstlerisch-kulturelle Aktivitäten und die Teilhabe am kulturellen Leben die psychosozialen Bedürfnisse von Menschen mit Demenz befriedigen und deren Lebensqualität sowie Krankheitsverlauf positiv beeinflussen können.
- Personzentrierter Ansatz nach Tom Kitwood
- Künstlerisch-kulturelle Praxis in der Demenzbetreuung
- Einfluss von Beschäftigung auf das Wohlbefinden
- Häusliche Betreuung und Gestaltungsmöglichkeiten
- Bedeutung der Teilhabe an kulturellen Ereignissen
Auszug aus dem Buch
Die Arbeit in der künstlerisch-kulturellen Praxis mit dementiell Erkrankten
Im Gegensatz zu dem medizinischen Bereich, in dem eine Demenz als „ein fortlaufender hirnorganischer Prozess“ (Neubauer, de Groote 2012: 61) gesehen wird, der „zum Verlust von Fähigkeiten in fast allen Bereichen führt“ (Neubauer, de Groote 2012: 61) und sich somit vor allem auf die Defizite einer Demenzerkrankung konzentriert, richtet die künstlerisch-kulturelle Praxis ihr Hauptaugenmerk auf die noch vorhandenen und gegebenenfalls neuerworbenen Fähigkeiten der Demenzkranken (vgl. Neubauer, de Groote 2012: 61). Ziel der künstlerisch-kulturellen Praxis ist es, dass Wohlbefinden und die Lebensqualität der Betroffenen und ihren Angehörigen zu bewahren beziehungsweise zu verbessern.
Da, wie bereits erwähnt, im Verlauf einer Demenzerkrankung immer mehr Fähigkeiten eingeschränkt werden, sind die Betroffenen meist nicht mehr in der Lage ihre emotionalen Bedürfnisse zum Beispiel nach einer sinnerfüllenden Beschäftigung, Zuwendung, Geborgenheit oder Sicherheit verbal mitzuteilen oder sie aus eigenem Antrieb heraus aktiv zu befriedigen. Ohne die Unterstützung Außenstehender, die Menschen mit Demenz pflegen und betreuen, sind die Betroffenen meist einsam und sozial isoliert. Durch Aktivitäten im kreativen, gestalterischen und künstlerisch-kulturellen Bereich, haben Menschen mit Demenz die Möglichkeit ihre Bedürfnisse auf andere und ganz verschiedene Art und Weise, wie durch Basteln mit Naturmaterialien, der Erstellung einer Collage oder handwerklicher bzw. körperlich aktivierender Aktivitäten zum Ausdruck zu bringen (vgl. Neubauer, de Groote 2012: 23ff).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Themengebiete Medizin und künstlerisch-kulturelle Praxis bei Demenz ein und benennt den personzentrierten Ansatz als theoretische Basis.
2. Demenz: Es wird ein Überblick über die Demenzerkrankung, deren Verbreitung und die grundlegende medizinische Definition gegeben.
2.1 Formen und Ursachen: Dieses Unterkapitel differenziert zwischen primären, insbesondere neurodegenerativen, und sekundären Demenzformen.
3. Symptome: Das Kapitel erläutert die verschiedenen Symptombereiche einer Demenzerkrankung, um ein Verständnis für die betroffenen Personen zu schaffen.
3.1 Kognitive Störungen: Hier werden Störungen des Gedächtnisses, der Orientierung, des Denkens und der Sprache detailliert beschrieben.
3.2 Psychische Symptome, Verhaltenssymptome, Störungen alltagsbezogener Fähigkeiten: Dieses Kapitel behandelt affektive Symptome, Antriebsstörungen sowie herausforderndes Verhalten wie Apathie oder Aggressivität.
3.3 Funktionelle- Motorische Störungen: Es wird auf die Beeinträchtigungen des Ganges, der Körperhaltung und der Schluckfunktion eingegangen.
3.4 Krankheitsverlauf: Hier wird die Problematik der Einteilung in Schweregrade beleuchtet und die Individualität des Krankheitsverlaufs betont.
4. Bedürfnisse demenziell erkrankter Menschen: Dieses Kapitel stellt das Konzept des personzentrierten Ansatzes nach Tom Kitwood und die zentrale Bedeutung von Beschäftigung vor.
5. Die künstlerisch-kulturelle Praxis: Hier wird definiert, welche Rolle Kunst und Kultur sowie rezeptive und aktive Teilhabe in der Praxis spielen.
6. Die Arbeit in der künstlerisch-kulturellen Praxis mit Demenzkranken: Das Kapitel verknüpft die künstlerisch-kulturelle Praxis mit dem Ziel, die Lebensqualität und das Wohlbefinden im häuslichen Umfeld zu steigern.
7. Fazit: Die abschließende Zusammenfassung betont die Wichtigkeit einer individuellen, geduldigen Begleitung und den positiven Effekt sinnstiftender Aktivitäten auf das Wohlbefinden.
Schlüsselwörter
Demenz, Alzheimer, künstlerisch-kulturelle Praxis, personzentrierter Ansatz, Tom Kitwood, Lebensqualität, Wohlbefinden, kognitive Störungen, Beschäftigungstherapie, Teilhabe, psychosoziale Bedürfnisse, häusliche Betreuung, Demenzbetreuung, kreative Aktivitäten, Gefühlsgedächtnis.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit setzt sich mit der künstlerisch-kulturellen Praxis als ergänzende Betreuungsmöglichkeit für Menschen mit einer Demenzerkrankung auseinander.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der medizinische Hintergrund der Demenz, die psychosozialen Bedürfnisse der Betroffenen nach Tom Kitwood sowie die praktische Umsetzung künstlerisch-kultureller Angebote.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es zu untersuchen, ob durch künstlerisch-kulturelle Aktivitäten die Lebensqualität von Demenzkranken verbessert werden kann und wie diese den Krankheitsverlauf beeinflussen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auseinandersetzung mit dem personzentrierten Ansatz nach Tom Kitwood und einschlägigen Leitlinien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil deckt medizinische Fakten zu Demenzsymptomen ab, erläutert die Bedürfnisse von Demenzkranken und beschreibt konkrete Ansätze der künstlerisch-kulturellen Praxis zur Förderung der Lebensqualität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Demenz, personzentrierter Ansatz, Wohlbefinden, Lebensqualität und künstlerisch-kulturelle Praxis.
Warum spielt die künstlerisch-kulturelle Praxis im Vergleich zur medizinischen Sichtweise eine wichtige Rolle?
Während die Medizin primär auf Defizite und Heilung fokussiert, stellt die künstlerisch-kulturelle Praxis die vorhandenen Ressourcen und das Wohlbefinden der Person in den Mittelpunkt.
Welche Bedeutung kommt dem Ehe- oder Lebenspartner bei der häuslichen Betreuung zu?
Der Partner spielt eine entscheidende Rolle, indem er durch die Einbindung gemeinsamer, sinnstiftender Aktivitäten Sicherheit und Struktur im Alltag schafft und damit das Wohlbefinden beider Seiten fördert.
- Quote paper
- Yvonne Schönfelder (Author), 2013, Künstlerisch-kulturelle Praxis mit dementiell erkrankten Menschen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/305526