Tiere werden bereits seit Langem zur psychischen Unterstützung bei Menschen eingesetzt. Erste Dokumentationen darüber gibt es bereits aus dem 18. Jahrhundert, wo Patienten gezielt in die Betreuung und Versorgung von Tieren eingebunden wurden. Gezielt dokumentiert werden therapeutische Einsätze von Tieren allerdings erst seit etwa 1960.
In Deutschland wird die Arbeit mit Tieren zur Unterstützung in psychischen, physischen und sozialen Bereichen erst seit etwa zwanzig Jahren populärer und rückt somit in nähere Betrachtung der Öffentlichkeit und infolgedessen auch in den Blick der Wissenschaft.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob ein regelmäßiger Einsatz von Schulhunden zur pädagogischen Unterstützung auch an Regelschulen sinnvoll ist, beziehungsweise unter welchen Umständen und Voraussetzungen dieser sinnvoll sein kann.
Dabei wird auf die Geschichte tiergestützter Arbeit eingegangen, die Rahmenbedingungen für den Einsatz von Hunden in der Schule betrachtet und schließlich die Fragestellung, ob ein regelmäßiger Einsatz von Schulhunden auch in der Regelschule sinnvoll ist, diskutiert.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Tiergestützte Pädagogik und Hunde in der Schule
2.1. Warum werden überhaupt Tiere zur pädagogischen Unterstützung (in der Schule) eingesetzt?
2.2. Der Schulhund im Einsatz – Anforderungen, Ausbildung und Ausführung
2.3. Warum ist der regelmäßige Einsatz von Schulhunden auch an der Regelschule sinnvoll?
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die pädagogische Sinnhaftigkeit und die Voraussetzungen für den regelmäßigen, stundenweisen Einsatz von Schulhunden an Regelschulen zur Unterstützung des Unterrichts. Dabei liegt der Fokus insbesondere auf der Analyse von Effekten auf soziale Kompetenzen, exekutive Funktionen und das Klassenklima sowie auf der Klärung notwendiger Rahmenbedingungen.
- Wissenschaftliche Fundierung der tiergestützten Pädagogik
- Anforderungen und Qualitätsstandards für Schulhund-Teams
- Zusammenhang zwischen exekutiven Funktionen und tiergestütztem Einsatz
- Möglichkeiten und Herausforderungen in verschiedenen Schulformen
- Strukturierung des Einsatzes im Schulalltag
Auszug aus dem Buch
2.2. Der Schulhund im Einsatz – Anforderungen, Ausbildung und Ausführung
In diesem Kapitel soll es zunächst um die Anforderungen an Schulhunde und deren Schulhundeführer gehen. Hierbei gibt es einige grundlegende Eigenschaften, die der Hund von Natur aus mitbringen muss, da sie nicht zu erlernen sind, weshalb diese am Anfang des Kapitels erläutert werden sollen. Dabei wird das Drei-Stufen-Modell der Schulhundeausbildung, das von Heyer/Kloke definiert wurde, dargestellt und näher erläutert. Danach soll es um die Ausbildung und ständige Weiterbildung von Hund und Hundeführer gehen. Hierbei wird vor allem auch auf Möglichkeiten zur Qualitätssicherung in der hundgestützten Pädagogik eingegangen. Zum Abschluss des Kapitels wird es um die konkrete Ausführung und Planung eines Schulhundeeinsatzes gehen, bei dem auch die Rahmenbedingungen mit einbezogen werden.
Bundesweit gibt es in Deutschland nach wie vor keine einheitlichen Standards zur Therapiehundeausbildung, geschweige denn zur Ausbildung von Schulhunden. Verschiedenste Organisationen bieten daher Aus- und Fortbildungen an, die von einer bloßen Eignungsüberprüfung bis hin zu kompletten berufsbegleitenden Fortbildungen für Hund und Hundeführer reichen. Die Ausbildung sollte immer im Mensch-Hund-Team erfolgen, da auch später der Schulhundlehrer immer gemeinsam mit seinem Schulhund im Einsatz ist.
Bei der gesamten Ausbildung ist zu beachten, dass man in jeder Ausbildungsstufe ausschließlich mit positiver Verstärkung, Belohnung und Motivation mit dem Hund arbeiten sollte. Der Einsatz von aversiven Trainingsmethoden ist nicht ratsam, da der Hund stets Freude an seiner Arbeit zeigen und nicht durch Angst, Druck oder Unsicherheit darin gehemmt werden sollte. Außerdem befindet sich der Lehrer stets in einer Vorbildfunktion gegenüber den Schülern, was den oben ausgeführten Aspekt noch einmal unterstreicht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Fragestellung nach der Sinnhaftigkeit von Schulhunden an Regelschulen und stellt den methodischen Aufbau sowie die verwendete Fachliteratur vor.
2. Tiergestützte Pädagogik und Hunde in der Schule: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen der tiergestützten Pädagogik, definiert die Anforderungen an Schulhunde-Teams und analysiert den Nutzen für exekutive Funktionen und das Lernklima in Regelschulen.
3. Fazit: Das Fazit bejaht den Einsatz von Schulhunden, unterstreicht die Notwendigkeit von Qualitätsstandards und plädiert für weitere Forschung, insbesondere in der Sekundarstufe.
Schlüsselwörter
Schulhund, Tiergestützte Pädagogik, Regelschule, Exekutive Funktionen, Schulhund-Team, Klassenklima, Pädagogische Unterstützung, Sozialverhalten, Qualitätssicherung, Hundeausbildung, Grundschule, Sekundarstufe, positive Verstärkung, Lernvoraussetzungen, Inklusion.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, ob der regelmäßige Einsatz von Schulhunden im Unterricht an Regelschulen pädagogisch sinnvoll ist und welche Voraussetzungen hierfür erfüllt sein müssen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Themen umfassen die theoretischen Grundlagen der Tiergestützten Pädagogik, die Ausbildung von Schulhunden, die Auswirkungen auf Schüler sowie die spezifische Umsetzung im Schulalltag.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit primär?
Das primäre Ziel ist die Beantwortung der Frage nach der pädagogischen Sinnhaftigkeit des stundenweisen Schulhund-Einsatzes an Regelschulen unter Berücksichtigung von Rahmenbedingungen und Effekten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse relevanter Fachwerke und Studien zur hundgestützten Pädagogik sowie der Auswertung von Konzepten zur Hundeausbildung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung zur Tiergestützten Pädagogik, eine detaillierte Darstellung der Schulhundeausbildung und eine Analyse der Wirkung auf Lernvoraussetzungen und Sozialverhalten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Schulhund, Tiergestützte Pädagogik, Regelschule, Exekutive Funktionen, Schulhund-Team und Sozialverhalten.
Welche Rolle spielt die Ausbildung nach dem Drei-Stufen-Modell?
Das Modell dient als Strukturrahmen, um Eignung, Grundgehorsam, Spezialisierung und kontinuierliche Weiterbildung des Hundes systematisch sicherzustellen.
Warum unterscheidet die Autorin zwischen Grundschule und Sekundarstufe?
Der Unterschied begründet sich primär durch die Klassenorganisation: In der Grundschule ist der Lehrer meist länger in einer festen Klasse, während in der Sekundarstufe häufige Klassenwechsel den Einsatz logistisch erschweren.
- Arbeit zitieren
- Johanna Lohr (Autor:in), 2015, Schulhunde in der Regelschule. Eine sinnvolle pädagogische Unterstützung?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/304637