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Humor und Entfremdungstechniken in Art Spiegelmans "Maus"

Titel: Humor und Entfremdungstechniken in Art Spiegelmans "Maus"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2005 , 15 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Michael Steimel (Autor:in)

Amerikanistik - Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Diskurs um Potential und Legitimität des Humors in der (amerikanischen) Holocaustliteratur unterscheidet nur undeutlich zwischen Humor- und Verfremdungstechniken. Sowohl Slavoj Žižek als auch Terence Des Pres beziehen sich im Kontext der "camp comedy" auf Brecht'sche Darstellungsformen, die nicht notwendig komisch wirken.
Die vorliegende Arbeit untersucht daher am Beispiel von Art Spiegelmans "Maus", welche narrativen Strategien verwandt werden und wie sie die einzigartige Spannung von Form und Inhalt erzeugen, die zugleich emotionale Anteilnahme und kritische Distanz hervorruft. "Maus" wird dabei als Hybridform von Komödie und Tragödie verstanden, die es in ihrer gegenseitigen Unterbrechung erlauben, sich mit der angsterfüllten Realität in Auschwitz zu beschäftigen, ohne den schützenden Standpunkt in der Gegenwart aufzugeben.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Analyse der Humortechniken in Art Spiegelmans Maus

2.1 Humortechniken und Entfremdung

2.2 Die Kombination von Tragödie und Komödie

2.3 Die Rolle der Authentizität

3. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Humor und Entfremdungstechniken in der amerikanischen Holocaustliteratur, insbesondere am Beispiel von Art Spiegelmans Graphic Novel "Maus". Dabei wird analysiert, wie diese Techniken dazu beitragen, starre Denkmuster zu durchbrechen, eine kritische Distanz zum historischen Ereignis zu ermöglichen und den Holocaust als weltliches, menschliches Ereignis darzustellen.

  • Funktion von Humor und Entfremdung in der Holocaust-Rezeption
  • Vergleich von Brechts Verfremdungseffekt und Shklovskys Defamiliarization
  • Anwendung von Freuds Witztheorie auf die grafische Umsetzung in "Maus"
  • Kritische Distanz gegenüber der Idealisierung von Holocaust-Überlebenden
  • Wechselwirkung zwischen Tragödie und komödiantischen Elementen

Auszug aus dem Buch

Die Rolle des Humors in der amerikanischen Holocaustliteratur

Die Rolle des Humors in der amerikanischen Holocaustliteratur, wie zum Beispiel Terrence Des Pres und Slavoj Zizek sie darlegen, ist nur unscharf von Verfremdungstechniken unterschieden. Die antimimetische Darstellung, die Des Pres in „Holocaust Laughter?“ beschreibt, und die Brechts Entwurf des epischen Theaters folgt, ist ursprünglich eine Verfremdung des Dargestellten mit dem Ziel, eine distanzierte und kritische Haltung des Zuschauers hervorzurufen. Humor ist bestenfalls Nebeneffekt, vielleicht erwünscht, aber nicht der springende Punkt.

Zizek schlägt unter dem Titel „Camp Comedy“ ebenfalls vor, den inneren Konflikt eines Nazis „in a mocking Brechtian manner“ darzustellen. Es stellt sich auch hier die Frage, ob nicht die Verfremdung gemeint ist, wo von der Komödie die Rede ist. Könnten die „protective fictions“, von denen später im Text die Rede ist, nicht ebenso gut ernst sein? Des Pres’ Konzept des comic shield dagegen legt nahe, dass dem Humor eine Sonderrolle zukommt, die über die reine Entfremdung hinausgeht. Es liegt also nahe, Humor wie Entfremdung auf Ähnlichkeiten und Unterschiede hin zu untersuchen, und ihre Funktion in der Holocaustliteratur anhand von Beispielen aus Art Spiegelmans Maus zu analysieren.

Dabei steht bereits jetzt zu vermuten, dass die Trennung keine absolute ist, denn eine Entfremdung mag immer etwas komisch wirken, während die Einführung von Humortechniken in einen Kontext, in dem nach Des Pres bislang ein „attitude of solemnity“ (217) ungeschriebenes Gesetz war, zwangsläufig eine Entfremdung bedeutet. Es bleibt also im Folgenden zu untersuchen, wo sich Humor und Entfremdung überschneiden, und wo sie einander ablösen. Ein grundsätzliches Problem ist dabei die Begriffsbestimmung des Humors, der sich über die subjektive Empfindung und daraus resultierende Leserreaktion – im offensichtlichsten Fall das Lachen – definiert. Der Effekt kann aber auch graduell stärker oder schwächer sein; im Fall von Maus handelt es sich wohl eher um das, was Freud einen „humoristischen Beiklang“ (245) nennt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Holocaust-Literatur, die theoretische Verortung von Humor und Entfremdung sowie die Vorstellung der zentralen Fragestellung anhand des Werks von Art Spiegelman.

2. Analyse der Humortechniken in Art Spiegelmans Maus: Untersuchung der spezifischen künstlerischen und rhetorischen Mittel, mit denen Spiegelman den Holocaust darstellt, wobei insbesondere Freuds Witztheorie auf die grafische Ebene und die Charakterzeichnung angewendet wird.

2.1 Humortechniken und Entfremdung: Analyse des Zusammenspiels von Humor als Abwehrleistung und der Verfremdung der sprachlichen sowie visuellen Darstellung, um Konventionen der Holocaust-Erinnerung zu hinterfragen.

2.2 Die Kombination von Tragödie und Komödie: Untersuchung der narrativen Struktur von "Maus", in der der Wechsel zwischen den beiden Gattungen als Instrument der kritischen Distanzierung dient.

2.3 Die Rolle der Authentizität: Reflexion über die Problematik einer authentischen Darstellung, die Gefahr der Idealisierung von Überlebenden und wie Humor dazu beiträgt, das Erhabene auf eine menschliche Ebene zurückzuführen.

3. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, wonach Humor und Entfremdung eine kritische Auseinandersetzung ermöglichen und ein breiteres Publikum für das Thema gewinnen können.

Schlüsselwörter

Holocaustliteratur, Art Spiegelman, Maus, Humor, Entfremdung, Brecht, Sigmund Freud, Defamiliarization, Grafische Darstellung, Comic, Zeitzeugenschaft, Erinnerungskultur, Tragikomödie, Holocaust-Industrie, Kritische Distanz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Funktion von Humor und Entfremdungstechniken in Art Spiegelmans Graphic Novel "Maus" und wie diese dazu beitragen, festgefahrene Denkmuster bei der Rezeption des Holocaust zu durchbrechen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die theoretische Abgrenzung und Überschneidung von Humor und Verfremdung, die mediale Darstellung des Holocaust im Comic sowie die Dekonstruktion von Erhabenheit bei Holocaust-Überlebenden.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch den gezielten Einsatz von Humor und Entfremdung eine kritische Distanz geschaffen wird, die eine aktive Auseinandersetzung mit der Geschichte ermöglicht, statt einer passiven Hinnahme.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die primär auf den Theorien von Bertolt Brecht (Verfremdungseffekt), Viktor Shklovsky (Defamiliarization) und Sigmund Freud (Witztheorie) basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert, wie Spiegelman durch grafische Gestaltung und erzählerische Kniffe Vladek Spiegelmans Überlebensbericht als diskutable Konstruktion darstellt und dabei die Grenze zwischen Tragik und Humor auslotet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen: Holocaustliteratur, Humor, Entfremdung, Brecht, Freud, Maus, Defamiliarization und Kritische Distanz.

Wie wird das "Happy End" in Vladek Spiegelmans Geschichte bewertet?

Das Happy End wird als zweifelhaft und kontrastreich analysiert, da es innerhalb der Erzählung klassische Märchenstrukturen nutzt, die jedoch durch die tragische Realität der Nachkriegszeit und Anjas Suizid entlarvt werden.

Warum ist der Comic als Medium für dieses Thema geeignet?

Das Medium Comic erlaubt laut der Arbeit eine Trennung von Wort und Bild sowie eine metanarrative Reflexion, die den Leser dazu zwingt, die Darstellung als solche zu erkennen und kritisch zu hinterfragen.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Humor und Entfremdungstechniken in Art Spiegelmans "Maus"
Hochschule
Freie Universität Berlin  (John F. Kennedy Institut)
Veranstaltung
Humor in der amerikanischen Holocaustliteratur
Note
1,0
Autor
Michael Steimel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
15
Katalognummer
V304154
ISBN (eBook)
9783668024748
ISBN (Buch)
9783668024755
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Art Spiegelman Maus Holocaust Literatur Humor Komödie Auschwitz Bertolt Brecht Slavoj Žižek Terence Des Pres Entfremdung Verfremdung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Michael Steimel (Autor:in), 2005, Humor und Entfremdungstechniken in Art Spiegelmans "Maus", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/304154
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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