Was hat Strategisches Management mit Fröschen und Sägen zu tun - oder was hat es mit dem Gresham'schen Gesetz auf sich? Ab wie vielen Zielen hat man gemäss Peter Drucker gar keine Ziele? Was bedeutet Effektivität über Effizienz? Welche Fragen müssen durch die Business Mission laut Fredmund Malik beantwortet werden? Wo liegt der strategische Hebel im Unternehmen?
Diese und weitere zentrale Fragen werden in dieser Arbeit beantwortet und mit zeitgemässen Modellen wie dem Neuen St. Galler Management Modell untermauert. Ausserdem werden in einem selbst entwickelten Modell die wesentlichen Strategie-Aspekten mit dem operativen und dem strategischen Tagesgeschäft integriert.
Ein umfassendes Glossar mit allen wesentlichen Begriffen mit kurzen, prägnanten Erklärungen runden diese Arbeit ab - von Erfolgsfaktoren, Erfahrungskurve über Kultur, Nutzenpotenzial und Positionierung wird der Bogen bis hin zu Unternehmenspolitik, Unternehmenszweck und Wettbewerbsstrategien gespannt.
Die XIT AG, in der Folge XIT genannt, ist eine «kleine» IT-Dienstleisterin, die seit 1983 primär im Raum Bern tätig ist. Die XIT beschäftigt heute 43 Mitarbeitende/Mitaktionäre und umfasst die Geschäftsbereiche Consulting und Engineering. Consulting hat die zwei strategischen Geschäftseinheiten ICT-Beratung mit Business-Analyse, Requirements Engineering und Projektmanagement. Engineering setzt sich aus den strategischen Geschäftseinheiten Software Engineering, Business Intelligence und Database Engineering zusammen.
Die XIT hat eine Strategie mit der Bezeichnung XIT+3 . Diese wird jährlich in einem zweitägigen Strategie-Workshop vom Strategie-Board überarbeitet.
Die Ziele diese Arbeit sind:
Gemeinsames Strategie-Verständnis wird sichergestellt mittels
- Strategie-Kontext (Einbettung Strategie im Unternehmen anhand NSGMM ),
- Differenzierung des strategischen und operativen Managements und
- Erläuterungen/Zusammenhänge relevanter Strategie-Begriffe.
- Strategie-Inventar der XIT erstellt und der Strategie-Terminologie zugeordnet.
- Theorie und Praxis bei der XIT verglichen.
- Fazit und Handlungsempfehlung formuliert.
Inhaltsverzeichnis
1. Ausgangslage
2. Problemstellung, Zielformulierung und Abgrenzung
2.1 Zielformulierung
2.2 Abgrenzung
3. Methodisches Vorgehen
4. Theoretische Grundlagen
4.1 Wozu braucht es überhaupt Strategie?
4.2 Strategie-Kontext anhand des neuen St. Galler Management-Modells
4.3 Differenzierung strategisches und operatives Management
4.4 Strategische Begriffe und Zusammenhänge
5. Strategie-Inventar der XIT inkl. Begriffs-Zuordnung
6. Vergleich Theorie und Praxis
7. Fazit und Handlungsempfehlung
8. Nachwort
9. Quellen
9.1 Literatur
10. Anhang
10.1 Begriffskategorien des neuen St. Galler Management-Modells
10.2 Begriffsklärung
10.3 Strategiedokumente (1999 – 2009)
10.3.1 Prozess
10.3.2 Etappierung 3 Jahre, Unternehmensziele
10.3.3 Wertvorstellungen
10.3.4 Vision
10.3.5 Bereichsmarktleistung
10.3.6 Bereichsbewertung
10.3.7 Bereichsmissionen
10.3.8 Strategieschwerpunkte, Ausrichtung
10.3.9 Marketingmassnahmen
10.3.10 Bereichsziele und entsprechende Massnahmen
10.3.11 Strategisches Controlling
10.4 Strategiedokumente (2011 und 2012)
10.5 Weitere strategierelevante Themen
10.5.1 Strategieprozess bzw. Planungsprozess XIT+3
10.5.2 Beschreibung Leistungsangebot
10.5.3 Organisation
10.5.4 Leitbild
10.5.5 Führungsgrundsätze
10.5.6 QM-System
10.5.7 Partner
10.5.8 Diplomarbeit "Strategische Optionen"
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die strategische Ausrichtung der XIT AG, um ein einheitliches Verständnis der Strategie unter den Mitarbeitenden zu fördern und die bestehende Strategie-Praxis des Unternehmens mit theoretischen Management-Ansätzen kritisch zu vergleichen.
- Analyse des Strategie-Kontexts anhand des St. Galler Management-Modells (NSGMM).
- Differenzierung zwischen strategischem und operativem Management in der KMU-Praxis.
- Erstellung eines Strategie-Inventars für die XIT AG inklusive Begriffs-Zuordnung.
- Kritische Gegenüberstellung von theoretischen Strategie-Definitionen und der gelebten Praxis bei XIT.
- Ableitung von Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Strategieumsetzung und -kontrolle.
Auszug aus dem Buch
4.1 Wozu braucht es überhaupt Strategie?
Die folgende Geschichte von Peter Senge (Senge, 2011, S. 34 f.) illustriert, weshalb es sinnvoll ist, eine Strategie zu haben. Setzt man einen Frosch in einem Topf mit kochendem Wasser, versucht er sofort herauszuklettern. Hingegen bleibt der Frosch bei Wasser mit Zimmertemperatur ruhig im Topf sitzen. Wird die Temperatur allmählich erhöht, geschieht das Interessante. Während die Temperatur von 20 auf 30 Grad Celsius steigt, bewegt sich der Frosch nicht – er zeigt sogar Anzeichen von Wohlbefinden! Während die Hitze zunimmt, wird der Frosch immer schlapper, bis er unfähig ist, aus dem Topf herauszukommen. Der Grund, weshalb sich der Frosch nicht rettet, besteht darin, dass sein innerer Wahrnehmungsapparat auf plötzliche Veränderungen in seiner Umwelt eingestellt ist und nicht auf langsam wachsende Bedrohungen!
Was hat das nun mit Strategie zu tun? Man hat ein bisweilen erfolgreiches Geschäftsmodell, die Kennzahlen sehen gut aus, Mitarbeitende und Aktionäre sind zufrieden und glücklich. Der schleichende Wandel wird kaum bemerkt, bis man sich eines Tages bewusst wird, dass etwas nicht mehr stimmt, jetzt gerät man in operative Hektik und versucht die Sache wieder auf die Reihe zu bekommen. Mittels strategischem Management kann verhindert werden, dass das Unternehmen, wie der Frosch gekocht wird. Man entwickelt ein Sensorium um den Wandel zu erkennen und entsprechend zu agieren – vielleicht kann er gar zum eigenen Vorteil genutzten werden.
Zusammenfassung der Kapitel
Ausgangslage: Einführung in das Unternehmen XIT AG, deren Geschäftsbereiche und die aktuelle Herausforderung bezüglich der Strategiekommunikation.
Problemstellung, Zielformulierung und Abgrenzung: Darstellung der Diskrepanz zwischen Unternehmenspraxis und Theorie sowie Festlegung der Ziele zur Schaffung eines gemeinsamen Strategieverständnisses.
Methodisches Vorgehen: Erläuterung des analytischen Pfades von der Theoriebildung über die Inventarisierung bis zum Vergleich mit der Praxis.
Theoretische Grundlagen: Fundamentale Einführung in Strategiebegriffe, das St. Galler Management-Modell sowie die Unterscheidung zwischen operativem und strategischem Management.
Strategie-Inventar der XIT inkl. Begriffs-Zuordnung: Systematische Erfassung und Kategorisierung der in der XIT verwendeten Strategieelemente.
Vergleich Theorie und Praxis: Kritische Analyse der Ist-Situation bei XIT basierend auf den zuvor definierten theoretischen Standards.
Fazit und Handlungsempfehlung: Zusammenfassende Bewertung des Optimierungspotenzials und Empfehlung für einen kontinuierlichen Managementprozess.
Nachwort: Persönliches Fazit des Autors zum Umfang der Arbeit und Ausblick auf die geplanten weiteren Schritte im Unternehmen.
Quellen: Auflistung der verwendeten Fachliteratur und Dokumente.
Anhang: Ausführliche Definitionen von Fachbegriffen und detaillierte Dokumentation der historischen Strategieunterlagen.
Schlüsselwörter
Strategie, St. Galler Management-Modell, Strategisches Management, Operatives Management, KMU, XIT AG, Strategie-Inventar, Wettbewerbsvorteile, Unternehmensführung, Strategieprozess, Leitbild, Vision, Mission, Erfolgsfaktoren, Strategische Stossrichtung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Der Transferbericht befasst sich mit der Strategie der IT-Dienstleisterin XIT AG und untersucht, inwiefern die gelebte Praxis den allgemeinen theoretischen Management-Standards entspricht.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die Definition des Strategie-Kontexts, die Differenzierung zwischen strategischem und operativem Handeln sowie die Inventarisierung und Analyse der unternehmensspezifischen Strategieelemente.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist die Sicherstellung eines gemeinsamen Strategieverständnisses innerhalb der XIT AG durch eine fundierte wissenschaftliche Analyse und einen Abgleich mit theoretischen Modellen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zu strategischen Grundlagen, gefolgt von einer systematischen Erhebung und Zuordnung des unternehmensinternen "Strategie-Inventars" sowie einer anschließenden vergleichenden Analyse.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen (NSGMM, Strategiebegriffe) erläutert, das Strategie-Inventar der XIT dargestellt und schließlich ein kritischer Vergleich zwischen dieser theoretischen Basis und der praktischen Anwendung vorgenommen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Strategie, St. Galler Management-Modell, Strategisches Management, KMU, Wettbewerbsvorteile und Unternehmensführung.
Wie bewertet der Autor die Strategieumsetzung in der XIT AG?
Der Autor stellt fest, dass die Strategie bei vielen Mitarbeitenden nicht geläufig ist und eine systematische Strategiekontrolle außerhalb der Finanzen zu kurz kommt, erkennt aber gleichzeitig eine hohe Flexibilität der Organisation.
Was wird als Konsequenz aus der Untersuchung empfohlen?
Es wird empfohlen, einen kontinuierlichen Prozess für das strategische Management zu etablieren und geeignete Instrumente zu evaluieren, um die Wirksamkeit strategischer Entscheidungen zu erhöhen.
- Arbeit zitieren
- Erhard Marro (Autor:in), 2012, Die XIT AG. Strategie-Verständnis eines mittelständischen Unternehmens in Theorie und Praxis, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/303309