Die aktuelle sich öffnende Weltwirtschaft und die globale Marksituation deuten auf eine hohe Intensität bezogen auf den Wettbewerb und die Produktinnovation hin. In immer kürzeren Produktlebenszyklen, und orientiert an den Qualitätspräferenzen, werden neue Produkte durch den Wettbewerb veröffentlicht.
Analog zu dieser Situation entwickelt sich eine differenzierte Nachfrage. Die potenzielle Kundschaft definiert sich in ihren Produktkriterien anspruchsvoller und vielschichtiger als zuvor. Im gleichen Maße wirkt ein Wandel der unternehmerischen Kostenstruktur auf eine Produktentwicklung ein. Dabei erweist sich die Kapitalintensität als schwer zu greifender Wert, bspw. bei Produkten mit einem hohen verbundenen technologischen Aufwand bei geringer Stückanzahl. Die Folge resultiert in einer möglichen kostenwirtschaftlichen Inflexibilität.
Die Zielkostenrechnung, im weiteren Verlauf dieser Arbeit unter der engl. Beschreibung Target Costing bezeichnet, ist eine flexible Vorgehensweise mit dem gegenwärtig nötigen Marktbezug. Die Methodik orientiert sich nicht an der zugrundeliegenden Kostenstruktur zur Ermittlung eines optimalen Verkaufspreises, sondern richtet sich streng an die Ansprüche, Bedürfnisse sowie Zahlungsbereitschaft des Kundenmarktes.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen der Zielkostenrechnung
2.1 Ursprung und Entwicklung der Zielkostenrechnung
2.2 Definition und Zielsetzung
2.3 Untersuchung der grundlegenden Ansätze
2.4 Anwendungsbereiche
2.5 Unsicherheiten
2.6 Abgrenzung zur traditionellen Kostenrechnung
3 Systematik der Zielkostenrechnung
3.1 Zielkostenfestlegung
3.2 Zielkostenspaltung
3.3 Zielkostenerreichung
4 Analytische Untersuchung zur Ermittlung und Umsetzung der Kundenbedürfnisse
4.1 Conjoint-Analyse zur Ermittlung der Kundenanforderung
4.2 Quality Function Deployment zur Umsetzung kundenwichtiger Merkmale
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit untersucht, inwieweit die Zielkostenrechnung (Target Costing) geeignet ist, Kundenbedürfnisse präziser zu erfassen und bei der Produktentwicklung wirtschaftlich umzusetzen.
- Grundlagen und Evolution des Target Costing
- Systematik der Zielkostenplanung, -spaltung und -erreichung
- Einsatz der Conjoint-Analyse zur Identifikation von Kundenanforderungen
- Anwendung von Quality Function Deployment (QFD) zur Qualitäts- und Kostensicherung
- Abgrenzung des Target Costing zum traditionellen Kostenmanagement
Auszug aus dem Buch
4.1 Conjoint-Analyse zur Ermittlung der Kundenanforderung
Diese Möglichkeit zur differenzierten Ermittlung der Kundenbedürfnisse und das meist applizierte Verfahren für europäischen Unternehmen ist die Conjoint-Analyse. Der Prozess der Conjoint-Analyse dient zur Feststellung wichtiger Wertigkeiten eines Produktes. Diese Analyseform hat zur Aufgabe, eine eindeutige Identifizierung der Produkt- und Funktionseigenschaften, bezogen auf die ermittelten Kundenwünsche, und den Rahmen einer Preisbereitschaft festzulegen. Insbesondere sollte die Conjoint-Analyse „verstärkt zur Gewinnung von Neuproduktkonzepten eingesetzt werden, etwa im Rahmen von Positionierungsmodellen, bei denen die Eigenschaften eines ‚Idealproduktes‘ erhoben werden, die die Produktgestaltung steuern können“.
Ohne diese Parameter gelten die Realisierung eines marktorientierten Produktkonzeptes und Erforschung der Wirkung einzelner Produktgestaltungs-elemente auf die Kundenwahrnehmung als hinfällig. Des Weiteren wird ein kompensatorisches Entscheidungsmodell attribuiert, was eine Kompensation zwischen den unterschiedlichen Präferenzwerten darlegt. Um die notwendige Informationsgrundlage der Kundenwünsche über Produktfunktionen zu eruieren sind insbesondere Maßnahmen des Marketings sowie des Vertriebs gefragt. Dabei unterliegt das Produkt der Annahme, das sich die Gesamtpräferenz eines Produktes aus den einzelnen Präferenzen individueller Konzeptelemente kombiniert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Wettbewerbsdruck in der globalen Wirtschaft und definiert das Ziel der Arbeit, die Effektivität des Target Costing bei der Berücksichtigung von Kundenbedürfnissen zu prüfen.
2 Grundlagen der Zielkostenrechnung: Dieses Kapitel erläutert die historische Entstehung, Definitionen sowie verschiedene theoretische Ansätze des Target Costing und grenzt es von traditionellen Kostenrechnungsmethoden ab.
3 Systematik der Zielkostenrechnung: Hier werden die operativen Hauptphasen des Target Costing, bestehend aus Zielkostenfestlegung, -spaltung und -erreichung, detailliert dargelegt.
4 Analytische Untersuchung zur Ermittlung und Umsetzung der Kundenbedürfnisse: Dieses Kapitel analysiert spezifische Methoden wie die Conjoint-Analyse und das Quality Function Deployment, um Kundenwünsche systematisch in Produktmerkmale zu übersetzen.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Target Costing ein effektives strategisches Instrument zur wettbewerbsorientierten Kostensteuerung und zur stärkeren Ausrichtung auf den Kundennutzen darstellt.
Schlüsselwörter
Zielkostenrechnung, Target Costing, Kundenbedürfnisse, Kostenmanagement, Produktentwicklung, Conjoint-Analyse, Quality Function Deployment, QFD, Wettbewerbsfähigkeit, Wertanalyse, Kostenplanung, Marktorientierung, Produktgestaltung, Prozesskosten, Kundenpräferenzen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Managementkonzept des Target Costing und dessen Fähigkeit, Kundenbedürfnisse in den Mittelpunkt des Entwicklungsprozesses zu stellen.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Neben den theoretischen Grundlagen des Target Costing stehen die Methoden zur Ermittlung von Kundenwünschen und deren Umsetzung in konkrete Kosten- und Qualitätsvorgaben im Vordergrund.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist zu überprüfen, ob Target Costing als Instrument zur besseren Berücksichtigung und Steigerung der Kundenbedürfnisse im Vergleich zur klassischen Kostenrechnung dienen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturrecherche basiert und spezifische Instrumente wie die Conjoint-Analyse und QFD detailliert untersucht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Systematik des Target Costing sowie eine analytische Untersuchung von Instrumenten zur Anforderungsermittlung und Qualitätssteuerung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich primär auf Begriffe wie Zielkostenrechnung, Target Costing, Kundenbedürfnisse, Conjoint-Analyse und Quality Function Deployment.
Warum wird die Conjoint-Analyse als wichtig erachtet?
Sie gilt als das am häufigsten angewandte Verfahren, um die Präferenzen von Kunden für einzelne Produktmerkmale präzise zu messen und in einem Gesamtwert abzubilden.
Wie unterscheidet sich Target Costing von der traditionellen Kostenrechnung?
Während die traditionelle Rechnung kostenbasiert (Additionsmethode) vorgeht, orientiert sich das Target Costing am Marktpreis und richtet die Kostenstruktur strikt an den Kundenbedürfnissen aus.
- Arbeit zitieren
- Wojtek Procek (Autor:in), 2015, Zielkostenrechnung zur besseren Berücksichtigung der Bedürfnisse von Kunden, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/302573