Auf dem immer stärker vernetzten globalen Markt sind innovative Produkte, steigende Variantenzahlen und kürzer werdende Entwicklungszeiten eine der Grundvoraussetzungen, um ein konkurrenzfähiger Marktteilnehmer zu werden und diese Wettbewerbssituation über einen möglichst langen Zeitraum aufrecht zu erhalten. Um die sich ständig verändernde Produktpalette rentabel anbieten zu können, müssen Möglichkeiten gefunden werden, die anfallenden Kosten nicht nur in einzelnen Bereichen des Produktlebenszyklus, wie beispielsweise der Beschaffung oder der Produktion zu senken, sondern von der Produktidee bis zum Recycling alle Kosten zu beachten und damit auch den engen Verflechtungen der verschiedenen Kostenstellen konzeptionell Rechnung zu tragen.
Diese Verflechtungen zeigen sich stark in der neuen Rolle des Ingenieurs, der neben der ursprünglichen kreativen Arbeit heutzutage immer mehr in den Planungs-, Beschaffungs-, und Produktionsprozess involviert ist. Problematisch ist hierbei vor allem, dass die benötigten Informationen aus den verschiedenen Unternehmensabteilungen oft über die Jahre hinweg unübersichtlich verwaltet wurden und ein Zugriff auf die benötigten Daten daher mit einem hohen Aufwand einhergeht. Somit ist die zielgerichtete Bereitstellung von allen relevanten Informationen in aufbereiteter Form und unmittelbar zum benötigten Zeitpunkt wichtig für den Geschäftserfolg.
Betriebsinterne wie auch betriebsexterne Informationen werden zur wesentlichen Ressource des Produktdefinitionsprozesses. Aufgrund der oft schlecht verfügbaren und unzureichend aufbereiteten Daten können viele mittelständige Unternehmen dem Innovationsdruck nicht standhalten, welcher durch die Schnelllebigkeit der Produkte am Markt entsteht. Es wird also durch die Tatsache, dass neue Technologien immer möglichst schnell und kostengünstig ein-geführt werden müssen um die eigenen Forschungs- und Entwicklungskosten zu decken, immer öfter der Fall sein, dass unausgereifte und fehlerhafte Produkte zu früh für den Markt freigegeben werden und sich dadurch eine negative Wettbewerbssituation für Unternehmen mit mangelbehaftetem Informationsfluss ergibt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Product Lifecycle Management (PLM)
2.1 Entstehung und Notwendigkeit des PLM
2.2 Grundlegender Aufbau des PLM
2.3 Reengineering-Ansätze
2.3.1 Produktgestaltung
2.3.2 Prozessgestaltung
2.4 Produktionsplanung und –steuerung
2.5 Produktdatenmanagement
3 Enterprise Application Integration
3.1 Einführung und Begriffsklärung
3.2 EAI-Referenzstruktur
3.3 Architekturkonzepte
3.3.1 Multi-Channel-Architektur
3.3.2 A2A-Integration
3.3.3 Geschäftsprozessintegration
3.4 Vor- und Nachteile von EAI-Lösungen
4 Serviceorientierte Architektur (SOA)
4.1 Einführung und Begriffsklärung
4.2 Bestandteile einer SOA
4.2.1 Application Frontends
4.2.2 Services
4.2.3 Service-Repository
4.2.4 Service-Bus
4.3 Serviceorientierte PLM Architektur
4.3.1 Verbesserte simultane Ingenieurstätigkeiten
4.3.2 Verbesserte Einbeziehung der Konsumenten in die Produktentwicklung
4.4 Anwendungsbeispiel
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, die Möglichkeiten zur unternehmensweiten Systemintegration im Product Lifecycle Management (PLM) aufzuzeigen. Die Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie durch die Ansätze der Enterprise Application Integration (EAI) und der Serviceorientierten Architektur (SOA) eine flexiblere und effizientere Zusammenarbeit heterogener IT-Anwendungen innerhalb des Produktlebenszyklus realisiert werden kann.
- Grundlagen des Product Lifecycle Managements (PLM)
- Methoden und Ansätze der Enterprise Application Integration (EAI)
- Architekturkonzepte und Bestandteile einer Serviceorientierten Architektur (SOA)
- Serviceorientierte PLM-Architektur und deren Mehrwert
- Integration von IT-Systemen und Prozessoptimierung
Auszug aus dem Buch
3.1 Einführung und Begriffsklärung
Mit der steigenden Produktvielfalt und der allgemein steigenden Unternehmenskomplexität, hervorgerufen durch z.B. die Fusion mit Partnerunternehmen oder durch das Abstoßen von verschiedenen Segmenten der eigenen Unternehmung, steigt die Vielzahl verschiedener und komplexer Applikationen. Diese werden oft dezentral durch verschiedene IT-Abteilungen entwickelt, welche lediglich ihre spezifischen Interessen im Blick haben und das gesamte Netz der IT-Systeme im Unternehmen nicht mehr überblicken können. Dadurch kommt es leicht zu Überschneidungen im Funktionsumfang und zu heterogenen Strukturen in Bezug auf Kriterien wie Hardwarebasis, Betriebssystem, Entwicklungssystem usw. [AS04, S.11]. Am Anfang jedes Integrationsvorhabens steht eine Menge von bereits existierenden, heterogenen Systemen, die nicht oder nur mit Einschränkungen in der Lage sind miteinander zu interagieren. Diese angesprochene Heterogenität kann auf drei verschiedenen Ebenen spezifiziert werden [AHKP09, S.90]:
• Technische Heterogenität
• Syntaktische Heterogenität
• Semantische Heterogenität
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über das Management des Produktlebenszyklus und die Notwendigkeit der Systemintegration zur Bewältigung der Informationsflut.
2 Product Lifecycle Management (PLM): Dieses Kapitel beleuchtet die strategische Bedeutung des PLM, den grundlegenden Aufbau sowie Reengineering-Ansätze zur Komplexitätsreduktion.
3 Enterprise Application Integration: Hier werden Konzepte zur Integration heterogener Anwendungen erläutert, wobei insbesondere Referenzstrukturen und Architekturkonzepte im Mittelpunkt stehen.
4 Serviceorientierte Architektur (SOA): Das Kapitel führt in das SOA-Konzept ein, beschreibt dessen Bestandteile und zeigt dessen spezifischen Nutzen für eine serviceorientierte PLM-Architektur.
5 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung der diskutierten Integrationsansätze und deren Bedeutung für die Flexibilität und Agilität von Unternehmen.
Schlüsselwörter
Product Lifecycle Management, PLM, Enterprise Application Integration, EAI, Serviceorientierte Architektur, SOA, Systemintegration, IT-Management, Prozessintegration, Datenmanagement, Anwendungsintegration, Workflow, IT-Strategie, Produktentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Herausforderung, komplexe und heterogene IT-Systeme innerhalb des Product Lifecycle Managements (PLM) effektiv miteinander zu integrieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind das strategische Management des Produktlebenszyklus, die technische Anwendungsintegration sowie die serviceorientierte Modellierung von Geschäftsprozessen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, Möglichkeiten und Strategien aufzuzeigen, wie Unternehmen durch EAI und SOA ihre IT-Infrastrukturen flexibilisieren und die Zusammenarbeit verschiedener Anwendungen verbessern können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer fundierten Literaturanalyse basiert und die Integrationskonzepte konzeptionell herleitet und an Praxisbeispielen veranschaulicht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt detailliert die Konzepte von EAI und SOA, deren Referenzstrukturen, die konkrete Anwendung im PLM sowie die Vorteile durch den Einsatz von Enterprise Service Bussen (ESB).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselwörter sind PLM, EAI, SOA, Systemintegration, Prozessgestaltung, IT-Architektur und Produktentstehung.
Wie unterscheidet sich SOA grundlegend von EAI?
Während EAI primär darauf abzielt, bestehende Anwendungen unberührt zu lassen und nur ihre Zusammenarbeit zu verbessern, liegt der Fokus bei SOA darauf, die komplette Systemstruktur neu und modular in Form von Services zu gestalten.
Welchen Vorteil bietet ein ESB (Enterprise Service Bus) in einer PLM-Architektur?
Ein ESB dient als zentrale Infrastrukturkomponente für die Übermittlung, Transformation und das Routing von Nachrichten, wodurch die lose Kopplung von Anwendungen und eine höhere Flexibilität bei der Prozessintegration erreicht wird.
- Quote paper
- Marius Blügel (Author), 2015, Enterprise Application Integration und Service-Oriented Architecture im Product Lifecycle Management, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/302185