Das Thema der Fertilität hat in den letzten Jahren für große Aufmerksamkeit in Deutschland gesorgt. Der Geburtenrückgang, welcher schon seit Mitte der 1960er Jahre zu verzeichnen ist, befindet sich stetig in medialen und politischen Debatten. Im Jahr 2009 sank die durchschnittliche Geburtenziffer in Deutschland mit 1,36 Kinder pro Frau auf ein Rekordtief (Pötzsch 2012). Es gibt neben der gesellschaftlichen Debatte auch eine immense Anzahl an wissenschaftlichen Forschungsarbeiten, die sich mit dem Thema des Geburtenrückgangs und der steigenden Kinderlosigkeit in Deutschland befassen. So hat diese Debatte nicht nur in der Soziologie, auch in der Politik, der Humangeographie und in der Ökonomie Einzug gefunden.
Doch was sind die Gründe dafür, dass insgesamt weniger Kinder geboren werden? Finanzielle Belastungen, fehlende Partner, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, steigende Individualisierung oder fehlende Kinderbetreuung? In der Forschung werden vor allem institutionelle wie auch sozio-kulturelle Gegebenheiten des Individuums als Ursachen für dieses Phänomen betont (Krätschmer-Hahn 2012). Aus sozialwissenschaftlicher Sicht scheint es vor allem wichtig, auf die Ursachen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen einzugehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Überlegungen und Hypothesen
2.1 Ökonomische Theorie der Familie
2.2 Ökonomische Theorie der Fertilität
2.3. Fertilität und Bildungsniveau
2.4 Wertewandel
2.5 Herleitung der Hypothesen
3. Daten
3.1 Datensatzbeschreibung
3.2 Verwendete Variablen und Operationalisierung
4. Empirische Auswertungen
4.1 Anzahl biologischer Kinder
4.2 Kinderlosigkeit
5. Fazit
5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
5.2 Schlussbemerkung
6. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen dem Bildungsniveau von Frauen und ihrem individuellen Fertilitätsverhalten in Deutschland, um zu ergründen, ob eine höhere Bildung tatsächlich mit einer geringeren Geburtenrate korreliert.
- Analyse der ökonomischen Theorie der Familie und Fertilität
- Untersuchung soziologischer Aspekte wie Wertewandel und Individualisierung
- Empirische Auswertung auf Basis des PAIRFAM-Datensatzes
- Vergleich von Kinderanzahl und Kinderlosigkeit nach Bildungsstand
- Diskussion politischer und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen zur Geburtenentwicklung
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Das Thema der Fertilität hat in den letzten Jahren für große Aufmerksamkeit in Deutschland gesorgt. Der Geburtenrückgang, welcher schon seit Mitte der 1960er Jahre zu verzeichnen ist, befindet sich stetig in medialen und politischen Debatten. Im Jahr 2009 sank die durchschnittliche Geburtenziffer in Deutschland mit 1,36 Kinder pro Frau auf ein Rekordtief (Pötzsch 2012). Es gibt neben der gesellschaftlichen Debatte auch eine immense Anzahl an wissenschaftlichen Forschungsarbeiten, die sich mit dem Thema des Geburtenrückgangs und der steigenden Kinderlosigkeit in Deutschland befassen. So hat diese Debatte nicht nur in der Soziologie, auch in der Politik, der Humangeographie und in der Ökonomie Einzug gefunden. Doch was sind die Gründe dafür, dass insgesamt weniger Kinder geboren werden? Finanzielle Belastungen, fehlende Partner, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, steigende Individualisierung oder fehlende Kinderbetreuung? In der Forschung werden vor allem institutionelle, wie auch sozio-kulturelle Gegebenheiten des Individuums als Ursachen für dieses Phänomen betont (Krätschmer-Hahn 2012). Aus sozialwissenschaftlicher Sicht scheint es vor allem wichtig auf die Ursachen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen einzugehen.
Wie ein Damoklesschwert schwebt es über unserer aktuellen Gesellschaft, dass es insbesondere die höheren Schichten, mit zunehmend besser ausgebildeten Frauen sind, die insbesondere zu der steigenden Kinderlosigkeit beitragen. Doch hat die Bildungsexpansion der Frau in Deutschland seit Mitte des 20. Jahrhunderts (Becker 2006) einen so erheblich Einfluss darauf, dass insgesamt weniger Kinder geboren werden? Aus folgendem Anlass also, lautet die Forschungsfrage: „Gibt es in Deutschland einen Zusammenhang zwischen Bildungsniveau der Frau und ihrer Fertilität?“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik des Geburtenrückgangs in Deutschland ein und formuliert die zentrale Forschungsfrage zum Zusammenhang zwischen Bildungsniveau und Fertilität.
2. Theoretische Überlegungen und Hypothesen: Hier werden ökonomische Theorien zur Familie und Fertilität sowie soziologische Erklärungsansätze für den Wertewandel dargestellt, woraus zwei zentrale Hypothesen abgeleitet werden.
3. Daten: In diesem Abschnitt wird der PAIRFAM-Datensatz als methodische Grundlage vorgestellt und die Operationalisierung der relevanten Variablen beschrieben.
4. Empirische Auswertungen: Dieses Kapitel präsentiert die Datenanalyse hinsichtlich der Anzahl biologischer Kinder sowie der Kinderlosigkeit in Abhängigkeit vom Bildungsabschluss.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, bestätigt die Hypothesen und diskutiert gesellschaftspolitische Implikationen zur Förderung der Fertilität.
6. Literatur: Das Verzeichnis listet sämtliche für die Arbeit herangezogene wissenschaftliche Quellen auf.
Schlüsselwörter
Fertilität, Geburtenrückgang, Deutschland, Bildungsniveau, Kinderlosigkeit, PAIRFAM, Opportunitätskosten, Humankapital, Wertewandel, Individualisierung, Akademikerinnen, Familienplanung, Sozialwissenschaften, Bildungsökonomie, Fertilitätsrate
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Zusammenhang zwischen dem Bildungsstand von Frauen und ihrem Fertilitätsverhalten in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die ökonomische Theorie der Familie, der Einfluss von Humankapital, Opportunitätskosten sowie soziologische Wertewandel-Prozesse.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Frage lautet: „Gibt es in Deutschland einen Zusammenhang zwischen Bildungsniveau der Frau und ihrer Fertilität?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine quantitative Analyse, die auf dem PAIRFAM-Datensatz (Panel Analysis of Intimate Relationships and Family Dynamics) basiert, inklusive bivariater Auswertungen und T-Tests.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert empirisch die Kinderanzahl und die Kinderlosigkeit, getrennt nach Schul- und akademischen Bildungsabschlüssen innerhalb verschiedener Geburtskohorten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Fertilität, Opportunitätskosten, Kinderlosigkeit, Bildungsniveau und PAIRFAM.
Warum wird speziell die Kohorte 2 und 3 untersucht?
Diese Kohorten befinden sich in einer Lebensphase, in der Aussagen zum Fertilitätsverhalten (Kohorte 3) oder zum Beginn der Familienplanung (Kohorte 2) möglich sind, während Kohorte 1 für diese Analyse noch zu jung ist.
Bestätigt die Arbeit die Hypothesen?
Ja, beide Hypothesen, dass eine höhere Bildung mit geringerer Fertilität korreliert und höher gebildete Frauen eher kinderlos bleiben, konnten durch die Daten bestätigt werden.
Ist das Ergebnis der Arbeit "dramatisch"?
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass die Ergebnisse zwar den Zusammenhang bestätigen, die oft in den Medien kursierenden "dramatischen" Zahlen (wie 40% kinderlose Akademikerinnen) jedoch nicht durch die vorliegenden Daten gestützt werden.
Welche Empfehlung gibt die Autorin?
Sie empfiehlt, Anreize für Familienplanung bereits während der Studienzeit zu schaffen und den Ausbau von Kinderbetreuungssystemen weiter voranzutreiben.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2013, Fertilität in Deutschland. Der Einfluss der Bildung der Frau auf ihr Fertilitätsverhalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/301939