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Josaphat und Barlaam - Heidnische Theologie und ihre Widerlegung: Die Alten Ägypter

Titel: Josaphat und Barlaam - Heidnische Theologie und ihre Widerlegung: Die Alten Ägypter

Seminararbeit , 2004 , 14 Seiten , Note: 2

Autor:in: Vivien Rößler (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Literatur ist ein Spiegel der Zeit, in der sie verfasst wird, so kann man aus ihr Überzeugungen und Konflikte erarbeiten, sowie u. U. auch die Lebensumstände und Weltanschauungen des Autors reflektieren. Ein signifikantes Thema innerhalb der Literatur des Mittelalters ist die Religion. So auch in Rudolfs von Ems „Barlaam und Josaphat“. Dieses Buch gehört zu den beliebtesten des Mittelalters. Das liegt weniger an der Empfehlung des Eremitenlebens, dargestellt durch den christlichen Einsiedler Barlaam, als vielmehr am Sieg der christlichen Religion über das Heidentum, vermittelt durch den Religionsdisput zwischen Nachor und verschiedenen heidnischen Religionen, u. a. der der Alten Ägypter.

Dieser Diskurs über den Sieg des Christentums, spiegelt die Überzeugung des Autors wider, dass gerade das Christentum die einzig wahre Religion ist. Der universelle Anspruch wird also zur zentralen Aussage des Werkes.

Um dies aufzuzeigen werde ich als erstes die Handlung des Abschnitts kurz wiedergeben. Zum weiteren Verständnis ist es notwendig, einen Abriss über die Geschichte Altägyptens zu liefern, sowie kurz auf die Götter Iris, Osiris, Horus und Typhon (Seth) einzugehen. Da die mythologische Geschichte von „Isis und Osiris“ einen zentralen Punkt der Kritik Nachors ausmacht, werde ich diese in einem weiteren Abschnitt veranschaulichen. Abschließend werde ich die Kritik Nachors an den altägyptischen Gottheiten erläutern und in einem abschließenden Fazit meine These belegen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Inhaltszusammenfassung „Barlaam und Josaphat“, vers 10395 - 10677

3. Das Alte Ägypten – Geschichte

4. Die ägyptischen Götter

4.1. Isis

4.2. Osiris

4.3. Horus

4.4. Seth – Typhon

5. Der Mythos von Isis und Osiris

6. Kritik Nachors an den ägyptischen Göttern

7. Fazit/ Stellungnahme

8. Quellenangabe

Zielsetzung und Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die kritische Auseinandersetzung mit der ägyptischen Mythologie in Rudolf von Ems’ Werk „Barlaam und Josaphat“. Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch den Religionsdisput zwischen Nachor und den Vertretern des heidnischen Ägyptens der universelle Wahrheitsanspruch des Christentums im Mittelalter manifestiert und begründet wird.

  • Analyse des Religionsdisputs in „Barlaam und Josaphat“
  • Darstellung der ägyptischen Götterwelt und Mythologie (Isis, Osiris, Horus, Seth)
  • Untersuchung der christlichen Kritik an Polytheismus und heidnischer Lebensweise
  • Theologischer Universalitätsanspruch des Mittelalters
  • Vergleich zwischen historischem Kontext und literarischer Argumentation

Auszug aus dem Buch

Kritik Nachors an den ägyptischen Göttern

Nachors Kritik an den ägyptischen Göttern beschränkt sich nicht nur auf einen einzelnen Aspekt. Er hat einige Kritikpunkte, an denen er zu belegen sucht, dass diese Götter nicht verehrungswürdig und adorabel sind.

Zum ersten beanstandet Nachor die Menschlichkeit und auch die Sterblichkeit dieser Götter, die in ihrer Lebensweise nichts Göttliches hatten: sie lebten so, wie ihre Anhänger. Und nicht nur das wird kritisiert. In direktem Zusammenhang mit diesem Punkt des Anstoßes findet sich die Vergöttlichung von Menschen, die sich besonders hervorgetan haben. Auch Pharaonen hatten den Status eines Gottes. Sie wurden im „Alten Reich“ oft mit dem Sonnengott Re gleichgesetzt. Oder aber mit dem Falkengott Horus. Die Pharaonen hatten aber nicht nur den Götterstatus, sondern fungierten auch gleichzeitig als Priester. Die gestorbenen Pharaonen, aber auch jeder einfache Bürger, wurden dann (nach ihrem Tod) mit dem Gott Osiris gleichgesetzt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Bedeutung von Religion in der mittelalterlichen Literatur dar und führt in das zentrale Thema des Religionsdisputs in „Barlaam und Josaphat“ ein.

2. Inhaltszusammenfassung „Barlaam und Josaphat“, vers 10395 - 10677: Dieser Abschnitt gibt die Argumentation des Zauberers Nachor wieder, der vor König Avenier die ägyptischen Götter als unzureichend und sündhaft entlarvt.

3. Das Alte Ägypten – Geschichte: Es wird ein kurzer historischer Abriss der Zivilisation des Alten Ägypten gegeben, um das Verständnis für den religiösen Kontext zu schärfen.

4. Die ägyptischen Götter: Eine Einführung in die komplexe Götterwelt, wobei die spezifischen Gottheiten Isis, Osiris, Horus und Seth beleuchtet werden.

5. Der Mythos von Isis und Osiris: Das Kapitel schildert den zentralen Mythos der ägyptischen Religion, der als Angriffspunkt für die spätere Kritik dient.

6. Kritik Nachors an den ägyptischen Göttern: Detaillierte Darlegung der Argumente Nachors gegen den Polytheismus, insbesondere hinsichtlich Sterblichkeit, Sünden und Götzenverehrung.

7. Fazit/ Stellungnahme: Zusammenfassende Bewertung des Disputs und Reflexion über den christlichen Universalitätsanspruch im Vergleich zur historischen Realität.

8. Quellenangabe: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur sowie Internetquellen.

Schlüsselwörter

Barlaam und Josaphat, Rudolf von Ems, Religionsdisput, Ägyptische Mythologie, Christlicher Universalismus, Nachor, Polytheismus, Isis und Osiris, Mittelalterliche Literatur, Religionskritik, Heidentum, Theologie, Götterglaube, Mittelalter

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die kritische Auseinandersetzung mit der ägyptischen Religion innerhalb von Rudolf von Ems’ mittelalterlichem Werk „Barlaam und Josaphat“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen der Religionsdisput, die Darstellung ägyptischer Gottheiten und die Abgrenzung des Christentums gegenüber heidnischen Glaubensvorstellungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie das Werk den christlichen Wahrheitsanspruch durch die rhetorische Entwertung ägyptischer Götter im Disput untermauert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primäre Quellentexte mit historischem Kontext und religionsgeschichtlichen Hintergründen kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine Zusammenfassung des Disputs, eine Einführung in die ägyptische Götterwelt und den Mythos von Isis und Osiris sowie eine detaillierte Ausarbeitung der Kritikpunkte Nachors.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind u.a. „Barlaam und Josaphat“, „Religionsdisput“, „Christlicher Universalismus“, „Ägyptische Mythologie“ und „Religionskritik“.

Warum spielt die Sterblichkeit der Götter für Nachor eine so große Rolle?

Nachor argumentiert, dass echte Göttlichkeit Eigenschaften wie Beständigkeit und Sündlosigkeit erfordert; die ägyptischen Götter, die menschliche Schwächen zeigen und sterben, erfüllen diese Kriterien nicht.

Inwiefern ist der „Disput“ im Buch einseitig?

Die Autorin stellt fest, dass Nachor die ägyptische Seite zwar zu Wort kommen lässt, deren Argumente jedoch sofort durch seine eigene Kritik unterbricht und entwertet, was die Einseitigkeit des christlichen Universalitätsanspruchs unterstreicht.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Josaphat und Barlaam - Heidnische Theologie und ihre Widerlegung: Die Alten Ägypter
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Deutsche und Niederländische Philologie)
Veranstaltung
GK C Rudolf von Ems "Barlaam und Josaphat"
Note
2
Autor
Vivien Rößler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
14
Katalognummer
V30160
ISBN (eBook)
9783638314862
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Josaphat Barlaam Heidnische Theologie Widerlegung Alten Rudolf Barlaam Josaphat
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Vivien Rößler (Autor:in), 2004, Josaphat und Barlaam - Heidnische Theologie und ihre Widerlegung: Die Alten Ägypter, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/30160
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  14  Seiten
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