In der Zeit des Prinzipats, gegründet und nachhaltig geprägt von dem ersten römischen Kaiser Gaius Julius Caesar Octavianus, auch bekannt als Augustus, war die Übergabe der größte Schwachpunkt der neuen Herrschaftsstruktur ein heikler und komplizierter Vorgang. Die vorausgegangen Übergänge zeichneten sich durch eine unübersichtliche Rechtslage sowie Disputen, Rivalitäten und Intrigen, die nicht selten in offene Kämpfe übergingen, aus.
Dies sollte durch das entstehende Adoptionsprinzip verhindert werden, da hierbei der herrschende Kaiser seinen eigenen Nachfolger auswählte und somit den Besten die Herrschaft übertrug. In der hier vorliegenden Seminararbeit wird dieses Prinzip der Adoption genauer untersucht, insbesondere die Adoption Hadrians durch Trajan im Jahre 117 n. Chr. Bei dieser gibt es heute noch viele Spekulationen und Deutungsmöglichkeiten, die hier vorgestellt werden. Grund dafür sind die wenig gesicherten Angaben, da es kaum und wenn nur knappe Quellenzeugnisse aus dieser Zeit und über diesem Herrscherwechsel gibt.
Genutzt wurden die Vita Hadriani aus der Historia Augusta, Cassius Dios Ausführungen und einige Informationen von Aurelius Victor. Es wird versucht, anhand dieser die Frage zu beantworten, ob Trajan letztendlich Hadrian adoptiert hat. Zunächst wird das Adoptionsprinzip genauer beleuchtet. Darauf folgt ein kurzer Einblick in Hadrians Leben und seiner Laufbahn (cursus). Anhand der Quellen werden auch die Vorgänge der Adoption vorgestellt, hierbei die Aussagen der jeweiligen Quelle, daraus folgende Deutungsversuche und mögliche Begründungen, insbesondere auf Hadrian und sein Verhältnis zu Trajan und dessen Frau Plotina wird hier eingegangen.
Als Literatur dienten hier unter anderem das Überblickswerk“ Die Adoptivkaiser“ von Oliver Schipp, „Hadrian – Der rastlose Kaiser“ von Anthony R. Birley sowie das Werk „Hadrian – Sein Leben und seine Zeit“, geschrieben von Stewart Perowne.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Prinzip der Adoption
2.1 Entwicklung der Herrschaftsübertragung
3. Hadrian
3.1 Leben und Laufbahn
3.2 Hadrians Laufbahn
4. Die Adoption Hadrians
4.1 Quellenlage und Deutungsversuche
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit untersucht das Adoptionsprinzip während des römischen Prinzipats, mit einem besonderen Fokus auf die historische Kontroverse um die Adoption Hadrians durch den Kaiser Trajan im Jahr 117 n. Chr. Ziel ist es, die Glaubwürdigkeit der Quellenzeugnisse zu bewerten und zu analysieren, ob Hadrian tatsächlich rechtmäßig adoptiert wurde oder ob seine Machtübernahme durch politische Intrigen gesteuert war.
- Historische Analyse des Adoptionsprinzips in der römischen Kaiserzeit
- Untersuchung der persönlichen Laufbahn und politischen Karriere Hadrians
- Kritische Quellenbewertung der Berichte von Cassius Dio, der Historia Augusta und Aurelius Victor
- Analyse des Einflusses von Kaiserin Plotina und dem Umfeld des Kaisers auf die Nachfolge
- Bewertung der Rolle des Militärs und des Senats beim römischen Herrscherwechsel
Auszug aus dem Buch
Die Adoption Hadrians – Quellenlage und Deutungsversuche
Zur Adoption Hadrians durch Trajan selber gibt es nur äußerst knappe Quellenzeugnisse, denen wir auch nur wenig gesicherte Informationen entnehmen können. Wie bereits erwähnt, äußern sich neben der Vita Hadriani in der Historia Augusta nur noch Cassius Dio und Aurelius Victor zu den Vorgängen bei diesem Herrscherwechsel. Zum Teil widersprechen diese sich noch zusätzlich. Dies beginnt bereits bei der Frage, warum Trajan schlussendlich wieder Richtung Rom reiste, obwohl sein Feldzug gegen die Parther noch nicht beendet war. Aurelius Victor gibt als einzigen Grund dafür an, dass der Senat um Trajans Rückreise gebeten hat. Cassius Dio hingegen gibt bereits hier die angeschlagene Gesundheit Trajans an. Dieser verschlechterte sich, so Cassius Dio, noch weiter. Zumindest erreichte Trajan Rom nicht mehr. Was in den nächsten Tagen geschah, können wir nicht mehr genau klären. Am 9. August 117 n. Chr., so viel wissen wir zumindest sicher, erhielt Hadrian die Nachricht, dass Trajan ihn adoptiert habe. Erst am 11. August, der auch fortan als Hadrians dies imperii, den Beginn seiner Herrschaft, bekannt war, erfuhr man von Trajans Tod. Zugleich riefen die Truppen Hadrian zum neuen Kaiser aus und er erbat nachträglich die Bestätigung durch den Senat sowie die Vergöttlichung Trajans.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Problematik der Herrschaftsnachfolge im Prinzipat ein und erläutert das Ziel der Arbeit, die Adoption Hadrians durch Trajan kritisch zu untersuchen.
2. Prinzip der Adoption: Dieses Kapitel erläutert die historische Entstehung des Adoptionsprinzips als Mittel zur Stabilisierung der Herrschaft und zur Vermeidung von Bürgerkriegen.
3. Hadrian: In diesem Hauptteil wird der Werdegang Hadrians sowie seine militärische und politische Ausbildung ausführlich beleuchtet.
4. Die Adoption Hadrians: Der Abschnitt widmet sich der kritischen Quellenanalyse und den verschiedenen Theorien zur tatsächlichen oder fingierten Adoption Hadrians.
5. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass die Quellenlage keine eindeutige Antwort zulässt und die Wahrnehmung Hadrians durch Zeitgenossen stark von politischen Motiven geprägt war.
Schlüsselwörter
Prinzipat, Hadrian, Trajan, Adoption, Herrschaftsnachfolge, Römisches Reich, Vita Hadriani, Cassius Dio, Historia Augusta, Plotina, Kaiser, Adoptionsprinzip, cursus honorum, imperiale Adoption, Nachfolgeregelung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit dem römischen Prinzipat und der speziellen Frage der kaiserlichen Nachfolgeregelung durch Adoption, konkret am Beispiel des Wechsels von Trajan zu Hadrian.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Felder sind die römische Rechts- und Adoptionspraxis, die politische Laufbahn Hadrians und die Analyse antiker Geschichtsquellen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die historische Plausibilität der Adoption Hadrians zu prüfen, da die antiken Quellen zu diesem Ereignis widersprüchliche Angaben machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer quellenkritischen Analyse. Hierbei werden Texte von Historikern wie Cassius Dio und der Historia Augusta miteinander verglichen und auf ihre Glaubwürdigkeit hin geprüft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des Adoptionsprinzips, die Biografie Hadrians und die detaillierte Untersuchung der Vorgänge um den Tod Trajans im Jahr 117 n. Chr.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Prinzipat, Adoption, Hadrian, Trajan, Quellenkritik, Herrschaftsnachfolge und Plotina.
Wie bewerten die antiken Quellen die Adoption Hadrians?
Die Quellen zeichnen ein geteiltes Bild; während einige die Adoption als legitim darstellen, deuten andere, wie Cassius Dio, auf eine mögliche Intrige durch Plotina und Attianus hin.
War Hadrian eine Wahl des "Besten"?
Der Autor führt aus, dass Hadrians Karriere gezielt auf das Kaiseramt hinführte, was ihn nach der Ideologie des Prinzipats als den "Besten" für das Amt prädestinierte.
Welchen Einfluss hatte Kaiserin Plotina auf die Thronfolge?
Quellen deuten darauf hin, dass Plotina eine treibende Kraft bei der Sicherung der Nachfolge Hadrians war, möglicherweise durch ihre Unterstützung und durch ihren Einfluss auf das Umfeld des Kaisers.
- Quote paper
- Lily Cat (Author), 2015, Kaiser Hadrian und seine Legitimation als Kaiser, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/301445