Erzählen ist wie jede andere Kunstform, die wir Menschen unser Leben lang automatisch und fast täglich betreiben, erst einmal eine instinktive Angelegenheit. Etwas also, was wir triebmäßig, gedankenlos und unwillkürlich tun. Warum instinktiv?
Schüler erzählen den ganzen Tag, sie sprechen miteinander und erzählen, was sie zu Hause alles erlebt haben. Sie erzählen zum Beispiel von der letzten Party, von Filmen, Computerspielen, ... Dem Lehrer erzählen sie Geschichten, wenn es darum geht, zu begründen, warum sie ihre Hausaufgaben nicht machen konnten oder weshalb sie zu spät gekommen sind. Für ihre Eltern halten sie Geschichten bereit, um zu erklären, weshalb sie in einem bestimmten Schulfach keine gute Note erreichen konnten.
Ihre Geschichten setzen sich aus einzelnen Komponenten zusammen, wie zum Beispiel: Handlung, Charaktere/Figuren, Zeit, Ort, Dialog, Perspektive, Szene, erzählerische und sprachliche Elemente. Der Schüler ruft diese Komponenten nicht explizit hervor, wenn es darum geht, etwas zu erzählen, aber er macht es implizit, deswegen sprechen wir auch davon, dass Erzählen zunächst eine instinktive Angelegenheit ist.
Natürlich handelt es sich bei Alltagsgeschichten um gesprochene Worte, dennoch funktionieren sie nach denselben Prinzipien, die schriftliches Erzählen erfordert, da diese Elemente auch in zahlreichen erzählenden Texten vorkommen.
Schon im Prozess des Überlegens, wie der Schüler seine Geschichte erzählen möchte, um eine bestimmte Reaktion zu erzielen, trifft er sehr wohl Entscheidungen bezüglich den eben genannten Elementen. Es findet schon im reinen Erzählen von Geschichten eine Auseinandersetzung mit erzählerischen Elementen statt, sie müssen den Schülern explizit bewusst gemacht und in einen anderen Erzählzusammenhang gebracht werden.
In meinem Referat zum Thema Schriftliches Erzählen habe ich mich mit der Textsorte Kurzgeschichte befasst und möchte in meiner Ausarbeitung auf die wesentlichen Punkte meines Referates eingehen. Zunächst werde ich erläutern, wie man die Textsorte Kurzgeschichte in den Deutschunterricht einbetten kann. Anschließend werde ich auf die Kurzgeschichte einer Schülerin nur kurz eingehen, da der Schwerpunkt meiner Arbeit auf dem nächsten Punkt liegt. Dieser befasst sich mit dem Schreibprozess und möglichen Gesichtspunkten, die dabei aufkommen und erläutert werden sollen. Zum einen soll dargelegt werden, welche Perspektiven Schreiben eigentlich für den Schreiber eröffnet. In einem weiteren P
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Einbettung der Kurzgeschichte in den Deutschunterricht
3. Kurzgeschichte einer Schülerin
4. Reflexion- Schreibprozess
4.1 Subjektperspektive - Der Schreiber
4.2 Schreibprozess und Schreibkompetenz
4.3 Beurteilung und Schreibprodukt
5. Fazit/ Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Potential des schriftlichen Erzählens im Deutschunterricht, insbesondere durch die Auseinandersetzung mit der Textsorte Kurzgeschichte. Ziel ist es, den Schreibprozess als Instrument der Persönlichkeitsentwicklung und zur Förderung der Schreibkompetenz zu beleuchten, wobei ein konkretes Beispiel einer Schülerin als Grundlage für die methodische Diskussion dient.
- Bedeutung des Schreibprozesses für die Persönlichkeitsentwicklung
- Induktives Vorgehen bei der Behandlung von Kurzgeschichten
- Zusammenhang von Schreibkompetenz und verschiedenen Teilkompetenzen
- Die Herausforderung der Leistungsbewertung bei kreativen Schreibprodukten
- Analyse und Vergleich selbstverfasster Kurzgeschichten
Auszug aus dem Buch
4. Reflexion- Schreibprozess
„Der Schreibprozess ist ein umfassender kognitiver und psychomotorischer Prozess, der sich in verschiedene Phasen einteilen lässt. In der ersten Phase plant man einen Text - man sammelt Ideen, ordnet sie und macht sich Gedanken über Struktur und Form. Während Phase zwei beschäftigt man sich mit der eigentlichen Formulierung, und in Phase drei überarbeitet man den verfassten Text.
Demnach sind die drei Phasen des Schreibprozesses folgende:
1. Planung,
2. Formulierung,
3. Überarbeitung.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Erzählen wird als instinktive menschliche Kunstform definiert, die im Deutschunterricht durch die explizite Auseinandersetzung mit erzählerischen Elementen in einen reflektierten Prozess überführt werden sollte.
2. Einbettung der Kurzgeschichte in den Deutschunterricht: Es wird für ein induktives Vorgehen plädiert, bei dem Schüler die Merkmale dieser Textsorte deskriptiv erschließen, anstatt sie deduktiv vorgegeben zu bekommen.
3. Kurzgeschichte einer Schülerin: Dieser Abschnitt stellt eine Schülerarbeit vor, die auf literarischen Vorlagen basiert, und betont die durch den kreativen Prozess sichtbar werdende Schreibkompetenz.
4. Reflexion- Schreibprozess: Eine vertiefende Analyse der kognitiven Phasen des Schreibens, der Bedeutung für das subjektive Bewusstsein und der Definition von Schreibkompetenz sowie der Problematik der Leistungsbewertung.
5. Fazit/ Ausblick: Eine abschließende Betrachtung, die den Wert des Schreibens für die Phantasieentwicklung hervorhebt und Lehrkräfte dazu aufruft, eine inspirierende Atmosphäre fernab von bloßem Notendruck zu schaffen.
Schlüsselwörter
Schriftliches Erzählen, Schreibprozess, Kurzgeschichte, Schreibkompetenz, Deutschunterricht, Kreatives Schreiben, Persönlichkeitsentwicklung, Textsortenbeispiele, Revisionskompetenz, Leistungsbewertung, Subjektperspektive, Schreibdidaktik, Sprachhandeln, Induktives Vorgehen, Schreibmotivation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Ausarbeitung beschäftigt sich mit der didaktischen Bedeutung des schriftlichen Erzählens im Fach Deutsch, wobei der Fokus auf dem Schreibprozess und der Arbeit mit der Textsorte Kurzgeschichte liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit behandelt die kognitiven Phasen des Schreibens, die Förderung der Schreibkompetenz, die Bedeutung des kreativen Schreibens für die Persönlichkeitsentwicklung sowie methodische Ansätze zur Unterrichtsgestaltung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Schüler durch das Schreiben lernen, sich reflektiert mit sich selbst und der Wirklichkeit auseinanderzusetzen, und wie dies didaktisch sinnvoll in den Unterricht integriert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine didaktische Ausarbeitung, die durch eine theoretische Fundierung sowie die Analyse und den Vergleich konkreter Schülerarbeiten (Kurzgeschichten) methodisch gestützt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Einbettung der Kurzgeschichte in den Unterricht, die Vorstellung einer Schülerarbeit sowie eine ausführliche Reflexion des Schreibprozesses hinsichtlich Subjektperspektive, Kompetenzentwicklung und Bewertung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt von Begriffen wie Schreibkompetenz, Kurzgeschichte, Schreibprozess, kreatives Schreiben und didaktische Reflexion.
Warum ist das induktive Vorgehen bei Kurzgeschichten zu bevorzugen?
Ein induktives Vorgehen ermöglicht den Schülern, die Besonderheiten der Textsorte eigenständig zu entdecken, was zu einem tieferen Verständnis führt, als wenn ihnen fertige Auswertungsaspekte nur deduktiv präsentiert werden.
Welche Schwierigkeiten werden bei der Leistungsbewertung kreativer Texte identifiziert?
Die Autorin stellt die Problematik dar, wie man Kreativität objektiv bewerten kann, ohne den Prozess des freien Schreibens zu hemmen und lediglich formale Kriterien oder die reine Anzahl von Elementen zu zählen.
- Arbeit zitieren
- Hala Fattah Ahmad (Autor:in), Hala Ibrahim (Autor:in), 2015, Schriftliches Erzählen. Angebot und Diskussion eines konkreten Unterrichtskonzeptes, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/301410