In der folgenden Hausarbeit soll versucht werden, das Motiv des Doppelgängers in zwei Werken zu vergleichen. Die beiden Werke sind bezüglich der Gattung sehr unterschiedlich. Auf der einen Seite haben wir einen Klassiker aus dem 19. Jahrhundert, die Schauernovelle von Robert Louis Stevenson "Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde" und auf der anderen eine Comic-Reihe des Marvel-Verlags, "Der unglaubliche Hulk" von Stan Lee aus dem Jahre 1962.
Da sich die Werke nicht nur inhaltlich, sondern auch in ihrer Darstellungsform enorm unterscheiden, stellt sich die Frage, in wie weit man das Doppelgänger-Motiv hier überhaupt vergleichen kann.
Zunächst wird das Motiv in der Literatur definiert und anschließend ein kurzer Einblick in das Leben von Robert Louis Stevenson und seine hier behandelte Novelle gegeben. Als nächstes wird der Comic Autor Stan Lee und seine Geschichte des Hulks behandelt.
Daraufhin soll das Motiv des Doppelgängers genauer betrachtet werden, es werden weitere Beispiele der Motivverarbeitung in der Weltliteratur genannt und, daran anknüpfend wird dieses Motiv in den zuvor genannten Werken verglichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Motiv in der Literatur
3. Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde von R. L. Stevenson
3.1 Robert Louis Stevenson
3.2 Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde
4. Der unglaubliche Hulk von Stan Lee
4.1 Stan Lee
4.2 Die Entstehungsgeschichte des Hulks
5. Das Doppelgänger-Motiv im Vergleich
5.1 Das Motiv des Doppelgängers
5.2 Die Umsetzung des Motivs im Vergleich
6. Schlussfolgerung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Hausarbeit verfolgt das Ziel, das Doppelgänger-Motiv durch einen vergleichenden Blick auf zwei gattungsfremde Werke zu analysieren: Robert Louis Stevensons Schauernovelle „Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde“ und die Comic-Reihe „Der unglaubliche Hulk“ von Stan Lee. Dabei wird untersucht, inwieweit das klassische Motiv der Persönlichkeitsspaltung in der modernen Popkultur adaptiert wurde und welche Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede in der Entstehung, Erscheinung und psychologischen Verfassung der Charaktere bestehen.
- Definition und literaturwissenschaftliche Einordnung des Doppelgänger-Motivs
- Biografische und werkgeschichtliche Hintergründe zu Robert Louis Stevenson
- Analyse der Entstehung des „Hulk“-Phänomens durch Stan Lee
- Vergleichende Untersuchung zur Transformation und Verwandlungsmechanik
- Gegenüberstellung der inneren Beweggründe und psychologischen Zustände der Doppelgänger
Auszug aus dem Buch
5.2 Die Umsetzung des Motivs im Vergleich
In Stevensons Novelle Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde wird vor allem psychologisch beschrieben, wie es zur Entstehung des Doppelgängers kommt. Durch den Einsatz einer chemischen Substanz kann er in sich selbst den inneren Bösewicht freisetzen, welcher nun „alle Verbrechen ausübt, gegen die sich Jekyll gesträubt hat.“
„Die Droge selbst hatte kein Unterscheidungsvermögen; sie war weder teuflisch noch göttlich, sie sprengte nur die Tore des Gefängnisses meiner Veranlagung, und gleich den Gefangenen von Phillippi, wurde, was in mir lebte, frei. Zu jener Zeit schlief meine Tugend. Mein Böses, durch Ehrgeiz wachgehalten, saß auf dem Sprung und ergriff behende die Gelegenheit; und das Ding, das so erzeugt wurde, hieß Edward Hyde.“
Nur wird dieses Alter Ego immer stärker und Dr. Jekyll bleibt nichts anderes übrig, als sich selbst das Leben zu nehmen um sich von Mr. Hyde zu befreien. Dr. Jekyll sagt selbst, dass er zeitlebens das Böse in sich unterdrückt hat um ein guter Mensch zu sein. Doch die Eigenschaften waren trotzdem vorhanden, weshalb er Mr. Hyde erschaffen hat. So wollte er auf der einen Seite ein vollkommen guter Mensch sein, ohne das Dunkle in ihm zu unterdrücken. Doch dazu musste er das Schlechte in ihm als Mr. Hyde ausleben.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Themas und der Forschungsfrage, das Doppelgänger-Motiv in einem klassischen literarischen Werk und einem modernen Comic zu vergleichen.
2. Das Motiv in der Literatur: Theoretische Definition des Begriffs „Motiv“ und dessen Abgrenzung zu „Thema“ und „Stoff“ innerhalb der Literaturwissenschaft.
3. Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde von R. L. Stevenson: Einführung in das Leben von Robert Louis Stevenson sowie Zusammenfassung der Handlung seiner berühmten Schauernovelle.
4. Der unglaubliche Hulk von Stan Lee: Biografie des Comic-Autors Stan Lee und detaillierte Schilderung der Entstehungsgeschichte der Hulk-Figur.
5. Das Doppelgänger-Motiv im Vergleich: Analyse und Gegenüberstellung der unterschiedlichen Formen und psychologischen Hintergründe der Persönlichkeitsspaltung in den beiden behandelten Werken.
6. Schlussfolgerung: Fazit der Arbeit, welches die tiefgreifenden Einflüsse Stevensons auf Stan Lee hervorhebt und die bewusste Adaption des Motivs bestätigt.
Schlüsselwörter
Doppelgänger, Schauernovelle, Comic, Robert Louis Stevenson, Stan Lee, Persönlichkeitsspaltung, Transformation, Dr. Jekyll, Mr. Hyde, Hulk, Bruce Banner, Motivforschung, Literaturwissenschaft, Monster, Identitätsstörung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht das literarische Doppelgänger-Motiv in zwei sehr unterschiedlichen Werken: der klassischen Schauernovelle von Stevenson und dem Marvel-Comic „Der unglaubliche Hulk“.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die psychologische Spaltung der Persönlichkeit, die Transformation des Helden in ein monströses Alter Ego und die Frage nach den Beweggründen für destruktives Verhalten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Umsetzung des Doppelgänger-Motivs zu identifizieren und den Einfluss von Klassikern auf die moderne Comic-Literatur aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt einen komparatistischen Ansatz, indem sie Literaturgeschichte und Comic-Analyse kombiniert, um Motive vergleichend gegenüberzustellen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Definition des Doppelgängers, der Charakterisierung von Dr. Jekyll/Mr. Hyde und Bruce Banner/Hulk sowie deren Verwandlungsmechanismen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Doppelgänger, Persönlichkeitsspaltung, Transformation, Literaturvergleich und das Spannungsfeld zwischen Gut und Böse charakterisieren.
Wie unterscheidet sich die Verwandlung von Dr. Jekyll zu der von Bruce Banner?
Jekyll nutzt ein chemisches Elixier und entscheidet sich bewusst für die Verwandlung, während Banner durch einen Unfall mit Gammastrahlen ungewollt transformiert wird.
Inwieweit spielt die „Romantik“ für das Doppelgänger-Motiv eine Rolle?
Die Romantik gilt als wichtige Epoche für die Entwicklung dieses Motivs, da dort erstmals die Vorstellung eines „gebrochenen Persönlichkeitsbewusstseins“ wissenschaftlich und literarisch thematisiert wurde.
Ist der Hulk laut der Autorin ein böser Charakter?
Nein, die Arbeit stellt heraus, dass der Hulk – ähnlich wie das Frankenstein-Monster – im Kern ein „liebenswertes Monster“ sein soll, das trotz seiner Zerstörungskraft oft Gutes im Sinn hat.
- Quote paper
- Lea Behrens (Author), 2013, "Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde" und "Der unglaubliche Hulk". Ein Vergleich des Doppelgänger-Motivs, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/301127