Die Arbeit präsentiert die Resultate einer halbjährigen Aktionsforschung mit einer 2. und 3. Gymnasialklasse in der Schweiz. Ziele der Arbeit waren:
1) Der Unterrichtseinstieg soll sanfter und bestenfalls gar nicht bemerkt werden.
2) In den Geounterricht zu gehen soll mit positiven Gefühlen verbunden werden.
3) Die Klasse soll am Anfang auch auf affektiver Ebene für das Unterrichtsthema aktiviert werden.
Diese Arbeit beschreibt die Methode des Einsatzes von Musik im Übergang der Pausenzeit zur Unterrichtszeit im Fach Geographie. Die Musik erfüllt allgemeinpädagogische Ziele und solche, die konkret mit den Geographiethemen der kommenden Lektion in Verbindung stehen.
Für die Auswertung dienten eigene Beobachtungen und die Rückmeldungen (mittels Fragebogen) durch die Schülerinnen und Schüler. Die Ziele wurden größtenteils erfüllt. Kritik und Verbesserungsvorschläge seitens der Schülerinnen und Schüler halfen, die Methode zu verfeinern und die Unterrichtseinstiege über die Forschungszeit hinaus weiterhin so zu gestalten (Wunsch der Klassen).
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Einbettung
2.1 Unterrichtseinstieg
2.2 Ganzheitliches Lernen
2.3 Suggestopädie und die Wirkung von Musik
3 Konzeption und Methodik
4 Auswertung
4.1 Analyse der Beobachtungen: Indikatoren und Einflussfaktoren
4.2 Analyse der Rückmeldungen aus der Klasse
5 Selbstreflexion und Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht im Rahmen eines Aktionsforschungsprojekts, wie ein bewusster, musikgestützter Unterrichtseinstieg den Übergang von der Pause zum Geografieunterricht an einem Gymnasium erleichtern und die Lernenden affektiv für das Thema aktivieren kann.
- Methodische Gestaltung von Unterrichtseinstiegen zur Atmosphäreoptimierung
- Verbindung von kognitivem und affektivem Lernen durch Musikeinsatz
- Analyse der Wirkung von Musik auf das Wohlbefinden und die Lernmotivation
- Untersuchung von gruppendynamischen Einflüssen bei musikbasierten Einstiegen
- Evaluation der Praxistauglichkeit durch Beobachtung und Schülerbefragung
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Der Unterrichtseinstieg ist entscheidend für den Verlauf einer Lektion und für den Lernerfolg der Klasse. Trotzdem schreiben ihm viele Lehrpersonen wenig Bedeutung zu und fangen den Unterricht wie gewohnt mit Organisation und Vermittlung von Lerninhalten an. Von den Lernenden wird erwartet, dass sie den mentalen und emotionalen Sprung von der Pausenwelt in die Unterrichtswelt machen. Dabei haben sie sich vorher gerade in ein anderes Fach eingearbeitet. Es erstaunt daher kaum, dass Lerninhalte oftmals nur kurz im Gedächtnis bleiben, selbst wenn sie von den Lernenden verstanden und geübt wurden. Die abrupten Wechsel im Rhythmus der Schulglocke unterbrechen nicht nur Unterrichtsgespräche und Pausenaktivitäten sondern auch die mentale und emotionale Welt der Lernenden. Dies kostet Energie, weil es oft als störend wahrgenommen wird. Genervte und andere negative Gefühle sind ungeeignet für den Lernprozess, da die innere Bereitschaft zum Lernen nur ungenügend vorhanden ist. Lernende nehmen die Lektion nur selektiv auf und können neue Inhalte weniger gut verstehen und speichern. Ein durch die Lehrperson bewusster organisierter Unterrichtseinstieg, welcher auf kognitiver und affektiver Ebene ansetzt, dürfte also zur Nachhaltigkeit einer gelernten Lektion beitragen.
Diese Gedanken haben mich im Oktober dazu bewogen, die damit verbundenen Fragen im Aktionsforschungsprojekt des Reflexionsseminars der Pädagogischen Hochschule (FHNW) zu beantworten. Die Beobachtungen erfolgten im Zeitraum zwischen Oktober 2014 und April 2015 statt. Geforscht wurde in einer zweiten und einer dritten Klasse eines Basler Gymnasiums.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz eines bewussten Unterrichtseinstiegs für den Lernerfolg und definiert die Ziele des Aktionsforschungsprojekts.
2 Theoretische Einbettung: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Grundlagen zu Unterrichtseinstiegen, dem Konzept des ganzheitlichen Lernens sowie der suggestopädischen Wirkung von Musik.
3 Konzeption und Methodik: Hier wird das konkrete methodische Vorgehen beschrieben, bei dem Musik vor Lektionsbeginn als Übergangselement und Einstiegshilfe eingesetzt wird.
4 Auswertung: Dieses Kapitel präsentiert die Ergebnisse der durchgeführten Aktionsforschung basierend auf Beobachtungen und Schülerbefragungen.
5 Selbstreflexion und Schlussfolgerungen: Der Schlussteil reflektiert den Erfolg der Methode im Hinblick auf die gesetzten Ziele und formuliert Erkenntnisse für die zukünftige Anwendung.
Schlüsselwörter
Unterrichtseinstieg, Ganzheitliches Lernen, Suggestopädie, Musik im Unterricht, Aktionsforschung, Affektive Ebene, Geografieunterricht, Lernmotivation, Schulatmosphäre, Lernklima, Didaktik, Reflexionsseminar, Schülerbefragung, Methodik, Gruppenmotivation
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie durch das Abspielen von thematisch passender Musik vor Lektionsbeginn ein sanfterer Übergang von der Pause in den Geografieunterricht gestaltet und die Lernbereitschaft gefördert werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder sind die Gestaltung von Unterrichtseinstiegen, ganzheitliches Lernen unter Einbezug von Emotionen sowie die lernpsychologische Wirkung von Musik.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den Unterrichtseinstieg durch Musik „sanfter“ zu gestalten, positive Gefühle gegenüber dem Fach Geografie zu fördern und die Klasse affektiv auf das Unterrichtsthema zu aktivieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine Aktionsforschung durchgeführt, bei der die Lehrperson eigene Beobachtungen dokumentierte und durch systematische Fragebögen Rückmeldungen der Lernenden einholte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Beschreibung der methodischen Konzeption und eine detaillierte Auswertung der Beobachtungen und Schülerbefragungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Unterrichtseinstieg, Suggestopädie, ganzheitliches Lernen, Musikwirkung, affektive Aktivierung und Geografieunterricht.
Warum wurde in der 2. Klasse ein positiverer Effekt wahrgenommen als in der 3. Klasse?
Mögliche Gründe könnten die höhere Reife und das kritischere Hinterfragen der Methode durch die 3. Klässler (teilweise freiwillige Schulzeit) sowie die unterschiedliche thematische Struktur der Geografieinhalte in den jeweiligen Klassen sein.
Welche Rolle spielt das Ritual der Musik für die Lehrperson?
Das Ritual dient dazu, dass sich die Schüler an den Übergang gewöhnen und die Gespräche von selbst leiser werden, was der Lehrperson einen reibungsloseren Lektionsbeginn ermöglicht.
Welche Bedeutung haben die Verbesserungsvorschläge der Lernenden für die Zukunft?
Die Vorschläge, wie das explizite Thematisieren der Lieder oder die Einbeziehung der Schüler bei der Liedauswahl, sind wertvoll, um die Akzeptanz und den affektiven Bezug weiter zu stärken und die Methode effektiver zu gestalten.
- Arbeit zitieren
- Nina Schweizer (Autor:in), 2015, Suggestopädischer Unterrichtseinstieg. Mit Musik in die Geografiestunde, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/300906