In fast allen Bereichen des täglichen Lebens treffen wir auf Konventionen. Mit sozialen Konventionen hat sich David Lewis in seiner Arbeit Conventions beschäftigt. Innerhalb dieser Arbeit hat Lewis eine Definition für Konventionen (in dieser Arbeit sind mit Konventionen stets soziale Konventionen gemeint) entwickelt, die einige Verhaltensregularitäten als Konventionen klassifiziert und andere nicht.
In der vorliegenden Arbeit soll die Frage geklärt werden, ob es sich bei der Tatsache, dass Männer in unserem Kulturkreis Hosen tragen, um eine Konvention im Sinne von David Lewis´ Definition handelt. Dafür wird zunächst Lewis´ Definition vorgestellt. Hier ist wichtig zu erwähnen, dass für diese Arbeit nicht die endgültige Definition in Betracht gezogen wird, sondern eine erste vorläufige Version. Dennoch wird ebenfalls die endgültige Version kurze eine Erläuterung finden. Zum besseren Verständnis der Thematik und der Definition, werden daraufhin mehrere Fachbegriffe erläutert. Im weiteren Verlauf der Arbeit wird schließlich die zentrale Verhaltensregularität – also das Tragen von Hosen was Männer betrifft – auf die Definition angewendet. In einem abschließenden Fazit wird schließlich noch einmal auf die Ausgangsfrage eingegangen. Zudem soll ein kurzer Ausblick klar machen, wie die Antwort auf die zentrale Frage unter Betrachtung der endgültigen Definition aussehen könnte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition von Konventionen nach Lewis
2.1 Erläuterung von Fachbegriffen
3. Erläuterung der Idee hinter der Definition
4. Konventionen als Verhaltensregularitäten – ein Beispiel
4.1 Anwendung des Beispiels auf Lewis´ Definition
5. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht anhand der Definition von David Lewis in seinem Werk "Conventions", ob das Tragen von Hosen durch Männer als soziale Konvention klassifiziert werden kann. Dabei wird insbesondere geprüft, ob diese Verhaltensregularität die notwendigen Kriterien eines Koordinierungsproblems erfüllt.
- Grundlagen der Konventionstheorie nach David Lewis
- Erläuterung zentraler Begriffe wie Koordinierungsproblem, Equilibrium und Erwartungen höherer Ordnung
- Kritische Anwendung der Lewis’schen Kriterien auf das Alltagsbeispiel der männlichen Kleidungswahl
- Gegenüberstellung von vorläufiger und endgültiger Definitionsfassung
Auszug aus dem Buch
4. Konventionen als Verhaltensregularitäten – ein Beispiel
Lewis Definition von Konventionen soll nun auf ein konkretes Beispiel angewendet werden. Dieses bezieht sich auf die Tradition, dass Männer in der Regel Hosen tragen und keine Rocke oder Kleider. Ob damit nach Lewis Definition eine Konvention vorliegt, soll im Folgenden geklärt werden. Da Lewis davon ausgeht, dass mit Konventionen Koordinierungsprobleme gelöst werden, könnte es zunächst von Vorteil sein, zu überprüfen, ob oder in wie Fern bei dieser Verhaltensregularität ein Koordinierungsproblem vorliegt.
Der Definition nach ist ein Koordinierungsproblem dann gegeben, wenn sich Interessen in einer Gruppe überschneiden, es aber verschiedene Alternativen gibt, um zu einem Ergebnis zu gelangen, welches diese Interessen befriedigt. Um das Problem zu lösen würde man nach Lewis so handeln, wie man es erstens auch von den anderen Beteiligten erwarten würde und zweitens, wie man erwartet, was die anderen erwarten würden wie man handelt. Tragen Männer aber Hosen, weil sie von anderen Männern erwarten, dass diese es von ihnen erwarten? Ist es nicht eher der Fall, dass Hosen zunächst aus reinen Zweckgründen (wie zum Schutz vor Kälte oder Beweglichkeit) von Männern getragen wurden und sich diese Konvention schließlich gezwungenermaßen etabliert hat, da anderen Kleidungsstücken etwas weibliches angelastet wurde? Aus diesem Grund könnten Zweifel daran, dass hier ein Koordinierungsproblem vorliegt durchaus berechtigt sein. Auch die Idee hinter Lewis Theorie, wie sie in 3. erläutert wurde, passt somit nicht problemlos zum vorliegenden Beispiel.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema soziale Konventionen ein und definiert die Forschungsfrage, ob das Hosen-Tragen bei Männern eine Konvention nach Lewis darstellt.
2. Definition von Konventionen nach Lewis: In diesem Kapitel wird die initiale Definition von Konventionen nach Lewis sowie die spätere, reformierte Fassung vorgestellt.
2.1 Erläuterung von Fachbegriffen: Es erfolgt eine Klärung der wesentlichen Begrifflichkeiten wie Koordinierungsprobleme, Equilibrium und das Konzept der Erwartungen höherer Ordnung.
3. Erläuterung der Idee hinter der Definition: Dieses Kapitel beschreibt den Prozess, wie aus Koordinierungsproblemen durch Präzedenzfälle und Erwartungsbildung soziale Konventionen entstehen.
4. Konventionen als Verhaltensregularitäten – ein Beispiel: Das Beispiel der männlichen Hosenwahl wird eingeführt und kritisch hinsichtlich der Eignung als Koordinierungsproblem hinterfragt.
4.1 Anwendung des Beispiels auf Lewis´ Definition: Eine detaillierte Analyse der Variablen von Lewis' Definition in Bezug auf das Hosen-Beispiel wird durchgeführt.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Verhaltensregularität unter der vorläufigen Definition nicht als Konvention gelten kann, unter der erweiterten Definition jedoch Potenzial zur Einordnung bestünde.
Schlüsselwörter
David Lewis, soziale Konventionen, Konvention, Koordinierungsproblem, Verhaltensregularität, Equilibrium, Erwartungen höherer Ordnung, Spieltheorie, Sozialphilosophie, Kleidungstradition, Koordination, Handlungsentscheidungen, soziale Normen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der philosophischen Untersuchung sozialer Konventionen basierend auf der Definition von David Lewis.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Definition von Konventionen, das Verständnis von Koordinierungsproblemen und die Anwendung dieser theoretischen Konzepte auf soziale Alltagspraktiken.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Prüfung, ob die Tatsache, dass Männer Hosen tragen, die spezifischen Kriterien für eine Konvention nach David Lewis erfüllt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine analytische Methode angewandt, bei der eine theoretische Definition (Lewis) auf ein praktisches Fallbeispiel übertragen und zergliedert wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsarbeit und die anschließende praktische Anwendung auf die Kleidungswahl von Männern.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Konvention, Koordinierungsproblem, Equilibrium, Erwartungen höherer Ordnung und soziale Regularität.
Warum wird zwischen vorläufiger und endgültiger Definition unterschieden?
Der Autor unterscheidet diese, da Lewis seine Theorie über die Zeit verfeinert hat und die endgültige Fassung Ausnahmen zulässt, die für das Beispiel relevant sind.
Warum könnte das Hosen-Tragen kein Koordinierungsproblem sein?
Der Autor argumentiert, dass das Hosen-Tragen primär aus Zweckgründen entstanden sein könnte und nicht zwingend auf dem Wunsch nach Koordination mit anderen Männern beruht.
Was sind "gehässige Menschen" im Kontext der Theorie?
Der Begriff bezieht sich auf Akteure, die zwar Konformität wünschen, aber gleichzeitig hoffen, dass Minderheiten abweichen, um sich über diese lustig machen zu können.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2014, "Convention" von David Lewis und Männer, die Hosen tragen. Eine Konvention nach seiner Definition?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/300328