Innerhalb dieser Ausarbeitung sollen zunächst inhaltliche Schwerpunkte auf das ethische Selbstverständnis, die Funktion sowie die Profession der Sozialen Arbeit gelegt werden. Konkret wird dabei das ethische Selbstverständnis Sozialer Arbeit erörtert und in Bezug darauf der Wandel dessen unter Berücksichtigung des sozialstaatlichen Paradigmenwechsels, der Ökonomisierung sowie der Dienstleistungsorientierung beschrieben.
Nach einem Zwischenfazit interessiert weiterhin, ob und inwiefern Soziale Arbeit eine Profession darstellt und wodurch die Professionalisierung beeinflusst wird. In Bezug darauf soll konstatiert werden, inwiefern das ethische Selbstverständnis und die Funktion Sozialer Arbeit von diesen Entwicklungen betroffen ist. Abschließend folgt eine perspektivische Konklusion, welche einen positiven und konstruktiven Ausblick auf die Zukunft vermitteln soll.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Terminologie und Wandel des ethischen Selbstverständnisses Sozialer Arbeit
2.1 Wandel der Sozialen Arbeit
2.2 Zum Doppel- und Tripelmandat der Sozialen Arbeit
2.3 Gegenwärtige Bestandsaufnahme
3. Profession sowie Professionalisierung im Kontext des Wandels Sozialer Arbeit
3.1 Auswirkungen auf die Funktion und das ethische Selbstverständnis
3.2 Perspektivischer Ausblick – Chance oder dilemmatische Zustände?
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel des ethischen Selbstverständnisses, der Funktion und der Professionalisierung der Sozialen Arbeit unter dem Einfluss aktueller gesellschaftlicher und ökonomischer Rahmenbedingungen. Ziel ist es, kritisch zu erörtern, wie sich der sozialstaatliche Paradigmenwechsel, die Ökonomisierung und die Dienstleistungsorientierung auf den professionellen Kern der Sozialen Arbeit auswirken und welche Herausforderungen dies für die zukünftige Identität der Profession mit sich bringt.
- Ethisches Selbstverständnis und Menschenrechtsprofession
- Sozialstaatlicher Paradigmenwechsel und Ökonomisierung
- Doppel- und Tripelmandat der Sozialen Arbeit
- Professionalisierungsprozesse und Dienstleistungsorientierung
- Spannungsfeld zwischen fachlichen Standards und ökonomischen Anforderungen
Auszug aus dem Buch
2. Terminologie und Wandel des ethischen Selbstverständnisses Sozialer Arbeit
Die International Federation of Social Workers (IFSW) sowie die International Association of Schools of Social Work (IASSW) konstatieren in ihrem Dokument zur Ethik in der Sozialen Arbeit, dass ein ethisches Bewusstsein elementarer Bestandteil der Praxis Sozialer Arbeit sei und schreiben Sozialer Arbeit definitorisch weiterhin die Funktion zu, Menschen in ihrem Wohlergehen zu stärken. Weiterhin benennen sie Menschenwürde und Menschenrechte sowie soziale Gerechtigkeit als Prinzipien im Kontext des ethischen Selbstverständnisses sowie innerhalb der Praxis Sozialer Arbeit als besonders relevant, um Autonomie und Beteiligung der AdressatInnen zu fördern und negativer Diskriminierung jedweder Art entgegenzuwirken (vgl. IFSW / IASSW 2004: 1-4). Verweist man in diesem Zusammenhang auf Staub-Bernasconis Ausführungen, habe die International Council on Social Welfare (ICSW) bereits in den 1960er Jahren für die zentrale Bedeutung von Menschenrechten plädiert (vgl. Staub-Bernasconi 2006: 8 f.), wodurch geschlussfolgert werden kann, dass es sich bei Sozialer Arbeit in einem modernen Verständnis um eine Menschenrechtsprofession handelt und die Soziale Arbeit auch eine entsprechende Funktion einnimmt. Ein weiterer relevanter Punkt in diesem Kontext ist die fachliche und professionelle Reflexion. Lob-Hüdepohl formuliert: „Ethik in der Sozialen Arbeit reflektiert alle moralischen Orientierungen und normativen Implikationen, die im einzelnen sozialprofessionellen Handeln […] zur Geltung kommen.“ (Lob-Hüdepohl 2011: 257).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die zentralen Themenbereiche wie das ethische Selbstverständnis, die Funktion und die Profession der Sozialen Arbeit vor und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
2. Terminologie und Wandel des ethischen Selbstverständnisses Sozialer Arbeit: Das Kapitel erläutert die normativen Grundlagen und den Wandel der Sozialen Arbeit im Kontext ökonomischer Veränderungen, des Sozialstaats sowie des Doppel- und Tripelmandats.
2.1 Wandel der Sozialen Arbeit: Hier wird der Paradigmenwechsel vom fürsorgenden zum aktivierenden Sozialstaat sowie der Einfluss der Ökonomisierung und Dienstleistungsorientierung auf die Soziale Arbeit analysiert.
2.2 Zum Doppel- und Tripelmandat der Sozialen Arbeit: Dieses Kapitel thematisiert die komplexen Anforderungen und Rollenkonflikte, die sich aus dem Hilfe- und Kontrollauftrag sowie der wissenschaftlichen Fundierung ergeben.
2.3 Gegenwärtige Bestandsaufnahme: Eine zusammenfassende Reflexion über die mehrdimensionale Prägung der Sozialen Arbeit durch Ökonomisierung und ethische Zielkonflikte.
3. Profession sowie Professionalisierung im Kontext des Wandels Sozialer Arbeit: Das Kapitel diskutiert den Status der Sozialen Arbeit als Profession und die Spannungen, die durch externe ökonomische Vorgaben im Professionalisierungsprozess entstehen.
3.1 Auswirkungen auf die Funktion und das ethische Selbstverständnis: Diese Sektion untersucht die Konsequenzen der Ökonomisierung für das Selbstverständnis als Menschenrechtsprofession und das Risiko des Identitätsverlusts.
3.2 Perspektivischer Ausblick – Chance oder dilemmatische Zustände?: Ein Ausblick, der Thesen von Ronald Lutz aufgreift, um Möglichkeiten für eine eigenständige Professionalisierung unter veränderten Bedingungen aufzuzeigen.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Ethisches Selbstverständnis, Professionalisierung, Ökonomisierung, Dienstleistungsorientierung, Menschenrechtsprofession, Doppelmandat, Tripelmandat, Sozialstaat, Aktivierender Sozialstaat, Neue Steuerung, Profession, Soziale Gerechtigkeit, Menschenwürde, Fachliche Identität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Wandel des ethischen Selbstverständnisses, der Funktion und der Professionalisierung der Sozialen Arbeit unter dem Druck ökonomischer und sozialpolitischer Veränderungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind der Wandel zum aktivierenden Sozialstaat, die Ökonomisierung und Dienstleistungsorientierung, die Theorie des Doppel- und Tripelmandats sowie die Frage nach dem Status der Sozialen Arbeit als eigenständige Profession.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie externe Einflüsse das ethische Fundament und die professionelle Identität der Sozialen Arbeit herausfordern und ob eine eigenständige Professionalisierung trotz dieser Zwänge möglich bleibt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der kritischen Auseinandersetzung mit fachwissenschaftlichen Theorien und Diskursen zur Sozialen Arbeit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil beleuchtet terminologische Grundlagen, den Prozess der Ökonomisierung, das Mandatsverständnis sowie die Auswirkungen dieser Dynamiken auf das professionelle Selbstverständnis und die Identität von Sozialarbeitenden.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Professionalisierung, Ökonomisierung, Menschenrechtsprofession, Doppelmandat und das Spannungsfeld zwischen ökonomischer Effizienz und ethischem Handeln.
Wie bewertet die Arbeit den Einfluss des Neuen Steuerungsmodells (NSM)?
Die Arbeit stellt fest, dass das NSM und die damit verbundene Ökonomisierung tiefgreifend in die Arbeitsweisen eingreifen und sowohl Modernisierungsaspekte als auch Deprofessionalisierungstendenzen nach sich ziehen können.
Welchen Stellenwert nimmt das Tripelmandat ein?
Das Tripelmandat dient als Bezugspunkt für die fachliche Identität, da es durch die wissenschaftliche Fundierung und einen eigenen Ethikkodex die Chance auf eine unabhängige und eigenständige Professionalisierung bietet.
- Quote paper
- Dennis Funken (Author), 2015, Der Wandel des ethischen Selbstverständnisses. Funktion, Profession und Professionalisierung der Sozialen Arbeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/299463