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Medien und Sprachverfall. Die Beziehung von Sprache und Neuen Medien

Titel: Medien und Sprachverfall. Die Beziehung von Sprache und Neuen Medien

Hausarbeit , 2012 , 18 Seiten

Autor:in: Niels van der Woude (Autor:in)

Germanistik - Linguistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Seit es Menschen auf der Erde gibt, ist die Sprache ein zentraler Bestandteil der menschlichen Existenz.
Über das Medium der Sprache kann sich der Mensch verständlich machen, seine Emotionen ausdrücken, soziale Kontakte knüpfen, auf kognitiver Ebene sogar Selbstgespräche führen. Eine Gesellschaft ohne Sprache wäre nicht oder nur sehr eingeschränkt funktionsfähig.

Sprache sozialisiert und integriert den Menschen in seinen Lebensraum. Betrachtet man die Vielzahl an verschiedenen Sprachen, die unterschiedlichen Dialekte, die verschiedenen Schriftbilder, sowie phonetische, grammatische oder syntaktische Besonderheiten, so erscheint die menschliche Sprache als ein hochkomplexes Kommunikationssystem.
Mimik, Gestik, erste Laute, Wortfetzen oder Ausrufe entwickeln sich weiter zu vollständigen Sätzen, die den sprachlichen Kommunikationsprozess beginnen lassen. Die menschliche Sprache ist kein starres, unverformbares Gerüst, welches dem zeitlichen Wandel standhält, sondern vielmehr ein gesellschaftliches Phänomen, das ständigem Wandel unterliegt. Sprache entwickelt sich, differenziert sich aus und gibt den Menschen in einer Gesellschaft ihre Identität.

Zu Anfang dieser Arbeit fiel der Begriff des Mediums. Im weiteren Verlauf wird dieser verdeutlicht und in Zusammenhang mit der menschlichen Sprache betrachtet. Schon in der Steinzeit, ca. 30 000 Jahre v.u.Z., lassen sich Zeugnisse medialer Strukturen in Form von Felsmalereien finden (vgl. Böhn & Seidler, 2008, S. 207). Wie die menschliche Sprache, so unterliegen auch das Medium oder die Medien einem ständigen zeitlichen Wandel. In der vorliegenden Arbeit geht es allerdings um Neue Medien, ein Begriff, der noch genauer beschrieben werden soll.

In der heutigen Gesellschaft trifft man auf eine wahre Medienflut. Digitales Fernsehen, Internet und Chat oder neue Mobiltelefone sind nur einige wenige Beispiele für diese mediale Überschwemmung.
Ein Beispiel für den rasanten Wandel im Bereich der Kommunikationsmedien wäre der Vergleich zwischen Zeitung und E-Book. Schlägt man eine Zeitung auf, so ließt man Berichte oder betrachtet bestimmte Bilder. Hat man ein sog. E-Book vor sich liegen, besteht während des Lesens die Möglichkeit ins Internet zu gehen, Musik zu hören oder Bilder zu betrachten. Das E-Book weißt im Vergleich zur Zeitung ein höheres Maß an Multimedialität (Bild, Ton, Text) auf, ein Beweis für die ständige mediale Weiterentwicklung.
Birgt all diese Weiterentwicklung jedoch auch eine negative Seite?


Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Beziehung von Sprache und Neuen Medien

2.1 Sprachentwicklung

2.2 Neue Medien

3 Der Begriff des Sprachverfalls

3.1 Sprachverfall und Neue Medien

3.2 E-Mail Kommunikation

3.3 Chat

3.4 SMS-Kommunikation

4 Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die kritische Debatte darüber, ob die Nutzung neuer Kommunikationsmedien wie E-Mail, Chat und SMS einen negativen Einfluss auf die deutsche Sprache ausübt und zu einem sogenannten Sprachverfall führt. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, ob die durch technologische Bedingungen erzwungenen sprachlichen Anpassungen tatsächlich eine qualitative Minderung der Sprachkompetenz darstellen oder lediglich neue Herausforderungen der heutigen Mediengesellschaft sind.

  • Grundlagen der Sprachentwicklung und des Medienbegriffs
  • Analyse der sprachlichen Besonderheiten in Neuen Medien
  • Untersuchung von E-Mail-Kommunikation und Adjazenzellipsen
  • Charakteristika der Chat-Kommunikation und deren Einflussfaktoren
  • Phänomene der SMS-Kommunikation wie Kürzungen und Akronyme
  • Gegenüberstellung von öffentlicher Sprachkritik und wissenschaftlicher Sichtweise

Auszug aus dem Buch

3.3 Chat

Innerhalb des Internets stellt der Chat eine interaktive Kommunikationsform dar. Sender und Empfänger agieren auf einer „quasi - synchronen“ Ebene, d.h. die Schriftsprache gleicht eher einem mündlichen Gespräch (vgl. Burger, 2005, S. 444). Die Beiträge erscheinen innerhalb von Sekunden auf dem Bildschirm und es gibt praktisch keine zeitliche Verschiebung der Kommunikation.

„Während die hier wiedergegebene Kommunikation grafisch realisiert ist, ist sie konzeptionell nahe an einem mündlichen Gespräch, das primär phatische Funktionen erfüllt.“ (Burger, 2005, S. 444) Betrachtet man die dargestellte Kommunikation lassen sich einige Auffälligkeiten erkennen: Oft werden umgangssprachliche Ausdrücke verwendet. Unvollständige Sätze, die Verwendung von Dialekten, Gesprächspartikel und Interjektionen, sind weitere Merkmale der Chat-Kommunikation (vgl. Burger, 2005, S. 445). Es kann mitunter eine Anlehnung an Jugend- und Slangsprache festgestellt werden.

Groß- und Kleinschreibung scheint eher sekundär und die Interpunktion spielt eine nebengeordnete Rolle. Natürlich muss hier wie so oft, zwischen verschiedenen Chat-Formen („Plauder-Chat“; „Seriöser Chat“) differenziert werden. Ein weiteres Merkmal ist die Verwendung von Akronymen und Emoticons (vgl. Burger, 2005, S. 445). In der Chat-Kommunikation schreibt man nicht habe dich lieb, sondern hdl, ein Akronym, welches aus ökonomisierenden Gründen Verwendung findet. Des Weiteren schreibt man nicht, dass man sich über eine Aussage freut, sondern drück diese Empfindung in Form eines Emoticons aus. Mag man diese Tatsachen als Flüchtigkeitsfehler einer eher informellen, „quasi – synchronen“ Kommunikation abtun, so könnte sich doch auch behaupten lassen, dass unvollständige Sätze, Akronyme oder fehlende Interpunktion zum Sprachverfall beitragen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung von Sprache als zentrales menschliches Phänomen ein und verknüpft diese mit dem medialen Wandel und der populären Debatte um den Sprachverfall durch neue Technologien.

2 Die Beziehung von Sprache und Neuen Medien: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen der Sprachentwicklung sowie den Medienbegriff und setzt diese in den Kontext, wie mediale Umwälzungen unsere Kommunikationsformen und die Sprache selbst beeinflussen.

3 Der Begriff des Sprachverfalls: Es wird die historische Perspektive auf Sprachskepsis aufgezeigt und die moderne Debatte über den Einfluss digitaler Medien auf die Qualität unserer Sprache kritisch hinterfragt.

3.1 Sprachverfall und Neue Medien: Hier werden die Tendenzen untersucht, wie technologische Formate im Internet und der Druck auf Sprachnormen zu Wandelprozessen und hybriden Schriftstrukturen führen.

3.2 E-Mail Kommunikation: Dieses Kapitel thematisiert die Merkmale der elektronischen Korrespondenz, insbesondere den Wegfall förmlicher Anreden und die Nutzung von Ellipsen, die aus der mündlichen Kommunikation bekannt sind.

3.3 Chat: Die interaktive Form des Chats wird als quasi-synchrone Kommunikation analysiert, wobei Merkmale wie Akronyme, Emoticons und die informelle Schreibweise im Fokus stehen.

3.4 SMS-Kommunikation: Es wird untersucht, wie die Beschränkungen der Mobilfunktechnologie zu extrem elliptischen Schreibweisen, Wortneuschöpfungen und einer weiteren Vernachlässigung grammatikalischer Normen führen.

4 Resümee: Das Resümee fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Wissenschaft den Sprachverfall eher als kommunikative Herausforderung denn als Gefahr betrachtet, während fundierte empirische Belege für einen tatsächlichen Sprachverfall weiterhin fehlen.

Schlüsselwörter

Sprachverfall, Neue Medien, Kommunikation, Internet, SMS, Chat, E-Mail, Sprachwandel, konzeptionelle Mündlichkeit, Mediensprache, Ellipsen, Sprachwissenschaft, Schriftlichkeit, Interpunktion, Normabweichung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob der Einsatz von neuen digitalen Kommunikationsmedien wie Internet, Chat und SMS einen negativen Einfluss auf die deutsche Sprache hat und zu einem Sprachverfall führt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themenfelder umfassen die Definition von Sprache und Medien, die historische Entwicklung sprachkritischer Diskurse sowie die linguistische Analyse spezifischer digitaler Kommunikationsformen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die in der Öffentlichkeit häufig geäußerte Sorge vor einem Sprachverfall wissenschaftlich zu prüfen und zu klären, ob technologische Bedingungen tatsächlich zu einer qualitativen Verschlechterung der menschlichen Sprachfähigkeit führen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine theoretische Aufarbeitung bestehender linguistischer Literatur und Positionen sowie auf die Analyse von Kommunikationsphänomenen in E-Mails, Chats und SMS, um die These des Sprachverfalls zu reflektieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen digitalen Kanäle (E-Mail, Chat, SMS) hinsichtlich ihrer Merkmale, wie etwa Ellipsen, Akronyme und die informelle Schreibweise, und setzt diese in Bezug zur aktuellen Sprachkritik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich vor allem durch die Begriffe Sprachverfall, Neue Medien, Mediensprache, konzeptionelle Mündlichkeit und Sprachwandel charakterisieren.

Inwieweit spielt die konzeptionelle Mündlichkeit eine Rolle für die Argumentation?

Die konzeptionelle Mündlichkeit dient dazu, zu erklären, warum digitale Kommunikation oft Merkmale aufweist, die eigentlich mündlichen Gesprächen zugeordnet werden, obwohl sie schriftlich verfasst ist.

Wie unterscheidet sich die wissenschaftliche von der öffentlichen Sichtweise zum Sprachverfall?

Während in der Öffentlichkeit der Wandel oft als defizitär und als Zeichen des Verfalls gewertet wird, betrachtet die Wissenschaft diese Phänomene eher als bewusste Anpassungsleistung und neue kommunikative Herausforderung.

Was lässt sich nach aktuellem Forschungsstand über den Einfluss der SMS auf die Sprache sagen?

Es lassen sich zwar spezifische Verkürzungen und Ellipsen nachweisen, jedoch fehlen bislang empirische Belege, die beweisen, dass diese Form des Schreibens einen dauerhaft negativen Einfluss auf die allgemeine Sprachkompetenz der Nutzer hat.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Medien und Sprachverfall. Die Beziehung von Sprache und Neuen Medien
Hochschule
Technische Universität Darmstadt  (Institut für Sprach- und Literaturwissenschaft)
Autor
Niels van der Woude (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
18
Katalognummer
V299171
ISBN (eBook)
9783656959083
ISBN (Buch)
9783656959090
Sprache
Deutsch
Schlagworte
medien sprachverfall beziehung sprache neuen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Niels van der Woude (Autor:in), 2012, Medien und Sprachverfall. Die Beziehung von Sprache und Neuen Medien, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/299171
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  18  Seiten
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