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Sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe im Liberianischen Bürgerkrieg

Titel: Sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe im Liberianischen Bürgerkrieg

Hausarbeit , 2013 , 22 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Sabine Forkel (Autor:in)

Politik - Allgemeines und Theorien zur Internationalen Politik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Lange Zeit fand das Phänomen der sexualisierten Gewalt in bewaffneten Konflikten kaum Aufmerksamkeit, wurde verschwiegen, verharmlost oder gar negiert. Heute weiß man, dass sexualisierte Gewalt vermutlich in allen größeren Konflikten der Geschichte zum Einsatz kam und bis heute angewendet wird. Dabei wird in vielen Fällen sexualisierte Gewalt aus strategischen Gründen benutzt und auf diese Weise gezielt als Kriegswaffe instrumentalisiert.
Erst in den vergangenen Jahrzehnten wurde im Rahmen von Menschenrechtsdiskursen, den internationalen Abkommen zum Kriegsverbrechen und der Feminismusdebatten begonnen, dieses Thema zu enttabuisieren und zu problematisieren. Eine wichtige Rolle spielte dabei die durch die Ad-hoc-Kriegsverbrechertribunale vorgenommene Aufarbeitung der Bürgerkriege im ehemaligen Jugoslawien 1992 sowie des Genozids in Ruanda 1994. Diese konnten durch Zeugenaussagen einiger Opfer erstmals nachweisen, dass es während der bewaffneten Auseinandersetzungen massenweise zu Vergewaltigungen und erzwungenen Schwangerschaften kam. Beide Tribunale haben mittlerweile zahlreiche bahnbrechende Urteile gefällt und sexualisierte Gewalt unter vielen verschiedenen Verbrechenskategorien erfolgreich angeklagt. Im Zuge dessen wurde sexualisierte Gewalt genauer definiert und unter internationalem Recht als Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gelistet.
Trotzdem wird bis heute das Phänomen sexualisierte Gewalt in seiner individuellen Grausamkeit oft als ein Nebenprodukt bewaffneter Konflikte verstanden. Diese Arbeit hingegen betrachtet sexualisierte Gewalt nicht aus individueller, sondern aus makrosoziologischer Sicht und zeigt die Ausmaße deren Einflussmöglichkeiten in bewaffneten Konflikten am Beispiel des Bürgerkriegs in Liberia auf.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. HISTORISCHER HINTERGRUND

2.1 GRÜNDUNG DES STAATES LIBERIA

2.2 STAATSAUFBAU UND GESELLSCHAFTSPOLITISCHE KONFLIKTE

2.3 DAS REGIME SAMUEL DOE

3. DER LIBERIANISCHE BÜRGERKRIEG – EINE ANALYSE

3.1 VERLAUF

3.2 AKTEURE

3.3 KONFLIKTURSACHEN

3.4 AUSWIRKUNGEN

4. SEXUALISIERTE GEWALT IM LIBERIANISCHEN BÜRGERKRIEG

4.1 BEGRIFFLICHE EINGRENZUNG

4.2 MOTIVE UND AUSWIRKUNGEN SEXUALISIERTER GEWALT

4.3 SEXUALISIERTE GEWALT ALS KRIEGSWAFFE

4.4 FOLGEN FÜR DIE BEVÖLKERUNG

5. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle und Wirksamkeit sexualisierter Gewalt als strategische Kriegswaffe am Beispiel des liberianischen Bürgerkriegs. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sexualisierte Gewalt zur Zerstörung soziokultureller Strukturen und zur Machtdemonstration eingesetzt wurde, um die Bevölkerung gezielt zu schwächen und zu unterwerfen.

  • Historische Genese des liberianischen Staates und gesellschaftspolitische Konfliktlinien
  • Strukturanalyse des liberianischen Bürgerkriegs und seiner zentralen Akteure
  • Makrosoziologische Betrachtung sexualisierter Gewalt als Kriegsinstrument
  • Langzeitfolgen für die Überlebenden und die liberianische Nachkriegsgesellschaft

Auszug aus dem Buch

4.3 Sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe

Während eines bewaffneten Krieges werden die bestehenden Machtstrukturen aufgehoben und das Rechtssystem außer Funktion gesetzt. Innerhalb dieses Rechtsvakuums kommt es unweigerlich zu einer Zunahme und wegen fehlender Sanktionen zu einer „Scheinlegalisierung“ von Gewalt. Ein Grund für Straffreiheit ist die enorme Störung der sozialen Ordnung und der traditionellen Institutionen. Hinzu kommt der Zusammenbruch des Sicherheitssektors, ungeschützte Grenzen und freie, globalisierte Märkte, was zu einem Anwachsen von Menschenhandel und Prostitution führt (Bouta 2005:36, Rehn 2002: 12).

Sexualisierte Gewalt entsteht nicht erst im Krieg. Sie kommt jedoch zu Friedenszeiten hauptsächlich in der häuslichen Sphäre vor, wird vorwiegend an Frauen verübt und basiert nicht unwesentlich auf den kulturellen und traditionellen Genderrollen des Landes. Während bewaffneter Konflikte dringt sexualisierte Gewalt in die öffentliche Sphäre ein und nimmt rasch epidemische Ausmaße an. In Liberia fanden nahezu zu jeder Zeit und an jedem Ort sexualisierte Gewaltanwendungen statt, beispielsweise bei Überfällen von Dörfern, während Geiselnahmen und Inhaftierungen, auf militärischer Seite und auch in Flüchtlingslagern (Bastick 2007: 9).

Der Einsatz sexualisierter Gewalt hatte für die Rebellenführer in Liberia zwei entscheidende Vorteile. Zum einen entwickelt diese Gewaltform eine enorme und langfristige zerstörerische Kraft, zum anderen schürte sie ein Zusammengehörigkeitsgefühl unter den Kämpfern, denn das gemeinsame Ausleben von Brutalität und Macht, beispielsweise bei Massenvergewaltigungen, verbindet und setzt scharfe Grenzen zwischen Freunden und Feinden (Schäfer 2008: 270).

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Einführung in das Phänomen der sexualisierten Gewalt als Kriegswaffe und Erläuterung des Fokus auf die makrosoziologische Perspektive im liberianischen Kontext.

2. HISTORISCHER HINTERGRUND: Darstellung der Gründungsgeschichte Liberias, der sozialen Segregation der Bevölkerung und der politischen Rahmenbedingungen, die zum Regime von Samuel Doe führten.

3. DER LIBERIANISCHE BÜRGERKRIEG – EINE ANALYSE: Analyse des Verlaufs, der beteiligten Akteure, der ökonomischen Ursachen und der verheerenden Auswirkungen des 14-jährigen Konflikts.

4. SEXUALISIERTE GEWALT IM LIBERIANISCHEN BÜRGERKRIEG: Begriffliche Definition sowie Untersuchung der Motive und Folgen sexualisierter Gewalt, insbesondere als strategisches Instrument der Kriegführung.

5. FAZIT: Resümee über die langfristigen gesellschaftlichen Traumata, das Versagen bei der Aufarbeitung der Verbrechen und die Notwendigkeit einer konsequenten strafrechtlichen Verfolgung.

Schlüsselwörter

Sexualisierte Gewalt, Liberianischer Bürgerkrieg, Kriegswaffe, Menschenrechtsverletzungen, Charles Taylor, Samuel Doe, ECOMOG, Traumatisierung, Nachkriegsgesellschaft, Geschlechterrollen, Makrosoziologie, Machtdemonstration, Zivilbevölkerung, Friedensprozess, Aufarbeitung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert sexualisierte Gewalt in bewaffneten Konflikten, wobei der liberianische Bürgerkrieg als spezifisches Fallbeispiel dient, um die Instrumentalisierung von Gewalt zu beleuchten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung Liberias, der Dynamik des Bürgerkriegs, der makrosoziologischen Funktion sexualisierter Gewalt und den langfristigen Auswirkungen auf die Gesellschaft.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, wie sexualisierte Gewalt bewusst zur Zerstörung soziokultureller Strukturen und als Mittel der Machtausübung eingesetzt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche und soziologische Analyse, die auf der Auswertung bestehender Literatur, Berichten von Hilfsorganisationen und historischen Analysen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst die historische Entstehung Liberias, eine detaillierte Konfliktanalyse der Bürgerkriegsphasen und eine tiefgehende Untersuchung der sexualisierten Gewalt im Kriegskontext.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Sexualisierte Gewalt, Bürgerkrieg, Liberia, Kriegswaffe, Machtinstrument und Soziokulturelle Zerstörung.

Welche Rolle spielte Samuel Doe für den Konflikt?

Samuel Doe errichtete ein autoritäres Militärregime, betrieb eine Ethnisierung der Herrschaft zugunsten der Krahn und schuf durch Brutalität und Korruption ein Klima, das den Bürgerkrieg begünstigte.

Warum wird sexualisierte Gewalt als "Kriegswaffe" bezeichnet?

Sie dient nicht sexuellen Bedürfnissen, sondern wird gezielt eingesetzt, um den Feind durch die Erniedrigung seiner Angehörigen zu demütigen, ganze Bevölkerungsgruppen zu vertreiben oder Gebiete zu entvölkern.

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe im Liberianischen Bürgerkrieg
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Gender and Conflict
Note
2,0
Autor
Sabine Forkel (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
22
Katalognummer
V298226
ISBN (eBook)
9783656943525
ISBN (Buch)
9783656943532
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sexualisierte gewalt kriegswaffe liberianischen bürgerkrieg
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sabine Forkel (Autor:in), 2013, Sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe im Liberianischen Bürgerkrieg, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/298226
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  22  Seiten
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