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Zivilreligion in liberalen Demokratien. Eine Notwendigkeit?

Titel: Zivilreligion in liberalen Demokratien. Eine Notwendigkeit?

Seminararbeit , 2013 , 26 Seiten , Note: 1,5

Autor:in: Jaroslav Kostenko (Autor:in)

Politik - Grundlagen und Allgemeines

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Zunächst soll eine Aufklärung und deren Bedeutung über die genannten Sinnsysteme Religion und Zivilreligion erfolgen, unter Berücksichtigung einer Gesellschaft, der paradoxerweise ein sinkender Stellenwert von Religion attestiert wird, aber gleichzeitig ein steigender Trend der Bedeutung von Religion innerhalb der nationalen Öffentlichkeit festgestellt wird. Wie ist diese komplexe Angelegenheit zu deuten? Zudem soll die vorliegende Arbeit als einen Teilbereich der Politikwissenschaft, nämlich im Rahmen der theoretischen Politik, Ansätze verfolgen in denen die Interaktion zwischen politischen System und Religion als politikwissenschaftliche Querschnittsaufgabe gewährleistet und verstanden wird. Am Ende soll die theoretische Frage im Rahmen der theoretischen Politik beantwortet werden, ob die Zivilreligion die ja ein Spannungsverhältnis mit der Politik eingeht, eine notwendige Konstante im liberalen Staate bildet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Bestimmung des Politikbegriffes

2.1. Schnittstelle von Politik und Religion

3. Definition u. Differenzierung von Religion u. Zivilreligion

3.1. Säkularisierung und Religion

4. Rolle der Zivilreligion innerhalb der Demokratie (Niklas Luhmann)

4.1. Was ist Demokratie?

5. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das komplexe Wechselverhältnis von Religion und Politik in liberalen Demokratien. Das primäre Ziel ist es zu ergründen, ob Zivilreligion als Konzept der Gesellschaftsintegration eine notwendige Konstante für das Funktionieren demokratischer Staaten darstellt und wie religiöse Akteure im säkularen Raum partizipieren können.

  • Die Rolle der Religion als Ressource für gesellschaftlichen Zusammenhalt.
  • Die systemtheoretische Einordnung politischer und religiöser Strukturen (u.a. nach Luhmann).
  • Die kritische Auseinandersetzung mit dem Säkularisierungsbegriff und der Privatisierung von Glauben.
  • Die funktionale Bedeutung der Zivilreligion in modernen Demokratien.

Auszug aus dem Buch

Definition u. Differenzierung von Religion u. Zivilreligion

Als aller erstes muss in aller Deutlichkeit erwähnt werden, dass eine Unmenge von Definitionsbegriffen, sowohl von Religion als auch Zivilreligion in der Wissenschaft und in der Alltagssprache, kursieren. Deswegen ist es am Anfang unabdingbar, um des interdisziplinären Charakters Willen, wenn man folgende Vorüberlegung tätigt: Was ist Religion? Wer stellt die Frage? Warum? Mit welchem Interesse? Wer beantwortet die Frage? Religionsvertreter Religionskritiker, Politiker, Juristen/Richter, Bürger, Journalisten, Wissenschaftler? An dieser Vorüberlegung sei bereits im Vorfeld angemerkt, dass es sich um Differenzierung der jeweiligen autonomen Systeme handelt, in denen die jeweiligen Personen sich mit dem Religionsbegriff auseinandersetzen. Mit dieser Vorgehensweise wird eine verallgemeinernde Definition des jeweiligen Religionsbegriffes im Vorfeld ausgeschlossen, der ja sonst unnötigerweise für alle Systeme gleichbedeutend wäre und unserem interdisziplinären Charakter nicht genügen kann.

Was das wissenschaftliche Interesse am Gebrauch des Zivilreligionsbegriffs betrifft, so geht es ihr primär um eine kritische theoretische Auseinandersetzung mit der Zivilreligion. Deshalb soll der Gebrauch des Zivilreligionsbegriffs folgendes für die Wissenschaft leisten:

„(…) sollen die religiös-weltanschaulichen Horizonte aktueller religionspolitischer Auseinandersetzungen erhellt werden und das Bewusstsein für die Dynamik religiöser Diskurse auf dem Feld der Politik geschärft werden. Dabei kommt es besonders darauf an, den Zivilreligionsbegriff so zu fassen, dass er nicht nur Restbestände religiöser Semantiken und religiöser Praktiken bezeichnet.“

Denn wir gehen von der Grundannahme aus, dass die Religion die Moderne überlebt hat, dadurch einen festen Bestandteil in unserer heutigen Zeit darstellt und ihr somit unweigerlich eine aktive Rolle auf dem Feld der Politik zukommt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Identitätsstiftung in der direkten Demokratie ein und beleuchtet das Spannungsfeld zwischen säkularen Systemen und religiösen Einflüssen.

2. Bestimmung des Politikbegriffes: Hier erfolgt eine definitorische Klärung des Politikbegriffs, wobei Politik als soziales Handeln verstanden wird, das auf allgemein verbindliche Entscheidungen ausgerichtet ist.

2.1. Schnittstelle von Politik und Religion: Dieses Kapitel thematisiert die methodische Herangehensweise, Religion als eine sozialwissenschaftliche Querschnittsaufgabe in der Politischen Theorie zu begreifen.

3. Definition u. Differenzierung von Religion u. Zivilreligion: Es wird erörtert, warum eine enge, substantielle Definition von Religion notwendig ist, um die Bedeutung der Zivilreligion als gesellschaftliches Konstrukt wissenschaftlich zu greifen.

3.1. Säkularisierung und Religion: Dieses Kapitel setzt sich kritisch mit den Thesen zur Säkularisierung auseinander und diskutiert, inwiefern Religion in modernen Gesellschaften an Bedeutung verloren hat oder sich transformiert.

4. Rolle der Zivilreligion innerhalb der Demokratie (Niklas Luhmann): Unter Rückgriff auf systemtheoretische Ansätze wird untersucht, wie religiöse Werte in einer funktional differenzierten Demokratie als generalisierte Basis fungieren können.

4.1. Was ist Demokratie?: Hier werden die Grundmerkmale der Demokratie und das Prinzip der Volkssouveränität beschrieben, um den Raum für zivilreligiöse Artikulationen zu bestimmen.

5. Fazit und Ausblick: Das Fazit stellt die Wichtigkeit der Religion als Prozess eines Dialogs um gesellschaftliche Ideale heraus und schließt mit einem Plädoyer für die Relevanz christlicher Ethik für moderne Wertesysteme.

Schlüsselwörter

Zivilreligion, Politik, Religion, Demokratie, Niklas Luhmann, Säkularisierung, Gesellschaftsintegration, Politikwissenschaft, Sozialwissenschaft, Politische Theorie, Volkssouveränität, Werte, Religiöse Diskurse, Öffentlicher Raum, Moderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Spannungsfeld zwischen Religion und Politik in liberalen Demokratien und der Frage, ob Zivilreligion den gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern kann.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Feldern gehören die Definition von Politik und Religion, die Systemtheorie nach Niklas Luhmann, der Prozess der Säkularisierung und das Konzept der Zivilreligion als Integrationsmittel.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu analysieren, ob Zivilreligion eine notwendige Konstante darstellt, um innerhalb liberaler Demokratien trotz zunehmender Säkularisierung ein moralisches Handlungssystem aufrechtzuerhalten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor nutzt einen politikwissenschaftlichen Ansatz der theoretischen Politik, wobei systemtheoretische Konzepte und sozialwissenschaftliche Definitionsansätze zur Anwendung kommen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begriffsklärung von Politik, die Abgrenzung von Religion und Zivilreligion, die Diskussion über Säkularisierungsthesen sowie eine systemtheoretische Analyse der Zivilreligion innerhalb der Demokratie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist primär durch Begriffe wie Zivilreligion, Politik, Säkularisierung, Demokratie, Gesellschaftsintegration und Politische Theorie gekennzeichnet.

Welche Rolle spielt Niklas Luhmann für die Argumentation?

Luhmann dient als theoretische Grundlage, um Politik als funktional differenziertes Teilsystem der Gesellschaft zu begreifen und um das Verhältnis von religiösen Werten und politischen Entscheidungen zu verorten.

Warum wird Papst Franziskus im Kontext der Arbeit erwähnt?

Der Autor nutzt die Äußerungen von Papst Franziskus als kirchliche Stimme, um die Bedeutung moralischer Anerkennung und soziale Ungerechtigkeit in wirtschaftlichen Systemen als Herausforderung für den bürgerlichen Zusammenhalt zu verdeutlichen.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zivilreligion in liberalen Demokratien. Eine Notwendigkeit?
Hochschule
Universität Luzern  (Zentrum für Religion - Wirtschaft - Politik)
Veranstaltung
Masterseminar
Note
1,5
Autor
Jaroslav Kostenko (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
26
Katalognummer
V296095
ISBN (eBook)
9783656945918
ISBN (Buch)
9783656945925
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rolle der Religion Säkularisierung Zivilreligion Zivilgesellschaft Transdisziplinarität Demokratie liberaler Staat Politik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jaroslav Kostenko (Autor:in), 2013, Zivilreligion in liberalen Demokratien. Eine Notwendigkeit?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/296095
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  26  Seiten
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