Reflexion über verschiedene Zugänge und Fragestellungen der Volkskunde/Kulturanthropologie anhand zweier Texte zum Themenfeld „Einführung ins Fach“.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Rahmen
2.1 Definitionen und Begriffserklärungen
2.2 Konzepte der Kulturforschung
3. Alltagskultur und moderne Gesellschaft
3.1 Transformation von Traditionen
3.2 Soziale Problemzonen und Konfliktfelder
4. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit reflektiert die zentralen Zugänge und Fragestellungen der Volkskunde bzw. Kulturanthropologie durch eine vergleichende Analyse der Ansätze von Hermann Bausinger und Wolfgang Kaschuba, um die methodische Neuausrichtung des Faches zu verdeutlichen.
- Kritik an der klassischen, auf Einheitsvorstellungen basierenden Volkskunde.
- Der Wandel des Kulturbegriffs als methodisches Instrument zur Gesellschaftsanalyse.
- Die Rolle des Alltags als Modell historisch geprägter Erfahrungsräume.
- Die Bedeutung aktueller Forschungsfelder wie Geschlechtergeschichte und Subkulturforschung.
- Die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtung kultureller Identitäten.
Auszug aus dem Buch
Die Vieldeutigkeit des Kulturbegriffs
Hermann Bausinger und Wolfgang Kaschuba kritisieren in ihren Aufsätzen die alten Sichtweisen und Probleme in der Forschungstradition der alten Volkskunde. Als ein Leitbegriff wissenschaftlicher Analysen hat man versucht, den Begriff “Kultur” zu definieren. Kaschuba warnt vor der “Vieldeutigkeit des Begriffs [Kultur] und die immer wieder sichtbare Tendenz, kurzerhand alles zur „Kultur” zu erklären, auch als die zentrale Gefahr für das Profil des Faches [Volkskunde]”. (Kaschuba 2003, S. 116) Denn den Begriff “Kultur” zu definieren, erweist sich als schwierig und ist auf theoretischer Ebene nicht fassbar, sondern nur hinreichend erläuterbar. Kaschuba verlangt deshalb die Einsicht, dass Definitionsversuche von Kultur ebensowenig Sinn machen, wie 'Psyche' in der Psychologie. (vgl. Kaschuba 2003, S. 122) Der Kulturbegriff soll als Methode dienen, die Gesellschaft zu erklären und zu verstehen, anstatt nach der Bedeutung des Begriffes zu suchen. (vgl. Kaschuba 2003, S. 124) Bausinger kritisiert hingegen die alte Forschungstradition in der Volkskunde, Kulturelemente einer eng zusammengehörigen Gruppe aufzusuchen und festzuhalten. Die produzierten, beständigen Kulturgüter würden jeweils die Gruppe definieren. (vgl. Bausinger 1987, S. 331) “Es liegt heute auf der Hand, dass diese Auffassung schon an den historischen Formen der Volkskultur vorbeizielte. Vor allem aber zeigt ein unbefangener Blick in die Gegenwart, daß dieser (...) Bezug zwischen einheitlichen Gruppen und den von ihnen hervorgebrachten (...) Kulturgütern nicht der Wirklichkeit entspricht.” (Bausinger 1987, S. 331)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Aufgabenfeld ein und stellt die beiden zentralen Autoren Hermann Bausinger und Wolfgang Kaschuba vor.
2. Theoretischer Rahmen: Das Kapitel befasst sich mit der theoretischen Grundlegung der Kulturforschung und der Kritik an traditionellen Fachbegriffen.
3. Alltagskultur und moderne Gesellschaft: Dieser Abschnitt analysiert die methodischen Herausforderungen bei der Untersuchung gegenwärtiger Lebenswelten und sozialer Dynamiken.
4. Fazit und Ausblick: Hier werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengeführt und die methodischen Anforderungen an moderne Volkskundler hervorgehoben.
Schlüsselwörter
Volkskunde, Kulturanthropologie, Alltagskultur, Kulturbegriff, Bausinger, Kaschuba, Identität, Europäische Ethnologie, Forschungsfelder, Transformation, Sozialgeschichte, Methodik, Kulturforschung, moderne Gesellschaft, Traditionen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Kernbegriffe und Kernaussagen der Volkskunde, indem sie die theoretischen Ansätze von Hermann Bausinger und Wolfgang Kaschuba vergleichend gegenüberstellt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder umfassen die Alltagskulturforschung, die Kritik an veralteten Kulturbegriffen sowie die Auseinandersetzung mit Identitätsbildung in modernen Gesellschaften.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, die notwendige Transformation des Faches von einer traditionellen, auf Einheitsvorstellungen basierenden Volkskunde hin zu einer differenzierten und kritischen Kulturforschung aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse und einen komparativen Ansatz, um Thesen und Argumentationslinien zweier bedeutender Fachvertreter kritisch zu reflektieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der methodischen Abgrenzung gegenüber klassischen Forschungstraditionen, der Definition von Alltag als Modell und der Analyse komplexer kultureller Strukturen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wesentlichen Begriffe sind Volkskunde, Alltagskultur, Kulturbegriff, Identität und Methodenwandel.
Warum warnt Wolfgang Kaschuba davor, alles als Kultur zu definieren?
Kaschuba sieht darin eine Gefahr für das wissenschaftliche Profil des Faches, da ein zu vager Kulturbegriff seine analytische Trennschärfe verliert.
Wie bewertet Hermann Bausinger die Idee einer einheitlichen kulturellen Identität?
Bausinger hält die Suche nach einer einheitlichen Leitidentität für unrealistisch, da sie die Vielschichtigkeit und Widersprüchlichkeit realer Identitäten nicht abbilden kann.
- Arbeit zitieren
- Karolin Kaffenberger (Autor:in), 2011, Einführung in die Volkskunde/Kulturanthropologie, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/296009