Bei der vorliegenden Arbeit handelt es sich um die Anwendung eines Fragebogens zur Belastung und Beanspruchung des Pflegepersonals der Genossenschaft "BGW" bei einem ambulanten Pflegedienst, der auf Beatmungspflege und Pflege bei Demenz spezialisiert ist.
Für diese Studie wurde auf valide und reliable Fragebögen zurückgegriffen, die sich bereits in anderen Studien bewährt haben, weil die Studierenden des Studiengangs Pflegemanagement nicht in die Tiefen empirischer Forschung und Statistik vordringen und es daher problematisch wäre, wenn die Studierenden eigene Fragebögen entwickeln würden.
Durch eine Bachelorarbeit wurde der Autor auf die Toolbox der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) mit einer Auflistung von Fragebögen zur psychischen Belastung von Arbeitnehmern aufmerksam. Der Autor wählte aus dieser Auflistung (vgl. BAuA) die von der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) entwickelten Fragebögen zur Belastung und Beanspruchung des Pflegepersonals aus, da sie sich im Gegensatz zu allgemeiner formulierten Fragebögen ganz spezifisch auf die Situation der Pflegenden beziehen. Aber darüberhinaus berücksichtigen die Fragebögen auch die Spezifika der unterschiedlichen Bereiche der Pflege, denn die Fragebögen liegen inzwischen in vier verschiedenen Varianten für die folgenden Bereiche der Pflege vor:
• ambulante Pflege;
• stationäre Krankenpflege;
• stationäre Altenpflege;
• stationäre Behindertenhilfe
Inhaltsverzeichnis
1 AUSGANGSLAGE, FRAGEN, METHODE, ZIELE
1.1 VORSTELLUNG DES UNTERSUCHTEN BETRIEBS
1.2 FRAGESTELLUNG
1.3 ZUR AUSWAHL DER FRAGEBÖGEN
1.4 ZIELE DER EMPIRISCHEN STUDIE
2 THEORETISCHE GRUNDLAGE: DAS BELASTUNGS-BEANSPRUCHUNGS-KONZEPT
2.1 GESCHICHTE DES BELASTUNGS-BEANSPRUCHUNGS-KONZEPTS
2.2 KLÄRUNG DER BEGRIFFE „BELASTUNG“, „BEANSPRUCHUNG“ UND „SUBJEKTIVE LEISTUNGSVORAUSSETZUNG“
2.3 BEGRIFFSBEZIEHUNGEN
2.4 KRITIK AM BELASTUNGS-BEANSPRUCHUNGS-KONZEPT UND ENTGEGNUNGEN DAZU
2.5 ALTERNATIVEN ZUM BELASTUNGS-BEANSPRUCHUNGS-KONZEPT
2.6 IRREFÜHRENDES IM ABSCHLUSSBERICHT
2.7 RESÜMEE
3 BESCHREIBUNG DER MESSINSTRUMENTE
3.1 FRAGEBOGEN ZUR BELASTUNG
3.2 FRAGEBOGEN ZUR BEANSPRUCHUNG
4 DURCHFÜHRUNG DER STUDIE
4.1 GENEHMIGUNGSVERFAHREN
4.2 VERSAND UND VERTEILUNG DER FRAGEBÖGEN
5. AUSWERTUNG
5.1 UMGANG MIT LÜCKEN
5.2 UMGANG MIT STEREOTYPIE UND WIDERSPRÜCHEN
6 DARSTELLUNG UND DISKUSSION DER ERGEBNISSE
6.1 QUALITATIVE ARBEITSBELASTUNG
6.2 QUANTITATIVE ARBEITSBELASTUNG
6.3 ARBEITSORGANISATION
6.4 SOZIALES ARBEITSUMFELD
6.5 AUßERBERUFLICHE SITUATION
6.6 GESAMTAUSWERTUNG DER BELASTUNGSFRAGEBÖGEN
6.7 BEANSPRUCHUNG
7 EMPFEHLUNGEN ZUR REDUKTION VON BELASTUNG UND BEANSPRUCHUNG
7.1 REDUKTION QUALITATIVER ÜBERLASTUNG
7.2 REDUKTION QUANTITATIVER ÜBERLASTUNG
7.3 VERBESSERUNG DER ARBEITSORGANISATION
7.4 VERBESSERUNG DES SOZIALEN ARBEITSUMFELDES
7.5 VERBESSERUNG DER AUßERBERUFLICHEN SITUATION UND REDUKTION DER BEANSPRUCHUNG
8 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die psychischen Belastungen und Beanspruchungen des Pflegepersonals in einem auf Beatmungspflege und Demenz spezialisierten ambulanten Pflegedienst, um ausgehend von den empirisch erhobenen Ergebnissen konkrete Handlungsempfehlungen für die Leitungsebene abzuleiten.
- Analyse psychischer Belastungsquellen im spezifischen Pflegekontext
- Evaluation der Arbeitsorganisation und des sozialen Arbeitsumfeldes
- Einfluss der außerberuflichen Situation auf das Beanspruchungserleben
- Überprüfung der Eignung des BGW-Belastungs-Beanspruchungs-Konzepts
- Ableitung präventiver Maßnahmen zur Gesundheitsförderung der Mitarbeitenden
Auszug aus dem Buch
1.1 Vorstellung des untersuchten Betriebs
Der in Berlin-Kaulsdorf ansässige „Amethyst Pflegedienst“ ist ein ambulanter Pflegedienst und versorgt Patienten in insgesamt vier Wohngemeinschaften; darüber hinaus ist der Amethyst Pflegedienst für die Pflege einiger Patienten in der häuslichen Umgebung zuständig. In drei der vier Wohngemeinschaften werden beatmungspflichtige Patienten und beatmungsentwöhnte Patienten, die jedoch noch tracheostomiert sind, rund um die Uhr versorgt. In einer weiteren Wohngemeinschaft werden demenziell Erkrankte betreut und gepflegt.
Die Geschäftsleitung, Pflegedienstleitung und Verwaltung des Amethyst Pflegedienstes sind im Juli 2013 von einem Wohnhaus in der Masseltoffstr. 59 (Hinterhaus) nach Alte-Schweden-Str. 23 in 12621 Berlin umgezogen. Die Beatmungs-WGs 1 und 2 sind in der Masseltoffstr. 59 (Vorderhaus/Ärztehaus) untergebracht. Die Beatmungs-WG 3 befindet sich in der Josephstr. 36, die ebenfalls in Kaulsdorf gelegen ist. Die Demenz-WG befindet sich in der Langobarden Allee 80 im Ortsteil Marzahn des Berliner Bezirks Marzahn-Hellersdorf.
Laut MDK-Transparenzbericht vom 23. Mai 2013 versorgte der Amethyst Pflegedienst zu diesem Zeitpunkt 35 Kunden, also 6 Patienten weniger als bei der vorherigen MDK-Prüfung am 20. August 2012. Im August 2013 wurden in WG 1 acht Patienten, in WG 2 neun Patienten und in WG 3 zwei Patienten pflegerisch versorgt.
Da beim Amethyst Pflegedienst sowohl Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen, Fachkrankenpfleger/-innen für Anästhesie und Intensivpflege sowie Operations-/Endoskopiedienst, Altenpfleger/-innen und Pflegehelfer/-innen beschäftigt sind, wird der Einfachheit halber im Folgenden pauschal von den „Pflegenden“ die Rede sein. Die Tab. 1 zeigt, wie viele Pflegende ungefähr in den einzelnen Wohngemeinschaften zum Zeitpunkt der Studie beschäftigt waren. Quelle für diese Zahlen sind im Fall von WG 2, WG 3 und der Demenz-WG Telefonate mit den diensthabenden Pflegenden am 9. August 2013; ergänzt wurden diese Zahlen durch eigene Dienstplansichtung in der Beatmungs-WG 1.
Zusammenfassung der Kapitel
1 AUSGANGSLAGE, FRAGEN, METHODE, ZIELE: Das Kapitel führt in den untersuchten Betrieb ein und definiert die Forschungsfrage sowie die Zielsetzung der empirischen Untersuchung.
2 THEORETISCHE GRUNDLAGE: DAS BELASTUNGS-BEANSPRUCHUNGS-KONZEPT: Hier werden die theoretischen Fundamente, die historische Entwicklung sowie die Abgrenzung zu alternativen Stressmodellen dargelegt.
3 BESCHREIBUNG DER MESSINSTRUMENTE: Dieses Kapitel erläutert die verwendeten Fragebögen zur Erfassung psychischer Belastungen und Beanspruchungen.
4 DURCHFÜHRUNG DER STUDIE: Es wird der zeitliche Ablauf, das Genehmigungsverfahren und die praktische Verteilung der Erhebungsinstrumente beschrieben.
5. AUSWERTUNG: Das Kapitel behandelt das methodische Vorgehen bei der Datenanalyse, inklusive des Umgangs mit lückenhaften Fragebögen und stereotypen Antwortmustern.
6 DARSTELLUNG UND DISKUSSION DER ERGEBNISSE: Hier werden die erhobenen Daten analysiert, interpretiert und mit branchenüblichen Vergleichswerten diskutiert.
7 EMPFEHLUNGEN ZUR REDUKTION VON BELASTUNG UND BEANSPRUCHUNG: Basierend auf den Ergebnissen werden konkrete Maßnahmen zur Optimierung von Belastungssituationen abgeleitet.
8 FAZIT: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, reflektiert kritisch den Studienverlauf und bewertet den Erkenntnisgewinn.
Schlüsselwörter
Ambulante Pflege, Belastung, Beanspruchung, Beatmungspflege, Mitarbeiterbefragung, Pflegemanagement, Arbeitsorganisation, Zeitdruck, psychische Gesundheit, Arbeitszufriedenheit, Personalsituation, Dokumentationsaufwand, BGW, Pflegedienstleitung, Stressbewältigung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht die psychischen Belastungen und das daraus resultierende Beanspruchungserleben des Pflegepersonals in einem spezialisierten ambulanten Pflegedienst, der schwerpunktmäßig Beatmungs- und Demenzpflege anbietet.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Zentrale Themen sind die qualitative und quantitative Arbeitsbelastung, die Arbeitsorganisation, das soziale Arbeitsumfeld innerhalb der Pflegeteams sowie die Auswirkungen der außerberuflichen Situation auf die Mitarbeitenden.
Welches primäre Ziel verfolgt die empirische Untersuchung?
Das Ziel ist es, das Ausmaß der Belastungen empirisch zu ermitteln, kritisch zu diskutieren und daraus konstruktive Empfehlungen für die Pflegedienstleitung abzuleiten, um negative Beanspruchungsfolgen präventiv zu minimieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Studie nutzt die standardisierten Fragebögen der BGW ("BGW miab") zur Erfassung psychischer Belastungen und Beanspruchungen in der Pflege, die dichotom ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Belastungs-Beanspruchungs-Konzepts, die detaillierte Beschreibung der Messinstrumente, die Durchführung der Erhebung, die Auswertung der Daten sowie die umfassende Darstellung und Diskussion der Ergebnisse.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen zählen Belastung, Beanspruchung, Beatmungspflege, Arbeitsorganisation, Zeitdruck, Führungskultur und betriebliche Gesundheitsförderung.
Warum wird im Rahmen der Arbeit der Begriff "Pflegende" pauschal verwendet?
Da der Pflegedienst sehr unterschiedliche Qualifikationen wie Altenpfleger, Gesundheits- und Krankenpfleger sowie Pflegehelfer beschäftigt, wurde zur besseren Lesbarkeit die pauschale Bezeichnung "Pflegende" gewählt.
Wie bewerten die Pflegenden des untersuchten Betriebs das Feedback durch die Leitung?
Die Befragung ergab ein sehr kritisches Bild; insbesondere bei der Rückmeldung über die Qualität der eigenen Arbeit empfanden 100% der Teilnehmenden eine überdurchschnittliche Belastung, was das schlechteste Ergebnis der gesamten Studie darstellt.
- Arbeit zitieren
- Magister Artium Markus Hieber (Autor:in), 2013, Die Belastung und Beanspruchung des Pflegepersonals eines auf Beatmungspflege und Pflege bei Demenz spezialisierten ambulanten Pflegedienstes, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/295551