Zu einem erfolgreichen Personalmanagement zählt der Aufbau einer zu den Unterernehmenszielen passenden Personalstruktur. In der Regel setzt sich diese aus gering qualifizierten Arbeitskräften sowie qualifizierten Fach- und Führungskräften zusammen. Schon durch eine natürliche Fluktuationsrate müssen diese immer wieder neu rekrutiert werden.
In den letzten Jahrzehnten konnte man auf dem deutschen Arbeitsmarkt beobachten, dass - mit Schwankungen - die Nachfrage seitens der Unternehmen nach qualifizierten Fach- und Führungskräften stetig steigt. Gut ausgebildete Mitarbeiter sind ein wichtiger Erfolgsfaktor. Aus volkswirtschaftlicher Sicht lässt sich beobachten, dass es in der Marktwirtschaft konjunkturelle Schwankungen gibt, denen Unternehmen im Laufe der Zeit wiederholt ausgesetzt sind.
In der folgenden Seminararbeit wird ein kurzer Überblick darüber gegeben, wie sich der Arbeitsmarkt in Deutschland zukünftig entwickeln wird und welche Folgen der daraus resultierende Fachkräftemangel mit sich bringt. Weiterhin wird dargestellt, wie das Instrument der Kurzarbeit in einer Krisenphase von Unternehmen eingesetzt werden kann. Der Fachkräftemangel und die Kurzarbeit werden über den Einsatz des Personalmarketing in Verbindung gebracht. Es wird das Dilemma beleuchtet, ob in Hinblick auf den zukünftigen Fachkräftemangel Personalmarketing während Zeiten der Kurzarbeit getätigt werden sollte oder nicht.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Fachkräftemangel in Deutschland
3 Kurzarbeit
3.1 Kurzarbeitergeld
3.2 Auswirkungen auf den Arbeitgeber
4 Personalmarketing
5 Das Dilemma des Personalmarketing zwischen Kurzarbeit und Fachkräftemangel
5.1 Das konstruktive Dilemma des Personalmarketing
5.2 Das dekonstruktive Dilemma des Personalmarketing
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das strategische Dilemma des Personalmarketing im Kontext von Kurzarbeit und Fachkräftemangel. Dabei wird analysiert, ob Unternehmen trotz krisenbedingter Kurzarbeit in Personalmarketing investieren sollten, um langfristig die Wettbewerbsfähigkeit durch die Sicherung qualifizierter Fachkräfte zu gewährleisten.
- Analyse des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels in Deutschland
- Funktionsweise und Auswirkungen des Instruments Kurzarbeit
- Definition und Aufgabenbereiche des modernen Personalmarketing
- Konstruktive und dekonstruktive Dilemmata in der Personalarbeit
- Strategische Abwägung zwischen kurzfristiger Kostenersparnis und langfristiger Mitarbeiterbindung
Auszug aus dem Buch
5.1 Das konstruktive Dilemma des Personalmarketing
Beim konstruktiven Dilemma hat ein Unternehmen die zwei Wahlmöglichkeiten, unter Einfluss von Kurzarbeit und Fachkräftemangel Personalmarketing umzusetzen oder nicht. Ein unerwünschtes Resultat kann sein, dass es dem Unternehmen nicht gelingt, derzeitige Mitarbeiter an sich zu binden oder neue Mitarbeiter zu rekrutieren.
Werden Mitarbeiter während der Kurzarbeit weitergebildet oder entwickelt, so könnten sie diese Reaktion auf die Krise negativ interpretieren, auch wenn sie von der Maßnahme eigentlich profitieren. Sie könnten in den Glauben versetzt werden, die Bildungs- oder Entwicklungsmaßnahme findet deshalb statt, weil sie sich in Kurzarbeit befinden und das Unternehmen von der Maßnahme finanziell profitiert, nämlich dass, wie in der letzten Wirtschaftskrise, die Sozialversicherungsbeiträge von der Bundesagentur für Arbeit übernommen und die Maßnahmen aus dem Europäischen Sozialfond finanziert werden. Die Mitarbeiter stellen keinen Bezug zwischen ihnen selbst und der Maßnahme her. Im schlimmsten Fall nehmen sie physisch an der Maßnahme teil, beteiligen sich aber geistig nicht, frischen ihre Kenntnisse nicht auf, erlangen kein neues Wissen oder entwickeln sich „nur auf dem Papier“. Eine andere Möglichkeit ist, dass der Arbeitnehmer weiterqualifiziert wird und bereits innerlich gekündigt hat. Eine Kündigung seitens des Mitarbeiters bei wirtschaftlich besserer Stellung und Arbeitsangeboten anderer Unternehmen könnte die Folge sein. Das aktuelle Unternehmen macht diesen Mitarbeiter somit „fit für den Wettbewerb“.
Betreibt ein Unternehmen während der Kurzarbeit aktives externes Personalmarketing, so könnte dies bei Bewerbern einen negativen Eindruck hinterlassen. Ein Untenehmen versucht durch das Marketing seine Attraktivität als Arbeitgeber zu steigern. Die zentrale Frage in solch einer Phase ist aber: „Wie attraktiv kann ein Unternehmen in einer Krise sein?“ Bewerber können zwar mit gut gestalteten Arbeitsplätzen, auf sie angepasste Arbeitszeitmodelle und Entwicklungsphasen umworben werden, Zweifel bilden sich dennoch bei Bewerbern, wenn die Kurzarbeit bei ihnen bekannt ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung erläutert die Relevanz der Personalstruktur für den Unternehmenserfolg und stellt die Forschungsfrage nach dem Dilemma des Personalmarketing in Zeiten von Kurzarbeit und Fachkräftemangel.
2 Fachkräftemangel in Deutschland: Dieses Kapitel analysiert die historische Entwicklung der Arbeitslosenzahlen sowie die negativen Auswirkungen des demografischen Wandels auf das zukünftige Erwerbspotenzial in Deutschland.
3 Kurzarbeit: Hier werden die Ursachen von Unternehmenskrisen sowie das Instrument der Kurzarbeit als arbeitsmarktpolitisches Mittel zur Beschäftigungssicherung dargestellt.
3.1 Kurzarbeitergeld: Dieser Unterpunkt erläutert die rechtlichen Voraussetzungen und die Berechnungsgrundlagen für den Anspruch auf Kurzarbeitergeld.
3.2 Auswirkungen auf den Arbeitgeber: Es wird dargelegt, wie die Kurzarbeit Unternehmen finanziell entlastet und welche Rolle die Bundesagentur für Arbeit bei der Übernahme von Sozialversicherungsbeiträgen spielt.
4 Personalmarketing: Dieses Kapitel definiert den Begriff Personalmarketing und beschreibt die Herausforderungen bei der Bindung und Gewinnung von Fachkräften in einem sich wandelnden Umfeld.
5 Das Dilemma des Personalmarketing zwischen Kurzarbeit und Fachkräftemangel: Der theoretische Begriff des Dilemmas wird hier auf die spezifische Entscheidungssituation von Unternehmen zwischen Sparmaßnahmen und Personalakquise übertragen.
5.1 Das konstruktive Dilemma des Personalmarketing: Hier wird analysiert, wie Personalmarketingmaßnahmen während der Kurzarbeit sowohl Chancen als auch Motivationsrisiken für die Belegschaft bergen können.
5.2 Das dekonstruktive Dilemma des Personalmarketing: Dieses Kapitel betrachtet die strategische Notwendigkeit, trotz Krisen in Personalmarketing zu investieren, um langfristige Wettbewerbsnachteile durch Fachkräftemangel zu vermeiden.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die kurzfristigen Kosten des Personalmarketing in der Krise notwendig sind, um langfristig die Wettbewerbsfähigkeit durch die Sicherung von Know-how zu garantieren.
Schlüsselwörter
Personalmarketing, Kurzarbeit, Fachkräftemangel, Personalmanagement, demografischer Wandel, Kurzarbeitergeld, Arbeitgeberattraktivität, Mitarbeiterbindung, Rekrutierung, Wettbewerbsvorteil, Krisenmanagement, Sozialgesetzbuch III, Arbeitsmarkt, Humankapital, Personalführung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der strategischen Herausforderung für Unternehmen, ihr Personalmarketing während krisenbedingter Kurzarbeit aufrechtzuerhalten oder anzupassen, um dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind der Fachkräftemangel in Deutschland, die ökonomischen Hintergründe und Auswirkungen der Kurzarbeit sowie die Rolle des internen und externen Personalmarketing.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, zu klären, ob ein Unternehmen in Zeiten der Kurzarbeit Personalmarketing betreiben sollte, um trotz finanzieller Belastungen die langfristige Sicherung von Fachkräften zu gewährleisten.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Aufarbeitung von Fachliteratur, Statistiken der Bundesagentur für Arbeit und gesetzlichen Rahmenbedingungen, um ein inhaltliches Dilemma zu erörtern.
Welche Inhalte bilden den Kern des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in eine Bestandsaufnahme des Arbeitsmarktes, eine Erläuterung der Kurzarbeit und eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Entscheidungssituation (Dilemma) zwischen kurzfristiger Kostenminimierung und langfristiger strategischer Personalpolitik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind Personalmarketing, Kurzarbeit, Fachkräftemangel, Mitarbeiterbindung und Arbeitgeberattraktivität.
Welche Rolle spielt die Bundesagentur für Arbeit in diesem Kontext?
Die Bundesagentur für Arbeit agiert als wesentlicher Akteur, der durch Kurzarbeitergeld und die teilweise Übernahme von Sozialversicherungsbeiträgen in Krisen stabilisierend auf den Arbeitsmarkt einwirkt.
Wie bewertet die Autorin das Risiko von Personalmarketing während der Kurzarbeit?
Die Autorin weist darauf hin, dass Personalmarketingmaßnahmen bei Mitarbeitern in Kurzarbeit negativ interpretiert werden könnten, wenn die interne Kommunikation nicht transparent ist und Mitarbeiter sich demotiviert fühlen könnten.
Warum ist das "konstruktive Dilemma" für Unternehmen riskant?
Es ist riskant, da gut gemeinte Qualifizierungsmaßnahmen während der Kurzarbeit von der Belegschaft als reine Sparmaßnahme auf ihre Kosten missverstanden werden können, was zu innerer Kündigung führt.
Was ist die zentrale Schlussfolgerung für die Praxis?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Unternehmen trotz der kurzfristigen Kostenbelastung aktives Personalmarketing betreiben müssen, da das Risiko des späteren Fachkräftemangels und der Verlust von wertvollem Humankapital ökonomisch schwerwiegender sind.
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- Catherine Sack (Author), 2012, Zwischen Kurzarbeit und Fachkräftemangel. Ein Dilemma des Personalmarketings?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/295151