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Die "Rabenschlacht" und die Theorie der oralen Dichtung

Titel: Die "Rabenschlacht" und die Theorie der oralen Dichtung

Hausarbeit , 2009 , 19 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Marcus Straubmüller (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Unter dem Begriff der Dietrichepik wird eine Gruppe von epischen Versdichtungen in mittelhochdeutscher Sprache verstanden, deren Held Dietrich von Bern ist. Die Erzählungen fußen auf einer großen Stofftradition aus dem mittel- und nordwesteuropäischen Raum. Die Dietrichsage stellt hierbei, neben der Nibelungensage, wohl den bedeutendsten Komplex der germanischen Heldensage dar. Die Stoffe und Personen der Sagen entstammen der Völkerwanderungszeit und ihren historischen Ereignissen..
Die Geschichten erzählen von blutigen Schlachten, vom heldenhaften Kampf der Helden, ihrem todesmutigem Einsatz, von Sieg und Vernichtung. Im Falle der Dietrichepik diente der Ostgotenkönig Theoderich der Große als Vorlage zur Ausgestaltung des Helden, in ihm lebt die Erinnerung an den 526 verstorbenen König weiter. Über die Jahrhunderte wurde aus der realen Person Theoderich dem Großen der Sagenheld Dietrich von Bern. Aller Wahrscheinlichkeit nach, sind die Texte der Dietrichepik nahezu vollständig im 13. Jahrhundert abgefasst worden, in einer Zeit in der die mündliche Dichtung, trotz der sich weiter ausbreitenden Schriftlichkeit, noch immer präsent war. Diese Arbeit untersucht deshalb, ob sich in einem der Epen, der „Rabenschlacht“, Hinweise auf diese mündliche Tradition finden lassen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Orale und literalisierte Kulturen

3.1 Die homerische Frage

3.2 Parrys These und ihre Folgen

3.3 Merkmale oraler Dichtung

4. Die historische Dietrichepik

4.1 „Dietrichs Flucht“

5. Die „Rabenschlacht“ und die Theorie der oralen Dichtung

5.1 Hinweise auf Mündlichkeit

5.2 Personengestaltung

5.2.1 Dietrich

5.2.2 Hildebrant

5.2.3 Wolfhart

5.3 Beispiele für Epitheta ornantia

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

7.1 Primärliteratur

7.2 Sekundärliteratur

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern sich im mittelhochdeutschen Epos „Rabenschlacht“ Hinweise auf eine mündliche Erzähltradition finden lassen. Dabei wird analysiert, ob das Werk Merkmale oraler Dichtung aufweist oder ob es sich primär um eine bereits schriftlich konzipierte Literatur handelt, die sich lediglich traditioneller Versatzstücke bedient.

  • Vergleich zwischen oralen und literalisierten Kulturen
  • Grundlagen der literaturwissenschaftlichen Oralitätsforschung
  • Analyse von Personengestaltung und Epitheta in der Dietrichepik
  • Untersuchung von Mündlichkeitsmerkmalen (z.B. Formelhaftigkeit, Redundanz, Kataloge)
  • Einordnung der „Rabenschlacht“ als „Dichtung über Heldendichtung“

Auszug aus dem Buch

5.3 Beispiele für Epitheta ornantia

Zu guter Letzt sollen nun einige Beispiele für schmückende Beiwörter im Epos aufgezeigt werden. Wie bereits in erwähnt sind die Beiwörter in oralen Dichtungen, wie den homerischen Epen, oftmals dem Metrum geschuldet und entsprechen nicht immer einer situationsgerechten Bezeichnung der Charaktere. Oddysseus wird in den Epen insgesamt 72 mal als „listenreich“ charakterisiert, Parry deutet an, dies nicht immer der Situation entspricht, sondern er so betitelt wird, da ein anderes Attribut nicht ins Metrum passen würde. Und auch in der „Rabenschlacht“ finden sich Stellen, auf welche sich diese Vermutung übertragen lässt.

Swie gerne iuch behGten ouf der reise alle zit die chunen und die guten chumt es danne in den strit, Owe, so wirt iwer vergezzen, so sit ir tot“, sprach diu vil vermezzen

(Obwohl ich euch gerne beschütze, auf der Reise alle Zeit, die Tapferen und die Guten, wenn es dann zum Kampf kommt. Ach, sonst werdet ihr vergessen, sonst seid ihr tot“, sagte die sehr Tapfere.)

Es drängt sich der Verdacht auf, dass vermezzen (tapfer) hier aufgrund des Reimschemas eingefügt wurde, denn im Normalfall werden nur Männer als tapfer bezeichnet, hier spricht jedoch Etzels Frau Helche. Richard von Premerstein konstatiert, dass der Dichter wohl durch „die Reimnot zu diesem Ausdruck genötigt“ wurde. Ein weiteres Beispiel findet sich in Bezug auf Elsan: Elsan der gute sinen herren ane sach.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Gegenstand der Dietrichepik und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Mündlichkeit des Epos „Rabenschlacht“ im Kontext des Übergangs von oraler zu schriftlicher Kultur.

2. Orale und literalisierte Kulturen: Dieses Kapitel erläutert die fundamentalen Unterschiede zwischen mündlich und schriftlich geprägten Kulturen sowie die Auswirkungen der Schriftlichkeit auf das menschliche Denken und die Wissensspeicherung.

3. Literaturwissenschaftliche Forschung zur oralen Tradition: Hier werden Forschungsansätze zu mündlichen Dichtungen vorgestellt, beginnend bei der homerischen Frage bis hin zu Parrys Thesen über orale Kompositionsmethoden.

4. Die historische Dietrichepik: Es erfolgt eine Einführung in die Sagenwelt und die Hauptwerke der Dietrichepik, wobei der inhaltliche Fokus auf „Dietrichs Flucht“ und „Rabenschlacht“ liegt.

5. Die „Rabenschlacht“ und die Theorie der oralen Dichtung: Das Hauptkapitel untersucht die „Rabenschlacht“ auf konkrete Indizien für Mündlichkeit wie Redundanz, Hyperbolik, Kataloge und die spezifische Ausgestaltung der Heldenfiguren.

6. Fazit: Die abschließende Zusammenfassung bewertet die Ergebnisse und ordnet die „Rabenschlacht“ als ein Werk ein, das zwar mündliche Elemente nutzt, aber als schriftliche Dichtung über die Heldendichtung zu verstehen ist.

7. Literaturverzeichnis: Hier werden sämtliche verwendeten Quellen für Primär- und Sekundärliteratur aufgelistet.

Schlüsselwörter

Dietrichepik, Rabenschlacht, Orale Tradition, Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Heldendichtung, Personengestaltung, Epitheta ornantia, Literaturwissenschaft, Mittelalter, Dietrich von Bern, Formelhaftigkeit, Heldenkataloge, Walter Ong, Oral Poetry

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das mittelhochdeutsche Epos „Rabenschlacht“ auf seine Entstehungsumstände hin, insbesondere unter dem Aspekt der mündlichen Überlieferung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Oralitätsforschung, die Theorie der mündlichen Dichtung nach Ong und Parry sowie die philologische Untersuchung epischer Texte des Mittelalters.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es zu klären, ob die „Rabenschlacht“ als genuin orales Produkt zu betrachten ist oder als ein literarisches Werk, das mündliche Muster lediglich imitiert oder weiterentwickelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die das Epos mit theoretischen Kriterien oraler Dichtung abgleicht und die Struktur des Textes (Verse, Strophen, Kataloge) untersucht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Anwendung der Oralitätstheorie auf die „Rabenschlacht“, inklusive der Analyse von rhetorischen Mitteln wie Hyperbolik, Wiederholungen und der Gestaltung der Heldencharaktere.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen gehören insbesondere Orale Tradition, Dietrichepik, Mündlichkeit, Heldendichtung und Epitheta.

Wie spielt die „Reimnot“ bei der Verwendung von Beiwörtern eine Rolle?

Der Autor argumentiert, dass bestimmte Attribute nicht immer inhaltlich motiviert sind, sondern aufgrund des Reimschemas des Epos gewählt wurden, was als Indiz gegen eine strikte, rein mündliche Komposition gewertet werden kann.

Warum wird die „Rabenschlacht“ als „Dichtung über Heldendichtung“ bezeichnet?

Diese Bezeichnung deutet darauf hin, dass die „Rabenschlacht“ zwar auf traditionellem Sagenstoff und mündlichen Erzähltechniken basiert, diese jedoch bereits in eine schriftliche, literarische Form überführt und produktiv weiterentwickelt hat.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die "Rabenschlacht" und die Theorie der oralen Dichtung
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Deutsches Seminar)
Veranstaltung
Einführung in die Dietrichepik
Note
1,7
Autor
Marcus Straubmüller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
19
Katalognummer
V293123
ISBN (eBook)
9783656903000
ISBN (Buch)
9783656903017
Sprache
Deutsch
Schlagworte
rabenschlacht theorie dichtung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marcus Straubmüller (Autor:in), 2009, Die "Rabenschlacht" und die Theorie der oralen Dichtung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/293123
Blick ins Buch
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