Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, das Risikomanagement vorzustellen und zu systematisieren. Zu diesem Zwecke werden im zweiten Kapitel zunächst Grundlagen vermittelt, um ein theoretisches Fundament zu bilden, indem besonders das Kreditrisiko und das Kreditrisikomanagement näher beleuchtet werden. Im folgenden Kapitel wird der Risikomanagementprozess erläutert und in seine einzelnen Prozesse Risikoidentifikation, Risikomessung sowie Risikosteuerung zerlegt. Diese Arbeit fokussiert als ausgewähltes Instrument der Risikosteuerung die Berechnung des Erwarteten Verlustes als Umsetzung bei der Deutschen Bank. Zum Abschluss erfolgen eine Zusammenfassung und ein Fazit aus den Ergebnissen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Vorgehensweise
2. Die Ausgestaltung des Kreditrisikomanagements bei der Deutschen Bank
2.1 Begriffserklärungen
2.1.1 Bankbetriebliche Risiken
2.1.2 Kreditrisiko
2.1.3 Risikomanagement
2.2 Möglichkeiten und Grenzen der Ausgestaltung des Kreditrisikomanagementsystems
2.2.1 Prinzipien und Prozesse
2.2.2 Risikoidentifikation
2.2.3 Risikomessung
2.2.4 Risikosteuerung- und Vermeidung
3. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit der kritischen Analyse der Ausgestaltung des Kreditrisikomanagements bei der Deutschen Bank. Ziel ist es, die Möglichkeiten und Grenzen der eingesetzten Systeme und Methoden vor dem Hintergrund regulatorischer Anforderungen und ökonomischer Zielkonflikte zu untersuchen.
- Methoden der Kreditrisikoklassifizierung und -steuerung
- Analyse des Modells des "Erwarteten Verlusts" (Expected Loss)
- Regulatorische Rahmenbedingungen wie Basel II und III
- Umgang mit Zielkonflikten zwischen Risiko und Rendite
- Bedeutung der Risikokultur in Finanzinstituten
Auszug aus dem Buch
2.2.2 Risikoidentifizierung
Die Zeitspanne zwischen Erkennen und Eintritt des Risikos sollte im Allgemeinen möglichst groß sein. Für Kreditinstitute folgt daraus die Konsequenz, dass Risiken nicht nur früh wahrgenommen werden sollten, sondern auch rechtzeitig Maßnahmen ergriffen werden müssen.
Das entscheidende Problem bei der Risikoidentifikation liegt meist im Zielkonflikt zwischen einer vollständigen und wirtschaftlich sinnvollen Kreditrisikoidentifikation.
Zunächst wird zur Identifikation eines Kreditrisikos der Einsatz eines Portfoliomodells notwendig. Für die Bank ist es naturgemäß von allergrößtem Interesse zu wissen, wie sich der Wert des Portfolios ändert, wenn sich die Bonität eines oder mehrerer Kontrahenten ändert.
Das Modell kann Wertänderungen eines Kreditportfolios analysieren und zusätzlich wichtige Steuerimpulse zum Beispiel im Hinblick auf eine mögliche Umstrukturierung des Kreditportfolios geben, damit ein vorgegebenes Risikoniveau erreicht wird. Die Schwierigkeit der Kreditrisikomodellierung liegt darin begründet, dass die wesentlichen Modellparameter meist nicht direkt am Markt beobachtbar sind, und dass ein komplexer Zusammenhang zwischen diesen Parametern und der zu modellierenden Größe (potenzieller Verlust) besteht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Bedeutung des Kreditgeschäfts für deutsche Investmentbanken dar und erläutert die Motivation für die Arbeit angesichts der Finanzkrise und regulatorischer Anforderungen.
2. Die Ausgestaltung des Kreditrisikomanagements bei der Deutschen Bank: Dieses Hauptkapitel definiert zentrale Begriffe wie Kreditrisiko und Risikomanagement und analysiert detailliert die Prozesse der Identifikation, Messung und Steuerung sowie die damit verbundenen methodischen Grenzen.
3. Fazit und Ausblick: Hier werden die Ergebnisse zusammengefasst, wobei betont wird, dass das Risikomanagement ein dynamischer Prozess ist, der trotz hochentwickelter Modelle immer einer kritischen Bewertung bedarf.
Schlüsselwörter
Kreditrisiko, Risikomanagement, Deutsche Bank, Eigenkapital, Erwarteter Verlust, Basel III, Risikomodellierung, Portfolioanalyse, Finanzkrise, Bankenaufsicht, Bonitätsprüfung, Kreditlimite, Risikosteuerung, Verlustquote, Ausfallwahrscheinlichkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie die Deutsche Bank ihr Kreditrisikomanagement gestaltet, welche Instrumente sie nutzt und wo die Grenzen der quantitativen Risikomodellierung liegen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den Schwerpunkten zählen die Definition bankbetrieblicher Risiken, die regulatorischen Vorgaben (Basel II/III), die Risikoidentifikation und die Berechnung des Erwarteten Verlusts.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist eine kritische Untersuchung des Risikomanagementsystems der Deutschen Bank, um aufzuzeigen, wie das Institut komplexe Risiken steuert und welche methodischen Herausforderungen dabei bestehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es erfolgt eine deskriptive und analytische Aufarbeitung der Thematik auf Basis von Fachliteratur, Geschäftsberichten der Deutschen Bank und einschlägigen regulatorischen Vorschriften.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung und eine detaillierte Analyse der Prozessschritte: Risikoidentifikation, Messung mittels Portfoliomodellen und Steuerung mittels des Konzepts des Erwarteten Verlusts.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Zentrale Begriffe sind unter anderem Kreditrisiko, Risikomanagement, Erwarteter Verlust, Eigenkapitalunterlegung und Basel-Richtlinien.
Warum spielt das Konzept des "Erwarteten Verlusts" eine so große Rolle für die Deutsche Bank?
Es dient als wichtiges Instrument zur Risikosteuerung und ist Bestandteil der Managementberichterstattung, wobei es hilft, den jährlichen erwarteten Verlust aus Kreditengagements zu quantifizieren.
Welche Schwächen der quantitativen Risikomessung werden in der Arbeit identifiziert?
Die Arbeit weist darauf hin, dass Modelle auf historischen Daten basieren, weshalb sie künftige Ereignisse nicht mit Sicherheit vorhersagen können und ein Risiko der "illusorischen Sicherheit" bergen.
- Arbeit zitieren
- Julia-Anna Hillenbrand (Autor:in), 2014, Die Ausgestaltung des Kreditrisikomanagements bei der Deutschen Bank. Möglichkeiten und Grenzen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/293075