Wittgenstein selbst erklärt das Sprachspiel in den ersten Paragraphen seiner Philosophischen Untersuchungen immer in Abgrenzung zum Augustinischen Bild der Sprache. Deswegen erscheint es sinnvoll sich genau diese Abgrenzungen und Unterschiede zu verdeutlichen um Wittgenstein zu verstehen. Die folgenden Ausführungen widmen sich deshalb in erster Linie den Paragraphen 1 bis 64 der Philosophischen Untersuchungen, denn hier wird der Begriff des Sprachspiels über das Aufzeigen eines unvollständigen Sprachbildes bei Augustinus entwickelt.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. SPRACHBILD BEI AUGUSTINUS
3. SPRACHSPIEL BEI WITTGENSTEIN
4. FAZIT
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegende Differenz zwischen dem von Augustinus vertretenen Sprachbild, das auf einer reinen Gegenstandstheorie beruht, und Ludwig Wittgensteins Konzept des Sprachspiels in seinen "Philosophischen Untersuchungen". Ziel der Analyse ist es, aufzuzeigen, wie Wittgenstein durch die Abgrenzung zum Augustinischen Modell die Bedeutung von Sprache als in Lebensformen eingebettete Tätigkeit und Gebrauch definiert.
- Das Augustinische Sprachbild als Gegenstandstheorie
- Wittgensteins Konzept des Sprachspiels als Sprachform
- Die Bedeutung des Sprachgebrauchs und des Kontexts
- Sprache als unendliche Entwicklung und Tätigkeit
- Die Rolle von Regeln innerhalb von Sprachspielen
Auszug aus dem Buch
SPRACHSPIEL BEI WITTGENSTEIN
Das Wittgenstein das Augustinische Sprachbild negiert geht nicht nur aus dem Titel dieser Hausarbeit hervor, sondern wird gleich in den ersten Paragraphen der Philosophischen Untersuchungen angesprochen. Wittgenstein benutzt die Ausgangsthese von Augustinus, um sein Bild von Sprache zu verdeutlichen.
Doch inwiefern unterscheiden sich Wittgensteins Thesen nun von der Augustinischen “Gegenstandstheorie“? Um die Abgrenzung zum Augustinischen Sprachbild zu verdeutlichen, führt Wittgenstein seine eigene Terminologie ein. Er verwendet den Begriff des Sprachspiels. Er spricht von Sprachspielen als Sprachformen, mit denen ein Kind anfängt, Gebrauch von Wörtern zu machen. In den Philosophischen Untersuchungen im Paragraphen sieben heißt es: „Wir können uns auch denken, dass der ganze Vorgang des Gebrauchs der Worte in (2) eines jener Spiele ist, mittels welcher Kinder ihre Muttersprache erlernen. Ich will diese Spiele, Sprachspiele` nennen und von einer primitiven Sprache manchmal als einem Sprachspiel reden. Und man könnte die Vorgänge des Benennens der Steine und des Nachsprechens des gesagten Wortes auch Sprachspiele nennen.“
Wittgenstein wählt das Wort Spiel im Zusammenhang mit der Sprache, um hier eine Analogie zum tatsächlichen Spiel zu schaffen, um zu zeigen was Sprache für ihn ausmacht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung führt in die Problematik ein, dass Wittgenstein keine explizite Definition seines Sprachspielbegriffs liefert, weshalb eine Abgrenzung zum Augustinischen Sprachbild notwendig ist.
2. SPRACHBILD BEI AUGUSTINUS: Dieses Kapitel erläutert Augustinus’ Theorie, wonach Sprache aus dem Benennen von Gegenständen entsteht und Wörter in einer festen Entsprechung zu Objekten stehen.
3. SPRACHSPIEL BEI WITTGENSTEIN: Hier wird Wittgensteins Gegenentwurf dargelegt, der Sprache als vielfältiges, regelgeleitetes und kontextabhängiges Tätigkeitsfeld begreift.
4. FAZIT: Das Fazit fasst zusammen, dass Sprache bei Wittgenstein nicht als starrer Sprechakt, sondern als in soziale Lebensformen verwobene Sprachpraxis zu verstehen ist.
Schlüsselwörter
Ludwig Wittgenstein, Sprachspiel, Augustin, Sprachbild, Gegenstandstheorie, Sprachgebrauch, Lebensform, Bedeutung, Philosophie, Sprachphilosophie, Regelbefolgung, Sprachpraxis, Philosophische Untersuchungen, Benennen, Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den Übergang vom traditionellen Augustinischen Sprachverständnis hin zu Ludwig Wittgensteins pragmatischem Konzept des Sprachspiels.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind das Benennen von Gegenständen als Sprachursprung, die Metaphorik des Spiels im Sprachgebrauch und die soziale Verankerung der Sprache in Lebensformen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt danach, inwiefern sich Wittgensteins Konzept des Sprachspiels vom Augustinischen Sprachbild unterscheidet und welche Implikationen dies für das Verständnis von Sprache hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine philosophische Textanalyse der Paragraphen 1 bis 64 der „Philosophischen Untersuchungen“ von Ludwig Wittgenstein sowie den Vergleich mit Augustinus' Sprachauffassung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden das Augustinische Sprachbild als „Gegenstandstheorie“ sowie Wittgensteins Sprachspielbegriff, die Rolle des Kontextes und die Bedeutung von Regeln beim Sprachgebrauch detailliert gegenübergestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Sprachspiel, Bedeutung als Gebrauch, Augustin, Gegenstandstheorie, Lebensform und Sprachpraxis.
Warum hält Wittgenstein das Augustinische Sprachbild für unzureichend?
Wittgenstein argumentiert, dass reines Hinweisen auf einen Gegenstand keine eindeutige Bedeutung eines Wortes festlegen kann, da es immer auf den Kontext und die Verwendung ankommt.
Welche Funktion hat die Analogie zum Fußballspiel in der Arbeit?
Die Analogie dient dazu zu verdeutlichen, dass Wörter wie Spielzüge funktionieren, die innerhalb eines festgelegten Systems (Regeln) ihre Bedeutung erst durch ihre spezifische Anwendung erhalten.
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- Master Anke Lamm (Author), 2010, Inwiefern unterscheidet sich Wittgensteins Konzept des Sprachspiels vom Augustinischen Sprachbild?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/292981