Die Untersuchung versucht ein Gesamtbild des deutschen und arabischen Valenzbegriffs darzustellen, in der Hoffnung eine Vereinfachung des Satzbaus und menschliche Kommunikation zu ermöglichen.
Um die Systeme der verschiedenen Sprachen beschreiben zu können bzw. um die verschiedenen Möglichkeiten der Ergänzungen zu unterscheiden, wurde der Valenzbegriff aus der Chemie übernommen und in die Sprachwissenschaft übertragen.
In der Sprachforschung lässt läßt sich demnach seit der Jahrhundertwende eine deutliche Entwicklung des Valenzbegriffs feststellen. Entscheidend dafür war die Annahme, dass es bestimmte Wortklassen gibt, denen ein Ähnliches Verhalten wie das der Atome zugewiesen werden kann. Zu den valenzfähigen Wortklassen zählt vor allem das Verb.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Ansätze über Valenzbegriff im Deutschen
3. Transkription
3.1. Valenz im Arabischen
4. Valenz und Rektion im Deutschen
5. Der Valenzbegriff und Rektion im Arabischen
6. Transitivität und Intransitivität im Deutschen
7. Transitivität und Intransitivität im Arabischen
7.1. Transitive Verben
7.2. Intransitive Verben
8. Ein kurzer Überblick über die Ergänzungsklasse im Deutschen und im Arabischem
8.1. Zur Darstellung der Ergänzungsklasse im Deutschen
8.2. Zur Darstellung der Ergänzungsklasse im Arabischen
9. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, ein komparatives Gesamtbild des Valenzbegriffs im Deutschen und im Arabischen zu entwickeln, um Gemeinsamkeiten und strukturelle Unterschiede in der Ergänzungsklassifizierung aufzuzeigen und so zum Verständnis sprachübergreifender Kommunikationsstrukturen beizutragen.
- Grundlagen des Valenzbegriffs in der Linguistik
- Kontrastive Analyse von Transitivität und Intransitivität
- Systematische Gegenüberstellung der Ergänzungsklassen
- Rolle der Rektion innerhalb der Valenztheorie
Auszug aus dem Buch
4. Valenz und Rektion im Deutschen
Zwischen Valenz und Rektion besteht durchaus ein starker Zusammenhang. Es bestätigt sich die Feststellung von G. Helbig:" Valenz ist eine semantisch-syntaktische Erscheinung, eine Erscheinung, die auf Satzgliedebene lokalisiert und weitgehend semantisch motiviert ist. Rektion ist eine syntaktisch-morphologische Erscheinung, eine auf die Valenz gegründete Abhängigkeitsbeziehung, die syntaktischer Natur ist und morphologische Effekte hat, die auch unterhalb der Satzgliedebene vorkommt, die einzelsprachlich ... und nicht semantisch motiviert ist"
(G. Helbig 1976:144)
Im Deutschen. betrifft die Rektion vor allem die Festlegung der einzelnen Präpositionen (z.B. Präpositionalobjekte) und Kasusformen. Im Falle der Verben bezieht sich die Rektion nur auf die kasusbestimmten Objekte, nicht aber auf andere Satzglieder (Adverbialbestimmungen, Subjekte usw.), die genau wie die kasusbestimmten Objekte durch die Valenz an das Verb gebunden sind.
In diesem Punkt ist der Begriff Rektion zu eng gefasst und auch theoretisch zu wenig reflektiert. Die Valenz ist umfassender; sie schließt folgende Beziehungen ein:
a) Die Beziehung der Kombinierbarkeit syntaktischer Kategorien.
b) Die Beziehung der semantischen Vereinbarkeit.
c) Einen Teil der Rektionsbeziehungen.
Dadurch erweist sich, dass die beiden Kategorien nicht identisch sind und dass die Rektion im Vergleich zur Valenz als enger gefasst ist.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Untersuchung legt das Ziel dar, ein Gesamtbild der Valenztheorie in beiden Sprachen zu entwerfen, um den Satzbau und die Kommunikation zu vereinfachen.
2. Theoretische Ansätze über Valenzbegriff im Deutschen: Hier werden die chemischen Ursprünge des Valenzbegriffs sowie verschiedene linguistische Auffassungen, etwa von Eisenberg oder Erben, diskutiert.
3. Transkription: In diesem Abschnitt wird das methodische Inventar zur lautlichen Umschrift der arabischen Konsonanten und Vokale tabellarisch dargelegt.
4. Valenz und Rektion im Deutschen: Das Kapitel differenziert zwischen Valenz als semantisch-syntaktischem Konzept und Rektion als eng gefasster, morphosyntaktischer Abhängigkeit.
5. Der Valenzbegriff und Rektion im Arabischen: Es wird untersucht, wie klassische arabische Grammatiker wie Sibawayh bereits früh Konzepte der Valenz und der Rektionskraft beschrieben haben.
6. Transitivität und Intransitivität im Deutschen: Diese Begriffe werden anhand ihrer syntaktischen Kriterien und der Regierungsfähigkeit von Akkusativobjekten definiert.
7. Transitivität und Intransitivität im Arabischen: Die Arbeit analysiert die arabische Klassifikation, unterteilt in transitive Verben mit direktem Objektbezug und intransitive Verben.
8. Ein kurzer Überblick über die Ergänzungsklasse im Deutschen und im Arabischem: Ein systematischer Vergleich der verschiedenen Arten von Satzgliedergänzungen in beiden Sprachsystemen.
9. Schluss: Das Fazit stellt fest, dass trotz Übereinstimmungen keine absolute Kongruenz zwischen den Sprachen besteht, was für Lernende Herausforderungen birgt.
Schlüsselwörter
Valenz, Rektion, Transitivität, Intransitivität, Ergänzungsklasse, deutsche Grammatik, arabische Grammatik, Sprachvergleich, Kontrastive Linguistik, Syntax, Verbvalenz, Akkusativobjekt, Satzbau, Morphologie, Linguistische Theorie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer kontrastiven Untersuchung des Valenzbegriffs im Deutschen und im Arabischen, um die strukturellen Ähnlichkeiten und Unterschiede in der Satzbildung zu analysieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Die zentralen Themen sind die theoretische Herleitung der Valenz, die Definition von Transitivität und Intransitivität sowie die systematische Gegenüberstellung der Ergänzungsklassen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptziel ist es, ein besseres Verständnis für die Valenzstrukturen zu schaffen, um Lernenden bei der Vermeidung von Bedeutungsfehlern durch eine klare Systematisierung zu unterstützen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Es wird eine kontrastive Analyse angewandt, die linguistische Modelle beider Sprachen gegenüberstellt und durch konkrete Beispiele untermauert.
Was behandelt der Hauptteil der Publikation?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Definitionen, die Analyse der Rektion, die Klassifizierung von Verben nach ihrer Transitivität und eine detaillierte Gegenüberstellung der Ergänzungsklassen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit maßgeblich?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Verbvalenz, Rektion, Ergänzungsklasse und Kontrastive Linguistik geprägt.
Wie unterscheidet sich die Rektion von der Valenz laut der Arbeit?
Während die Valenz als umfassendes semantisch-syntaktisches Konzept betrachtet wird, ist die Rektion auf syntaktisch-morphologische Beziehungen beschränkt und wird als enger gefasst wahrgenommen.
Welche Besonderheit weist das Arabische in Bezug auf Ergänzungsklassen auf?
Die Untersuchung stellt fest, dass es im Arabischen keine direkten Ergänzungsklassen für Genitiv und Dativ gibt, was eine zentrale Differenz zum deutschen System darstellt.
- Arbeit zitieren
- P. H Hamid Baalla (Autor:in), 2015, Valenz in der deutschen und der arabischen Linguistik, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/292642