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Zur Funktion des Schleiers in Novalis "Die Lehrlinge zu Sais"

Titel: Zur Funktion des Schleiers in Novalis "Die Lehrlinge zu Sais"

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2014 , 28 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Marcus Straubmüller (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Lehrlinge sind Novalis’ erstes größeres Prosawerk, das in den Jahren 1798/99 entsteht, letztlich jedoch Fragment bleibt und erst 1802 postum veröffentlicht wird. Als literarischer Bezugspunkt dient ihm die Auseinandersetzung mit Goethes Werk „Wilhelm Meister“, die ihn wohl darin bestärkt selbst auf dem Gebiet des Romans tätig zu werden. Das große Thema des Romans ist die Relation zwischen Naturerkenntnis und Selbsterkenntnis im Menschen. Entscheidend für das Verhältnis dieser beiden Erkenntnisweisen ist die Funktion des Schleiers,der bei Novalis zur Schnittstelle zwischen Mensch und Gottheit wird. Getrenntes wird durch ihn aufs Neue zu einer Einheit verfugt, bei der die einzelnen Elemente dieser Einheit, trotzdem in ihrer Differenz erhalten bleiben. Der ‚Schleier des Novalis‘ als Symbol der Poesie, welche wiederum zum ‚Symbol der Darstellung des Heiligen’ weitergedacht werden kann, besitzt somit eine eigene poetologisch-ästhetische Qualität. Diese wird anhand eines Vergleiches mit Schillers Ballade "Das Bild der verschleierten Göttin zu Sais" exemplifiziert und mit den theoretischen Ausführungen zur romantischen Mythopoetik in Beziehung gesetzt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historische Vorbedingungen der Neuen Mythologie

2.1 Die Verzeitlichung der Welt

2.2 Die Entzauberung der Welt

3. Die Neue Mythologie als progressive Universalpoesie

3.1 Das Konzept der Neuen Mythologie

3.2 Progressive Universalpoesie

4. Der Mythos von Sais in Antike und Moderne

5. Die Metaphorik des Schleiers bei Schiller und Novalis

5.1 Friedrich Schiller „Das Bild der verschleierten Göttin zu Sais“

5.2 Die Poetik des Schleiers in Novalis’ „Die Lehrlinge zu Sais“

5.2.1 Novalis Romanfragment „Die Lehrlinge zu Sais“

5.2.2 Die Schleier-Poesie des Novalis

5.3 Vergleich der Schleiermetaphorik Schillers und Novalis’

6. Resümee

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Bedeutung der Schleiermetaphorik bei Friedrich Schiller und Novalis im Kontext der frühromantischen Mythopoetik. Dabei wird analysiert, wie der Isis-Mythos und die Metapher des Schleiers genutzt werden, um auf die durch die Aufklärung ausgelöste Sinnkrise und Entzauberung der Welt zu reagieren und eine neue, integrierende Literaturform zu etablieren.

  • Historische und philosophische Bedingungen der romantischen Mythopoetik
  • Die Funktion des Mythos als Mittel zur Überwindung der Entzauberung der Welt
  • Analyse der Schleiermetaphorik in Schillers „Das Bild der verschleierten Göttin zu Sais“
  • Untersuchung der Poetik des Schleiers in Novalis’ „Die Lehrlinge zu Sais“
  • Vergleichende Analyse der erkenntnistheoretischen Funktion des Schleiers

Auszug aus dem Buch

5.2.2 Die Schleier-Poesie des Novalis

Mit einem Verweis auf den befreundeten Theologen Friedrich Schleiermacher schreibt Novalis in seiner Europa-Rede, dieser habe „einen neuen Schleier für die Heilige gemacht, der ihren himmlischen Gliederbau anschmiegend verrät und, sie doch züchtiger, als ein anderer verhüllt.“ Im weiteren Verlauf schildert Novalis die Funktion des Schleiers in Bezug auf die Jungfrau:

Der Schleier ist für die Jungfrau, was der Geist für den Leib ist, ihr unentbehrliches Organ dessen Falten die Buchstaben ihrer süßen Verkündigung sind; das unendliche Faltenspiel ist eine Chiffern-Musik, denn die Sprache ist der Jungfrau zu hölzern und zu frech, nur zum Gesang öffnen sich ihre Lippen.

Dieses, im Zitat angesprochene, vieldeutige Spiel „zwischen Maskerade und Nacktheit, Opazität und Diaphanie“, das Novalis hier durch den ‚Schleier‘ ausdrückt, offenbart bereits die Vielschichtigkeit des Textes, für den die Textilie des Schleiers als Chiffre steht. Hieran lässt sich bereits erkennen, wie eminent wichtig dieses „poetologische Requisit“ für das Hardenbergsche Denken ist. Der Schleier der Jungfrau als Metapher bricht Dualismen auf und vermittelt zwischen ihnen. Was ehemals in der Zweidimensionalität der Fläche auftrat, wird zur Dreidimensionalität des Raumes transformiert. Das „unendliche Faltenspiel“ ist hinsichtlich des darunter liegenden Körpers nicht nur reproduktiv, es bringt vielmehr „etwas genuin Neues hervor.“ Der Schleier wird folglich zu einer Schnittstelle, „wo sich Innenwelt und Außenwelt berühren.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die literarische Epoche der Romantik sowie Vorstellung der zentralen Forschungsfrage zur romantischen Mythopoetik und der Bedeutung der Schleiermetaphorik.

2. Historische Vorbedingungen der Neuen Mythologie: Analyse des gesellschaftlichen Wandels durch die Aufklärung, gekennzeichnet durch die ‚Verzeitlichung‘ und ‚Entzauberung‘ der Welt.

3. Die Neue Mythologie als progressive Universalpoesie: Erörterung des romantischen Programms, das den Mythos als Mittel zur Wiederherstellung von Einheit und zur Überwindung der Sinnkrise begreift.

4. Der Mythos von Sais in Antike und Moderne: Betrachtung der Ursprünge und des Wandels des Isis-Mythos sowie der Bedeutung der ‚nackten‘ versus der ‚verhüllten‘ Wahrheit.

5. Die Metaphorik des Schleiers bei Schiller und Novalis: Detaillierte Untersuchung der Funktion des Schleiers als poetologische Metapher in den Werken von Schiller und Novalis.

6. Resümee: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse zur erkenntnistheoretischen Funktion des Schleiers als Vermittler und Symbol der romantischen Poetik.

Schlüsselwörter

Romantik, Neue Mythologie, progressive Universalpoesie, Aufklärung, Entzauberung der Welt, Isis-Mythos, Schleiermetaphorik, Friedrich Schiller, Novalis, Die Lehrlinge zu Sais, Wahrheit, Mythopoetik, Symbolik, Erkenntnistheorie, Subjektivität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit analysiert die Bedeutung der Schleiermetaphorik in den Werken von Friedrich Schiller und Novalis innerhalb der Epoche der Frühromantik.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Konzepte der ‚Neuen Mythologie‘, die Reaktion der Romantik auf die aufklärerische ‚Entzauberung der Welt‘ sowie die poetologische Funktion des Schleier-Motivs.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Ziel ist es zu klären, welche poetologisch-ästhetische Funktion der ‚Schleier der Göttin‘ einnimmt und wie dieser zur Überwindung der durch die Aufklärung verursachten Sinnkrise beiträgt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die philosophische Kontexte (z.B. Vernunftkritik) mit einer close-reading-artigen Interpretation literarischer Texte verknüpft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der historischen Herleitung der Neuen Mythologie, der Definition der progressiven Universalpoesie, der antiken Wurzeln des Isis-Topos sowie der vergleichenden Analyse der Schleiermetaphorik bei Schiller und Novalis.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind Mythopoetik, Schleiermetaphorik, progressive Universalpoesie, Erkenntnisweisen und die Differenz zwischen Schiller und Novalis in der Deutung des Isis-Mythos.

Wie unterscheidet sich Schillers Interpretation des Schleier-Motivs von der Novalis’?

Während der Schleier bei Schiller eher als schützende Grenze fungiert, die den Menschen vor einer für ihn nicht erträglichen Wahrheit bewahrt, wird er bei Novalis zum permeablen Medium, das eine Vermittlung zwischen Innenwelt und Außenwelt sowie eine ganzheitliche Harmonie ermöglicht.

Welche Bedeutung kommt dem ‚Märchen von Hyazinth und Rosenblüte‘ zu?

Dieses Märchen dient als zentrales Beispiel in Novalis’ „Die Lehrlinge zu Sais“, um die Transformation des Schleiers von einem statischen Hindernis hin zu einem dynamischen, erkenntnisstiftenden Element und einer ‚Chiffren-Musik‘ zu illustrieren.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zur Funktion des Schleiers in Novalis "Die Lehrlinge zu Sais"
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Deutsches Seminar)
Veranstaltung
Hauptseminar: Mythologie der Romantik
Note
1,3
Autor
Marcus Straubmüller (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
28
Katalognummer
V292628
ISBN (eBook)
9783656897224
ISBN (Buch)
9783656897231
Sprache
Deutsch
Schlagworte
funktion schleiers novalis lehrlinge sais
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marcus Straubmüller (Autor:in), 2014, Zur Funktion des Schleiers in Novalis "Die Lehrlinge zu Sais", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/292628
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Leseprobe aus  28  Seiten
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