Die Frage nach der Qualität von erhobenen Daten ist schon immer ein zentrales Thema bei jeglicher Art von Befragung. Edith D. de Leeuw äußerte sich beispielsweise wie
folgt dazu: „There can be no dispute that we should aim for high quality data.“
Seitdem elektronische Geräte, wie zum Beispiel der Computer, bei Befragungen eingesetzt wurden, hat die Diskussion über Qualität ganz neue Dimensionen angenommen, da allein aus technischen Gründen zahlreiche Verbesserungen vorgenommen werden konnten. Einige dieser Verbesserungsmöglichkeiten werden auf den folgenden Seiten
genauer beschrieben. Außerdem soll geklärt werden, ob es durch den Einsatz von Computern tatsächlich zu einer erhöhten Datenqualität kommt. Es handelt sich hier um den Einsatz von Computern bei mündlich-persönlichen Interviews.
Diese Methode heißt CAPI und was darunter genau zu verstehen ist, soll gleich zu Beginn erklärt werden.
Danach werden einige Möglichkeiten zur Verbesserung der Datenqualität beleuchtet und diese dann anhand von ausgewählten Studien belegt und erläutert.
Das Hauptinteresse liegt bei der Beantwortung der Forschungsfrage, wie die Datenqualität durch
den Computereinsatz bei mündlich- persönlichen Interviews verbessert werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Hinführung zum Thema
2. Die computergestützte mündliche Befragung (CAPI)
2.1 Definition
2.2 Anfänge der Methode
2.3 Voraussetzungen, Schwierigkeiten und Gründe für die CAPI-Nutzung
3. Möglichkeiten zur Verbesserung der Datenqualität
3.1 Plausibilitäts- und Konsistenzprüfungen
3.2 Filterführung und Splits
3.3 Fragen- und Itemrotation
3.4 Flexibilität
3.5 Unbegrenzte Länge der Antworten
3.6 Interviewkontrolle
4. Hinweise zur Qualitätsverbesserung in ausgewählten Studien
4.1 ALLBUS
4.2 Beziehungen und Familienleben in Deutschland
4.3 SOEP
4.4 Gemeinsamkeiten der Ergebnisse
5. Zusammenfassung und Ausblick: Mögliche Zukunft der CAPI-Methode
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht, inwiefern der Einsatz von Computern bei mündlich-persönlichen Interviews (CAPI) die Datenqualität gegenüber traditionellen Papierfragebögen steigern kann, indem sie technische und methodische Fehlerquellen reduziert.
- Grundlagen und Definition der computergestützten mündlichen Befragung (CAPI).
- Technische Mechanismen zur Fehlervermeidung (Plausibilitätsprüfungen, Filterführung, Rotation).
- Analyse der Qualitätsverbesserung anhand praxisnaher Studien (ALLBUS, SOEP).
- Bewertung der Effektivität und organisatorischen Voraussetzungen der CAPI-Methode.
Auszug aus dem Buch
3.1 Plausibilitäts- und Konsistenzprüfungen
Eine Möglichkeit zur Verbesserung der Datenqualität besteht darin, dass in den elektronischen Fragebogen Plausibilitätsprüfungen einprogrammiert werden können. Bei dieser Art von Prüfung werden die Antworten direkt über die Tastatur in den Computer eingegeben „[...]und vom Programm auf Gültigkeit und logische Konsistenz mit den vorherigen Antworten geprüft. Eine nachträgliche Erfassung und Bereinigung der erhobenen Daten entfiel somit, und die Analyse der Daten konnte sofort nach Abschluss des Interviews beginnen.“ 14 Sobald das Computerprogramm eine Antwort als unplausibel identifiziert, erscheint die betreffende Frage ein weiteres Mal auf dem Computerbildschirm, so dass auftretende Fehler sofort verbessert werden können. Der Interviewer kann dabei entscheiden, ob er die Frage noch einmal dem Befragten stellen muss, oder ob es sich um einen Eingabefehler des Interviewers selbst handelt, den dieser dann sofort revidieren kann. „Wurde z.B. festgelegt, daß nur Personen zwischen 25 und 35 befragt werden sollen, so überprüft das Programm bei Eingabe des Alters der befragten Personen, ob diese innerhalb der vorgegebenen Grenze liegt.“ 15 Eine Eingabe außerhalb des akzeptierten Wertebereichs hat „[...]eine Fehlermeldung zu Folge, die den Interviewer oder Befragten auf die Inkonsistenz aufmerksam macht und ihn zu einer sofortigen Korrektur auffordert.“ 16
Zusammenfassung der Kapitel
1. Hinführung zum Thema: Einleitung in die Relevanz der Datenqualität bei Befragungen und Vorstellung der Forschungsfrage bezüglich des CAPI-Einsatzes.
2. Die computergestützte mündliche Befragung (CAPI): Definition und historischer Kontext der CAPI-Methode sowie Erläuterung der Voraussetzungen und Herausforderungen bei der Implementierung.
3. Möglichkeiten zur Verbesserung der Datenqualität: Detaillierte Darstellung technischer Instrumente wie Plausibilitätschecks, Filterführung und Flexibilität, die direkt zur Fehlerreduktion beitragen.
4. Hinweise zur Qualitätsverbesserung in ausgewählten Studien: Praktische Anwendung und Validierung der theoretischen Vorteile von CAPI anhand der Studien ALLBUS, dem Familienpanel sowie dem SOEP.
5. Zusammenfassung und Ausblick: Mögliche Zukunft der CAPI-Methode: Abschließende Bewertung der Erfolge durch CAPI-Einsatz sowie Einschätzung zukünftiger Entwicklungen und Einsatzmöglichkeiten.
Schlüsselwörter
CAPI, Datenqualität, Fehlerreduktion, computergestützte Befragung, Plausibilitätsprüfung, Filterführung, Itemrotation, Interviewkontrolle, ALLBUS, SOEP, Sozialwissenschaftliche Umfrage, Methodenbericht, Datenerhebung, Interviewerschulung, Feldphase
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Optimierung der Datenqualität bei mündlich-persönlichen Interviews durch den Einsatz computergestützter Befragungssysteme (CAPI).
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Schwerpunkte liegen auf der technischen Fehlervermeidung während des Interviews, der methodischen Flexibilität von Fragebögen und der Dokumentation von Qualitätssteigerungen in groß angelegten Studien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Beantwortung der Forschungsfrage, wie durch den Computereinsatz bei mündlich-persönlichen Interviews Fehler reduziert und damit die Qualität der erhobenen Daten erhöht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die durch die Auswertung bestehender Methodenberichte und empirischer Ergebnisse aus drei großen Studien (ALLBUS, "Beziehungen und Familienleben", SOEP) gestützt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifische technische Möglichkeiten zur Qualitätsverbesserung, wie Konsistenzprüfungen, automatische Filterführungen, Interviewkontrollen und Möglichkeiten zur individualisierten Anpassung der Fragebögen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind CAPI, Datenqualität, Fehlerreduktion, Plausibilitätsprüfung, Filterführung und Längsschnittstudien wie das SOEP oder der ALLBUS.
Wie unterscheidet sich CAPI laut Arbeit von Papierfragebögen bei der Fehlervermeidung?
Im Gegensatz zum Papierfragebogen ermöglicht CAPI eine Echtzeit-Validierung der Antworten, die automatische Steuerung des Interviewverlaufs durch Filter und eine direkte Konsistenzprüfung, was Fehlereingaben minimiert.
Was ist laut der Autorin eine Voraussetzung für den Erfolg von CAPI?
Neben einer geeigneten Hard- und Software ist eine fundierte Interviewerschulung, die Durchführung von Pretests sowie ein sorgfältiges Design des Fragebogens entscheidend.
Warum wird die CAPI-Methode besonders für Längsschnittstudien empfohlen?
Aufgrund der Möglichkeit, bei Folgebefragungen auf Daten früherer Wellen zuzugreifen und diese direkt einzublenden, wird der Aufwand reduziert und die Konsistenz über verschiedene Erhebungszeitpunkte hinweg sichergestellt.
- Arbeit zitieren
- Anna Welzel (Autor:in), 2014, Wie wird die Datenqualität durch den Computereinsatz bei mündlich-persönlichen Interviews verbessert?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/292607