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Zur Shop-Startseite › Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht

Durchgriffshaftung. Bedeutung und Entwicklung

Titel: Durchgriffshaftung. Bedeutung und Entwicklung

Bachelorarbeit , 2014 , 45 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Pascal Kiofsky (Autor:in)

Jura - Zivilrecht / Handelsrecht, Gesellschaftsrecht, Kartellrecht, Wirtschaftsrecht

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese wissenschaftliche Ausarbeitung aus dem Jahr 2014 beschäftigt sich mit der Thematik des rechtsfortbildenden Instruments der Durchgriffshaftung für Gesellschafter und Geschäftsführer in deutschen Gesellschaften mit beschränkter Haftung.

Darin wird zunächst eine ökonomische Einordnung der Notwendigkeit durchgeführt und sodann das positive Recht hinsichtlich Anwendbarkeit in Haftungsfragen erläutert.

Daran im Anschluss analysiert die Arbeit eine Definition, den Ursprung und die nach h.M. anerkannten Unterarten der BGH Rechtsprechung zur Durchgriffshaftung. Dies geschieht stets anhand der Diskussion der Rechtsprechung und Literaturstimmen. In die Ausarbeitung integriert ist bereits die aktuelle Rückkehr der Rechtsprechung zum positiven Recht - namentlich der Sittenwidrigkeit gem. § 826 BGB.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A. Einleitung

B. Ökonomische Einordnung

C. Formen und Grenzen positivistischen Rechts

I. Allgemeine Haftungstatbestände

1. Vertragliche Gesellschafterhaftung

2. Vorvertragliche Gesellschafterhaftung

3. Rechtsscheinhaftung

4. Schuldrechtlicher Haftungstatbestand gem. §§ 280 ff. BGB

5. Deliktischer Haftungstatbestand

II. Besondere Haftungstatbestände

1. Insolvenzverschleppungshaftung

2. Eigenkapitalersatzrecht

D. Durchgriffshaftung

I. Definition

II. Modelle

1) Subjektive Durchgriffslehre

2) Normanwendungslehre

3) Mischtheorie

4) Kritik

E. Arten des Haftungsdurchgriffs

I. Vermögensvermischung

II. Sphärenvermischung

III. Unterkapitalisierung

1. Definition

2. Auffassung des Schrifttums

3. Rechtsprechung

IV. Existenzvernichtung

1. Definition

2. Lücken im Gläubigerschutzsystem?

3. Qualifiziert faktischer Konzern

4. Durchgriffshaftung

5. Deliktische Haftung i.S.d § 826 BGB

G. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die rechtliche Bedeutung und historische Entwicklung der sogenannten Durchgriffshaftung im deutschen GmbH-Recht, wobei der Fokus auf dem Spannungsfeld zwischen dem Haftungsprivileg der GmbH und dem Schutz der Gläubiger bei missbräuchlichem Verhalten liegt.

  • Grundlagen der gesellschaftsrechtlichen Haftung
  • Analyse theoretischer Modelle der Durchgriffshaftung
  • Kritische Würdigung der Rechtsprechung zur Existenzvernichtung
  • Problematik der Unterkapitalisierung von Unternehmen
  • Deliktische Haftungsansprüche gem. § 826 BGB

Auszug aus dem Buch

D. Durchgriffshaftung

Wie bereits dargelegt, bietet das deutsche Rechtssystem eine Fülle von Anspruchsgrundlagen bei Verletzungen des Gläubigerschutzes. Insbesondere die Vorschriften zur Kapitalaufbringung, der Kapitalerhaltung sowie Insolvenzantragspflichten gewährleisten einen weiträumigen Gläubigerschutz. Dennoch wird in bestimmten Situationen es unbillig empfunden, wenn die natürliche Person hinter der GmbH nicht haftet – sie also durch ihr Verhalten das Haftungsprivileg nicht verdient zu haben scheint. Die sich denklogisch daran anschließende Frage lautet, ob und inwieweit eine „Durchbrechung“ des Haftungsprivilegs bzw. das dahinterstehende Trennungsprinzip zwischen Verband und Verbandsmitgliedern gestattet werden sollte. Dies ist insofern problematisch, dass das GmbHG keine Außenhaftung der Gesellschafter kennt. Vielmehr finden sich nur Regelungen zur Innenhaftung, wie bspw. in § 31 GmbHG.

Es scheint jedoch verständlich, dass ein missbräuchliches Verhalten der Gesellschafter gegenüber Gläubigern eine Unterbindung sucht. Generell greift die Durchgriffshaftung dem positiven Recht gegenüber nur subsidiär ein. Wenn ein Gesellschafter aus einem besonderen Rechtsgrund, wie einer Bürgschaft, einer Pflichtverletzung oder einer unerlaubten Handlung haftet, handelt es sich folglich nicht um eine Durchgriffsangelegenheit. Im Laufe der letzten Jahrzehnte hat sich in diesem Zusammenhang in der Rechtsprechung und Literatur das Modell der Durchgriffshaftung entwickelt. Ihre Ursprünge sind nicht eindeutig: so ordnet Schmidt erste Durchgriffsentscheidungen deutscher Gerichte bereits den 1920er-Jahren zu, die einer juristischen Person einen Schutz in dem Umfang keine Beachtung mehr geben können, in welchem „es gegen Treu und Glauben verstoße“.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Einleitung: Einführung in das Spannungsfeld zwischen dem Haftungsprivileg der GmbH und dem notwendigen Gläubigerschutz.

B. Ökonomische Einordnung: Analyse der gesellschaftsrechtlichen Strukturen und Insolvenzstatistiken im Kontext des Risikoverhaltens von Kapitalgesellschaften.

C. Formen und Grenzen positivistischen Rechts: Darstellung der bestehenden gesetzlichen Haftungsregelungen sowie deren Grenzen im Gläubigerschutz.

I. Allgemeine Haftungstatbestände: Erörterung klassischer Anspruchsgrundlagen wie vertraglicher, vorvertraglicher und deliktischer Haftung.

II. Besondere Haftungstatbestände: Untersuchung spezifischer Haftungsrisiken, insbesondere Insolvenzverschleppung und Eigenkapitalersatz.

D. Durchgriffshaftung: Grundlegende Definition und theoretische Herleitung des Durchgriffsmodells.

E. Arten des Haftungsdurchgriffs: Detaillierte Betrachtung der Fallgruppen Vermögens- und Sphärenvermischung, Unterkapitalisierung sowie Existenzvernichtung.

G. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Entwicklung der Durchgriffshaftung und Ausblick auf zukünftigen Reformbedarf.

Schlüsselwörter

Durchgriffshaftung, GmbH, Haftungsprivileg, Gläubigerschutz, Insolvenzrecht, Unterkapitalisierung, Existenzvernichtungshaftung, Vermögensvermischung, Sittenwidrigkeit, § 826 BGB, Kapitalerhaltung, Gesellschafterhaftung, Rechtsfortbildung, Trennungsprinzip, Risikomanagement

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Durchgriffshaftung, einer Form der Rechtsfortbildung, die es Gläubigern unter bestimmten Voraussetzungen ermöglicht, trotz des Trennungsprinzips auf das Privatvermögen von GmbH-Gesellschaftern zuzugreifen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Abgrenzung zwischen gesetzlich geregelter Innenhaftung und richterrechtlich entwickelter Außenhaftung sowie der Schutz der Gläubiger bei missbräuchlicher Ausnutzung der Rechtsform GmbH.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Entwicklung der Durchgriffshaftung aufzuarbeiten und zu prüfen, ob das aktuelle System den Interessen von Gesellschaftern und Gläubigern gerecht wird oder ob gesetzlicher Reformbedarf besteht.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine rechtsdogmatische Analyse, die eine Auswertung der Literatur, zahlreicher höchstrichterlicher Entscheidungen (u.a. BGH-Urteile) sowie eine ökonomische Einordnung der Haftungsmodelle umfasst.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert verschiedene Fallgruppen wie Vermögens- und Sphärenvermischung, Unterkapitalisierung und die Existenzvernichtungshaftung sowie deren Einordnung in das System der §§ 826 BGB.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Durchgriffshaftung, Gläubigerschutz, Trennungsprinzip, Existenzvernichtung und das Haftungsprivileg der GmbH definiert.

Welche Bedeutung hat das „Trihotel“-Urteil für die Arbeit?

Das „Trihotel“-Urteil wird als zentrale Leitentscheidung des BGH hervorgehoben, da sie maßgeblich dazu beigetragen hat, die Existenzvernichtungshaftung in den Rahmen des § 826 BGB zu überführen.

Wie bewertet die Arbeit die derzeitige Rechtslage zur Unterkapitalisierung?

Die Arbeit stellt fest, dass die Unterkapitalisierung ein kontrovers diskutierter Tatbestand bleibt, bei dem die Abgrenzung zwischen unternehmerischem Risiko und missbräuchlicher Kapitalausstattung in der Praxis oft schwierig ist.

Ende der Leseprobe aus 45 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Durchgriffshaftung. Bedeutung und Entwicklung
Hochschule
Universität Erfurt  (Staatswissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Gesellschaftsrecht 2
Note
1,3
Autor
Pascal Kiofsky (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
45
Katalognummer
V289396
ISBN (eBook)
9783656896647
ISBN (Buch)
9783656896654
Sprache
Deutsch
Schlagworte
durchgriffshaftung bedeutung entwicklung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Pascal Kiofsky (Autor:in), 2014, Durchgriffshaftung. Bedeutung und Entwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/289396
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