Die Hausarbeit untersucht die Wirkung der EU-Integration auf die inländische Korruptionspolitik Polens.
Das Problem der Korruptionsbekämpfung stellt sich als eines der größten Hindernisse der Demokratieentwicklung dar. Dieses Problem ist der Schwerpunkt in den meisten neuen EU-Mitgliedsstaaten und u.a. in Polen. Nach der Statistik des CPI (The Corruption Perceptions Index) des öffentlichen Sektors 2012 befindet sich Polen auf dem 41. Platz von 176 ausgeführten Staaten und hat den Index 58 (je höheres Ergebnis desto weniger Korruption). Im Vergleich mit den letzten Jahren hat Polen jedoch seine Position verbessert, z.B. im Jahr 2008 war Polen auf dem 58. Platz und hatte den Index 46 nach dem CPI . Das war mit den neuen Regelungen und Mechanismen der Korruptionsbekämpfung verknüpft.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Polen und Korruption
2.1 Quellen der Korruption in Polen: ein zeitloses Phänomen
2.2 EU-Beitritt: neue Forderungen und neue Regeln
2.3 Korruptionsbekämpfung in Polen und ihre ersten Ergebnisse
2.4 Einwirkung der EU auf die Korruptionsbekämpfung in Polen
3. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit untersucht die Rolle der EU-Mitgliedschaft Polens bei der Bekämpfung von Korruption. Dabei wird analysiert, inwieweit die durch den Beitritt initiierten Reformen und die Zusammenarbeit mit internationalen Institutionen tatsächlich zu einer Reduzierung korrupter Strukturen beigetragen haben und welche systemischen Hindernisse dabei bestehen.
- Historische Entwicklung der Korruption in Polen
- Einfluss des EU-Beitritts auf rechtliche und politische Reformen
- Effektivität innerstaatlicher Institutionen zur Korruptionsbekämpfung
- Herausforderungen durch das Erbe der kommunistischen Vergangenheit
- Rolle internationaler Organisationen wie EU, OECD und Europarat
Auszug aus dem Buch
2.1 Quellen der Korruption in Polen: ein zeitloses Phänomen
Das Phänomen der Korruption in Polen hat seinen Anfang im Mittelalter genommen, wo man erste Hinweise auf die Bestechlichkeit finden kann. Im Zeitlauf hat sich die Situation der Korruption geändert, abhängig von historischen Epochen:
• In der Zeit der Maiverfassung von 1791 war die Korruption so niedrig, dass die freiwilligen Geschenke als Bestechung betrachtet wurden
• In der zweiten Republik (1918-1939) versuchte die Regierung das Problem der Korruption zur Ende bringen, was aber zum keinen Erfolg geführt hat
• In der Volksrepublik Polen (1945-1989) war die Bestechlichkeit weit verbreitet und betraf fast alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens
• Seit dem Transformationsprozess (1989) und dem Zusammenbruch der Sowjetunion hat sich das Problem der Korruption verstärkt. Hier begann der Prozess der Demokratiesierung und Liberalisierung, der auf die Bekämpfung der Korruption abzielte. In diesem Zeitraum spielte beim Korruptionsaufstieg der Faktor, dass Nebeneffekte dieser Prozesse (Demokratisierung und wirtschaftliche Liberalisierung) negativ waren, eine große Rolle. Als einer von denen kann man solchen Fakt nennen, dass politische Korruption sich mit internationalen Verbrechungsgruppen und Kriminalität verknüpft hat. Das hatte einen großen Einfluss auf die politischen und wirtschaftlichen Prozesse, deren Spuren bis heute in Polen existieren. Dabei hat das politische System von der kommunistischen Vergangenheit noch unklare Beziehungen zwischen öffentlichen und privaten Sektor übernommen, was auch negativ auf die Korruptionsbekämpfung gewirkt hat. Zum Beispiel verschiedene Gesetze oder Abkommen wurden unterschiedlich, abhängig von der Situation, interpretiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung stellt Korruption als zentrales Hindernis für die Demokratieentwicklung dar und erläutert die Relevanz des EU-Beitritts für die polnische Antikorruptionspolitik.
2 Polen und Korruption: Dieses Kapitel analysiert die historischen Wurzeln der Korruption in Polen, von der Vergangenheit bis zum Transformationsprozess nach 1989.
2.1 Quellen der Korruption in Polen: ein zeitloses Phänomen: Hier werden die verschiedenen historischen Epochen Polens und ihre spezifischen Ausprägungen von Korruption untersucht.
2.2 EU-Beitritt: neue Forderungen und neue Regeln: Das Kapitel thematisiert die Anforderungen der EU an Polen hinsichtlich Rechtsstaatlichkeit und Demokratisierung im Zuge des Beitrittsprozesses.
2.3 Korruptionsbekämpfung in Polen und ihre ersten Ergebnisse: Hier werden die nach 1989 eingeleiteten Reformen im politischen, wirtschaftlichen und gesetzgeberischen Bereich sowie deren erste Resultate bewertet.
2.4 Einwirkung der EU auf die Korruptionsbekämpfung in Polen: Das Kapitel untersucht die Rolle internationaler Organisationen und Abkommen bei der Unterstützung Polens im Kampf gegen Korruption.
3. Fazit: Das Fazit fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen und identifiziert zentrale Mängel, darunter die Oberflächlichkeit der Reformen und die Ineffektivität innerstaatlicher Institutionen.
Schlüsselwörter
Korruptionsbekämpfung, Polen, EU-Beitritt, Demokratisierung, Transformation, Korruption, Rechtsstaatlichkeit, öffentliche Verwaltung, Strafgesetzbuch, Antikorruptionsstrategie, Zentrales Antikorruptionsbüro, politische Elite, wirtschaftliche Liberalisierung, internationale Abkommen, Reformprozesse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit dem komplexen Problem der Korruption in Polen und analysiert, wie sich der EU-Beitritt sowie internationale Zusammenarbeit auf die Korruptionsbekämpfung im Land ausgewirkt haben.
Welche zentralen Themenfelder werden in der Untersuchung behandelt?
Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der Korruption, die Auswirkungen politischer Transformation, die Anforderungen der EU an neue Mitgliedstaaten und die Wirksamkeit nationaler Antikorruptionsbehörden.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob die von der EU initiierten Reformen und Maßnahmen effektiv zur Reduzierung der Korruption in Polen beigetragen haben oder ob strukturelle Probleme bestehen bleiben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die historische Kontexte mit einer aktuellen Betrachtung von EU-Richtlinien und Antikorruptionsstrategien verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit genau behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Genese der Korruption, die spezifischen Anforderungen des EU-Beitritts sowie die Analyse der Implementierung neuer Gesetze und Institutionen wie das Zentrale Antikorruptionsbüro (CBA).
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Korruptionsbekämpfung, Transformationsprozess, EU-Beitrittsbedingungen, Institutionenaufbau und politische Elite.
Warum wird im Fazit von „Schocktherapie“ gesprochen?
Der Begriff beschreibt Reformversuche, die als zu rasch und oberflächlich kritisiert werden, da sie die tieferliegenden kulturellen und historischen Ursachen der Korruption in Polen ignoriert haben.
Inwiefern beeinflusste die kommunistische Vergangenheit die heutige Korruption?
Laut Autorin hat das System unklare Beziehungen zwischen dem öffentlichen und privaten Sektor hinterlassen, was die Interpretation von Gesetzen erschwert und Möglichkeiten für Korruption begünstigt hat.
- Arbeit zitieren
- Raliya Fattakhova (Autor:in), 2013, Die Rolle der EU-Mitgliedschaft Polens in der Zusammenarbeit gegen die Korruptionsbekämpfung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/288613