Am Beispiel von drei Theorien namhafter Wirtschaftstheoretiker soll die unterstellte ökonomische Bedeutung des Entrepreneurs ebenso beleuchtet werden, wie die Zuschreibung von Eigenschaften und Charakterzügen aufgedeckt werden soll.
So unterschiedlich die ausgewählten Theorien Rolle und Eigenschaften des Entrepreneurs auch beleuchten, so soll versucht werden, ihre Gemeinsamkeiten am Ende so zusammenzufassen, dass ein allgemeines, die Denkschulen übergreifend gültiges Bild vom Entrepreneur gezeichnet werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theorien
2.1. Joseph A. Schumpeter
2.2. Frank H. Knight
2.3. Israel M. Kirzner
3. Zusammenfassung
4. Quellen
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das vielschichtige Bild des Unternehmers aus einer ökonomischen Perspektive. Ziel ist es, die theoretischen Konzepte von Joseph A. Schumpeter, Frank H. Knight und Israel M. Kirzner zu analysieren, um Gemeinsamkeiten in der Rollenzuschreibung und den geforderten Charaktereigenschaften des Entrepreneurs herauszuarbeiten und zu einem übergreifenden Verständnis dieser Figur zu gelangen.
- Wissenschaftliche Analyse bedeutender Unternehmertheorien
- Gegenüberstellung von Innovations- und Risikoansätzen
- Untersuchung der Rolle des Unternehmers als Marktakteur
- Reflektion über das Bild des Unternehmers als Mythos und Heldenfigur
Auszug aus dem Buch
2.1. Joseph A. Schumpeter
Joseph Alois Schumpeter (1882-1959) ist ein in Wien, Oxford, Cambridge und London studierter Rechts- und Wirtschaftswissenschaftler, gehört heute zu den bedeutendsten Ökonomen unserer Zeit und erreichte vor allem durch seine Auseinandersetzungen mit wirtschaftlichem Wachstum und Wettbewerb, aber auch durch seine Theorien über Kapitalismus und politisch-soziale Einflussfaktoren auf das ökonomische Geschehen Bekanntheit. Über wissenschaftlich-akademische Kreise hinaus sorgten vor allem seine Konzepte der „Innovation“ und der „schöpferischen Zerstörung“ für seinen Bekanntheitsgrad. Schumpeter wird dabei keiner vorhergehenden Denkschule unmittelbar zugeordnet, gilt selbst allerdings als maßgeblich für die Entwicklung der „evolutorischen Ökonomik“.
In seinen Ausführungen betrachtet Schumpeter den Entrepreneur als einen Innovator, der durch das Neukombinieren von bereits vorhandenen Faktoren das wirtschaftliche Wachstum vorantreibt. Unternehmerisches Handeln im entrepreneur’schen Sinne besteht für Schumpeter damit in der Aufdeckung und vor allem der Durchsetzung von neuen Kombinationsmöglichkeiten bereist bekannter Mittel. Diese Neukombinationen, die Schumpeter später als Innovationen bezeichnet, können neue Produkte sein (Produktinnovationen), in neuen Produktionsverfahren bestehen (Produktionsinnovationen) oder die Erschließung neuer Märkte bedeuten (Marktinnovationen). Dabei steht besonders die Durchsetzung dieser Innovationen im Vordergrund: Der Unternehmer muss hartnäckig strukturelle und ökonomische Hindernisse überwinden, um seine Neukombinationen am Markt zu etablieren.
Dieses Vorantreiben wiederum macht den Unternehmer letztlich zum Motor wirtschaftlicher Entwicklung im Sinne einer „schöpferischen Zerstörung“: Durch seine durchgesetzte Innovation kann der Entrepreneur zunächst Pioniergewinn abgreifen. Der Erfolg der Innovation ruft bald Nachahmer hervor und mit der Ausbildung von Konkurrenz und Wettbewerb wird die Gewinnspanne des Unternehmers kleiner. Um erfolgreicher Unternehmer bleiben zu können, so Schumpeter, muss dieser dann wiederum weitere innovative Neukombinationen finden. Jede etablierte Neukombination drängt allerdings eine vorherige Kombination aus dem Markt, weil sie sich nur durchsetzen kann, wenn sie besser, d.h. ökonomisch effizienter, ist. Die Durchsetzung der „besseren Lösung“ bedeutet damit die Zerstörung alter Strukturen und oft auch alter Anbieter.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung des Unternehmers als vielschichtiges Untersuchungsobjekt und stellt die Absicht des Essays dar, die theoretischen Perspektiven auf den Entrepreneur zu vergleichen.
2. Theorien: Dieses Kapitel analysiert drei klassische ökonomische Denkschulen und deren unterschiedliche Auffassungen von Unternehmertum und dem Verhalten des Entrepreneurs am Markt.
2.1. Joseph A. Schumpeter: Hier wird der Entrepreneur als innovativer Pionier definiert, der durch schöpferische Zerstörung wirtschaftliches Wachstum vorantreibt.
2.2. Frank H. Knight: Dieses Unterkapitel beschreibt den Entrepreneur als Akteur, der unter Bedingungen von Unsicherheit und Risiko verantwortungsvolle Führungsentscheidungen trifft.
2.3. Israel M. Kirzner: Der Schwerpunkt liegt hier auf dem Entrepreneur als Entdecker ungenutzter Möglichkeiten in unvollkommenen Märkten, wodurch er zur Stabilisierung des Marktes beiträgt.
3. Zusammenfassung: Die Zusammenfassung führt die verschiedenen theoretischen Stränge zusammen und reflektiert die dauerhafte Präsenz des Heldenmythos um den Unternehmer.
4. Quellen: Auflistung der verwendeten Literatur und Verzeichnisse zur Fundierung der Arbeit.
Schlüsselwörter
Entrepreneurship, Schumpeter, Knight, Kirzner, Innovation, schöpferische Zerstörung, Risiko, Unsicherheit, Marktgleichgewicht, Unternehmertum, Wirtschaftsgeschichte, ökonomische Theorie, Pioniergewinn, Marktprozess, Heldenmythos.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Bild des Entrepreneurs anhand von drei zentralen ökonomischen Theorien und hinterfragt die Zuschreibung von Eigenschaften sowie deren ökonomische Bedeutung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themenfelder umfassen die Innovationstätigkeit, den Umgang mit unternehmerischem Risiko und Unsicherheit sowie die Rolle des Unternehmers als Akteur in Marktprozessen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Perspektiven von Schumpeter, Knight und Kirzner zu vergleichen, um Gemeinsamkeiten in der theoretischen Auffassung und dem gelebten Mythos des Unternehmers zu identifizieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse, bei der klassische ökonomische Denkschulen gegenübergestellt und synthetisiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Darstellung der Theorien von Schumpeter (Innovation), Knight (Risiko) und Kirzner (Marktentdeckung).
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Entrepreneurship, schöpferische Zerstörung, Unsicherheit, Marktprozess, Innovation und die Rolle des Unternehmers als Wirtschaftsmotor.
Inwiefern unterscheidet sich Schumpeters Sicht von der Kirzners?
Während Schumpeter den Entrepreneur als aktiven, kreativen Schöpfer neuer Innovationen sieht, definiert Kirzner ihn primär als aufmerksamen Entdecker bereits existierender, aber bisher ungenutzter Marktchancen.
Warum spielt der Begriff des „Mythos“ eine so große Rolle?
Der Autor argumentiert, dass der Entrepreneur in der Gesellschaft oft als Heldenfigur wahrgenommen wird, die über besondere Eigenschaften wie Mut und Durchsetzungskraft verfügt, was über rein ökonomische Erklärungsmodelle hinausgeht.
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- Katharina Grimm (Author), 2013, Zwischen Markt und Mythos. Eine ökonomische Perspektive auf Entrepreneurship, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/288258