In den letzten Jahren hat sich auf dem Dienstleistungsmarkt der
Unternehmensberatung so einiges getan. Aufgrund des stetigen und schnellen Wandels greifen immer mehr Unternehmer auf so genannten systemischen Beratungsansätzen, genauer gesagt Organisationsaufstellungen zurück. Was genau darunter verstanden wird, werde ich gleich zu Beginn meiner Arbeit erläutern.
Diese Art der Beratung hat sich schon im privaten Bereich in Form von Familienaufstellungen profiliert. Aufgrund der wachsenden Beliebtheit solcher Familienaufstellungen, entstand schlussendlich auch die Idee Aufstellungen in Systemen durchzuführen. Die genaue Entstehungsgeschichte werde ich dann in meinem vierten Punkt bearbeiten.
Rückblickend war es die richtige Entscheidung, da in der heutigen Zeit immer mehr Unternehmen diese Beratungsmethode nachfragen. Sie verfolgen das
Ziel, Probleme in der Berufswelt einmal anders, nämlich auf rituelle Weise zu lösen.
Wie eine Aufstellung konkret abläuft und was man dafür alles benötigt, werde ich dann im fünften Punkt meiner Bachelor-Arbeit näher bringen.
Weiters werde ich auf die, für viele meist unerklärlichen, Phänomene zu sprechen kommen und ihr Entstehen erläutern.
In meinem siebten Abschnitt werde ich die Prinzipien beschreiben, welche bei einer Organisationsaufstellung besonders zu beachten sind.
Erst wenn diese berücksichtigt werden, kann man gewährleisten, dass Aufstellungen in Systemen, besonders als Unterstützung bei Veränderungsprozessen, funktionieren.
Der wesentliche Vorteil liegt darin, dass Aufstellungen viel mehr Auskünfte über Beziehungsstrukturen, Probleme und Hierarchien liefern. Folglich erhält man Einblicke wie ein gewisses System funktioniert und wie dieses trotz Veränderungen weiterhin existieren kann.
Was Aufstellungen noch alles bewirken können, was bei herkömmlichen Beratungsmethoden oft nicht der Fall ist, wird abschließend im letzten Punkt meiner Arbeit behandelt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Problemstellung
3. Definition Organisationsaufstellung
4. Geschichtlicher Hintergrund
5. Ablauf von Organisationsaufstellungen
5.1 Die Rahmenbedingungen
5.2 Das Anliegen
5.3 Die Auswahl der Systemelemente und Stellvertreter
5.4 Die eigentliche Aufstellungsarbeit
5.5 Der Fallgeber im Lösungsbild
5.6 Das Auflösen der Aufstellungsarbeit
5.7 Die Nachbesprechung
6. Phänomene einer Organisationsaufstellung
6.1 Die repräsentative Wahrnehmung
6.2 Das implizite Wissen
6.3 Die systemisch-konstruktivistische Perspektive
7. Prinzipien einer Organisationsaufstellung
8. Wirksamkeit von Aufstellungen in Organisationen
9. Ein Zukunftsausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Methode der Organisationsaufstellung als systemisches Beratungsinstrument, das durch räumliche Visualisierung komplexe Beziehungsstrukturen, Hierarchien und Dynamiken innerhalb von Unternehmen sichtbar macht, um nachhaltige Problemlösungen zu fördern.
- Systemische Beratungsgrundlagen und Organisationsaufstellungen
- Geschichtliche Entwicklung und methodische Vorreiter
- Detaillierter Prozessablauf von der Anliegenformulierung bis zur Auflösung
- Phänomenologie, wie die repräsentative Wahrnehmung und implizites Wissen
- Systemtheoretische Prinzipien und Wirksamkeit in der Unternehmenspraxis
Auszug aus dem Buch
5.3 Die Auswahl der Systemelemente und Stellvertreter
Damit die Aufstellung nicht zu komplex wird, werden nur bestimmte Einheiten, sprich Personen, Abteilungen, Stabstellen, ausgewählt. Der Therapeut hilft dem Fallgeber bei der Auswahl. Eventuell wird auch ein Organigramm erstellt, damit man leichter erkennt welche Einheiten für die Aufstellung wichtig sind und welche man vernachlässigen kann.
Wenn sich später doch der Bedarf zeigt, kann man während dem Prozess problemlos weitere Elemente hinzunehmen.36
Anschließend wählt der Aufsteller unter den Anwesenden Repräsentanten für sein Unternehmen bzw. seine Abteilungen und Angestellten. Im Vorfeld sollten sich die Teilnehmer für diese Aufstellung bereit erklärt haben. Die Positionierung dieser Stellvertreter soll intuitiv erfolgen, ohne lange darüber nachzudenken und zwar so, wie der Aufsteller glaubt, dass es seiner Unternehmung entspricht.37
Weiters positioniert der Aufsteller auch noch einen Repräsentanten für sich selbst, der im weiteren Verlauf den Fokus des Prozesses darstellt. Demzufolge kann er selbst den folgenden Prozess quasi als Zuschauer miterleben.38
Bei der Aufstellung selbst sollte der Fallgeber konzentriert vorgehen. Er stellt sich dabei hinter die auserwählten Stellvertreter und führt sie an die gedachte Position.39
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die zunehmende Bedeutung systemischer Beratungsansätze ein und umreißt den Aufbau der Untersuchung zur Methode der Organisationsaufstellung.
2. Problemstellung: Das Kapitel beschreibt die durch wirtschaftliche Veränderungen und Innovationsdruck bedingten komplexen Herausforderungen für Organisationen, die herkömmliche Beratungsmethoden oft überfordern.
3. Definition Organisationsaufstellung: Hier wird die Methode als systemischer Ansatz hergeleitet, der auf der allgemeinen Systemtheorie und Familienaufstellungen basiert, um Beziehungsstrukturen in Organisationen räumlich darzustellen.
4. Geschichtlicher Hintergrund: Der Abschnitt erläutert die Wurzeln der Methode, von der psychoanalytischen Organisationsanalyse bis hin zu Morenos Psychodrama und Bert Hellingers Beitrag.
5. Ablauf von Organisationsaufstellungen: Das Kapitel detailliert den methodischen Prozess von der Rahmengestaltung über die Anliegenklärung und Stellvertreterwahl bis zur Nachbesprechung.
6. Phänomene einer Organisationsaufstellung: Dieser Teil beleuchtet wissenschaftliche Konzepte wie die repräsentative Wahrnehmung und das implizite Wissen, die das Phänomen der Stellvertreterarbeit erklärbar machen.
7. Prinzipien einer Organisationsaufstellung: Die Grundannahmen und Metaprinzipien, wie Zugehörigkeit und zeitliche Reihenfolge, werden als notwendige Voraussetzungen für ein funktionierendes System dargelegt.
8. Wirksamkeit von Aufstellungen in Organisationen: Das Kapitel diskutiert die Anwendbarkeit, Nachhaltigkeit und Vorteile der räumlichen Visualisierung gegenüber klassischen Beratungsmethoden.
9. Ein Zukunftsausblick: Ein Resümee zur steigenden Beliebtheit, das betont, dass für den Erfolg in der Zukunft eine fachlich qualifizierte Ausbildung und Professionalität unabdingbar sind.
Schlüsselwörter
Organisationsaufstellung, systemische Beratung, Systemtheorie, Stellvertreter, repräsentative Wahrnehmung, implizites Wissen, Organisationsentwicklung, Bert Hellinger, Lösungsbild, Unternehmensberatung, System, Gruppendynamik, Veränderungsprozesse, Management, Psychodrama
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelorarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Methode der Organisationsaufstellung als ein systemisches Instrument der Unternehmensberatung, welches dazu dient, komplexe interne Dynamiken und Probleme durch räumliche Visualisierung lösungsorientiert aufzudecken.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder umfassen die Definition und Herleitung der Methode, deren geschichtliche Entwicklung, den konkreten Ablauf einer Aufstellung, die zugrunde liegenden Phänomene sowie die Prinzipien der systemischen Wirksamkeit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Durchführbarkeit, die Voraussetzungen und die Wirkungsweise von Organisationsaufstellungen darzustellen, um zu verdeutlichen, wie diese Methode bei Veränderungsprozessen in komplexen Organisationsstrukturen unterstützen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturrecherche und der Analyse bestehender systemtheoretischer Konzepte sowie der Untersuchung der Prozessschritte und Phänomene bei Organisationsaufstellungen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden der detaillierte Prozessablauf (von der Rahmenbedingung bis zur Nachbesprechung), die phänomenologischen Grundlagen (repräsentative Wahrnehmung) und die notwendigen Grundprinzipien (Ordnungsprinzipien) erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Organisationsaufstellung, systemische Beratung, Systemtheorie, repräsentative Wahrnehmung, Lösungsbild, Organisationsentwicklung und Stellvertreter.
Wie unterscheiden sich Organisationsaufstellungen von klassischer Unternehmensberatung?
Im Gegensatz zu fachlich-analytischen Beratungen setzen Organisationsaufstellungen auf die räumliche Visualisierung und das unmittelbare Erleben von Beziehungsstrukturen, wodurch auch implizites, intuitives Wissen nutzbar gemacht wird.
Warum ist die Rolle des Aufstellungsleiters so bedeutend?
Der Aufstellungsleiter trägt die Verantwortung für einen ethischen und professionellen Ablauf; seine Kompetenz entscheidet darüber, ob der Prozess das System in eine hilfreiche Richtung lenkt oder aufgrund von Unwissenheit falsch interpretiert wird.
- Arbeit zitieren
- LLM.oec. Maximiliane Müller (Autor:in), 2009, Organisationsaufstellung. Systemische Beratungsansätze als Unterstützung bei Veränderungsprozessen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/288240