Selten wurde ein Thema in einem derart kurzen Zeitraum so viele Ausarbeitungen, Theorien und Bücher gewidmet, wie über die seit 2007 angehende Finanzkrise. Eine Phase in der Größen der Weltwirtschaft in Bedrängnis kamen, fielen und nicht mehr aufstanden. Eine Zeit in der Staaten kollabierten, aber auch private Haushalte die Folgen des Abschwungs zu spüren bekamen. Kündigungen, Einnahmenreduzierungen, Zwangsvollstreckungen und schließlich Schulden waren und sind noch alltägliche Themen. Dabei war eine Zweihundert Jahre lange Forschung, in der selbst die modernen Institute für Konjunkturforschung aktiv sich mit dem Thema befassen, nicht in der Lage diesen Ausnahmezustand der globalen Märkte vorherzusehen.
Mit der Krise war der Auftritt der Nationalbanken von großer Bedeutung. Die Stützpfeiler und Vertrauensbewahrer einer Ökonomie, wie es die Federal Reserve System (Fed) für die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) oder die Europäische Zentralbank (EZB) für den Euroraum sind, greifen mit Hilfe deren Handlungsspielräume in das aktive Marktgeschehen ein und beeinflussen den Verlauf der Ökonomie. Dazu existieren theoretische Ansätze, wie z.B. die Marktregulierer, die in bestimmte Situationen agieren sollten um einen gewünschten Effekt zu erzwingen. Eine geldpolitische Strategie beinhaltet diese theoretische Vorgehensweise und einen Handlungsrahmen.
Inhaltsverzeichnis
1 Ziel der Arbeit
1.1 Einleitung und Problemstellung
1.2 Ziel und Gang der Arbeit
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Die US- und Europäische Zentralbank
2.1.1 Geschichte und Institutioneller Aufbau der EZB
2.1.2 Geschichte und institutioneller Aufbau des Fed
2.1.3 Geldpolitisches Instrumentarium der EZB und des Fed
2.2 Konzepte geldpolitischer Strategien
2.2.1 Wechselkursstrategie
2.2.2 Geldmengenstrategie
2.2.3 Direkte Inflationssteuerung
2.2.4 Taylor Regel
3 Geldpolitische Strategien im Vergleich
3.1 Strategie der EZB
3.2 Strategie der Fed
4 Fazit der Arbeit
4.1 Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Seminararbeit ist es, die grundlegenden geldpolitischen Strategien der Europäischen Zentralbank (EZB) und des Federal Reserve System (Fed) zu erläutern, einander gegenüberzustellen und in den Kontext der jeweiligen geldpolitischen Instrumentarien einzuordnen. Dabei wird insbesondere untersucht, wie sich die unterschiedlichen Zielsysteme und methodischen Ansätze beider Institutionen in der Praxis darstellen und welche Auswirkungen dies auf deren Handlungsspielräume hat.
- Historische Entwicklung und institutioneller Aufbau von EZB und Fed
- Analyse des geldpolitischen Instrumentariums (Offenmarktgeschäfte, ständige Fazilitäten, Mindestreserven)
- Vergleich geldpolitischer Strategiekonzepte wie die Wechselkurs- und Geldmengenstrategie
- Untersuchung der direkten Inflationssteuerung und der Taylor-Regel
- Gegenüberstellung der strategischen Ausrichtungen der EZB und der Fed
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Wechselkursstrategie
Wenn eine Zentralbank eine Wechselkursstrategie anstrebt, richtet sie ihre Aktionen an eine Ankerwährung. Sie versucht damit, die nationale Währung auf einem konstanten Niveau gegenüber der vermeidlich stärkeren Währung aufrecht zu halten. Ziel der Wechselkursstrategie ist es, die Preisniveaustabilität zu importieren. Somit dienen die Wechselkurse zwischen beiden Währungen lediglich als Zwischenziel. Derzeit sind in der Europäischen Union zwei Länder (Litauen und Dänemark), die im Rahmen des Wechselkursmechanismus II eine Wechselkursstrategie gegenüber dem Euro als Ankerwährung führen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Ziel der Arbeit: Einführung in die Finanzkrise seit 2007, Darstellung der Bedeutung der Zentralbanken sowie Erläuterung des Ziels und des methodischen Aufbaus der Seminararbeit.
2 Theoretische Grundlagen: Detaillierte Betrachtung der Geschichte und des Aufbaus von EZB und Fed sowie Vorstellung der zentralen geldpolitischen Instrumente und Strategiekonzepte.
3 Geldpolitische Strategien im Vergleich: Systematische Gegenüberstellung der drei Säulen der EZB-Strategie und der flexibleren Strategieausrichtung der Fed.
4 Fazit der Arbeit: Abschließende Zusammenfassung der wesentlichen Erkenntnisse und kritische Reflexion der unterschiedlichen Ansätze der beiden Zentralbanken.
Schlüsselwörter
EZB, Fed, Geldpolitik, Zentralbank, Offenmarktgeschäfte, Preisstabilität, Inflation, Geldmengenstrategie, Wechselkursstrategie, Taylor-Regel, Finanzkrise, Eurosystem, Instrumentarium, Zentralbankengeld, Geldwertstabilität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den Unterschieden und Gemeinsamkeiten der geldpolitischen Strategien der EZB und des US-amerikanischen Federal Reserve System vor dem Hintergrund der Finanzkrise.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der Zentralbanken, deren operativem Instrumentarium und den verschiedenen theoretischen Strategieansätzen der Geldpolitik.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Erläuterung und Einordnung der verschiedenen geldpolitischen Strategien der Fed und der EZB, um ein besseres Verständnis für deren Handlungsweisen zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Seminararbeit, die auf einer Literatur- und Quellenanalyse basiert, um die Strategien der Zentralbanken komparativ gegenüberzustellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, wie den institutionellen Aufbau, das Instrumentarium (z.B. Offenmarktgeschäfte) sowie die verschiedenen Strategiekonzepte, gefolgt vom direkten Vergleich der EZB- und Fed-Strategien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Geldpolitik, Zentralbank, Preisstabilität, Offenmarktgeschäfte, Inflation und die spezifischen Ansätze von EZB und Fed.
Wie unterscheidet sich die Strategie der EZB von der der Fed?
Während die EZB ein strukturiertes Konstrukt mit klaren Zielgrößen und einem Fokus auf Preisstabilität verfolgt, agiert die Fed mit einer weniger formalisierten "Just-do-it"-Strategie, die mehrere Ziele wie Beschäftigung und Zinsniveau gleichzeitig gewichtet.
Welche Rolle spielt die Taylor-Regel in der geldpolitischen Praxis?
Die Taylor-Regel dient als theoretisches Konstrukt zur Steuerung von Zinssätzen in Abhängigkeit von Inflations- und Produktionslücken, findet in der direkten Praxis jedoch oft nur eingeschränkt Anwendung als formale Richtschnur.
- Arbeit zitieren
- Ignacio Lopez (Autor:in), 2014, Geldpolitische Strategie der EZB und FEF. Vergleiche beider Zentralbanken unter Beachtung theoretischen Grundlagen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/288009