Computerspiele sind heutzutage in unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Es gibt eine fast unüberschaubare Anzahl solcher Spiele mit einer vielfältigen Bandbreite.
So kann man sowohl mit Bibi und Tina Schloss Falkenstein retten, als auch bei Doom mit diversen Waffen gegen Dämonen kämpfen. Vor allem letztere, so genannte Ego-Shooter, geben Anlass zu Diskussion. So wird häufig in der Gesellschaft und in den Medien eine Verbindung zwischen Ego-Shootern, Gewalt und Amokläufen hergestellt.
In meiner Hausarbeit beschäftige ich mich mit der Frage, ob Ego-Shooter wirklich eine Gefahr für Kinder und Jugendliche darstellen und inwiefern bzw. ob durch Ego-Shootern Gewalt hervorgerufen wird.
Da der Gewaltbegriff in Zusammenhang mit der Diskussion um mögliche Effekte medialer Gewaltdarstellungen uneinheitlich definiert wird und dieser Begriff auch im Alltag und in den Medien vielfältig verwendet wird, werde ich zu Beginn den Begriff „Gewalt“ für mich definieren, damit dies in dieser Hausarbeit einheitlich verwendet wird.
Da es um die Gefahren von Ego-Shootern geht, werde ich auch diesen Begriff definieren.
Anschließend versuche ich den Zusammenhang zu erläutern von Gewaltdarstellungen in Computerspielen und Aggressionen, die oftmals für einen Amoklauf verantwortlich gemacht werden. Diesen Zusammenhang zeige ich an zwei verschiedenen Pfaden, die als Erklärung fungieren können. Da Kinder nicht bedingungslos gewalthaltigen Spielen ausgesetzt werden, erkläre ich zum Schluss, welche Schutzmaßnahmen es gibt, um Kinder vor nicht angemessenen Spielen zu schützen. Ausgehend von diesen Theorien und Maßnahmen ziehe ich mein Fazit und versuche somit die Frage nach den Gefahren von Ego-Shootern zu beantworten.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
1.1 FRAGESTELLUNG
1.2 DEFINITIONEN
2. DIE WIRKUNG VON GEWALTDARSTELLUNGEN IN COMPUTERSPIELEN
2.1 SELEKTIONSPFAD
2.2 WIRKUNGSPFAD
3. SCHUTZMAßNAHMEN
3.1 GESETZLICHE VERBOTE
3.2 DIE REGELUNGEN DES JUGENDSCHUTZES
Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK)
Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM)
3.2 ELTERLICHE KONTROLLE
4. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht kritisch die gesellschaftliche und mediale Debatte über Ego-Shooter und hinterfragt, ob von diesen Spielen tatsächlich eine Gefahr für Kinder und Jugendliche ausgeht oder eine direkte Verbindung zu Gewalttaten besteht.
- Definition der Gewaltbegriffe und des Genres Ego-Shooter
- Analyse des Selektionspfads bei der Medienauswahl
- Psychologische Erklärungsmodelle (Wirkungspfad)
- Staatliche Schutzmaßnahmen und Altersfreigaben
- Rolle der elterlichen Kontrolle bei der Medienerziehung
Auszug aus dem Buch
2.1 Selektionspfad
Der Selektionspfad orientiert sich am medienpsychologischen Konzept der Selective Exposure. Dieses Konzept beschreibt, dass der Konsument Medienangebote nicht willkürlich, sondern auf Grund ihrer Persönlichkeitsstruktur auswählt (vgl. Zillmann, Bryant 1985, 5f.).
Ob diese Wahl bewusst gefällt wird, ist jedoch nicht eindeutig. Diesen Selektionsprozess beeinflussen verschiedene stabile und variable Faktoren. So nehmen neben Geschlecht und Alter, auch die „momentane physiologische Befindlichkeit oder emotionale Zustände“ (Staude-Müller 2010, 98). Einfluss auf die Auswahl eines Mediums.
Daraus lässt sich schlussfolgern, dass Personen, die zu Aggressionen neigen, eher Spiele mit Gewaltdarstellungen bevorzugen. Dieser Zusammenhang wird in folgendem Zitat von Atkin deutlich: „Some persons with aggressive attitudes and behavior patterns will watch violent portrayals to affirm or revitalize their antisocial predispositions; others max exalt in viewing content glorifying the acts that they commit, or they may feel satisfaction when characters express the sentiments that they value“ (Atkin 1985, S.76).
Die Faktoren, die für die Wahl eines Mediums, von Bedeutung sind, lassen sich in drei Kategorien einteilen: Individuelle Variablen, das soziales Umfeld und mediale Variablen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Thematik der Ego-Shooter und die gesellschaftliche Wahrnehmung bezüglich Gewalt und Amokläufen.
2. DIE WIRKUNG VON GEWALTDARSTELLUNGEN IN COMPUTERSPIELEN: Untersuchung der psychologischen Zusammenhänge zwischen Spielern und Spielinhalten durch Selektions- und Wirkungspfade.
3. SCHUTZMAßNAHMEN: Überblick über gesetzliche Rahmenbedingungen, wie das Strafgesetzbuch, die USK und die BPjM sowie die Bedeutung elterlicher Erziehung.
4. FAZIT: Zusammenfassende Einschätzung, dass die Auswirkungen von Ego-Shootern individuell variieren und keine pauschale Gefahr attestiert werden kann.
Schlüsselwörter
Ego-Shooter, Gewalt, Computerspiele, Selektionspfad, Wirkungspfad, Jugendschutz, USK, BPjM, Medienerziehung, Aggression, Medienkonsum, Strafgesetzbuch, Selective Exposure, Erziehungsstile, Jugendgefährdung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, ob Ego-Shooter eine Gefahr für Kinder und Jugendliche darstellen und ob ein direkter Zusammenhang zwischen dem Konsum dieser Spiele und aggressivem Verhalten oder Amokläufen besteht.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der medienpsychologischen Wirkung von Gewalt, den theoretischen Ansätzen zur Spielerauswahl sowie den staatlichen und familiären Schutzmechanismen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die oft widersprüchliche öffentliche Debatte über Ego-Shooter wissenschaftlich einzuordnen und zu prüfen, ob die Gewalt in Spielen zwangsläufig zu aggressivem Verhalten führt.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Es handelt sich um eine theoretische Auseinandersetzung, die auf einer Literaturanalyse medienpsychologischer Konzepte und der Auswertung gesetzlicher Regelungen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert untersucht?
Der Hauptteil behandelt den Selektions- und Wirkungspfad, die Rolle von Eltern bei der Medienerziehung sowie die regulatorischen Instanzen wie USK und BPjM.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Ego-Shooter, Gewaltbegriff, Selektionspfad, Wirkungspfad, Jugendschutzgesetz, USK, BPjM und elterliche Medienkompetenz.
Was versteht man unter dem Selektionspfad?
Der Selektionspfad beschreibt das Konzept der Selective Exposure, wonach Nutzer Medieninhalte aufgrund ihrer individuellen Persönlichkeitsstruktur und aktuellen Befindlichkeit aktiv auswählen.
Wie unterscheidet sich die Rolle der USK von der BPjM?
Die USK ist für die allgemeine Altersfreigabe von Computer- und Konsolenspielen zuständig, während die BPjM Medien indiziert, die als jugendgefährdend eingestuft werden.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2014, Ego Shooter. Eine Gefahr für Kinder und Jugendliche?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/287994