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Zur Shop-Startseite › Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit

Mandatsmissionen des Völkerbundes. Erfolgreiches Peacekeeping vor Gründung der Vereinten Nationen?

Eine qualitativ-historische Analyse anhand ausgewählter Fallbeispiele

Titel: Mandatsmissionen des Völkerbundes. Erfolgreiches Peacekeeping vor Gründung der Vereinten Nationen?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2014 , 63 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Marcus Helwing (Autor:in)

Politik - Thema: Frieden und Konflikte, Sicherheit

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Gab es Peacekeeping bereits vor den Vereinten Nationen und falls ja, war es erfolgreich? Das waren die Kernfragen der vorliegenden Studie, zu deren Klärung eine historisch-qualitative Analyse anhand ausgewählter Fallbeispiele dienen soll. Die kurze Zusammenfassung der einschlägigen Literatur des wissenschaftlichen Diskurses eröffnet einen ersten Überblick bezüglich des Standes der Peacekeeping-Forschung.

Im Folgenden werden die Peacekeeping-Theorien verschiedener Wissenschaftler, welche in dieser Studie als forschungsleitend betrachtet werden, dargestellt. Zu ihnen gehören Virginia P. Fortna, Michael W. Doyle, Nicholas Sambanis, Alex J. Bellamy und Norrie MacQueen, die als Koryphäen auf diesem Gebiet gelten. Das folgende Kapitel beinhaltet ein Kompendium der Friedensoperationen und Verhandlungslösungen des 18., 19. und 20. Jahrhunderts. Nach einem Rückblick auf die Geschichte liegen die Schwerpunkte vor allem auf dem Konzert der europäischen Großmächte, den Pariser Vorortverträgen und dem Völkerbund.

Gemäß der Vorbereitung mittels der Peacekeeping-Theorien und des historischen Kontextes wird an mehreren Fallbeispielen der Erfolg von Peacekeeping-Operationen des Völkerbundes überprüft. Betrachtet werden die Missionen in der Freien Stadt Danzig, der Freien Stadt Fiume, Deutsch-Ostafrika, Deutsch-Südwestafrika, Palästina und im Saargebiet. Es werden jeweils zwei sich stark ähnelnde Fälle miteinander verglichen und darüber hinaus noch zwei Einzelbeispiele angeführt. Eine Einschätzung bezüglich des Erfolges der verschiedenen Missionen erfolgt durch die Kombination verschiedener Faktoren, welche für jeden Fall unterschiedlich ausfallen können. Des Weiteren beinhaltet die Schlussbetrachtung die Resultate dieser Studie in Form einer Zusammenfassung. Abschließend finden sich im Anhang zwei Tabellen zur Veranschaulichung der herausgearbeiteten Ergebnisse der Fallbeispiele.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Literaturübersicht

3. Theorien

3.1 Fortna

3.2 Doyle & Sambanis

3.3 Bellamy

3.4 MacQueen

3.5 Kontrollliste

4. Historischer Überblick

4.1 Frühes Peacekeeping

4.2 Ein Rückblick

4.3 Das Konzert der europäischen Großmächte

4.4 Die Pariser Vorortverträge

4.5 Der Völkerbund

5. Fallstudien

5.1 Begründung der Fallauswahl

5.2 Freie Stadt Danzig und Freie Stadt Fiume

5.3 Deutsche Kolonien – Deutsch-Südwestafrika und Deutsch-Ostafrika

5.4 Das Saargebiet

5.5 Palästina

6. Schlussbetrachtung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob der Völkerbund bereits Peacekeeping-Operationen durchführte und inwiefern diese als erfolgreich bewertet werden können. Dabei wird eine historisch-qualitative Analyse genutzt, um Mechanismen der Friedenssicherung zu identifizieren, die über die heutige Praxis hinaus auf die Zwischenkriegszeit anwendbar sind.

  • Historische Einordnung des Begriffs "Peacekeeping"
  • Vergleich theoretischer Ansätze zur Erfolgsbewertung
  • Analyse der Mandatspolitik des Völkerbundes
  • Untersuchung spezifischer Fallstudien (u.a. Danzig, Saar, Palästina)
  • Entwicklung einer Kontrollliste zur Messung von Missionserfolgen

Auszug aus dem Buch

3.1 Fortna

Auf dem Gebiet der Peacekeeping-Forschung ist die Professorin der Columbia University eine der renommiertesten Wissenschaftlerinnen in der akademischen Welt. Ihre Arbeiten über den Erfolg von Peacekeeping, insbesondere bei Bürgerkriegen, sind Standardwerke und bilden den Grundstein quantitativer Peacekeeping-Forschung. Hierfür versucht sie seit Jahren zu eruieren, inwieweit bestimmten Einflussfaktoren Bedeutung zukommt oder ob sie, aufgrund keiner oder lediglich marginaler Effekte, für diese Frage vernachlässigt werden können. Ein Schwerpunkt ihrer Forschung bildet ein Fragenkomplex nach erfolgreichem Peacekeeping, ob es so etwas überhaupt gibt und falls ja, ob dafür quantifizierbare Daten zur Beweisführung herangezogen werden können. Außerdem geht es ihr darum, die Systematik von Peacekeeping-Einsätzen aufzuzeigen und Faktoren zu identifizieren, die Rückschlüsse auf den Erfolg von Peacekeeping-Operationen zulassen.

In der gegenwärtigen wissenschaftlichen Debatte werden unterschiedliche Ansichten über den Erfolg von Peacekeeping-Missionen vertreten. So wie auch Virginia Page Fortna vertreten einige die These, deutliche Belege für den Erfolg von Peacekeeping vorweisen zu können. Andere schwächen sie ab, indem sie ihr grundsätzlich zustimmen, den Erfolg aber nicht so deutlich glauben nachweisen zu können und weitere Faktoren, beispielsweise den Typ des Mandats, damit verknüpfen. Im Gegensatz dazu fechtet eine andere Fraktion den Erfolg an, indem sie keinen Erfolg von Peacekeeping meinen nachweisen zu können. Oft werden in diesem Zusammenhang auch die katastrophalen Fehlschläge Anfang der 1990er Jahre als Beispiele herangezogen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung motiviert die Beschäftigung mit Peacekeeping-Aktivitäten vor den Vereinten Nationen und skizziert die historisch-qualitative Vorgehensweise.

2. Literaturübersicht: Dieses Kapitel arbeitet auf, dass die wissenschaftliche Literatur zum Völkerbund und dessen Friedensmissionen im Vergleich zu den Vereinten Nationen bisher unterrepräsentiert ist.

3. Theorien: Es werden führende Theorien und Forschungsansätze (u.a. von Fortna, Doyle & Sambanis, Bellamy) analysiert, um eine Kontrollliste für die Bewertung von Missionserfolgen zu erstellen.

4. Historischer Überblick: Dieser Teil beleuchtet die geschichtlichen Hintergründe, die Entstehung des Völkerbundes nach dem Ersten Weltkrieg und das System der kollektiven Sicherheit.

5. Fallstudien: Anhand ausgewählter Beispiele wie Danzig, Fiume, dem Saargebiet, deutschen Kolonien und Palästina wird die Wirksamkeit der Völkerbund-Mandate überprüft.

6. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass der Völkerbund trotz definitorischer Herausforderungen erfolgreiche Peacekeeping-Missionen durchführte, die als Vorläufer moderner Friedenssicherung gelten können.

Schlüsselwörter

Völkerbund, Peacekeeping, Friedenssicherung, Mandatsmissionen, kollektive Sicherheit, Historische Analyse, Friedensforschung, Mandate, Internationale Organisationen, Versailler Vertrag, Konfliktmanagement, Saargebiet, Danzig, Palästina, Erfolgskriterien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es grundsätzlich in dieser Arbeit?

Die Hausarbeit untersucht, ob das Instrument des Peacekeepings bereits während der Zeit des Völkerbundes Anwendung fand und ob diese Missionen als erfolgreich eingestuft werden können.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die theoretische Fundierung des Peacekeepings, die historische Rolle des Völkerbundes als Vorgängerorganisation der Vereinten Nationen sowie konkrete Mandatsgebiete.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, ob der Völkerbund aktiv Peacekeeping betrieben hat und ob bei den untersuchten Mandatsmissionen von einem erfolgreichen Verlauf gesprochen werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine historisch-qualitative Analyse angewendet, ergänzt durch die Erstellung einer Kontrollliste zur Erfolgsbewertung der untersuchten Einsätze.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Aufarbeitung der Peacekeeping-Literatur und eine detaillierte historische Analyse der Mandatsmissionen in verschiedenen Regionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Völkerbund, Peacekeeping, Mandatsmissionen und kollektive Sicherheit definieren.

Warum wird das Saargebiet als Erfolg bewertet?

Das Saargebiet gilt als Erfolg, da klare vertragliche Grundlagen existierten, die Mission gut ausgestattet war und eine friedliche Volksabstimmung innerhalb des geplanten Zeitrahmens durchgeführt werden konnte.

Warum gilt das Mandat für Palästina als Fehlschlag?

Palästina wird als Fehlschlag gewertet, da die Mandatsziele überfrachtet und gegensätzlich waren, was zu massiven, anhaltenden ethnisch-religiösen Spannungen führte, die nach Mandatsende in den Konflikt mündeten.

Ende der Leseprobe aus 63 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Mandatsmissionen des Völkerbundes. Erfolgreiches Peacekeeping vor Gründung der Vereinten Nationen?
Untertitel
Eine qualitativ-historische Analyse anhand ausgewählter Fallbeispiele
Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald  (Institut für Politik- und Kommunikationswissenschaft)
Veranstaltung
Die UN, humanitäre Interventionen und der (Miss-)erfolg von Peacekeeping Operationen: quantitative und qualitative Evidenz
Note
2,0
Autor
Marcus Helwing (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2014
Seiten
63
Katalognummer
V287282
ISBN (eBook)
9783656877271
ISBN (Buch)
9783656877288
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Peacekeeping Völkerbund Vereinte Nationen Kalter Krieg Erfolg Freie Stadt Danzig Freie Stadt Fiume Deutsch-Ostafrika Deutsch-Südwestafrika Palästina Saargebiet Konzert der europäischen Großmächte Pariser Vorortverträge Westfälischer Frieden Fortna Doyle Sambanis Bellamy MacQueen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Marcus Helwing (Autor:in), 2014, Mandatsmissionen des Völkerbundes. Erfolgreiches Peacekeeping vor Gründung der Vereinten Nationen?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/287282
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Leseprobe aus  63  Seiten
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