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Vom Deismus zum Atheismus. Zur Frage nach einer Konversion in Denis Diderots frühen Schriften

Titel: Vom Deismus zum Atheismus. Zur Frage nach einer Konversion in Denis Diderots frühen Schriften

Bachelorarbeit , 2013 , 33 Seiten , Note: 1.3

Autor:in: Thomas Schwalbach (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 17. und 18. Jahrhunderts

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„Le premier pas vers la philosophie, c’est l’incrédulité.“ Es sind Aussagen wie diese, die uns das Bild vermitteln, das wir heute von Denis Diderot haben. Es ist das Bild des radikalen Aufklärers, der es nicht nur, wie seine
Vorgänger Voltaire und Montesquieu, auf die geistige Diktatur des Dogmatismus und die Hegemonie der katholischen Kirche im politischen Leben abgesehen hatte, sondern
den Glauben selbst in seinen Grundfesten angriff. Heute gilt er, neben Philosophen wie Jean Meslier, Julien Offray de la Mettrie und Paul Thiry d’Holbach, als wichtigster
Vertreter der Renaissance des Atheismus in der Neuzeit.
Häufig wird versucht, Diderots Sinneswandel an den Jahren von 1746 bis 1749 festzumachen. Man verweist dabei auf sein erstes eigenständiges Werk, die „Pensées philosophiques“, in dem er dem Deismus am meisten zugetan zu sein scheint, und den „Lettre sur les aveugles“, der die Vollendung von Diderots Orientierung hin zum Atheismus seiner reifen Jahre darstellen soll. Dennoch gibt es sowohl Positionen, die bereits materialistische Bekenntnisse in den „Pensées“ vermuten, als auch solche, die Diderot auch nach dem „Blindenbrief“ noch für einen gemäßigten Deisten halten, und am Ende ist es auch Diderot selbst, der es sich nicht nehmen lässt, aufkommende Vermutungen zu seiner eigentlichen Gesinnung immer wieder zu zerstreuen.
Wer dennoch gesicherte Aussagen zu Diderots eigener Positionierung wagen möchte, muss seine Werke einer genauen Analyse unterziehen, um möglicherweise verborgene Absichten und Hinweise Diderots verstehen und deuten zu können. Um dieses Vorhaben zu realisieren, werden im Folgenden die beiden genannten Werke, als traditionelle Fixpunkte seiner Konversion, untersucht und geprüft, ob sich Präferenzen im Diderotschen Denken aufdecken lassen. Auch seine anderen frühen Schriften dürfen dabei nicht außer Acht gelassen werden und finden ihre Verwendung, da sie wertvolle Wegmarken seiner Entwicklung hin zu einer materialistischen Weltsicht sind. Anhand dieser Analyse werden zudem die unterschiedlichen Einflüsse aufgezeigt, die Diderot in seiner frühen Phase entscheidend prägten. Bei einem Philosophen, dessen geistige Entwicklung zu einem bedeutenden Teil das Ergebnis eines lebhaften Austauschs mit Freunden und anderen großen Denkern seiner Zeit ist, genügt es nicht, einzelne Werke zu nennen, vielmehr müssen die Spuren seiner Entwicklung in der Geisteswelt der Aufklärung und dem intellektuellen Kreis, in dem er sich bewegte, gesucht werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Vom Deismus zum Atheismus?

2.1) Der Begriff des Atheismus im Zeitalter der Aufklärung

2.2) Der Weg zum Frühwerk

2.2.1) Vom Abbé zum Schriftsteller

2.2.2) Die Shaftesbury-Übersetzung

2.3) Die „Pensées philosophiques“

2.4.) Schriften und Einflüsse bis 1749

2.4.1) Weitere Werke

2.4.2) Maßgebliche Einflüsse

2.5) Der “Lettre sur les aveugles à l’usage de ceux qui voient”

3.) Fazit

4.) Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die geistige Entwicklung von Denis Diderot in seinem Frühwerk zwischen 1746 und 1749, um zu klären, ob eine tatsächliche Konversion vom Deismus zum Atheismus vorliegt oder ob Diderots Denken eher durch einen grundlegenden skeptischen und methodisch deskriptiven Ansatz geprägt ist.

  • Genese des Diderotschen Materialismus und Atheismus
  • Analyse der philosophischen Methode Diderots und seines dialektischen Stils
  • Untersuchung zentraler Frühwerke wie "Pensées philosophiques" und "Lettre sur les aveugles"
  • Reflektion der Einflüsse durch Zeitgenossen und Naturwissenschaftler wie Buffon
  • Die Rolle des Skeptizismus als philosophische Grundhaltung

Auszug aus dem Buch

Die “Pensées philosophiques”

Die „Pensées philosophiques“ wurden im Jahre 1746 veröffentlicht und werden als Weiterentwicklung der Anmerkungen, die Diderot in der Shaftesbury-Übersetzung äußerte, verstanden. Ähnlich dieser ist der eigentliche philosophische Gehalt „konventionell [und] gewiss nicht kühn“. Furbank bezeichnet das Werk deswegen „as a kind of résumé or summa of freethinking arguments on religion […] that […] had been circulating for half a century“. In seinem Werk veranschaulicht Diderot in 62 „unsystematische[n], scheinbar unzusammenhängende[n] Reflexionen“ größtenteils Ideen, die Frühaufklärer wie Voltaire und Montesquieu schon Jahre zuvor aus England eingeführt hatten.

Obwohl das Werk also kaum wirklich neue Ansätze hervorbrachte, wurde es dennoch der Vorsicht halber anonym und mit Angabe eines holländischen Druckorts veröffentlicht, obwohl es in Paris unter Aufsicht des Verlegers Laurent Durand gedruckt wurde. Diderot versah das Titelblatt mit dem Zitat „Piscis hic non est omnium.“ und sollte Recht behalten: kurz nach der Veröffentlichung wurde es als „skandalös und gegen die Religion und die guten Sitten verstoßend“ verurteilt, da es „unruhigen und vermessenen Gemütern das Gift der frevlerischsten und widersinnigsten Meinungen, zu deren Verderbtheit der menschliche Verstand fähig ist“ biete. Dabei waren es vor allem die ansprechende Form und leicht verständliche Sprache, die den Richtern als gefährlich erschienen und gegenüber denen andere, schwerfällige oder langweilige Erörterungen mit ähnlichen Inhalten im Hintertreffen waren.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Einführung in das Diderot-Bild und die Fragestellung nach dem Wandel vom Abbé zum radikalen Aufklärer.

2.) Vom Deismus zum Atheismus?: Analyse der Begrifflichkeiten und der intellektuellen Entwicklung Diderots innerhalb des gesellschaftspolitischen Kontextes der Aufklärung.

2.1) Der Begriff des Atheismus im Zeitalter der Aufklärung: Untersuchung der historischen Bedeutung von Atheismus und dessen Abgrenzung vom Deismus.

2.2) Der Weg zum Frühwerk: Biographische Einordnung Diderots und sein Weg vom Priesteramtsanwärter zum freien Schriftsteller.

2.2.1) Vom Abbé zum Schriftsteller: Darstellung der prägenden Bildungsjahre und des Einflusses von Lektüren und sozialen Kontakten auf Diderot.

2.2.2) Die Shaftesbury-Übersetzung: Analyse der Übersetzung als erste kritische Auseinandersetzung mit der Religionskritik.

2.3) Die „Pensées philosophiques“: Untersuchung des Werkes als Sammlung von Reflexionen und dessen Bedeutung für die frühe Aufklärung.

2.4.) Schriften und Einflüsse bis 1749: Überblick über weitere Schriften und die philosophischen Strömungen, die Diderot beeinflussten.

2.4.1) Weitere Werke: Analyse von Werken wie "La promenade du sceptique" und deren Rolle in der Entwicklung Diderots.

2.4.2) Maßgebliche Einflüsse: Betrachtung der geistigen Auseinandersetzung mit Zeitgenossen und den Naturwissenschaften.

2.5) Der “Lettre sur les aveugles à l’usage de ceux qui voient”: Vertiefende Analyse des "Blindenbriefs" und der damit verbundenen materialistischen Argumente.

3.) Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, die gegen eine einfache Kategorisierung Diderots als Atheist oder Deist sprechen.

4.) Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Denis Diderot, Aufklärung, Deismus, Atheismus, Skeptizismus, Materialismus, Pensées philosophiques, Lettre sur les aveugles, Religionskritik, Frühaufklärung, Philosophie der Beweglichkeit, Pierre Bayle, Shaftesbury, Buffon, Anthropologische Wende.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die philosophische Entwicklung Denis Diderots in seinen frühen Schriften zwischen 1746 und 1749 und hinterfragt die Hypothese einer direkten Konversion vom Deismus zum Atheismus.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören die Religionskritik, der Bedeutungswandel des Atheismus, die Rolle des Skeptizismus sowie der Einfluss naturwissenschaftlicher Erkenntnisse auf das Weltbild der Aufklärung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu prüfen, ob sich in Diderots Frühwerk klare Anzeichen einer materialistischen Konversion finden lassen oder ob seine Ambivalenz und skeptische Grundhaltung im Vordergrund stehen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor führt eine textnahe Analyse ausgewählter Hauptwerke durch, bettet diese in den historischen Kontext ein und reflektiert die Einflüsse durch andere Denker und Naturwissenschaftler jener Zeit.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die "Pensées philosophiques" und den "Lettre sur les aveugles", bewertet die philosophischen Einflüsse von Denkern wie Shaftesbury, Condillac und Buffon und hinterfragt Diderots Haltung zum Deismus und zur Institution der Kirche.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist gekennzeichnet durch Begriffe wie Diderot, Deismus, Atheismus, Skeptizismus, Materialismus und Frühaufklärung.

Warum spielt der "Blindenbrief" eine so zentrale Rolle?

Der "Blindenbrief" dient als Fixpunkt, an dem Diderot die Grenzen des Deismus durch naturwissenschaftliche Argumente (insbesondere durch Buffon) und eine radikale erkenntnistheoretische Hinterfragung aufzeigt.

Welche Rolle spielt der Skeptizismus in Diderots Denken?

Der Skeptizismus ist laut Autor nicht nur eine Methode, sondern Diderots grundlegende Haltung, die ihn davon abhält, sich dogmatisch auf ein abgeschlossenes System wie den Atheismus oder Deismus festzulegen.

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Vom Deismus zum Atheismus. Zur Frage nach einer Konversion in Denis Diderots frühen Schriften
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Philosophy)
Note
1.3
Autor
Thomas Schwalbach (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2013
Seiten
33
Katalognummer
V287269
ISBN (eBook)
9783656876953
ISBN (Buch)
9783656876960
Sprache
Deutsch
Schlagworte
denis diderot deismus atheismus aufklärung konversion holbach mettrie voltaire montesquieu dogma kirche katholisch zensur frankreich pensees lettre bayle buffon christentum promenade sceptique absolutismus feudal naigeon montaigne pantheismus bijoux indiscrets rousseau materialismus locke berkeley condillac cassirer rêve alembert blindenbrief skeptizismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Thomas Schwalbach (Autor:in), 2013, Vom Deismus zum Atheismus. Zur Frage nach einer Konversion in Denis Diderots frühen Schriften, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/287269
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  33  Seiten
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