Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Zur Shop-Startseite › Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Lysias und Perikles. Ein Kunstwerk der Rhetorik oder Geschichtsschreibung?

Titel: Lysias und Perikles. Ein Kunstwerk der Rhetorik oder Geschichtsschreibung?

Hausarbeit , 2012 , 17 Seiten , Note: 20

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Lysias gehört zu den berühmtesten attischen Rednern. Mit seiner Redekunst vermochte er es, den Gegenstand seiner Rede lichtvoll darzustellen und seine Kunst auf sein Auditorium geschickt wirken zu lassen. In seiner Grabrede für die im korinthischen Krieg gefallenen Athener skizziert er die furiose Vergangenheit Athens, die Glanztaten der Ahnen und den Ruhm der Stadt in all seiner Fülle. Was folgt aus dieser Schilderung für die Beziehung seiner Darstellungen zur zeitgenössischen Realität? Offenbart eine solche Rede einem Historiker aus der jüngeren Zeit, wie es wirklich gewesen? Wie muss eine solche Quelle in der Geschichtswissenschaft eingeordnet werden? Welche Rolle spielt in der epitaphischen Rede die Vergangenheit und der Vergangenheitsbezug?
Für einen historischen Untersuchungsansatz ist die Frage nach der Bedeutung einer Quelle für die Realität, die man zu erforschen versucht, ein Fundament für jedes weitere investigative Vorgehen. Damit ist der Schwerpunkt dieser Arbeit festgelegt: Die Grabrede des Lysias ́ auf die gefallenen Athener, deren historischer Hintergrund ein Feldzug im korinthischen Krieg ist, in dem Athen im Bund mit Theben die spartanische Hegemonie beenden und die alte Machtstellung in der Ägäis zurückgewinnen wollte, soll auf Vergangenheitsbezüge untersucht werden, um sich der Bedeutung dieser Rede und einer Antwort auf gestellte Fragen anzunähern. Da die Antwort möglichst nicht nur auf die Rede des Lysias konzentriert werden soll, sondern ein Ergebnis mit breiterem Spektrum liefern soll, wird ein Vergleich zur Totenrede des Perikles über die Gefallenen des Kriegsjahres 431 v. Chr., die Thukydides in seinem Geschichtswerk später aufgenommen hat, angestellt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Lysias und Perikles - ein Vergleich

2.1 Das Proöm

2.2 Der Hauptteil bei Lysias (4-54)

2.3 Der Mythos als Vergangenheit bei Lysias

2.4 Der Hauptteil bei Perikles (36-41)

2.5 Der Schlussteil bei Lysias (66-81)

2.6 Der Schlussteil bei Perikles (42-46)

3. Die Grabrede als historische Quelle?

3.1 Darstellung der Geschichte und Geschichtsbild bei Lysias

3.2 Darstellung der Geschichte und Geschichtsbild bei Perikles

4. Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Verwendung von Vergangenheitsbezügen in den Grabreden des Lysias und des Perikles (überliefert durch Thukydides). Ziel ist es, zu analysieren, ob diese Reden als objektive Geschichtsschreibung dienen können oder welche anderen Funktionen, wie Identitätsstiftung, Legitimationspolitik und propagandistische Rhetorik, sie im Kontext des klassischen Athens einnehmen.

  • Analyse des formalen Aufbaus von Epitaphioi (Grabreden)
  • Vergleich der mythischen und historischen Vergangenheitskonstruktionen
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Redekunst und Machtanspruch
  • Kritische Einordnung der Grabrede als historische Quelle

Auszug aus dem Buch

2.3 Der Mythos als Vergangenheit bei Lysias

Die Rekurrierung auf die drei Mythen in der Grabrede des Lysias zeigt, dass sie fester Bestandteil der Vergangenheit Athens sind. Es wird hier scheinbar nicht zwischen Geschichte und Mythen unterschieden, was bedeutet, dass sie volle Argumentationskraft haben.

Welche Rolle der Mythos im Kontext der Grabrede spielt und warum ihn Lysias als Vergangenheitsbezug benutzt, soll im folgenden exemplarisch anhand des Herakliden-Mythos untersucht werden. Ich möchte dies an diesem Mythos herausarbeiten, da Lysias ihn im Vergleich sehr ausführlich darstellt. Das lässt die Frage nach der tieferen Bedeutung umso mehr aufkommen: Warum also die Ausführlichkeit, warum dieser Mythos und kein anderer? Eine mögliche Antwort könnte folgende sein: Lysias legt, wie bisher deutlich wurde, seinen Fokus auf Athen, dessen Ruhm und vor allem dessen Herrschaftslegitimation durch die (mythische) Geschichte. Die Vermutung liegt nahe, dass die Begründung für die Auswahl des Herakliden-Mythos in die Nähe dieser Rechtfertigung für Athens Vormachtstellung anzusiedeln ist. Der Heraklidenmythos fungiert als Argument für politische und militärische Ansprüche Athens und will zeigen, dass die Rettung unschuldig Verfolgter ein wichtiges Element des athenischen Selbstbildes als Retter Griechenlands ist. Sicherlich hat dieser Mythos (wie auch die anderen erwähnten) die Aufgabe zu zeigen, dass die Macht Athens bereits in der mythischen Vergangenheit existent war und damit sozusagen als ein beständiges Element über Athens Geschichte, die ja auch die Zukunft integriert, herrscht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der antiken Grabreden ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich des Verhältnisses von rhetorischer Inszenierung und historischer Realität.

2. Lysias und Perikles - ein Vergleich: In diesem Kapitel werden der formale Aufbau und die inhaltliche Gewichtung der beiden Reden gegenübergestellt, wobei insbesondere Lysias' Fokus auf Mythologie und Perikles' Fokus auf die Gegenwart herausgearbeitet wird.

2.1 Das Proöm: Der Vergleich des einleitenden Bescheidenheitstopos verdeutlicht die rhetorische Strategie beider Redner, sich in die Tradition der Ahnen zu stellen.

2.2 Der Hauptteil bei Lysias (4-54): Dieses Kapitel analysiert den Tatenkatalog des Lysias, der mythische und historische Ereignisse zur Erziehung und Nacheiferung der Bürger nutzt.

2.3 Der Mythos als Vergangenheit bei Lysias: Hier wird exemplarisch am Herakliden-Mythos die Funktion mythischer Erzählungen zur Herrschaftslegitimation Athens untersucht.

2.4 Der Hauptteil bei Perikles (36-41): Die Analyse zeigt, wie Perikles die Vorfahren nur kurz erwähnt und den Fokus der Rede stattdessen auf die Autarkie und die Errungenschaften des zeitgenössischen Athens legt.

2.5 Der Schlussteil bei Lysias (66-81): Dieses Kapitel beleuchtet, wie Lysias den Tod der Gefallenen durch den Verweis auf unsterblichen Ruhm und die Ehre der Polis in einen Sinnzusammenhang bringt.

2.6 Der Schlussteil bei Perikles (42-46): Hier wird dargelegt, wie Perikles das Lob auf die Gefallenen als Appell an die Lebenden umdeutet, um die Polis zu stärken.

3. Die Grabrede als historische Quelle?: Dieses Kapitel diskutiert das methodische Problem, ob diese rhetorisch geprägten Reden zur Rekonstruktion historischer Fakten herangezogen werden können.

3.1 Darstellung der Geschichte und Geschichtsbild bei Lysias: Die Untersuchung zeigt, dass Lysias ein idealisiertes und propagandistisches Bild der Vergangenheit entwirft, das primär der Identitätsstiftung dient.

3.2 Darstellung der Geschichte und Geschichtsbild bei Perikles: Es wird analysiert, wie Perikles durch eine Fokussierung auf die Gegenwart die athenische Demokratie und Verfassung idealisiert.

4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Reden keine objektive Geschichtsschreibung betreiben, sondern als Zeugnisse des athenischen Selbstverständnisses und politischer Intentionen zu werten sind.

Schlüsselwörter

Lysias, Perikles, Grabrede, Epitaphios, Athen, Rhetorik, Geschichtsbild, Vergangenheitsbezug, Mythos, Herakliden, Autarkie, Identitätsstiftung, Propagandapotenzial, Antike, Thukydides.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die rhetorische Verwendung von Vergangenheitsdarstellungen in zwei berühmten antiken Grabreden, um zu ergründen, welche Rolle diese Mythen und historischen Rückblicke für das athenische Selbstverständnis und die politische Legitimation spielten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das Verhältnis von Rhetorik und Geschichtsschreibung, die Nutzung mythischer Vorbilder, die Konstruktion von Identität in der Polis sowie die propagandistische Funktion öffentlicher Reden im klassischen Griechenland.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist die kritische Analyse, ob die Grabreden des Lysias und Perikles als objektive historische Quellen fungieren oder ob sie als intentional gestaltete Instrumente zur Sinnstiftung und Herrschaftslegitimation verstanden werden müssen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine komparative Analyse durchgeführt, bei der die beiden Grabreden systematisch nach formalen Aspekten (Proöm, Hauptteil, Schluss) und inhaltlichen Vergangenheitsbezügen gegenübergestellt und historisch-kritisch eingeordnet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in den detaillierten Vergleich der beiden Redner hinsichtlich ihrer Darstellung der Vergangenheit, die Untersuchung der spezifischen mythischen Exkurse (insbesondere bei Lysias) und die Reflexion der Grabrede als historische Quelle.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Lysias, Perikles, Epitaphios, Geschichtsbild, Propaganda, Identitätsstiftung, Autochthonie und politische Rhetorik.

Wie unterscheidet sich Lysias' Umgang mit der Vergangenheit von dem des Perikles?

Lysias bindet seine Rede stark an eine ausführliche mythische und historische Vergangenheit, um Ruhm und Machtansprüche Athens zu legitimieren. Perikles hingegen blendet die mythische Vorzeit weitgehend aus und fokussiert sich auf die Stärke des gegenwärtigen Athens und seiner politischen Verfassung.

Warum ist die Analyse der Mythen in der Rede des Lysias so wichtig?

Die Mythen dienen als Legitimationsinstrument. Indem Lysias Athen in eine mythische Retter-Rolle rückt, erschafft er ein historisches Kontinuum, das den hegemonialen Anspruch des zeitgenössischen Athens als naturgegeben und ehrenhaft darstellt.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Lysias und Perikles. Ein Kunstwerk der Rhetorik oder Geschichtsschreibung?
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen  (Alte Geschichte)
Veranstaltung
Vergangenheitsbezug im archaischen und klassischen Griechenland
Note
20
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
17
Katalognummer
V287028
ISBN (eBook)
9783656872795
ISBN (Buch)
9783656872801
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Lysias Perikles Rhetorik Antike Antike Rhetorik Thukydides Grabrede Athener Athen Totenrede Antike Geschichte Griechenland Antikes Griechenland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2012, Lysias und Perikles. Ein Kunstwerk der Rhetorik oder Geschichtsschreibung?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/287028
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  17  Seiten
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Zahlung & Versand
  • Über uns
  • Contact
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum