Die vorliegende Arbeit soll einen Einblick in die Museumspädagogik mit Schwerpunkt auf die des Hauses der Geschichte in Bonn geben. Dabei steht die Frage im Vordergrund, ob die moderne Museumsdidaktik des HdG eine sinnvolle Ergänzung zum Unterricht darstellt, sozusagen als Mittel zum Zweck, bei dem die Schüler mit Spaß „Geschichte erleben“ und dabei auch einen Lernertrag erhalten.
Dies soll an konkreten Ausstellungsbereichen des HdG beleuchtet werden. Um ein möglichst umfassendes Bild abzugeben, wird sowohl auf die Ausstellungsbereiche eingegangen, die auch Bestandteil meiner Führung vor Ort waren, als auch auf die übrigen Ausstellungen im Museum.
In diesem Zusammenhang soll auch eine Kritik an der Umsetzung nicht verschwiegen werden.
Inhaltsverzeichnis
1) Einleitung
2) Didaktisch-pädagogische Prinzipien des HdG
3) Leistungskriterien an ein historisch korrektes Museum
4) Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die museumspädagogische Konzeption des Hauses der Geschichte (HdG) in Bonn. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern die moderne Museumsdidaktik des Hauses als sinnvolle Ergänzung zum schulischen Unterricht fungieren kann, um Schülern Geschichte erlebbar zu machen und einen nachhaltigen Lernertrag zu generieren.
- Analyse der didaktisch-pädagogischen Grundprinzipien des HdG
- Bewertung der Ausstellung anhand der Kriterien für historische Korrektheit nach Karl Heinrich Pohl
- Untersuchung der Wahrnehmungs- und Informationsebenen im Museumskontext
- Kritische Reflexion der Wissensvermittlung durch Mediennutzung und Originalobjekte
- Untersuchung der Eignung des Museums als außerschulischer Lernort
Auszug aus dem Buch
3) Leistungskriterien an ein `historisch korrektes´ Museum
Ich möchte mich bei meiner Erörterung über die gelungene oder weniger gelungene Museumsdidaktik des HdG auf die Argumente von Pohl aus seinem Beitrag „Wann ist ein Museum historisch korrekt?“ stützen und dabei auf verschiedene Ausstellungseinheiten des Museums eingehen. Dabei werde ich zusätzlich die Bewertung zu den Ausstellungseinheiten meiner Gruppenführung einbeziehen.
Pohl hat einen idealtypischen Anforderungskatalog an historische Museen kreiert.
Zu den Forderungen gehören
1) die Einbindung eines Fragehorizontes der Besucher, zu dem eine für den Besucher klare und wissenschaftlich begründete Fragestellung gehört,
2) die Vermittlung eines offenen Geschichtsbildes,
3) der Hinweis auf den Konstruktionscharakter und die Kontroversität sowie
4) Multiperspektivität,
5) das Erreichen der Reflexion über die Vergangenheit,
6) das Einbeziehen des Fragehorizontes des Publikums und schließlich
7) die Möglichkeit der Kritik seitens des Besuchers an der Ausstellung.
Diese Punkte werde ich im Folgenden näher erläutern.
1) Es soll mit der Dauerausstellungsabteilung zum Bau der Berliner Mauer begonnen werden. Die Geschichte und ihre Entwicklung vom Bau bis zum Fall der Berliner Mauer zieht sich im Museum über alle drei Etagen. Ich habe mich dazu entschlossen, den Fokus auf den Beginn Geschichte der Berliner Mauer zu setzen, da ich die Impulse, die zum Bau der Mauer führten, als sehr wichtiges Wissensfundament erachte, das die Schüler und ein jeder Besucher bei der Auseinandersetzung mit dem Thema kennenlernen sollten.
Zusammenfassung der Kapitel
1) Einleitung: Die Einleitung erläutert die Zielsetzung der Arbeit, das Haus der Geschichte als außerschulischen Lernort im Kontext der Museumspädagogik kritisch zu untersuchen.
2) Didaktisch-pädagogische Prinzipien des HdG: Dieses Kapitel stellt das Museumskonzept vor, das darauf abzielt, deutsche Zeitgeschichte durch Originalexponate und das Programm „Geschichte erleben“ zugänglich zu machen.
3) Leistungskriterien an ein historisch korrektes Museum: Hier wird das HdG anhand des Anforderungskatalogs von Karl Heinrich Pohl hinsichtlich Kriterien wie Multiperspektivität, Kontroversität und Konstruktionscharakter bewertet.
4) Fazit: Das Fazit resümiert, dass das HdG zwar ein modernes Fortschrittsmodell darstellt, jedoch die übermäßige Mediennutzung und notwendiges Vorwissen die Lernziele für Schüler einschränken können.
Schlüsselwörter
Museumspädagogik, Haus der Geschichte, Zeitgeschichte, Geschichtsvermittlung, Museumsdidaktik, Historische Korrektheit, Karl Heinrich Pohl, Multiperspektivität, Berliner Mauer, Wissensvermittlung, Außerschulischer Lernort, Mediennutzung, Ausstellungsdidaktik, Bundesrepublik Deutschland, DDR
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die museumspädagogischen Ansätze des Hauses der Geschichte (HdG) in Bonn und bewertet dessen Eignung als ergänzenden Lernort für den Geschichtsunterricht.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die didaktische Konzeption des Museums, die Wirksamkeit von Ausstellungsmedien, die Vermittlung von Zeitgeschichte sowie die Anwendung wissenschaftlicher Kriterien für "historische Korrektheit" im Museumsbau.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet, ob die moderne Museumsdidaktik des HdG eine sinnvolle Ergänzung zum Unterricht darstellt, bei der Schüler effektiv Geschichte erleben und einen Lernertrag erzielen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine erörternde Analyse, die sich auf den theoretischen Anforderungskatalog von Karl Heinrich Pohl stützt und diese mit eigenen Beobachtungen aus einer Gruppenführung im Museum vergleicht.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifische Ausstellungsbereiche wie den Mauerbau und die Westintegration und prüft diese anhand von acht didaktischen Kriterien, darunter das Überwältigungsverbot und Multiperspektivität.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Museumspädagogik, Zeitgeschichte, Multiperspektivität, Historische Korrektheit und außerschulischer Lernort aus.
Wie bewertet die Autorin die Mediennutzung im Haus der Geschichte?
Sie beurteilt die Mediennutzung als zwiespältig: Einerseits sei sie lebendig und attraktiv, andererseits führe eine "Medienüberflutung" und Lärmkulisse dazu, dass Inhalte schwieriger aufzunehmen sind.
Welche Rolle spielt die Gruppenführung für das Lernergebnis?
Laut der Autorin ist eine Führung essenziell, da der unvorbereitete Besucher ohne Anleitung Gefahr läuft, das komplexe Konzept der Multiperspektivität nicht zu durchschauen und sich in der Fülle der Exponate zu verlieren.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2009, Zeitgeschichte im Museum. Didaktisch-pädagogische Prinzipien des Hauses der Geschichte, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/286382