Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema der Gehörlosigkeit, der Identität und der Kommunikation. Sie wurde begleitend zu einem Seminar zu Forschungsmethoden geschrieben und stellt ein Forschungstagebuch zu einer selbst formulierten Forschungsfrage dar. Dabei ist es in dieser Arbeit nebensächlich, die Forschungsfrage tatsächlich zu beantworten. D.h. es geht nicht darum, eine tatsächliche Untersuchung oder Studie durchzuführen, sondern den Weg zu einer Forschungsfrage zu begleiten. Dabei sind eigene Erfahrungen, Interessen, der aktuelle Forschungsstand und allgemeine Überlegungen zur Durchführung von Bedeutung.
Inhaltsverzeichnis
1.Einleitung
2. Auf dem Weg zur Frage
3. Aktueller Forschungsstand
4. Wozu die Bearbeitung dieser Forschungsfrage?
5. Ergebnis der Forschungsfrage
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der Identitätsbildung von Menschen mit einer Hörschädigung in einer primär hörenden Kommunikationsumgebung auseinander und reflektiert dabei eigene Erfahrungen aus der pädagogischen Praxis.
- Gehörlosigkeit und Identitätskonstruktion
- Bedeutung der Gebärdensprache
- Kommunikationsdynamiken zwischen Gehörlosen und Hörenden
- Reflektion pädagogischer Erfahrungen
- Herausforderungen der Integration in den Alltag
Auszug aus dem Buch
3. Aktueller Forschungsstand
Der nächste Schritt bestand also darin, mir erst einmal einen Überblick über den aktuellen Stand der Forschung zu verschaffen. Ich habe nach Literatur gesucht, die sich im Allgemeinen mit Gehörlosen und der Gehörlosenkultur beschäftigt. Jedes dieser Bücher hat den hohen Stellenwert der Gebärdensprache als anerkannte und vor allem eigenständige Sprache deutlich gemacht. „Gehörlose Personen wünschen sich vor allem die Akzeptanz der Gebärdensprache, die ihre Muttersprache ist und die eine unmissverständliche Kommunikation und einen ungehinderten Zugang zu Informationen und Bildung gewährleisten würde." (Clarke 2006, S. 10)
Es wurde außerdem deutlich, dass diese Kultur sich vor allem über die Sprache und Kommunikation identifiziert. Mir ist durch die Literaturrecherche auch klar geworden, dass jeder mit der eigenen Gehör- oder Schwerhörigkeit oder der eines Angehörigen anders umgeht und somit die Frage, nach der Identität und dem Selbstverständnis von Gehörlosen in etwa dem gleichen würde, als würde ich danach fragen, wie sich hörende Menschen fühlen, wenn sie mit anderen Menschen sprechen. "Es existieren wenige Gruppen, die eine derartig große Heterogenität aufweisen wie die Gruppe der Menschen mit einer Hörschädigung. Deshalb sollten wir [...] die [...] damit verbundene Vielfalt beschreiben (sowie die dabei entstehenden Irritationen lernen, auszuhalten) und daraus dann die entsprechenden Schlüsse ziehen." (Hintermair 2007, S. 5)
Meine Forschungsfrage ist viel zu allgemein gestellt und die Menschen- auch wenn sie alle das Prädikat ‚gehörlos‘ haben – viel zu unterschiedlich, als dass es eine allgemeingültige Antwort geben könnte. Besonders wichtig für die Identitätsstiftung sind Faktoren wie Alter, soziale Umgebung, ob es sich um eine angeborene oder erworbene Hörschädigung handelt, Erfahrungen mit der Umwelt – all dies formt den Menschen und seinen Umgang mit der Sprache. Dementsprechend viele verschiedene Äußerungen habe ich gelesen in der Literatur.
Zusammenfassung der Kapitel
1.Einleitung: Die Einleitung erläutert den Entstehungskontext der Arbeit innerhalb eines Seminars zur Unterstützten Kommunikation und definiert das Forschungsinteresse.
2. Auf dem Weg zur Frage: Dieses Kapitel beschreibt die persönliche Motivation und den Weg zur Themenfindung durch erste Kontakte mit der Gebärdensprache.
3. Aktueller Forschungsstand: Hier wird die existierende Literatur zur Gehörlosenkultur sowie zur Heterogenität innerhalb der Gruppe hörgeschädigter Menschen beleuchtet.
4. Wozu die Bearbeitung dieser Forschungsfrage?: Der Abschnitt reflektiert die praktische Erfahrung der Autorin als Betreuerin und die damit verbundenen Herausforderungen in der Kommunikation.
5. Ergebnis der Forschungsfrage: Die Autorin zieht ein Fazit auf Basis eines Fallbeispiels und betont die Individualität der Identitätsbildung hörgeschädigter Personen.
Schlüsselwörter
Gehörlosigkeit, Identität, Kommunikation, Gebärdensprache, Hörschädigung, Inklusion, Selbstverständnis, Interaktion, Pädagogik, Unterstützte Kommunikation, Gehörlosenkultur, Heterogenität, Sozialverhalten, Teilhabe, Forschungsstagebuch.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit reflektiert die Identität und Kommunikationsbedingungen von Menschen mit einer Hörschädigung in einer vorwiegend hörenden Welt.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Gehörlosenkultur, der Bedeutung der Gebärdensprache und der zwischenmenschlichen Kommunikation zwischen Gehörlosen und Hörenden.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, ein besseres Verständnis für die Lebens- und Kommunikationswelt hörgeschädigter Menschen zu entwickeln und eigene Erfahrungen in einem forschungsorientierten Tagebuch zu reflektieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt eine Literaturrecherche in Verbindung mit einer praxisorientierten Reflexion eigener Erfahrungen aus der Betreuungstätigkeit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Herleitung der Forschungsfrage, eine Übersicht zum Forschungsstand, die Begründung der Themenwahl durch praktische Erfahrungen und die Darstellung der Ergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Gehörlosigkeit, Identität, Gebärdensprache, Kommunikation und Inklusion.
Welches Modell wird zur Kommunikation herangezogen?
Die Arbeit greift auf das Modell des Brückenbaus von Joachim Müller zurück, welches die beidseitige Anstrengung in der Kommunikation verdeutlicht.
Warum wird das Ergebnis der Forschungsfrage als „Momentaufnahme“ bezeichnet?
Da die Identität jedes Menschen individuell und in ständiger Wechselwirkung mit seiner Umwelt steht, kann es keine allgemeingültige, statische Antwort geben.
Welche Rolle spielt die individuelle Identität im Fallbeispiel?
Das Beispiel zeigt, dass sich die betrachtete junge Frau nicht primär als „gehörlos“ definierte, sondern ihre Identität als Mensch aktiv und unabhängig von ihrem Hörstatus gestaltete.
- Quote paper
- Michelle Koppe (Author), 2012, Reflektierte Subjektivität. Wie identifizieren sich Menschen mit einer Hörschädigung in der Kommunikation mit Hörenden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/286317